Haffner, Sebastian

Aus Metapedia

(Weitergeleitet von Sebastian Haffner)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sebastian Haffner

Sebastian Haffner (1978).jpg

Haffner (1978)
Geboren 27. Dezember 1907
in Berlin
Verstorben 2. Januar 1999
in ebenda
Staatsangehörigkeit Deutsches Reich, Vereinigtes Königreich
Volkszugehörigkeit Deutscher
Beruf Publizist

Sebastian Haffner (geb. 27. Dezember 1907 in Berlin, gest. 2. Januar 1999 in ebenda), eigentlich Raimund Pretzel, war ein deutscher Publizist und Verräter am deutschen Volk.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Nach dem Abitur nahm Haffner das Studium der Rechtswissenschaften auf. Nach Abschluß der Ausbildung ging er 1934 für einige Monate nach Paris, um seine Doktorarbeit zu schreiben. Als Jurist zu arbeiten, interessierte ihn jedoch nicht mehr. Vielmehr überlegte Haffner zum Judentum überzutreten, da er auch mit einer Jüdin liiert war[1]. Seiner Aussage in einem späteren Gespräch zufolge dachte er ab dieser Zeit daran, seiner Heimat den Rücken zu kehren. Jahrzehnte später beschrieb Haffner einmal die Stimmung nach der Machtübernahme Adolf Hitlers im Jahr 1933 mit den Worten, es habe damals in Deutschland ein weit verbreitetes, erleichtertes „Gefühl der Befreiung von der Demokratie“ geherrscht.[2]

Am 29. August 1938 verließ Haffner als Gegner der damaligen Regierung das Deutsche Reich in Richtung Großbritannien. Er nutzte seinen dortigen Aufenthalt während des Zweiten Weltkrieges als Propagandist der alliierten Ziele gegen Deutschland. Zunächst begann er 1941 für die von der britischen Regierung ins Leben gerufene und finanzierte Die Zeitung zu schreiben und wechselte 1942 zum Observer, dessen Auslandskorrespondent er bis 1961 blieb. Ein Beispiel seines journalistischen Wirkens während des Krieges ist ein Artikel im August-Heft 1942 der Londoner Zeitschrift World Review. Darin unterstützte er wie gewohnt das Vorgehen der Kriegsfeinde Deutschlands und gab sich als geistiger Gefolgsmann des Kaufman-Plans („Deutschland muß vernichtet werden“) zu erkennen. Haffner trat mit einem eigenen Vorschlag an die Öffentlichkeit – er wünschte sich die unterschiedslose Ermordung hunderttausender Deutscher:

„Glücklicherweise ist der harte Kern der Nazirevolutionäre in der ‚SS’ konzentriert und daher leicht zu liquidieren. Die ‚SS’ ist … die Trägerin des nazistischen Gedankenguts. Freilich wird ihre Auslöschung nicht die Idee an sich töten können, aber doch ihre aktive politische Kraft für die entscheidenden nächsten zehn Jahre. Dadurch wird der Wiederaufbau Europas mit Deutschland frei. Nur die Ausrottung muß vorangehen … Das ist nun eine durchaus grausige Angelegenheit. Aller Wahrscheinlichkeit nach müssen mehr als 500.000 junge Männer hingerichtet werden, sei es nach einem kriegsgerichtlichen Schnellverfahren (jede Massenjustiz ist summarisch) oder sogar ohne eine solche Zeremonie.“[3]

Gegenüber dem Labour-Abgeordneten Stephen King-Hall plädierte Haffner für den Bombenkrieg gegen deutsche Städte. Es sei, so sagte er zu King-Hall, „lebenswichtig für dieses Land [Großbritannien], auch weiterhin Deutschland so intensiv wie möglich zu bombardieren und die Blockade strikt aufrechtzuerhalten, um den Deutschen das Leben möglichst schwer zu machen“.[4]

Nach dem Krieg, 1948, bedankte sich Großbritannien für Haffners Loyalität und Unterstützung mit der Verleihung der Staatsbürgerschaft[5], die er zeitlebens beibehielt. 1954 kehrte er als Korrespondent des Observer nach Berlin zurück. Ab 1961 schrieb Haffner dann für Erzeugnisse der deutschen Umerziehungspresse, unter anderem für Die Welt. Von 1963 bis 1978 verfaßte er Kolumnen und Serien für den Stern sowie Beiträge für konkret. Einige umfangreichere Publikationen Haffners wurden ins Hebräische und in andere Sprachen übertragen.

In der BRD befragte man Haffner in keiner der zahllosen Fernseh- und Rundfunksendungen, in die man ihn über Jahrzehnte einlud, zu seiner journalistischen Anstiftung zu Völkermordhandlungen an Deutschen für die Zeit nach dem Krieg.

„Anmerkungen zu Hitler“

Nachdem Joachim Fest 1973 seine Hitler-Biographie vorgelegt hatte, entschied Sebastian Haffner sich, eigene Anmerkungen zu Hitler (1978) zu veröffentlichen. Entlastet durch die detaillierte Vorarbeit Fests, fühlte er sich frei, verknappt und summarisch – Haffner war kein Historiker - über Wesen und Lebensweg Hitlers zu schreiben. Das Buch Anmerkungen zu Hitler fand wegen der regelmäßigen Fernseh-Präsenz des Verfassers weite Verbreitung und erregte Kontroversen. Insbesonders wegen Haffners Entscheidung, als zweites von sieben kurzen Kapiteln, ein Kapitel Leistungen einzufügen, schlug ihm ungewöhnlich heftige publizistische Wut entgegen. Es war ein gelebtes Tabu der BRD-Gesellschaft, daß niemand im Zusammenhang mit dem Dritten Reich von „Leistungen“ Hitlers sprach. Haffner brach dieses Tabu kalkuliert - und abgesichert durch seine bekannte, glühende Churchill-Verehrung.

Zitat

  • „Was die SPD blutig niedergeworfen hat und wovor sie also, wenn man so will, Deutschland „bewahrt“ oder „gerettet“ hat, ist keine kommunistische Revolution, sondern eine sozialdemokratische. Die sozialdemokratische Revolution, die 1918 in Deutschland stattfand, ist, wie es schon Max von Baden in der Woche vor dem 9. November ahnungsvoll erhofft hatte, „erstickt“ worden – in ihrem eigenen Blut erstickt; aber nicht von den Prinzen und Monarchen, sie die gestürzt, vielmehr von ihren eigenen Führern, die sie vertrauensvoll an die Macht getragen hatte. [...] Es macht Ebert und Noske nicht sympathischer, daß sie keine Schurken großen Formats waren, sondern Biedermänner. Das Monströse ihrer historischen Tat findet keine Entsprechung in ihrem privaten Charakter. Wenn man nach ihren Motiven sucht, findet man nichts Dämonisches oder Satanisch-Großartiges, nur Banales: Ordnungsliebe und kleinbürgerliches Strebertum. [...] Tiefer aber noch als die Ordnungspanik saß wohl in ihnen der Stolz des Kleinbürgers, der sich plötzlich zur großen Welt zugelassen – mehr noch, von der großen Welt zu Hilfe gerufen – sieht. [...] tausendfache Menschenopfer. Sie opferten diejenigen, die ihnen folgten und vertrauten, freudig denen, von denen sie sich begönnert fanden. Das Scheußliche wurde mit treuherzig aufblickendem Biedersinn getan.“ – Sebastian Haffner[6]

Literatur

Werke

  • Sebastian Haffner: Die deutsche Revolution 1918/19, Kindler Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-463-40423-0
  • Sebastian Haffner: Preußen ohne Legende. [Mit einem Bildteil von Ulrich Weyland.] Verlag Gruner + Jahr, Hamburg o.J. [1979], ISBN 3-88199-232-4
  • Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1.-100-000. Tausend: März 1981, ISBN 3-596-23489-1 [Originalausgabe: Kindler Verlag, München 1978]
  • Sebastian Haffner: Überlegungen eines Wechselwählers. Kindler Verlag, München 1980, ISBN 3-463-00780-0
  • Sebastian Haffner: Im Schatten der Geschichte. Historisch-politische Variationen aus zwanzig Jahren. Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart 1985 [ISBN fehlt im Druck der Bertelsmann-Lizenzausgabe, sie fehlt dort auch auf Vorder- und Rückseite des Umschlagpapiers]
  • Sebastian Haffner: Von Bismarck zu Hitler - Ein Rückblick. Kindler Verlag, München 1987, ISBN 3-463-40003-0
  • Sebastian Haffner: Der Teufelspakt: Die deutsch-russischen Beziehungen vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg. Manesse Verlag, Zürich 2002, ISBN 3-7175-4028-9
  • Sebastian Haffner: Winston Churchill in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1967 [Neuausgabe 2003], ISBN 3-499-50129-5
  • Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen. Die Erinnerungen 1914-1933. [Mit einem Nachwort von Oliver Pretzel (2001) zur Textgestalt der postumen Veröffentlichung.] Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv), München 2002, ISBN 3-423-30848-6

Gespräche und Sekundärliteratur

  • Michael Klotz: Sebastian Haffners Aufruf zum Massenmord, in: Der große Wendig, Band 2, S. 390 f.
  • Hans Meiser: Sebastian Haffner – Meister der Geschichtsklitterung, in: Rolf Kosiek / Olaf Rose (Hrsg.): Der Große Wendig. Band 4, Edition Grabert im Hohenrain-Verlag, 3. Aufl., Tübingen 2017, S. 367–373
  • Mark Weber: Sebastian Haffner rief 1942 zum Völkermord auf, Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 31(2) (1983), S. 18 ff. [3]
  • Doris Neujahr: Selbstzweifler mit Massenmordphantasien, Junge Freiheit, Ausgabe 07/06 vom 10. Februar 2006
  • Gero von Boehm: Sebastian Haffner. 21. Juni 1983. - Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, S. 78-86, ISBN 978-3-89910-443-1
  • Joachim Fest: Begegnungen. Über nahe und ferne Freunde. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2004; darin: Der fremde Freund. Die Widersprüche des Sebastian Haffner; S. 21–54, ISBN 3-498-02088-9
  • Daniel Kiecol: Haffner für Eilige. Aufbau Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-7466-1898-3 [Dieses Buch ist keine Anthologie von Haffner-Texten, sondern eine politische Lebensschilderung über Sebastian Haffner.]
  • Uwe Soukup: Ich bin nun mal Deutscher – Sebastian Haffner. Eine Biographie. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-15642-4
  • Sebastian Haffner: Als Engländer maskiert. Ein Gespräch mit Jutta Krug über das Exil. [Mit einem Nachwort von Uwe Soukup.] Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) Stuttgart/München, 2. Auflage 2002, ISBN 3-421-05616-1 [Postume Veröffentlichung des 1989 geführten Gesprächs]

Fußnoten

  1. Geschichte eines Deutschen, zitiert aus der Verfilmung “Mein Kampf mit Hitler”
  2. Wiedergegeben im Film „Hitlers Krieg? Was Guido Knopp verschweigt!
  3. Der Autor Mark Weber hat den Artikel Haffners nachgewiesen in der Zeitschrift Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 31(2) (1983), S. 18ff. [1] Siehe auch Michael Klotz: Sebastian Haffners Aufruf zum Massenmord, in: Der große Wendig, Band 2, S. 390 f. sowie Doris Neujahr: Selbstzweifler mit Massenmordphantasien, Junge Freiheit, Ausgabe 07/06 vom 10. Februar 2006 [2]
  4. Zitiert von Klaus Wiegrefe: Durch und durch dubios, Der Spiegel 1/2003
  5. Brockhaus-Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Stichwort Sebastian Haffner
  6. Sebastian Haffner: Die deutsche Revolution 1918/19, Kindler Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-463-40423-0; S. 239ff.
Meine Werkzeuge