Kampfgeschwader 200

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Das Kampfgeschwader 200 (KG 200) war ein spezieller (z. b. V.) Verband der Luftwaffe der Wehrmacht für besonders schwierige Kampf- und Transportaufträge sowie für die Erprobung und Nutzung von „Beutefluggerät“. Das Geistergeschwader, mit der Geschwaderkennung A 3, wurde mit Befehl vom 21. Februar 1944 an der Großen Kampffliegerschule Tutow aufgestellt, gegliedert in einen Stab und vorerst zwei Gruppen, danach vier Gruppen (Übernahme der III./Kampfgeschwader 66 und I./Schlachtgeschwader 5) und Sondereinsatzzugänge. Kern des Geheimgeschwaders war der Wanderzirkus „Rosarius“, die 2. Staffel des Versuchsverband „Ob.d.L.“.

„Was die Flieger des KG 200 auszeichnete, war ihre Eigenschaft als Spezialisten. In der Hauptsache handelte es sich um fliegendes Personal, das in der Lage war, Sonderaufgaben zu übernehmen, die ein durchschnittliches Frontgeschwader überfordert hätten: Kampfaufträge und Transportaufträge von besonders schwierigem Charakter unter außergewöhnlichen Begleitumständen. Und fast immer unter einem hohen Geheimhaltungsgrad. Dazu stand ihnen ein Arsenal verschiedenster Flugzeugtypen zur Verfügung – manche davon gab es überhaupt nur in wenigen Exemplaren.“Werner Baumbach
Eine Boeing B-17 „Flying Fortress“ (Tarnbezeichnung: „Dornier Do 200“) im Dienste des KG 200. Aus einer solchen sprang auch die junge Werwolf-Kämpferin Ilse Hirsch in den Einsatz.

Aufgaben

Ju 290 A-7 und zwei erbeutete B-17 der I. Gruppe/Kampfgeschwader 200; auch solche Flugzeuge wurden verwendet, um die Sonderkämpfer der Abwehrkampfschule „Quenzgut“ hinter feindlichen Linien abzusetzen.

Seinen Ruf als Geister-, Gespenster- oder Spionagegeschwader erwarb sich das Kampf-Geschwader 200 durch Einsätze zum Absetzen und Versorgen von Agenten der Abwehr und später des Reichssicherheitshauptamts (→ Karl Radl) im feindlichen Hinterland.

Zu den Einsätzen gehörte unter anderem das Unternehmen „Zeppelin“, bei dem der Massenmörder Josef Stalin im Juli 1944 durch ein Attentat getötet werden sollte. Dem KG 200 oblagen zudem die Erprobung neuer Waffen, die Vorbereitung strategischer Angriffe mit Sonderwaffen wie z. B. der Mistel-Flugzeuge (Unternehmen „Eisenhammer“), die Bekämpfung wichtiger Ziele mit Spezialwaffen und der Transport von strategisch wertvollen Gütern mit Langstreckenmaschinen aus der von Japan besetzten Mandschurei. Auch die ca. 100 Freiwilligen (60 bis 70 Flugzeugführer und 30 Männer vom SS-Sonderverband z. b. V. „Friedenthal“) für sogenannte Totaleinsätze (Selbstopfereinsätze) der sogenannten Leonidas-Staffel (5. Staffel/K 200; Rammjäger der Selbstopfer-Einsatz-Staffel) mit dem Reichenberg-Gerät (175 Fieseler Fi 103R bzw. „V1 R“ (Fieseler Fi 103R-IV) standen im Oktober 1944 bereit, zum Schluß 200)[1] wurden beim KG 200 ausgebildet, kamen aber durch Intervention des Geschwaderkommodore Baumbach bei Hitler nicht mehr zum Einsatz.

Zur Aufgabe der KG 200 gehörte auch die enge Zusammenarbeit mit deutschen Sonderverbänden, besonders intensiv war die Zusammenarbeit mit der Division „Brandenburg“, denn das Kampfgeschwader war für den Transport und die Absetzung der Elitesoldaten zuständig. Ebenfalls wurde das KG 200 von Fallschirmjäger-Einheiten und SS-Jagdverbänden angefordert. Zusätzlich unterhielt das Kampfgeschwader z. b. V. auch eigene Kommandotruppen, nämlich 400 Fallschirmjäger einer Luftwaffen-Bewährungstruppe aus Tangerhütte vorerst unter Major Hans Jungwirth (1914–1977), und, weil dieser sich mit Geschwaderkommodore Oberst i. G. Heigl überworfen hatte, ab dem 11. Juli 1944 Hauptmann Günter Hurlin sowie Oberleutnant Friedrich Schäfer. Zur Tarnung wurden die beiden verstärkten Kompanien (zusammen nahezu Bataillonsgröße) als 3. (7./II.) und 4. (8./II.) Staffel der II. Gruppe/KG 200 geführt.

Geschichte

Eine modifizierte Heinkel He 115 der 3. Staffel/KG 200

Das Kampfgeschwader ging aus dem mit Sonderaufgaben betrauten Versuchsverband des Oberbefehlshabers der Luftwaffe und der Transportkolonne XI OST hervor, das fliegende Personal bestand aus erfahrenen Besatzungen. Der Verband unterstand der Luftflotte „Reich“, an der Ostfront als fliegender Verband der Luftflotte 6 (Robert Ritter von Greim) und verfügte über einen Flugzeugpark von fast 40 verschiedenen Typen, darunter Lastensegler und Wasserflugzeuge sowie britische Supermarine Spitfire, VS-amerikanische Douglas DC-3 und etwa 20 viermotorige Bomber Flying Fortress und Liberator. Die Absetzkommandos waren als selbständige Einheiten unter Tarnnamen wie „Carmen“, „Clara“ oder „Olga“ über den deutschen Machtbereich verteilt; mit Langstreckentransportern Junkers Ju 290 wurden Agentenflüge bis in den Irak und die Kalmückensteppe (zur Förderung des Widerstandes der Kalmücken gegen die Rote Armee nach Vorbild des Unternehmens „Schamil“) unternommen. Auf dem Flugplatz Finow bei Berlin unterhielt das KG 200 eine Sonderwerft, wo seine Maschinen für Geheimaufträge ausgerüstet wurden.

Um den bedrängten deutschen Erdeinheiten zur Hilfe zu kommen, beschloß das Luftwaffenkommando West besondere Nachtschlachtgruppen aufzustellen. Im Gefechtsverband Hallensleben wurden drei Nachtschlachtgruppen und eine Aufklärungsstaffel zusammengezogen. Im Zuge dieser Aufstellung wurde die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 51, in die Kurt Dahlmanns Schnellkampfgruppe umbenannt worden war, am 17. November 1944 in Nachtschlachtgruppe 20 umbenannt. Die anderen beiden waren die mit Ju-87-Flugzeugen ausgerüsteten Nachtschlachtgruppen 1 und 2. Stationiert wurden sie zunächst entlang des Rheins im Raum Köln-Bonn. Im Verband von Dahlmanns Nachtschlachtgruppe wurden verschiedene Sondereinheiten eingefügt. So wurde z. B. in den letzten Kriegswochen die 4. Staffel aus den Rammjägern der Selbstopfer-Einsatz-Staffel und die 5. aus Teilen der III. Gruppe des Kampfgeschwaders 200 gebildet. Teile des KG 200 wurden dem Gefechtsverband „Helbig“ zugeführt, der u. a. Persönlichkeiten der Reichsregierung aus dem eingekesselten Berlin-Wannsee fliegen sollte.

Der Stab und Teile des Geschwaders wurden Ende April 1945 aufgelöst.

Unternehmen (Auszug)

Mistelgespann für das Unternehmen „Eisenhammer“
Erbeutete B-17 des KG 200 in Diensten der deutschen Wehrmacht, u. a. beim Unternehmen „Karneval“.

Verschiedene

  • Das Unternehmen „Vercors“[2] folgte auf die Unternehmen „Frühling“ sowie „Treffenfeld“ und war ein Kommandounternehmen gegen kriminelle französische Banden. Der Vercors, ein mächtiger Gebirgsstock in den französischen Alpen südwestlich von Grenoble, ist äußerst schwer zugänglich. Das machte ihn während des Zweiten Weltkrieges zu einem wichtigen Rückzugs- und Ausbildungszentrum der mordenden Résistance. Die Alliierten und General de Gaulle sicherten den Vercors-Kämpfern zu, sie über eine Luftbrücke mit Waffen, Munition und wichtigen Gütern zu versorgen. Über 4.000 Maquisards[3] sammelten sich im Vercors, der Partisanenkampf sollte zu einem offenen bewaffneten Aufstand gegen die deutschen Eroberer werden. Man hatte in den Jahren davor ein Spital errichtet, eine Rollbahn für Flugzeugeinsätze angelegt und eine eigene Verwaltung aufgebaut. Am 14. Juli 1944 rief der Zivilkommandant, Eugène Chavant, die Republik Vercors aus. Statt VS-amerikanischer Dakotas mit Kampftruppen landeten am 21. Juli 1944 400 deutsche Fallschirmjäger des KG 200 unter dem Kommando des Ritterkreuzträgers in spe Friedrich Schäfer[4] (als Kampfgruppe „Schäfer“ der Luftflotte 3 unterstellt) mit zahlreichen Lastenseglern DFS 230 genau auf dieser errichteten Rollbahn bei Vassieux-en-Vercors, unterstützt von Gebirgsjägern des Reserve-Gebirgsjäger-Regimentes 1 des Obersten Franz Schwehr und Teile der 157. Reserve-Division. Weder die Alliierten noch de Gaulle (der die Kommunisten verabscheute) hatten ihr Versprechen gehalten (4.000 eigene Fallschirmjäger zu senden), auch die Versorgung über eine Luftbrücke war ausgeblieben und die Vercors-Kämpfer blieben auf sich gestellt. Schwerbewaffnete Gebirgsjäger (Gruppe „Schwehr“ und Gruppe „Seegerer“) stürmten die Felspässe, von Süden drang eine gepanzerte Kampfgruppe der 9. Panzerdivision (Gruppe „Zabel“) vor und Brandenburger des Streifkorps „Südfrankreich“ (darunter Spanier und Franzosen) kämpften in den Wäldern gegen flüchtende Bandenangehörige. Nach dreitägigem Kampf fiel die Partisanenfeste und wurde restlos zerschlagen. 101 deutsche Landser fielen, 840 Franzosen getötet und tausende Terroristen verhaftet oder vertrieben. Der deutsche Oberbefehlshaber West vermerkte in seinem Kriegstagebuch: „Das größte Unternehmen gegen die Terroristen in Frankreich.“ Die Gegend wurde durchkämmt und gesäubert. Zirka 590 Terroristenunterkünfte wurden zerstört, ausgenommen waren ausdrücklich Wohnhäuser von Franzosen, die nur unter Zwang der verbrecherischen Partisanen zur Beherbergung gezwungen worden waren. Ein gefangener VS-amerikanischer Kommandosoldat wurde verschont, obwohl er laut dem Kommandobefehl hinzurichten gewesen wäre. Die letzten bewaffneten Aufräumarbeiten gegen den FFI-Terror im Gebirgsstock übernahmen die Franzosen von der Polizei und der „Garde Mobile“ (Mobilgarden). Die enttäuschten bewaffneten Freischärler des Vercors bezeichneten de Gaulle und dessen Nationales Befreiungskomitee als „Feiglinge und Verbrecher“.
  • Das Unternehmen „Zeppelin“ war eine eigenständige Organisation des Reichssicherheitshauptamtes, Amtsgruppe VI C, mit der Kurzbezeichnung „C/Z“ (siehe Geschäftsverteilungsplan des RSHA von 1941) und somit kein Kommandounternehmen des KG 200. In bezug auf das geplante „Stalin-Attentat“ kam es u. a. zum Zusammenwirken von „C/Z“ (das die Agenten stellte) und dem KG 200 (welches das Flugzeug stellte). Anfang Juli 1944 hatte die dem Kampfgeschwader 200 (KG 200) zugeteilte Arado Ar 232 A-08, mit dem Flugzeugführer Unteroffizier Bruno Davids und dem Kommandanten Leutnant Paul Goldstein, von Riga aus vergeblich versucht, zwei übergelaufene und im SS-Sonderlager „Sandberge“ vom SS-Obersturmbannführer Georg Greife (Bruder von Dr. Hermann Greife) schon im März 1943 ausgebildeten russische Agenten, Pjotr Iwanowitsch Schilo (Deckname Politow) und seine Ehefrau Lidia Jakowlewna Schilowa, in der Nähe von Moskau auf einem verlassenen ehemaligen deutschen Feldflugplatz abzusetzen. Die beiden, mit allem dafür Nötigen ausgestattet, sollten mit einem mitgebrachten Beiwagenmotorrad nach Moskau gelangen und dort auf Stalin einen Anschlag verüben. Dieses sorgfältigst vorbereitete Unternehmen hatte wegen vielfacher Widrigkeiten abgebrochen werden müssen. Das Flugzeug, das dort nicht gelandet war, hatte auf dem Rückflug mit einem der Fahrwerke Schwierigkeiten, deren Ursache sogar auf Sabotage schließen ließ. Das Unternehmen sollte aber auf jeden Fall erneut versucht werden. So forderte das KG 200 von der 14./Transportfliegergeschwader 4 eine andere Arado an, diesmal eine viermotorige. Die Wahl fiel auf die B-05. Die Besatzung bestand aus dem mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichneten Flugzeugführer Oberfeldwebel Helmut Vierus, mit Feldwebel Gerhard Tiedt als Beobachter und Navigator, Unteroffizier Gerhard Haberecht als Bordfunker, Unteroffizier Wilhelm Braun als Bordmechaniker und Unteroffizier Gerhard Schneider als Bordschütze. Vorsorglich zusätzlich mitgenommen wurde der 1. Wart des Flugzeugs, Obergefreiter Eugen Hätterich. Das Flugzeug, ebenfalls von Riga aus gestartet, erreichte zwar das Ziel bei Rshew, etwa 200 km vor Moskau, landete aber auf einer anderen als der vorgesehenen Fläche, einer großen Waldlichtung. Dabei streifte es in der Dunkelheit anscheinend einen Baum, der die Arado so schwer beschädigte, daß ein Wiederstart unmöglich war. Die beiden mitgebrachten Russen, in Offiziersuniformen und mit entsprechenden Ausweisen versehen, machten sich zwar mit dem Motorrad auf den Weg nach Moskau, fielen aber wohl durch eine kleine Unachtsamkeit unterwegs auf und wurden verhaftet. Die Besatzung aber scheint versucht zu haben, sich entweder einzeln oder in Gruppen bis zur deutschen Front durchzuschlagen. Von keinem von ihnen tauchte je ein Lebenszeichen mehr auf, denn sie wurden kurze Zeit später von NKWD-Angehörigen ermordet.
  • Am 27. November 1944 um 16.29 Uhr startete Hauptmann Heinz Braun mit seinem Zweiten Führer Dipl.-Ing. Leutnant Pohl und seiner übrigen Besatzung an Bord einer Junkers Ju 290 A-3 (+ HB) vom Flughafen der Wiener Neustadt zu einem Flug ins 3.000 km entfernte Morgenland unter dem Schirm der Luftflotte 6. An Bord des schweren Transportflugzeuges befanden sich fünf u. a. in der Abwehrkampfschule „Quenzgut“ ausgebildete Iraker, darunter ein Generalstabsoffizier und mehr als eine Tonne geheimer Last, deren Inhalt auch die Besatzung der Ju 290 nicht kannte. Hauptmann Braun war lediglich der Punkt des Absetzens seiner Fluggäste und der Fracht mitgeteilt worden. Die Iraker sollten im Auftrag des Großmuftis von Jerusalem – Mohammed Amin Al Husseini, der seit Oktober 1941 unter den Schutz Hitlers in Deutschland lebte – in Persien tätig werden. Weitere Einzelheiten waren der Besatzung aus Geheimhaltungsgründen nicht bekanntgegeben worden. Nach ruhigem Geräteflug in absoluter Dunkelheit wurden Passagiere und die geheime Fracht am 28. November 1944 um 1.30 Uhr am Fallschirm bei 300 Meter Höhe südlich von Mossul in der geplanten Landezone abgesetzt. Es war bei weitem nicht der einzige Flug von Einheiten des KG 200 in dieses Gebiet. Im Verlauf dieser Aktion wurden auf dem Rückflug über Rhodos etliche Tonnen geheimer Fracht und zahlreiche verwundete Soldaten, Offiziere und Zivilisten ausgeflogen.
  • Das Unternehmen „Eisenhammer“ war ein im März 1945 geplanter Luftangriff der deutschen Luftwaffe gegen wichtige sowjetische Kraftwerke, um die Rüstungsindustrie zu lähmen. Vorgesehene Angriffsziele waren zwölf Dampf- und Wasserkraftwerke im Umkreis von Moskau, u. a. bei Tula, Stalinogorsk und Gorki sowie das Staubecken bei Rybinsk. Der Angriff sollte mit 100 sogenannten Mistelgespannen durchgeführt werden. Hierbei handelte es sich um Junkers Ju-88-Kampfflugzeuge, deren Führerkanzel durch eine Sprengladung ersetzt und durch ein aufgesetztes Jagdflugzeug vom Typ Fw 190 oder Bf 109 ins Ziel gesteuert wurde. Als Startplätze waren u. a. Oranienburg, Rostock, Peenemünde und Rechlin vorgesehen. Die Landung sollte im Kurland-Kessel, zu dieser Zeit das östlichste noch deutsch besetzte Gebiet, erfolgen. Das Unternehmen wurde jedoch aufgrund der Kriegslage nicht mehr durchgeführt.
  • Anfang April 1945 sollten beim Unternehmen „Aktion 24“ vier mit Sprengbomben beladene Dornier Do 24 („Sprengstoff Do 24“) vier Eisenbahnbrücken über dem Fluß Weichsel in Thorn, Warschau, Deblin und Dunjawec (östlich von Krakau) zerstören, um den Nachschub der Roten Armee zu unterbrechen. Die Flugzeugführer sollten in der Nacht das jeweilige Flugboot in der Nähe des jeweiligen Zieles landen, aussteigen und mit dem Schlauchboot das Ufer erreichen, um zur weiteren Verwendung zurück zur Einheit zu marschieren. Auf dem Fluß übernahmen ausgebildete Freiwillige, sogenannte SO-(Selbstopfer-)Männer, die dann die Do gegen die Brückenpfeiler steuern sollten. Kurz vor Einsatzbeginn wurde der Flugplatz der „Erprobungsstelle der Luftwaffe“ in Rechlin von der USAAF angegriffen. Drei der vier Flugboote wurden zerstört. Feldwebel Heinz-Ottokar Hildebrandt, ein erfahrener Seenotrettungsflieger, versuchte seine vierte Do 24 (RLM-Werk-Nummer: 24) auf dem Müritzsee bei Röbel in ein Geheimversteck zu fahren, wurde aber von Tiefflieger entdeckt. Die Mustangs schossen, Hildebrandt fiel und das Flugboot ging in Flammen auf, explodierte aber nicht. Es ging unter. 1991 wurde es geborgen, restauriert und ist heute im Technik-Museum Speyer ausgestellt.[5]
  • Am Nachmittag des 27. April 1945 fand das letzte bekannte Unternehmen des KG 200 statt. Sieben Mistelgespanne (Fw 190 mit Ju 188 bzw. Ju 88) unter Leutnant Eckard Dittmann von der II. Gruppe/KG 200 hatten den Auftrag, Knotenpunkte und Oderbrücken im Raum Küstrin, die beim Unternehmen „Samurai“ nicht zerstört wurden, nun selbst zu zerstören. Die heftige Flak war kaum überwindbar. Fünf Mistelgespanne wurden abgeschossen, Dittmann und ein weiterer Flieger konnten ausführen und, trotz Treffer, ihre Mistel lösen und mit der Fw 190 zurück zum Flugplatz Werneuchen nordöstlich von Berlin fliegen.

Etappenhase und Dora

Ende 1943 bzw. Anfang 1944 wurden vom KG 200 zwei Unternehmen, Unternehmen „Etappenhase“ und Unternehmen „Dora“, initiiert.

„Etappenhase“

Unternehmen „Etappenhase“ war die logistische Vorbereitung für „Dora“. Ein Vorauskommando unter Oberleutnant Horst Max Dümcke[6], einem erfahrenen und verwegenen Fernaufklärer sowie Leiter des Einsatzkommandos „Toska“ der 2. Staffel/Versuchsverband „Oberbefehlshaber der Luftwaffe“ (bekannt als Wanderzirkus „Rosarius“) wurde als Flugzeugführer einer Bf 108 von einer He 111 (Oberleutnant Paul Karker) nachts von Athen, Griechenland, nach Nordafrika geschleppt, um Treibstoff zu sparen. Dümcke und sein Beobachter Leutnant Kussmal meisterten den schwierigen südwestlichen Tiefflug über das Mittelmeer, wurden vor der afrikanischen Küste auf Höhe gezogen, über der Bucht „Große Syrte“ ausgeklinkt bzw. vom Schleppkabel gelöst und starteten durch. Die Heinkel drehte ab, um den Radar des Feindes abzulenken.

Ziel war ein Flugplatz bzw. ein Landeplatz am Ausgang des Tales „Wadi Tamet“ direkt an der Küstenstraße bei El Makarem, welche zuletzt von der italienischen Luftwaffe (Regia Aeronautica) 1942 verwendet wurde. Die Italiener nannten den Landeplatz „Tamet“, 42 Kilometer außerhalb Sirte, „Campo di Fortuna Tamet“. Es gab, zusätzlich zu den fest eingerichteten Feldflugplätzen mit Versorgung und Infrastruktur, eine ganze Menge Notlandeplätze über ganz Libyen verteilt, die zumeist nur mit aus Sand gefüllten Benzinfässern und Dreiecken aus schwarzem Rollsplitt (die sich vom hellen Wüstenboden abhob) markiert waren. Ausgehend von dem gemauerten Eckpunkt des Flugfeldes waren auch die „Winkel“ mit kleinen Steinen ausgelegt. Somit waren die Flugfeldbegrenzungen aus der Luft einwandfrei zu erkennen. Dümcke landete sicher und funkte seine Ankunft.

Am nächsten Tag sollte der erste Versorgungsflug erfolgen, aber die beiden Transportflugzeuge auf dem Flugplatz Kalamaki (Sitz der Abwehr, seit der Standort Tripolis verlorengegangen war) in der Nähe von Athen wurden durch einen alliierten Bombenangriff beschädigt. Erst als die IV. Gruppe/JG 27, u. a. mit Ritterkreuzträger Heinrich Bartels (99 Luftsiege bei über 500 Feindflügen), wieder die Lufthoheit herstellte, konnte sich frühmorgens am 17. November 1943 die He 111 (mit Wüstentarnanstrich) von Paul Karker aufmachen, die Besatzung der Bf 108 abzuholen und das Funkpersonal abzusetzen. Vor der Küste Libyens kam Nebel auf, und die Funkortung Karkers schlug fehl. Er mußte in der Wüste landen. Als die Nacht hereinbrach, konnte er sich dann anhand der Sterne orientieren. Er befand sich 30 Kilometer entfernt vom Lager 1, das inzwischen den Decknamen „Traviata“ trug. Dümcke, Kussmal und die zwei Soldaten, die sie mitführten, rannten der landenden 111 entgegen, es war höchste Zeit, denn sie hatten ihr mitgebrachtes Wasser inzwischen aufgebraucht. Sie verbrachten den Tag damit, Güter und Ausrüstung auszuladen, tarnten die Bf 108 (die neben der Besatzung auch zwei Kommandosoldaten oder Agenten Platz bot) und flogen am 19. November 1943 zurück zum Flugplatz Athen-Tatoi. Der Betrieb des Lagers wurde bis Mitte Dezember 1943 aufrechterhalten, danach wurde die Besatzung vorerst abgezogen.

„Dora“

Unternehmen „Dora 1944“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Unternehmen von Konrad von Leipzig aus dem Jahre 1942, das allerdings als Vorbild diente), ab dem 12. Februar 1944 unter dem Flieger, Abwehragenten, Brandenburger und nun Angehörigen des KG 200 Major Graf Ladislaus Eduard Almásy, Ritter des Eisernen Kreuzes, war ein von Griechenland aus durchgeführtes Unternehmen, um von einem aufgegebenen italienischen Flugplatz in der Libyschen Wüste aus deutsche Agenten das Errichten von Horchposten in Nordafrika an der algerisch-tunesischen Grenze zu ermöglichen.

Nachdem das Lager 1 „Traviata“ vermutlich schon im Januar 1944 neu besetzt worden war, wurden zwei weitere Lager errichtet. Nun sollte das inzwischen aufgestellte KG 200 (die Abwehr war entmachtet, das Reichssicherheitshauptamt übernahm) Agenten und Meteorologen einschleusen. Zur Geheimhaltung sollten sie von Griechenland aus südlich nach Afrika und dann 2.800 km westlich Richtung der Lager fliegen.

Es ging darum, das Wetter für Kampfhandlungen vorauszusagen, die Bewegungen der Royal Navy auszukundschaften und darüber zu berichten, aber auch arabische Freiheitskämpfer abzusetzen, die den Widerstand der Beduinen gegen die Briten anfachen sollten.

Am 14. März 1944 wurde das Lager 1 von einem gepanzerten Zug der „Long Range Desert Group“ (Special Desert Forces) angegriffen. Eine Savoia-Marchetti SM.82 ging in Flammen auf, und vier von Dümckes Männern der I./KG 200 wurden nach einem Feuergefecht gefangengenommen. Kurz darauf landeten zwei deutsche Transportflugzeuge und eine Bf 108, sie luden die knapp 7.500 Liter Treibstoff auf und flogen davon, bevor die Briten zurückkehren konnten. Kurz darauf konnte die Station erneut von Deutschen besetzt werden. Am 16. Mai 1944 flog Oberleutnant Dümcke zu seiner Station mit einer als „Dornier Do 200“ deklarierte Beute-B-17 samt Besatzung und Kommandosoldaten; die B-17 war ein zuverlässiges Versorgungsflugzeug geworden. Die Briten lauerten den Deutschen auf und eröffneten das Feuer, als die „Fliegende Festung“ mit deutschen Hoheitszeichen landete. Dümcke war jedoch vorbereitet, er hatte ein ausgebranntes Proviantlager von einem vorherigen Feuergefecht entdeckt, hatte die Motoren auf Hochtouren gehalten und startete durch. Er konnte die schwerbeschädigte Maschine zurück nach Athen fliegen, war jedoch verwundet. Aufklärer der Royal Air Force bestätigten, daß die Do 200/B-17 zurückgekehrt war und instandgesetzt wurde. Der Secret Intelligence Service (MI6) berichtete noch im Juni 1944 aus seiner Residentur in Kairo, daß alle drei deutschen Lager noch funkten und Flugzeuge landen würden – 13 Monate nach der Kapitulation des Afrika-Korps auf dem Kontinent.

Nach dem Krieg wurde berichtet, daß ein deutscher Agent in Nordafrika aufgefallen war, weil er deutsche Zigaretten rauchte. Die Briten entführten und folterten ihn, er verriet das Unternehmen und die Lage der drei „Wetterstationen“. Ebenfalls berichten britische Militärhistoriker, daß Graf Almásy ein Doppelagent gewesen sein soll und daß seine Funkmeldungen von Athen nach Berlin mit dem Decknamen „Teddy“ dazu führten, daß die britischen Spezialeinheiten letztendlich den Standort der Lager ausmachen und überrennen konnten. Almásy gehörte dem „Zerzura Club“ an, der nach einer Expedition 1930, mit dem Ziel, die mystische Oase Zerzura zu finden, gegründet worden war. Viele dieser Männer waren später britische Offiziere im nordafrikanischen Wüstenkrieg. Almásys Spitzname im Club war „Teddy“. Manche mutmaßen, Almásy habe seine codierten Funkmeldungen bewußt mit J „Teddy“ beendet. Angeblich wurde er nach dem Krieg unter Mitwirkung des britischen Geheimdienstes aus einem kommunistischen Gefängnis befreit. Die Briten sollen ihn in ihre Besatzungszone in Österreich (Steiermark, Kärnten, Osttirol und einige Bezirke Wiens) verbracht und später bei der Weiterreise nach Ägypten unterstützt haben.

Unternehmen „Rennstrecke“

Noch bis Februar 1945 flogen wagemutige Flugzeugführer beim Unternehmen „Rennstrecke“[7] mit He 111 (ab Herbst 1944 alle zwei bis drei Tage von Riga aus) und später auch Ar 232 (von Ostpreußen aus) zuerst im Auftrag von Otto Skorzeny (Unternehmen „Freischütz“ auf Befehl von Alfred Jodl; nicht nur Versorgungsmittel, sondern ab Ende August 1944 auch Kommandosoldaten der SS-Jagdverbände, Jagdverband „Ost“ I, baltendeutsche Geheimagenten, Ärzte und ein Rollbahn-Ingenieur zu den Eingekesselten der Kampfgruppe „Scherhorn“ wurden eingeflogen, um eine Rettung zu organisieren) und Reinhard Gehlen Richtung Osten nördlich von Minsk (die Stadt war am 3. Juli 1944 in Feindeshand gefallen), um 2.000 – 2.500 (ursprüngliche Stärke, Februar 1945 nur noch 800) abgeschnittene deutsche Soldaten zu versorgen, die per Funk um Hilfe baten (der Kontakt zu Scherhorn soll bis 5. oder 8. Mai bestanden haben). Noch am 20. April 1945 starten zwei Flugzeugführer (darunter der vom Unternehmen „Zeppelin“ bekannte Unteroffizier Bruno Davids) des KG 200 von Flensburg (die letzten Flugplätze des KG 200 befanden sich an der Grenze zu sowie in Dänemark und in Prag-Ruzyne) mit Arado Ar 232 B, mit dem Auftrag, so viele Männer aus dem Kessel bei Minsk herauszuholen, wie nur möglich. Auf dem Nachtflug drehte sich jedoch das Wetter, und der Flug mußte abgebrochen werden. Nach dem Krieg hatte man (allerdings nur vom Feind) erfahren, daß alle Mühen und Opfer umsonst waren. Heinrich Gerhard Scherhorn (zuletzt Oberst und Ritterkreuzträger) wurde schon Sommer 1944 als Kommandeur des Sicherungs-Regimentes 36 von den Russen gefangengenommen, als die Heeresgruppe Mitte vernichtet wurde. Ab August 1944 soll er, wenn auch unter Druck (er sollte als Bandenbekämpfer wegen „Kriegsverbrechen“ angeklagt und hingerichtet werden), zum Vaterlandsverräter geworden sein. Er arbeitete, nach Aussage der Russen, beim Unternehmen „Scherhorn“ (Berezino) für das NKVD und gaukelte dem deutschen Oberkommando eine eingeschlossene deutsche Truppe vor, die dringendst mit Lebensmittel, Munition, Medikamente und Funkausrüstung versorgt werden müßte. Eingeflogene Kommandosoldaten wurden von den Russen mit deutschen Uniformen empfangen und ermordet oder überwältigt, deutsches Versorgungsgüter für die eigene Truppe verwendet. Scherhorn, der berichtet, noch am 8. bzw. 9. Mai 1945 Funkkontakt nach Deutschland gehabt zu haben, wurde 1950 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, kehrte nach Deutschland zurück und weigerte sich, das Ritterkreuz anzunehmen. Inzwischen gibt es aber auch vermehrt Stimmen, daß die Angabe der Russen, sie hätten Skorzeny hereingelegt, selbst eine Propagandaente war.

„Bevor er Ende März 1946 in Pechora starb, gab Linder dem Arzt einen Bericht, den Dr. Toth in seinem Brief wiedergab und der im wesentlichen wie folgt lautete: ‚Sie standen tatsächlich bis Ende April 1045 mit Oberstleutnant Scherhorn in Verbindung und hatten die Gruppe verpflegt. Linder war mit Oberstleutnant Scherhorn in der 1. Kolonne, die die Seenplatte bei Dünaburg erreichte. Die 2. Kolonne, die ein Offizier einer Ihrer Kommandogruppen führte, dessen Namen ich leider vergessen habe‘, schreibt der Arzt [Anm.: Dr. Zoltan von Toth], ‚kam etwas später nach. Aber es war Februar 1945, und von der ganzen Kolonne Scherhorn waren nur 800 Mann übriggeblieben, die vergebens auf Abholung warteten, dann auf Verpflegung und schließlich nur noch auf ein paar Worte [...] Ende April 1945 wurden die 800 Offiziere und Soldaten von russischen Polizeieinheiten eingekesselt und angegriffen. Die Kämpfe zogen sich über mehrere Tage hin, mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Oberstleutnant Scherhorn wurde verwundet. Die sich am Schluß ergebenden Überlebenden wurden anfangs gut behandelt und dann global zu den üblichen fünfundzwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Anschließend verteilte man sie auf verschiedene Lager: Scherhorn selbst hat die Verwundungen aus den letzten Kämpfen überlebt.‘ Man sieht daraus, daß dieser Bericht dem entsprach, was wir schon aus den Funksprüchen erfahren hatten. [...] Ich habe Dr. Toth persönlich gesprochen: er wurde 1953 endlich aus der russischen Gefangenschaft entlassen. Er erzählte mir noch einmal von Will Linder, von der verlorenen Legion und von den schrecklichen Jahren der Gefangenschaft, die er mit anderen tapferen Soldaten geteilt hatte. Viele von ihnen waren vor seinen Augen gestorben, durch die schlechte Behandlung, vor Hunger und vor Kälte. Was in den sowjetischen Kriegsgefangenenlagern in Sibirien, sagte er, über zehn Jahre lang vorging, ist unbeschreiblich.“Otto Skorzeny, in: Meine Kommandounternehmen

Die Evakuierung des in der Arktis gelegenen reichsdeutschen Stützpunktes

Kurz vor Kriegsende soll, laut SS-Geheimagent Wilhelm Landig, ein in der Arktis befindlicher Stützpunkt von U-Booten evakuiert worden sein.[8] Unter dem Kommando Oberst Baumbachs sollte von Flensburg aus in den ersten Maitagen des Jahres 1945 die letzte große Aktion des KG 200 gestartet werden. Die Riesenflugboote des Typs BV 222 „Wiking“ waren vorbereitet worden, um eine größere Personengruppe – gedacht war an die politische Führung des Reiches – an einen versteckten Platz an der Küste von Grönland zu bringen. Dort, in sicherer Abgeschlossenheit – so stellte man sich vor –, hätte man für einen langen Zeitraum überleben können, um dann erst den Versuch zu machen, unbehelligt irgendwie wieder in das Leben zurückzukehren. Am Ende kam es jedoch nicht dazu.

Zwei erhaltene Dokumente belegen die Konzentrierung nicht nur von Flugbooten, sondern auch von anderen Transportflugzeugen des KG 200 am 1. Mai 1945 im Raum Flensburg, wo sich bekanntlich der Sitz der Regierung Dönitz befand. Der Auftrag an Baumbach erging vom neuen Reichspräsidenten Dönitz persönlich und trug damit offiziellen Charakter. Da die führenden Köpfe der Reichsregierung mit Sicherheit nicht ohne ihre wichtigsten Mitarbeiter und auch nicht ohne ein Mindestmaß an technischer Ausstattung evakuiert werden sollten, ist am grönländischen Stützpunkt von einer Infrastruktur auszugehen, die jene einer kleinen Wetterstation deutlich übertroffen haben dürfte.

Dazu paßt auch eine Meldung der alliierten Nachrichtenagentur Reuters, veröffentlicht von einer schwedischen Zeitung am 15. Dezember 1944, wonach sich VS-Militärs in den vergangenen Wochen auf Grönland häufig deutscher Kommandounternehmen hätten erwehren müssen. Bei diesen sei es auch zu einem Angriff von deutschen zweimotorigen Bombern gekommen. Da diese den weiten Weg von Norwegen nach Grönland und zurück ohne Zwischenlandung nicht hätten schaffen können, müssen demnach auf Grönland auch entsprechende Landebahnen existiert haben.

Gerüchte, wonach darüber hinaus an Grönlands Küste auch ein U-Boot-Bunker mit der Bezeichnung „Biber-Damm“ errichtet worden sei, konnten nicht näher verifiziert werden. Daß von deutscher Seite auf Grönland während des Krieges militärische Aktivitäten stattfanden, die ihrem Umfang nach doch einigermaßen überraschen, beweisen nicht zuletzt auch Presseveröffentlichungen aus der Zeit nach dem Krieg. Im einen Fall wurden schon 1942 durch Unterseeboote 120 Mann angelandet, die im Herbst 1944 um weitere 30 Männer verstärkt werden konnten und sich erst 1947 den VS-Amerikanern ergaben. Eine andere deutsche Gruppe, die Fernfunkstation unter dem Kommando eines Feldwebels Kulik, wurde gar erst 1949 von den Russen aufgespürt.[9]

Gliederung im Januar 1945

I. Gruppe

  • I. Gruppe (entstand ursprünglich Februar 1944 aus der Gruppe „Gartenfeldt“)

Die Gefechtsstände der I./KG 200

  • bis September 1944 Finsterwalde
  • ab September 1944 Finow
  • ab Februar 1945 Flugplatz Hildesheim
  • am 6. April 1945 Verlegung nach Mühldorf/Inn
  • Anfang Mai 1945 Auflösung des Stabes in Mühldorf

II. Gruppe

  • II. Gruppe (entstand ursprünglich Mai 1944 in Dedelsdorf aus der Transport-Kolonne der Luftwaffe XI Ost)
    • Stab II./KG 200 (gebildet aus Stab III./KG 66)
    • 5. (Beleuchter)/KG 200 (aus 7./KG 66) mit Ju 88 S (Leonidas-Staffel)
    • 6. (Mistel)/KG 200 (aus 8./KG 66) mit Mistel 1/3; Verlegung nach Burg Februar 1945
    • 7. (Erg./Ausb.)/KG 200 (aus 9./KG 66) mit Mistel S1/S2 in Kolberg
    • 8./KG 200 (aufgestellt 1.45 aus Teile der 7./KG 200)

III. Gruppe

  • III. Gruppe (aufgestellt 10.1.1945 in Berlin-Staaken aus I. Gruppe/Schlachtgeschwader 5)
    • Stab III./KG 200 gebildet aus Stab I./SG 5
    • 9./KG 200 aus 1./SG 5
    • 10./KG 200 aus 2./SG 5
    • 11./KG 200 aus 3./SG 5
    • 12./KG 200 aus 4./SG 5

IV. Gruppe

  • IV. Gruppe (aufgestellt 11/1944 in Prenzlau aus II. Gruppe/KG 200, die dann ebenfalls neu aufgestellt wurde)
    • Stab IV./KG 200 gebildet aus Stab II./KG200
    • 13./KG 200 aus Sonderstaffel „Einhorn“ (aufgestellt 5.9.1944 in München-Riem)
    • 14./KG 200 aus 6./KG 200 in Vaerlöse bei Kopenhagen
    • 15./KG 200 aus 5./KG 200
    • 16./KG 200 aus 7./KG 200

Sonderkommandos/-staffeln

  • Versuchskommando (aufgestellt 12.1944 in Garz/Usedom aus dem Erprobungskommando 36. Aufgelöst April 1945.)
    • das Erprobungskommando 36 wurde am 31. Juli 1943 in Garz/Usedom aus der 13. Staffel/KG 100 aufgestellt. Schulungs- und Erprobungskommando mit der neuen Gleitbombe „Fritz X“ (ferngelenkte Fallbombe) und der funkferngesteuerten Gleitbombe „Henschel Hs 293 A
  • Industriestaffel (aufgestellt im Januar 1945 aus der 3. Staffel /KG 101. Aufgelöst April 1945.)
  • Sonderkommando „Baumbach“
  • Sonderstaffel „KG 200“

Gefechtsstände des Geschwaderstabes

Die nachgewiesenen Gefechtsstände des Geschwaderstabes waren

  • während der Aufstellung: Wildpark - Werder
  • Mai - Dezember 1944: Berlin - Gatow
  • Mitte bis Ende Dezember: Boitzenburg
  • Januar bis 11.4.1945: Berlin - Gatow
  • 11.4.1945: Abmarsch nach Stendal
  • 13.4.1945: Oschatz
  • 15.4.1945: Pilsen
  • 16.4.1945: Straubing
  • 18.4.1945: Holzkirchen
  • 19./20.4.1945: Oberwarngau
  • 30.4.1945: Taubenberg/Reitham
  • 3.5.1945: Kriegsgefangenschaft

Personen

Geschwaderkommodore

Gruppenkommandeure

Die letzten bekannten Gruppenkommandeure waren

Weitere (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

  • Günther W. Gellermann: Moskau ruft Heeresgruppe Mitte ... Was nicht im Wehrmachtbericht stand – Die Einsätze des geheimen Kampfgeschwaders 200 im Zweiten Weltkrieg. Bernard & Graefe, 1988, ISBN 3-7637-5856-9
  • P. W. Stahl: Geheimgeschwader KG 200 – Die Wahrheit nach über 30 Jahren, (spätere Ausgaben gemeinsam mit Manfred Jäger), Motorbuch (1977), ISBN 3613010348
  • Peter Wilhelm Stahl: Geheimgeschwader KG 200 – Die Wahrheit nach über 40 Jahren, Motorbuch (1995), ISBN 978-3613010345
  • Geoffrey Thomas: KG200: Luftwaffe’s Most Secret Squadron. Hikoki Publications, August 2004, ISBN 1902109333
  • J. D. Gilman / John Clive: Die Himmelhunde. Kampfgeschwader 200, Scherz München, November 1982, ISBN 3502102686

Fußnoten

  1. Reichenberg war die Tarnbezeichnung für eine bemannte Fieseler-Fi-103-Version, die im Zuge dieser Entwicklung im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Auch die Japaner griffen dieses Prinzip auf und stellten die Yokosuka MXY-7 her.
  2. Es wird angezweifelt, ob das der offizielle Deckname des Unternehmens war.
  3. Maquis bezeichnet ursprünglich den undurchdringlichen Buschwald (Macchie) in den Mittelmeerländern. Da sich im Maquis traditionell Banditen und Gesetzlose versteckt haben, wird der Begriff häufig als Synonym für Untergrundbewegung verwendet.
  4. Schäfer hatte schon als Unteroffizier beim Sturm auf Eben-Emael und dem Unternehmen „Merkur“, danach Einsätze bei der Winterschlacht 1941/42, an der Ostfront und am Brückenkopf von Tunis mitgemacht. Er war Träger des EK II. und I. Klasse sowie des Deutschen Kreuzes in Gold als Feldwebel. Das Fallschirmjägerlied Rot scheint die Sonne wurde von ihm komponiert.
  5. Do-24T at Speyer, Germany
  6. Der seit dem 4. Juni 1936 bei der Luftwaffe dienende Dümcke Lebensrune.png 17. Mai 1911 in Wittenberge), der auch ein Fachmann für „Fliegende Festungen“ war, fiel am 19. September 1944 als Führer des Kommandos „Carmen“ der I. Gruppe/KG 200 mit seiner Ju 188 D-2 bei Bergamo, Italien. Er war hochdekoriert (unter anderem mit dem Deutschen Kreuz in Gold) und absolvierte über 200 Feindflüge, zumeist hochgefährliche und langwierige Fernflüge.
  7. Den Begriff „Rennstrecke“ prägten die Besatzungen der sechs Ar 232, die von Mitte Oktober 1944 dem KG 200 unterstellt und unter der Führung von Hauptmann Behrendt nach Großschiemanen in Ostpreußen verlegt worden waren. Sie flogen nachts Versorgungsflüge für die im Rücken der vordrängenden sowjetischen Truppen noch vorhandene – später nur noch vermutete – deutsche Kampfgruppe „Scherhorn“. Am 15. und 16. Februar 1945 fanden die letzten Flüge auf der Rennstrecke statt.
  8. Gilbert Sternhof: Die Absetzbewegung
  9. Gilbert Sternhof: Die Dritte Macht – 1945 bis heute?, Kopp Verlag, 2006