Blunck, Hans Friedrich

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Dr. jur. Hans Friedrich Blunck (1888–1961)

Hans Friedrich Blunck (Lebensrune.png 3. September 1888 in Altona bei Hamburg, Todesrune.png 24. April 1961 in Hamburg) war ein deutscher Burschenschafter, Offizier des Kaiserlichen Heeres sowie der Wehrmacht, Jurist und Schriftsteller. In der Zeit des Nationalsozialismus besetzte er verschiedene Positionen in nationalsozialistischen Kulturinstitutionen. Der Gründungspräsident der Reichsschrifttumskammer der Reichskulturkammer Blunck (von 1933 bis 1935) war der Mittelpunkt des „Eutiner Dichterkreises“. Das Scheitern der Weimarer Republik beurteilte der Nationalist so, daß „eine alte Welt stürzte und … wir Deutsche eine neue Lebensform vorleben und einen neuen Glauben an Mensch und Menschheit in uns tragen.“

Leben

Jugend

Hans Friedrich Blunck wurde am 3. September 1888 in Altona bei Hamburg als Sohn eines Lehrerehepaares geboren. Während seiner Schulzeit regte sich in dem jugendlichen Blunck der Widerstand gegen die Bildung, die den Schülern fremde, nicht-deutsche und überalterte Maßstäbe auferlegte. In der Jugendbewegung fand Bluncks erste Kritik an der kleindeutschen Gesinnung, die die einzelnen Landschaftsteile vielfach prägten und deren Bevölkerung sich den Genüssen der Zivilisation hingab, ihren offiziellen Ausdruck. Folge seiner Auseinandersetzung und Beschäftigung mit den Idealen der Jugendbewegung war sein Wunsch als Fünfzehnjähriger, Bauer oder Siedler in den Kolonien zu werden. Nach dem Abitur ging er als Einjährig-Freiwilliger zur Kaiserlichen Marine und diente 1907/08 in einem Seebataillon in Kiel, anschließend studierte der Korporierte in Kiel und Heidelberg Rechtswissenschaft (einer seiner bekannten Verbindungsbrüder war der Arzt und Historiker Fritz Michel), wurde 1910 Referendar und schloß sein Studium mit einer Promotion ab. 1915 war er Assessor.

Erster Weltkrieg

Von 1914 bis 1918 nahm Hans Friedrich Blunck als Kriegsfreiwilliger und Ordonnanzoffizier am Ersten Weltkrieg teil – unter anderem war er an der Westfront im Einsatz.

Weimarer Republik

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der deutschen Niederlage trat er in seine Assessorstellung bei der Regierung in Hamburg zurück und arbeitete als Finanzbeamter, 1920 wurde er Regierungsrat in Hamburg. In den Jahren 1925 bis 1928 versah er das Amt des Syndikus an der Universität Hamburg.

Drittes Reich

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Blunck am 7. Juni 1933 zum zweiten Vorsitzenden der Sektion für Dichtung der Preußischen Akademie der Künste gewählt, erster Vorsitzender wurde Hanns Johst. Von 1933 bis 1935 war Blunck ebenfalls zum Präsidenten der Reichsschrifttumskammer berufen, nach seinem Ausscheiden erhielt er mit 47 Jahren den Titel eines „Alt-Präsidenten ehrenhalber“, sein Nachfolger wurde Hanns Johst.

„In der Woche des Deutschen Buches vom 4.–11. November 1934 führte die Jugendgruppe in der Reichsamtsleitung der NSKG in Verbindung mit dem Gebiet Berlin der Hitlerjugend eine Dichterwoche durch unter dem Thema ‚Junge Generation und Dichtung‘. Es lasen mit großem Erfolg in den verschiedenen Stadtteilen folgende Autoren: Hans Friedrich Blunck (in Charlottenburg), Friedrich Griese (in Tempelhof), Josef Magnus Wehner (in Wilmersdorf), Agnes Miegel (in Steglitz), Hans Schwart (in Pankow), Wolfram Brockmeier (in Moabit), Herbert Böhme (in der Innenstadt). Abschließend sprach Carl Maria Holzapfel. Die NS.-Kulturgemeinde zeigte während der Deutschen Buchwoche in Zusammenarbeit mit der Reichsjugendbücherei im Preußenhaus eine Hindenburg-Gedächtnisausstellung, in der das Leben und die Arbeit des verewigten Reichspräsidenten aus vielen Veröffentlichungen der deutschen und ausländischen Literatur und in persönlichen Handschriften, auch in Gemälden und Plastiken gezeigt wurde. Die Ausstellung eröffnete Reichsamtsleiter Dr. Stang.“[1]

Seit 1935 lebte er als freier Schriftsteller auf seinem Gut Mölenhoff bei Grebin in Holstein, später dann in Hamburg-Großflottbeck. Er bleibt Auslandsbeauftragter der RSK und wird Begründer sowie Präsident bzw. Ehrenpräsident der „Stiftung Deutsches Auslandswerk“ (1936–1945).

Hans Friedrich Bluncks dichterisches Schaffen spiegelt seine norddeutsche Herkunft und seine Verbundenheit zu den volkhaften und volkstümlichen Überlieferungen der Nord- und Ostseeküstenbewohner wider. Die Themen seiner Werke beziehen sich hauptsächlich – als historische Romane verfaßt – auf die germanisch-nordische Vorzeit und dienen vielfach der Darstellung nordischer Mythen, Märchen und Sagen. Blunck gilt als Vertreter der sogenannten „nordischen Renaissance“ und der niederdeutschen Volkstumsbewegung.

Blunck war Mitglied des 1936 gegründeten Eutiner Dichterkreises, einer Autorengruppe in Deutschland. 1937 trat Blunk der NSDAP bei. 1941 stand er im Kriegseinsatz, u. a. mit Eberhard Wolfgang Moeller.

In der Endphase des Zweiten Weltkriegs wurde er in die Liste der unverzichtbaren Schriftsteller aufgenommen. Zwischen 1933 und 1944 publizierte Blunck 97 Bücher, daneben schrieb er im Völkischen Beobachter und der Krakauer Zeitung.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende wurden mehrere Werke Bluncks in der Sowjetischen Besatzungszone und in der Deutschen Demokratischen Republik auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt. Nach 1945 verfaßte er vorrangig Sagen und Märchen. Vom Entnazifizierungsausschuß in Kiel wurde er als sogenannter „Mitläufer“ eingestuft. Er mußte eine „Sühne“ von 10.000 DM verrichten.

Seit der Nachkriegszeit gehörte Bluck dem nationalen Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes an. 1952 veröffentlichte Blunck seine Erinnerungen unter dem Titel „Unwegsame Zeiten“.

Tod

Am 25. April 1961 verstarb Dr. Hans Friedrich Blunck in Hamburg. Es konstituierte sich eine Gesellschaft zur Förderung des Werkes Bluncks, die Neuausgaben und Aufsätze über den Schriftsteller herausbringt.

Zitate

  • „Wie herrlich, wie wundervoll, daß eine deutsche Landschaft so durch den Mund einer Frau so zum Reich, zum Ganzen des Volks sprechen kann.” — Blunck über Agnes Miegel
  • „Denn ich bin Nationalsozialist. [...] Wir werden ein nationalsozialistischer Staat sein – oder wir werden nicht sein! Und das wäre der Untergang nicht nur Deutschlands – es wäre der Untergang des weißen Mannes. – In dem Augenblick, als ich das ganz klar erkannte – [...] da war ich bereit, für diesen Glauben nicht nur zu leben – auch (und ich kann sagen, da war ich gewiß) dafür zu sterben.” — Miegel in einem Brief an Blunck von 1934
  • „Das echte dichterische Schaffen ist im Dritten Reich so frei wie nie zuvor – und statt von den vollkommen gestrigen und gleichgültigen Machwerken jener vom Zerfall zehrenden Literaten zu reden, sollte die Welt lieber ein Augenmerk darauf richten, daß unsere Regierung als die erste in Europa alle Angelegenheiten der schönen Künste in der Einrichtung einer sich selbst regierenden Kulturkammer zusammengefaßt hat.“ — Blunck am 16. Oktober 1935 in einer Rede in London

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

Komplette Werkliste

Literatur

  • Der Dichter Hans Friedrich Blunck und sein Werk, in: „Deutsches Soldatenjahrbuch 1988/36. Deutscher Soldatenkalender“

Fußnoten

  1. In: „DIE MUSIK“, MONATSSCHRIFT, XXVII. JAHRGANG, AMTLICHES ORGAN DER NS-KULTURGEMEINDE, AMTLICHES MITTEILUNGSBLATT DER REICHSJUGENDFÜHRUNG, ABT. S., ERSTER HALBJAHRSBAND (OKTOBER 1934 BIS MÄRZ 1935)