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Oberth, Hermann
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Hermann Julius Oberth (* 25. Juni 1894 in Hermannstadt, Siebenbürgen, Österreich-Ungarn; † 28. Dezember 1989 in Nürnberg) war ein deutscher Physiker und Raketenpionier. Er gilt als einer der Begründer der wissenschaftlichen Raketentechnik und Astronautik sowie als prophetischer Initiator der Raumfahrt und der Weltraummedizin.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Nach seiner Geburt in in Hermannstadt in Siebenbürgen zog die Familie nach Schäßburg. Dort besuchte er die Schule und las die Bücher von Jules Verne „Von der Erde zum Mond“ und „Die Reise um den Mond“ und widerlegte als 15jähriger mathematisch dessen Vorstellung eines Abschußrohres durch den Nachweis zu hohen Andrucks. Für ihn schien die Möglichkeit einer solchen Reise nur mit einer Rakete gegeben zu sein.
Nach dem Abitur begann Oberth auf Wunsch seines Vaters ein Medizinstudium in München. Er belegte nebenbei Vorlesungen an der Technischen Hochschule. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Kriegsfreiwilliger teil, zuerst als Infanterist, dann, nach Verwundung, beim Sanitätskorps.
Anschließend studierte er Physik an der Technischen Universität Klausenburg in Siebenbürgen und befaßte sich mit Raketentechnik. Im Jahre 1920 zog er mit seiner Frau nach Göttingen um. Die dort eingereichte Doktorarbeit wurde abgelehnt. Die Universität Klausenburg hingegen akzeptierte Oberths Arbeit zumindest als Diplomarbeit.
Die Arbeit, die er dann auf eigene Kosten in Druck gab, tug den Titel „Die Rakete zu den Planetenräumen“ und wurde später zu einem Standardwerk der Raumfahrttechnik. Im Jahre 1928 war er Berater bei den Dreharbeiten zu Fritz Langs Film „Die Frau im Mond“. In dieser Zeit entdeckte Oberth die Selbstzerreißung der brennenden Tröpfchen und entwickelte die Kegeldüse. Im siebenbürgischen Mediasch unternahm er im Jahre 1932 Raketenversuche in den Werkstätten der dortigen Militärischen Fliegerschule und startete seine erste flüssigkeitsgetriebene Kleinrakete.
1938 errichtete er einen Raketenflugplatz in Felixdorf bei Wien und wechselte darauf nach Dresden. 1941 ging er an die Heeresversuchsanstalt Peenemünde und arbeitete mit an der Flüssigkeitsrakete A-4 (Aggregat 4), die als V-2 bekannt wurde.
Nachkriegszeit
Ab 1945 wohnte er in Feucht bei Nürnberg und ging 1948 in die Schweiz, um dort als wissenschaftlicher Gutachter zu arbeiten. In den Jahren 1950 bis 1953 entwickelte er für die italienische Marine eine Feststoffrakete. 1953 beschäftigte er sich mit der Nutzung der Sonnenenergie. 1955 arbeitete er auf Drängen seines ehemaligen Schülers Wernher von Braun in den VSA, kehrte aber 1958 schon wieder nach Deutschland zurück.
Im Jahre 1962 sagte Hermann Oberth in Nürnberg, als er vom Bund der Vertriebenen zum Ehrenmitglied ernannt wurde:
- „Ich hatte gehofft, eine Raketenwaffe zu finden, die den Schandvertrag von Versailles hätte zerschlagen können. Das ist mir nicht gelungen.“[1]
Von 1965 bis 1967 war er Mitglied der NPD. Noch 1977 befaßte sich Oberth in der Schrift „Das Drachenkraftwerk“ mit einer neuen Methode der Windkraftnutzung.
Hermann Oberth starb am 28. Dezember 1989 in Nürnberg. Die Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte attestierte ihm in ihrem Nachruf stets „ein getreuer Helfer und Spender zur Unterstützung unserer Hilfsbedürftigen“ gewesen zu sein.[2]
Politische Korrektheit
Im März 2010 beantragte die neobolschewistische BRD-Blockpartei „Die Linke“, daß das Kulturhaus in Wiehl künftig nicht mehr „Oberth-Haus“, sondern „Käthe-Kollwitz-Haus“ heißen solle.[3][4] Im Dezember 2010 wurde die ideologische Umbenennung beschlossen.[5]
Werke
- Die Rakete zu den Planetenräumen (1923)
- Wege zur Raumschiffahrt (1929)
- Über die beste Teilung von Stufenaggregaten (1941)
- Menschen im Weltraum (1954)
- Dichtung und Wahrheit (1959)
- Die Kakokratie (1976)
- Das Drachenkraftwerk (1977)
- Wählerfibel für ein Weltparlament (1983)
Verweise
Literatur
- Hans Barth: „Hermann Oberth - Vater der Raumfahrt“. Autorisierte Biographie (Kurzeinführung des Autors)
Fußnoten
- ↑ zitiert in: DER SPIEGEL 39/1962
- ↑ Rundbrief der Stillen Hilfe 1/1990
- ↑ „Wer die Vernichtung behinderten Lebens fordert, dem können wir doch in Wiehl kein Denkmal setzen“, Kölnische Rundschau, 17.03.2010
- ↑ scharflinks.de, 5. Juli 2010: „Steht der Bürgermeister hinter der Nazigröße Oberth als Namensgeber für das Hermann Oberth-Haus?“
- ↑ Siebenbürgische Zeitung, 16. Januar 2011
