Schlacht von Dieppe

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Die Schlacht von Dieppe (Operation Jubilee) war der erste gescheiterte Landungsversuch der Westalliierten im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland im Hafen von Dieppe am 19. August 1942 unter dem Kommando von Lord Louis Mountbatten. Der von Stalin geforderte Aufbau einer zweiten Front in Westeuropa schlug fehl. Im englischen Sprachraum wird die Invasion „Dieppe Raid“ und somit zurecht „Überfall“ genannt.

Deutsche Soldaten im Gefechtsstand mit MG 34 wehren den alliierten Landungsversuch in Dieppe ab, August 1942

Erläuterung

Beteiligt waren 237 Schiffe und 7.500 VS-amerikanische und englische Truppen und deren Söldner. Der Überfall konnte bereits nach wenigen Stunden unter hohen alliierten Verlusten von bis zu 70 % der eingesetzten Streitkräfte von den deutschen und französischen Verteidigern abgeschlagen werden. Lange wurde militärhistorisch darüber diskutiert, ob die Deutschen durch französische Doppelagenten von der Invasion im Vorfeld wußten, allerdings sprechen die schwachen Kräfte von nur 1.500 Verteidigern dagegen. Es wäre ein leichtes gewesen, diese Zahl im Vorfeld zu vervielfachen.

Geschichte

Die deutsche Küstenverteidigung unter dem Oberbefehl von Gerd von Rundstedt (Oberbefehlshaber West) war an den gefährdeten Küstenabschnitten bereits im Vorfeld hervorragend positioniert. Die Invasoren, die am Strand von Dieppe landeten, gerieten in starkes Abwehrfeuer der Verteidiger. Die zur Unterstützung bereitgestellten Churchill-Panzer blieben dann in Sperren stecken und wurden mehrheitlich zerstört. Weitere Einheiten wurden abgesetzt, obwohl die Lage am Strand bereits hoffnungslos war.

Schon gegen elf Uhr morgens mußte die alliierte Führung den Rückzugsbefehl erteilen. Allein über 100 feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Später wurde behauptet, daß es sich bei den 3.000 bis 4.000 anglo-amerikanischen Verlusten nur um eine „Übung“ gehandelt hätte. Erst zwei Jahre später sollte es mit dem anglo-amerikanischen Überfall in der Normandie am 6. Juni 1944, auch unter Mithilfe deutschen Verrats, gelingen, auf europäischem Festland Fuß zu fassen.

Zeitungsbericht

Die Freiburger Zeitung vom 20. August 1942 zum Fanal von Dieppe:

Frz.1942-08-20.01.jpg Frz.1942-08-20.02.jpg


Truppenstärke

Deutschland

  • 1.500 Mann der 302. (Bodenständigen) Infanterie-Division unter Generalleutnant Konrad Haase[1]
    • zusätzlich kamen noch die Männer der Luftwaffe und der Kriegsmarine hinzu sowie eine kleine Anzahl französischer Waffenbrüder

Alliierten

Verluste

Deutschland

  • 310 bzw. 311 Soldaten gefallen, 280 verwundet
  • 48 Flugzeuge abgeschossen (Totalschaden)
    • 23 Fw 190 und 25 Dornier Do 217, es gab auch mehrere beschädigte Maschinen und verwundete Flugzeugführer (darunter Erich Leie), die jedoch eine erfolgreiche Notlandung vornehmen konnten. Die Luftwaffe beklagte insgesamt 109 Mann Personalverlust, davon 25 Verwundete und 37 Vermißte.
    • Verlust des U-Boot-Jägers „UJ 1404“; die Besatzung bestand aus 44 Mann, wobei 19 fielen (darunter Leutnant zur See Max Berner[2]) und 25 überlebten. UJ 1404 wurde von dem britischen Angriff überrascht. 1404 konnte noch drei MGB (Motor Gun Boat) versenken (wobei der Kommandant Berner im Kugelhagel fiel), wurde dann aber von fünf weiteren MGBs angegriffen, wobei der Motor mehrere Treffer erhielt. Die Überlebenden mußten ins Wasser springen und wurden vom Feind herausgefischt.[3]

Alliierte

Von den 6.086 Mann, die an Land gelangten, wurden 3.367 entweder getötet, verwundet oder gefangengenommen. Insgesamt fielen mindestens 1.179 Mann, 2.190 wurden gefangengenommen. Bei der feindlichen Luftwaffe und Kriegsmarine dienten auch polnische Freiwillige in einer übersichtlichen Zahl.

  • Kanada
    • 907 gefallen, 586 verwundet und 1.946 gefangengenommen
  • Großbritannien (Landungstruppen einschließlich VS-amerikanische Rangers und französische commandos
    • 275 Kommandosoldaten gefallen, verwundet oder gefangengenommen
  • Royal Navy
    • 1 Zerstörer
    • 33 Landungsschiffe
    • 550 gefallen, verwundet oder gefangengenommen
  • Royal Air Force
    • 62 gefallen, 30 verwundet, 17 gefangengenommen
    • Die Briten meldeten 106 Flugzeuge (darunter bis zu 70 Supermarine Spitfire und bis zu 28 Bomber) als verloren (durch die deutsche Jagdwaffe oder Flak), deutsche Quellen 112, schlußendlich nach Zählung 119 abgeschossene Feindflugzeuge; der Plan der RAF, die deutsche Luftwaffe über das Meer zu locken und in Luftkämpfe zu verwickeln, um die Landungstruppen zu entlasten, ging nicht auf.

Verweise

Fußnoten

  1. Generalleutnant Konrad Haase
  2. Max Berner (Lebensrune.png 22. Oktober 1914 in Friedrichshafen; Todesrune.png 19. August 1942 im Kanalküstengebiet) ist als gefallener Angehöriger der Marine namentlich entweder in dem U-Boot-Ehrenmal Möltenort bei Kiel an einer der Wandtafeln oder im Marineehrenmal in Laboe in einem dort ausliegenden Gedenkbuch verzeichnet.
  3. German A/S Vessel "UJ 1404" Interrogation of Survivors