Bolivien

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Flagge
Wappen
Flagge Wappen
Hauptstadt Sucre
Staatsform Republik
Regierungssystem Präsidialsystem
Staatsoberhaupt Präsident Evo Morales
Regierungschef Präsident Evo Morales
Fläche 1.098.581 km²
Einwohnerzahl 10.118.683 Ew.
(Juli 2011)
Währung Boliviano (BOB)
Unabhängigkeit 6. August 1825 (von Spanien)
Zeitzone UTC−4
Kfz-Kennzeichen BOL
ISO 3166 BO, BOL, 068
Weltnetz-TLD .bo
Telefonvorwahl +591
Bolivien, Süd Amerika.png

Bolivien (span. Bolivia, benannt nach Simón Bolívar, auf Quechua und Aymara auch Qullasuyu) ist eine Binnenstaat in Südamerika und grenzt im Westen an Peru und Chile, im Süden an Argentinien und Paraguay, im Osten und Norden an Brasilien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Feindstaat im Zweiten Weltkrieg

In dem von England 1939 entfesselten europäischen Krieg, der durch den Eintritt der VSA zum Weltkrieg wurde und an dessen Entstehung das organisierte Weltjudentum beteiligt war (→ Jüdische Kriegserklärungen an Deutschland), versprach sich die Regierung des Landes Vorteile und stellte sich auf die Seite der Feinde Deutschlands. 1943 erklärte Bolivien dem Deutschen Reich den Krieg.[1]

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl betrug 2006 etwa 9,35 Mio., sie wächst jährlich um 1,9 %. Die Bevölkerung besteht zu 30 % aus Ketschua, zu 30 % aus Mestizen, zu 25 % aus Aimará und zu 15 % aus Weißen, insgesamt leben 36 verschiedene Ethnien in Bolivien. 80 % der Bolivianer sind Katholiken, sieben % Protestanten.[2]

Jahr Einwohner
1933 3,1 Mio.[3]
2006 9,3 Mio.
2016 10,9 Mio.

Politisches System

Bolivien ist gemäß der Verfassung von 1967 eine Präsidialrepublik, der Präsident wird alle fünf Jahre wiedergewählt, darf aber nur zweimal wiedergewählt werden. Bei einem Referendum, das 2016 abgehalten wurde, entschied sich eine knappe Mehrheit der Wähler gegen die Möglichkeit einer Wiederwahl des Amtsinhabers Morales aus.[4] Anfang Dezember 2017 setzte das Verfassungsgericht Boliviens die Regelung zur Amtszeitbegrenzung des Präsidenten außer Kraft. Politische Beobachter und die bolivianische Opposition nannten das Urteil „einen Staatsstreich gegen die Demokratie“.[5]
Ferner existieren ein Abgeordnetenhaus mit 130 Mitgliedern und ein Senat mit 27 Mitgliedern, die ebenso jeweils alle fünf Jahre gewählt werden. Es besteht eine Wahlpflicht ab 21 Jahren, für Verheiratete ab 18 Jahren.
Im Abgeordnetenhaus stellt die Partei des Präsidenten Bewegung zum Sozialismus (MAS) seit den Wahlen vom 18. Dezember 2005 72 Abgeordnete, die Poder Democrático y Social (PODEMOS) 43, Frente de Unidad Nacional (UN) acht, das Moviemento Nacionalista Revolucionario (MNR) sieben Abgeordnete. Im Senat verfügt PODEMOS über 13 der 27 Sitze, MAS über 12, MNR und UN über jeweils einen Sitz.[2]

Wirtschaft

Bergbau und Rostoffindustrie

Kurz nach Evo Morales Wahl zum Präsidenten wurde eine Verordnung erlassen, nach welcher ausländische Konzerne, die in der Rohstoffindustrie tätig sind, binnen sechs Wochen ihre Produktion der staatlichen Ölgesellschaft zu unterstellen hatten. Anschließend folgte die Verstaatlichung des Gas- und Silberabbaus.[6]

Kinderarbeit

Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas. Kinder dürfen nach einem 2014 verabschiedeten Gesetz ab einem Alter von 10 Jahren arbeiten.[7]

Gesamtentwicklung unter Morales

Bolivien gehört dem von Venezuela und Kuba gegründeten Bündnis der Bolivarianischen Allianz für Amerika an, das der gegenseitigen wirtschaftlichen und politischen Unterstützung der Bündnismitglieder dienen soll.[8]

Während der Präsidentschaft von Morales entwickelte sich die Wirtschaft Boliviens sehr zum Positiven. Die Arbeitslosigkeit sank von 8,5 % im Jahr 2005 auf 3,2 % im Jahr 2013. Der Verbrauch von Gas, Wasser, Elektrizität, der in Entwicklungsländern nicht selbstverständlich ist, nahm im gleichen Zeitraum um sechs Prozent zu, was als Anzeichen für steigende Lebensqualität betrachtet wird.[6]

Personen

Zitate

  • „Es gibt in Lateinamerika keine zwischenstaatlichen Kriege. Aber von innerem Frieden und nachhaltigem Fortschritt kann ebenso wenig die Rede sein. Lateinamerika ist ein Kontinent in der Dauerkrise. Brasilien und Mexiko, die bevölkerungsreichsten und wirtschaftsstärksten Länder der Region, zeigen die Symptome vielleicht am deutlichsten.“FAZ[9]

Verweise

Fußnoten

  1. Wer hat Deutschland den Krieg erklärt?, in: Rolf Kosiek / Olaf Rose (Hrsg.): Der Große Wendig. Grabert Verlag, Tübingen, Band 1, 2006, S. 611–613 (611)
  2. 2,0 2,1 Der Fischer Weltalmanach 2009, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2008, S. 80.
  3. Meyers Lexikon, Band 1, Bibliographisches Institut AG., Leipzig, 8. Auflage 1936
  4. National-Zeitung, 24. November 2017. S. 7
  5. National-Zeitung, 8. Dezember 2017, S. 11
  6. 6,0 6,1 National-Zeitung, 24. Oktober 2014, S. 8
  7. Bolivien legalisiert Kinderarbeit für 10-Jährige, Die Welt
  8. National-Zeitung, 1. August 2014, S. 4
  9. 9,0 9,1 Matthias Rüb, FAZ, 3. Januar 2018, S. 1
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