Welserkolonie

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Die Welserkolonie war in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine deutsche Kolonie auf dem Gebiet im heutigen Venezuela, das von Kaiser Karl V. den Welsern übereignet wurde. Die Hauptstadt hieß Neu-Nürnberg, die nächste Stadtgründung trug den Namen Neu-Augsburg. Die Gouverneure waren Ambrosius Ehinger, Georg Hohermuth von Speyer und Philipp von Hutten. Der Vizegouverneur war Nikolaus Federmann.

Im Jahre 1546 beanspruchte Karl V. dann das Gebiet plötzlich für Spanien und gab die Ermordung von Philipp von Hutten und Bartholomäus Welser dem Jüngeren in Auftrag, da diese das Land bei ihrer vorherigen Erkundung auf der Suche nach dem „El Dorado“ rechtmäßig in deutschen Besitz genommen hatten. Die spätere Lüge von einer angeblich nur zeitlich begrenzten Verpfändung des Gebietes[1] ebenso wie die üblichen Vorwürfe angeblicher deutscher Greueltaten[2] halten einer Überprüfung nicht stand und stellen sich allesamt als spätere spanische Fälschungen heraus.[3] Verschiedene Prozesse von Bartholomäus Welser dem Älteren gegen Karl V. konnten ihm dennoch nicht zu seinem Recht verhelfen so daß Deutschland wieder einmal der Verlierer vor der Geschichte blieb. Die ehemals reiche Kaufmannsfamilie der Welser verarmte, die deutsche Kolonie ging verloren. Spanien hatte sich auf Kosten Deutschlands saniert.

Literatur

  • Carl Klunzinger: Antheil der Deutschen an der Entdeckung von Südamerika, oder Abenteuer des A. Dalfinger und des N. Federmann, beider von Ulm, des G. Hohemut von Speier und des fränkischen Ritters P. von Hutten unter der Herrschaft der Welser von Augsburg in Venezuela (1857) (PDF-Datei)
  • Heinz Schaumwecker: Auf der Suche nach dem Goldland Eldorado. Ulmer Bürger und die Welserkolonie Venezuela, 1925
  • Konrad Haebler: Kolonial-Unternehmungen der Fugger, Ehinger und Welser im 16. Jahrhundert, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde 1892 (PDF-Datei)
  • Die Welserzüge in Venezuela. Das erste deutsche überseeische Kolonial-Unternehmen im 16. Jahrhundert. in: „Beiträge zur Kolonialpolitik und Kolonialwirtschaft“ (1902), S. 297ff. (PDF-Datei)

Fußnoten

  1. Die im übrigen bis heute Bestand hätte, da Spanien seitdem die damals gewährten Kredite bis heute (2015) nicht zurückgezahlt hat
  2. So sollen die Handvoll deutscher Kolonisatoren angeblich 4-5 Millionen (jedoch nicht 6 Millionen) Indianer ermordet haben
  3. vgl. hierzu: Die Welserzüge in Venezuela. Das erste deutsche überseeische Kolonial-Unternehmen im 16. Jahrhundert