Säugling

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Als Säugling (anglizistisch auch Baby) bezeichnet man ein Kind im ersten Lebensjahr nach der Niederkunft. In dieser Zeit wird es häufig mit Muttermilch ernährt, im Stillen. Vom damit verbundenen Saugreflex leitet sich die Bezeichnung Säugling ab, allerdings ist der Begriff nicht davon abhängig, ob der Säugling von der Mutter gestillt wird oder nicht. Während der ersten vier Wochen heißt das Kind Neugeborenes. Nach Vollendung des ersten Lebensjahres schließt sich das Kleinkindalter an.

Europäischstämmiger Säugling.png

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

„Das Neugeborene“, Gemälde von Karl Heyden (1845–1933)

Man unterscheidet historisch bedingt:

  • Frühgeborene (auch: Frühchen) mit einer Schwangerschaftsdauer von weniger als 37 abgeschlossenen Wochen
  • Reifgeborene mit mehr als 37 aber weniger als 42 abgeschlossenen Wochen Schwangerschaftsdauer
  • Übertragene Neugeborene mit mehr als 42 abgeschlossenen Wochen Schwangerschaftsdauer

Der Säugling im ersten halben Jahr

„Mutter“, Gemälde von Karl Diebitsch
„Mutter“ von Diebitsch (zweite, spätere Version)

In den ersten sechs Wochen schlafen die meisten Neugeborenen noch recht viel. Sie wachen auf, um zu essen und sehen sich meist nur für kurze Zeit um. Manchmal wachen sie nicht einmal auf, wenn sie gewickelt werden. Säuglinge sollten in Rückenlage schlafen.

Manche Säuglinge sind allerdings auch in diesen ersten Wochen schon recht wach. Sei es, daß sie schon sehr aufmerksam ihre Umgebung betrachten und sich gerne herumtragen lassen oder daß die unangenehmen Dreimonatskoliken ihnen den Schlaf rauben. Nach sechs bis acht Wochen werden viele Säuglinge munterer. Oft beginnen sie in dieser Zeit, die Menschen in ihrer Umgebung mit einem strahlenden Lächeln zu beglücken.

Im Alter von ungefähr vier Monaten lernt das Neugeborene gezielt nach angebotenen Gegenständen zu greifen. Schnell entwickelt es hierbei Routine und gibt, was es einmal in der Hand hält, so schnell nicht wieder her. Alles, was das Kind in die Hand nimmt, steckt es in den Mund. Der Wahrnehmung von Oberflächenbeschaffenheit und Formen mit der Zunge ist noch viel feiner als mit den Händen. Für die Entwicklung des Tastsinns ist das Abschlecken des Spielzeugs von großer Wichtigkeit. Eltern und Familienmitglieder sollten jedoch auf Sauberkeit und Größe des Spielzeugs achten. Im Laufe der folgenden Wochen gewinnt das Kind zunehmend eine Vorstellung davon, daß seine Hände zu ihm gehören und daß es Bewegungen steuern kann.

Die meisten Säuglinge beginnen im Alter zwischen vier und sechs Monaten auch sich gezielt vom Rücken auf den Bauch bzw. vom Bauch auf den Rücken zu kullern. Diese Bewegungsabläufe werden meist zufällig entdeckt. Allerdings kann man dem Kind diese Abläufe auch ein wenig bewußt machen, indem man sie beim Wickeln an beiden Schulterblättern stützend abwechselnd auf die eine und die andere Körperseite dreht.

Das Neugeborene im schützenden Kreis der Familie (Eltern und Geschwister); Zeichnung von Wolfgang Willrich.

Sinnliche Wahrnehmung

Bei einem gesunden Neugeborenen sind alle Sinnessysteme grundsätzlich funktionsfähig: Es kann sehen und hören, schmecken und riechen; es fühlt Schmerz und spürt, wenn es berührt, gehalten, getragen oder bewegt wird. Allerdings sind die Sinnesempfindungen zunächst noch unterschiedlich stark ausgeprägt, denn einzelne Sinnesbereiche, wie beispielsweise das Sehen, müssen noch weiter ausreifen. Auch seine Fähigkeiten, die einzelnen Sinnesreize zu verarbeiten - sie zu koordinieren, richtig einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren -, muß das Kind in den ersten Lebensmonaten und -jahren erst noch entwickeln

Hörvermögen

Bereits vor der Geburt hat ein Kind einiges gehört: den Rhythmus des mütterlichen Herzschlags, den Klang und die Melodie der mütterlichen Stimme. Lange Zeit waren Experten der Meinung, daß Neugeborene noch nicht hören. Begründet wurde diese Ansicht unter anderem mit einer Unreife des Gehörs und mit Flüssigkeit im Mittelohr. Heute weiß man jedoch, daß ein gesundes Neugeborenes mit einem organisch vollständig ausgebildeten und funktionsbereiten Gehör auf die Welt kommt, Geräusche wahrnimmt und auch schon darauf reagiert.

Nach der Geburt reift das Gehör weiter aus

In den ersten Lebensmonaten und -jahren muß das Hörvermögen noch ausreifen und sich weiter ausbilden. Die hierzu notwendigen Reize erhält der Säugling durch die vielfältigen Geräusche, die es in seiner Umgebung wahrnehmen und verarbeiten kann.

Stimmen sind zunächst das liebste Geräusch

Neugeborene hören am liebsten die Stimme der Eltern.

  • Bereits das Neugeborene kann die Laute aller menschlichen Sprachen aus dem Fluß der Geräusche „herausfiltern“ und zieht sie jedem Geräusch vor.
  • Schon bald nach seiner Geburt kann der Säugling die Stimme seiner Mutter von anderen unterscheiden.

•Mit zunehmender „Hörerfahrung“ verfeinert sich das Gehör zusehends: Schon in den ersten Lebensmonaten erkennt das Kind Unterschiede zwischen einzelnen sprachlichen Lauten. •Ab etwa drei Monaten erprobt es bereits quietschend, brummend, lachend auf spielerische Weise seine eigene Stimme und „antwortet“ auf seine Art im Rede- und Antwortspiel.

Berührungsempfindungen

Der Tast- oder Hautsinn ist – neben dem Gehör – in der Regel als Erstes und schon lange vor der Geburt ausgereift. Nach den intensiven Berührungsreizen in der immer enger werdenden Gebärmutter muß sich das Kind nach der Geburt an das Getrenntsein von dem Körper der Mutter erst allmählich und behutsam gewöhnen. Es möchte gehalten, berührt und bewegt werden und erfährt in den ersten Lebensmonaten Sicherheit und Geborgenheit vor allem im engen Körperkontakt. Es lernt dabei die mütterliche Art des Aufnehmens, Haltens und Bewegens kennen und kann schon bald unterscheiden, ob es von Mutter, Vater oder einer anderen Person gehalten wird.

Schmecken und riechen

Geschmacks- und Geruchssinn sind vom ersten Tag an gut ausgebildet:

  • Bereits Neugeborene unterscheiden zumindest die Grundgeschmacksrichtungen und bevorzugen – zunächst zumindest – offenbar Süßes vor Salzigem oder Saurem.
  • Schon nach wenigen Tagen können Säuglinge ihre Mütter am Geruch erkennen.

Sehvermögen des Säuglings

Das Sehen ist von Geburt an ein wichtiger Teil der kindlichen Wahrnehmung, auch wenn das Sehvermögen zunächst noch eingeschränkt ist. Säuglinge sehen zunächst noch unscharf und nehmen ihre Umgebung nur schemenhaft wahr. Dennoch spielt das Sehen – der sogenannte Gesichtssinn – von Geburt an eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung und Entwicklung des Säuglings.

  • Bereits das Neugeborene kann unterschiedliche Helligkeiten, Muster und Formen und insbesondere Hell-Dunkel-Kontraste wahrnehmen und unterscheiden.
  • Es zeigt besonderes Interesse für das menschliche Gesicht: Es betrachtet und mustert mit Vorliebe das Gesicht von Vater oder Mutter und sucht den Blickkontakt mit ihnen.
  • Die beste Sehschärfe liegt zunächst in einem Abstand von 20 bis 25 cm vom Auge. Dies entspricht in etwa der Entfernung, die Eltern häufig intuitiv mit ihrem Gesicht einnehmen, wenn sie sich ihrem Kind zuwenden und sich mit ihm austauschen.

Doch nicht nur im Miteinander und gegenseitigen Austausch spielt das Sehen eine wesentliche Rolle. Auch die motorische, die geistige und die sprachliche Entwicklung erhalten über das Sehen wichtige Anreize: So wachsen mit zunehmender Sehfähigkeit zum Beispiel auch die Neugier und das Interesse des Kindes für seine Umwelt. Es beginnt nach Dingen zu greifen, schaut sich an, was es in den Händen hält, und lernt, seine Hände und schließlich auch Augen und Hände immer besser zu koordinieren.

Im ersten Lebensjahr reift das Sehvermögen entscheidend heran und entwickelt sich enorm. Über die optischen Sinnesreize lernt das Gehirn, die über die Augen gelieferten Informationen zu verarbeiten, und entwickelt die hierfür notwendigen Nervenverbindungen.

  • Insbesondere die Sehschärfe nimmt im ersten Lebensjahr eine enorme Entwicklung: Während das Neugeborene noch unscharf sieht, besitzt das einjährige Kind bereits 50 Prozent der Sehschärfe eines Erwachsenen.
  • Mit etwa drei bis vier Monaten entwickelt sich das beidäugige Sehen. Die von beiden Augen gelieferten Informationen verschmelzen nun zu einem Bild. Damit beginnt das räumliche Sehen. Das Neugeborene kann nun auch etwas entferntere Gegenstände sehen und Bewegungen mit den Augen verfolgen.
  • Mit etwa sieben bis acht Monaten zeigt das Kind deutliches Interesse für seine Umgebung. Es erkennt nun Dinge außerhalb seiner Reichweite und streckt gezielt die Hände danach aus. Hat es zuvor Gegenstände vor allem mit Mund und Händen untersucht, beginnt es diese nun immer ausgiebiger auch mit den Augen zu erforschen

Siehe auch

Literatur

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