Wanderzirkus „Rosarius“

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VS-amerikanische Beuteflugzeuge der USAAF dienten nicht nur den deutschen Fliegern, sondern auch den Flugzeugführern der Verbündeten, insbesondere aus Ungarn.

Wanderzirkus „Rosarius“ (auch: Beutezirkus „Rosarius“ oder Zirkus „Rosarius“) war der inoffizielle Name der 2. Staffel des „Versuchsverbands Oberbefehlshaber der Luftwaffe“ (2./Versuchsverband „Ob.d.L.“) im Zweiten Weltkrieg. Die Luftwaffeneinheit verwendete erbeutete alliierte Flugzeuge, um sie deutschen Kampf- und Jagdfliegern vorzustellen, damit diese deren Stärken und Schwächen kennenlernen konnten.

Geschichte

Die Aufstellung des Versuchsverbands Ob.d.L. erfolgte im März 1942 in Rheine, während die 2./Versuchsverband Ob.d.L. erst 1943, auf Anweisung vom damaligen General der Jagdflieger Adolf Galland, in Oranienburg aufgestellt und von Hauptmann Theodor Rosarius geführt wurde. 1944 erfolgte eine Verlegung auf den Flugplatz Göttingen, der besonders gut mit den notwendigen Einrichtungen für Reparatur und Unterhaltung ausgerüstet war.

In der Einheit flogen deutsche Flugzeugführer mit erbeuteten alliierten Jagdflugzeugen, die auf Jagdfliegerschulen, bei Ergänzungs- und regulären Tagjagd- und Nachtjagdverbänden vorgestellt wurden. Dazu flogen sie von Standort zu Standort, was letztlich zum inoffiziellen Namen Wanderzirkus „Rosarius“ geführt hat. Die deutschen Jagdflieger konnten sich so mit den Eigenheiten der alliierten Flugzeuge vertraut machen und z. B. Scheinangriffe auf diese fliegen. Diese Schulungseinsätze bei Fronteinheiten wurden in der Regel mit fünf bis sechs Flugzeugen durchgeführt.

Versuchsverband

Der Versuchsverband bestand insgesamt aus Stab und drei Staffeln. Im Juli wurde der Versuchsverband „Ob.d.L.“ in Versuchsverband „OKL“ umbenannt und im April 1945 aufgelöst.

KG 200

Teile des Versuchsverbands wurden im Februar 1944 in das Kampfgeschwader 200 überführt und bildeten die I. Gruppe/KG 200, wobei die 2. Versuchsstaffel zur 3. Staffel/KG 200 wurde.

Ausrüstung

Die 2. Staffel war mit einer Anzahl unterschiedlicher erbeuteter alliierter Jagdflugzeuge ausgerüstet. Darunter waren Lockheed P-38 Lightning, Republic P-47 Thunderbolt, North American P-51 Mustang, Supermarine Spitfire, de Havilland Mosquito, Hawker Tempest, Lawotschkin La-5 und Jakowlew Jak-3. Die Maschinen stammten zum Teil aus dem Bestand der Erprobungsstelle Rechlin, die mit dem Beutegut zuerst eine umfangreiche Flugerprobung durchführte. Als besondere Kennzeichnung trugen fast alle Maschinen einen gelben Anstrich der Unterseite. Die Verbandskennung war „T9“.

Die 1. Staffel des Versuchsverbands war mit Langstreckenaufklärungsaufgaben betraut und setzte hierfür hauptsächlich die Junkers Ju 88 ein. Sie wurde im Januar 1943 aus der vormaligen 4. Fernaufklärungsstaffel des Oberbefehlshabers der Luftwaffe (4.(F)/Ob.d.L.) aufgestellt. Die 3. Staffel führte Versuche mit erbeuteter alliierter Ausrüstung durch.

Eine Beute-B-17 der deutschen Luftwaffe als „Dornier Do 200

Verbands-Flugzeuge

Literatur

  • Heinrich Beauvais / Karl Kössler / Max Mayer / Christoph Regel: Flugerprobungsstellen bis 1945 - Johannisthal, Lipezk, Rechlin, Travemünde, Tarnewitz, Peenemünde-West, Bernard & Graefe (1998), ISBN 978-3763761173
  • J. Richard Smith / Eddie J. Creek: Geheimflüge – Der Versuchsverband des Oberkommandos der Luftwaffe 1939–1945, Motorbuch (2006), ISBN 978-3613025844