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Zentralrat der Juden in Deutschland
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Der Zentralrat der Juden in Deutschland (ZdJ), die größte Dachorganisation der jüdischen Gemeinden und Landesverbände in Deutschland, ist die politische Vertretung der jüdischen Gemeinschaft in der Bundesrepublik Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Überblick
Der Zentralrat ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und Charlotte Knobloch die Präsidentin. Vizepräsidenten sind Salomon Korn und Dieter Graumann (seit 2006; beide Frankfurt am Main). Derzeit gehören 23 Landesverbände mit insgesamt 107 jüdischen Gemeinden mit etwa 120.000 Mitgliedern dem Zentralrat an. Die Juden entsprechen somit ca. 0,125% der Gesamtbevölkerung der BRD.[1] Sitz des Rates ist seit dem 1. April 1999 das Leo-Baeck-Haus in Berlin. Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist Sprachrohr der israelischen Regierung - die „Israel-Lobby“ in Deutschland[2][3][4] und politisiert in enger Abstimmung mit den herrschenden BRD-Organen im Hintergrund, ähnlich wie eine Geheimgesellschaft, gegen deutsche Volksinteressen. (→Bilderberger)
Geschichte
Delegierte der in der Bundesrepublik bereits wieder existierenden jüdischen Gemeinden und ihrer Landesverbände hatten den Zentralrat am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet. Seinem ersten Direktorium gehörten der bayerische Staatskommissar für „rassisch, religiös und politisch Verfolgte“, Philipp Auerbach; der in Bergen-Belsen befreite, später langjährige Vorsitzende der Berliner jüdischen Gemeinde Heinz Galinski; der auf Wiedergutmachungsfragen spezialisierte Jurist Benno Ostertag; die beiden Mitglieder des Zentralkomitees in der US-Zone, Peisach Piekatsch und Chaskiel Eife, sowie Josef Rosensaft und Norbert Wollheim für die britische Zone an. Sitz der Organisation war zuerst Hamburg, ab 1951 Düsseldorf, ab 1985 Bonn und seit dem 1. April 1999 Berlin. Die Gemeinden der DDR gehören nur bis Anfang der 1960er Jahre dem Zentralrat an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bleibt die Zahl der Juden in der Bundesrepublik relativ konstant: Rund 26.000 Juden leben bis 1989 in 50 Gemeinden. In der DDR leben knapp 500 Juden in fünf jüdischen Gemeinden, die nach der deutschen Teilvereinigung in den Zentralrat aufgenommen wurden. Ab 1990 begann die Masseneinwanderung von Ostjuden in die BRD. Insgesamt sind seit dem 220.000 Menschen im Rahmen der „jüdischen Zuwanderung“ nach Deutschland gekommen. Rund die Hälfte dieses Personenkreises waren Juden im Sinne der religiösen Definition. Bei den anderen handelte es sich um Personen mit jüdischen Vorfahren oder mitreisende nichtjüdische Ehepartner.[5] Noch prägen in Polen und in Deutschland geborene den Zentralrat - und wenige aus dem ehemaligen Sowjetunion stammende Juden, die mittlerweile vielerorts die Mehrheit der Gemeindemitglieder stellen.
Die Union progressiver Juden (UpJ), deren gegenwärtig 22 Gemeinden mit rund 3.000 Mitglieder angehören, ist nach dem Zentralrat die zweitgrößte Vereinigung jüdischer Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland.
Über 100.000 Israelis besitzen offiziell einen bundesdeutschen Paß – doppelte Staatsbürgerschaft. Jedes Jahr kommen „Tausende hinzu“.[6]
Wirken
Der Zentralrat möchte eine moralische Instanz in Deutschland sein und benutzt den „Holocaust“ als Ersatzidentität, zuweilen sogar als Ersatzreligion. Als ihre Hauptaufgabe betrachtete die Organisation in den ersten Jahren, auf die Gesetzgebung zur „Wiedergutmachung des nationalsozialistischen Unrechts“ einzuwirken. Später wurden der Kampf gegen „Antisemitismus“, die Unterstützung einer Annäherung zwischen der BRD und dem Staat Israel und die Förderung der Arbeit der Mitgliedsgemeinden und -landesverbände zu wichtigeren Aufgaben; ebenso angeblich der Einsatz für das „gegenseitige Verständnis von Juden und Nichtjuden“. Im sozialen Bereich bemüht er sich um den materiellen Aufbau der jüdischen Gemeinden und die Sicherung der privaten Existenz ihrer Mitglieder. Zu diesem Zweck wird 1951 die „Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland“ (bis 1939 Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden) neugegründet. Seit 1957 verleiht der Zentralrat in Erinnerung an den ehemaligen Rabbiner und Präsidenten der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, alljährlich den Leo-Baeck-Preis an Menschen, die sich in hervorragender Weise für die jüdische Gemeinde in Deutschland eingesetzt und „Lehren aus der deutschen Geschichte gezogen haben“. Der Zentralrat ist Träger der 1979 gegründeten „Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg“ und des „Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland“. Er fördert das Rabbinerseminar Abraham-Geiger in Potsdam — Ziel des Zentralrates ist es, langfristig Rabbiner-Nachwuchs in Deutschland selbst auszubilden und die Gemeinden zu stärken.[7] Außerdem ist der Zentralrat Herausgeber der „Jüdischen Allgemeinen“, der einzigen überregionalen jüdischen Wochenzeitung in Deutschland.
Der Zentralrat ist ständiges Mitglied im deutschen Zentrum gegen Vertreibungen - Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“.
Unterstützung kulturfremder Masseneinwanderung
Es sind in der BRD gerade die Zionisten vom Zentralrat der Juden, die die Massenansiedlung von Kulturfremden immer öffentlich unterstützten; jede Art von Rückführung der Moslems mit geeignetem Vokabular („Deportation“) bekämpften (Kramer: «Heute Ausländer, morgen vielleicht Juden»). Dieses doppelköpfige Janusgesicht des Zionismus ist vielfach im Verborgen geblieben. Daß die gutgläubigen Bundesbürger nunmehr schmerzlich begreifen, daß sich mit der vormaligen Unterstützung der kulturfremden Masseneinwanderung zur 'Ausdünnung des Deutschtums in der BRD' nun auch das eigene Grab geschaufelt haben. Wer als Deutscher aus prinzipiellen Gründen immer schon gegen diese Masseneinwanderung war, wurde von den zionistischen Aktivisten früher noch als „Nazi“ beleidigt, obgleich er mit den Nazis gar nichts am Hut haben mußte. [8]
Umbenennung des Zentralrats
Die Präsidentin Charlotte Knobloch vom „Zentralrat der Juden in Deutschland“ will ihre Organisation umbenennen. Aus dem „Zentralrat der Juden in Deutschland“ soll der „Zentralrat der deutschen Juden“ werden. Ziel ist es, sich gegen das Kontingent aus Osteuropa zu behaupten, die immer mehr Einfluß in den jüdischen Gemeinden in der BRD erlangen. „Noch seien nicht alle 120.000 Juden in Deutschland deutsche Staatsbürger, viele müßten erst noch eingebürgert werden“.[9][10][11]
Der frühere Vize-Chef des Zentralrats, Michel Friedman, wandte sich gegen die Umbenennung. Der Titel „Zentralrat der deutschen Juden“ wäre seiner Ansicht nach verfälschend und würde Juden nicht deutscher Staatsbürgerschaft ausgrenzen.[12]
Zentralrats-Wahl 2010
Im Zentralrat der Juden wollte Vizepräsident Dieter Graumann die Nachfolge von Charlotte Knobloch antreten. Graumann habe „unter großer Zustimmung“ im Direktorium des Zentralrates seine Kandidatur für die Präsidentenwahl erklärt. Knobloch hatte im Februar 2010 in den Führungsgremien erklärt, daß sie für eine weitere Wahlperiode nicht zur Verfügung stehe.
Bei der Ratsversammlung des Zentralrates am 28. November 2010 in Frankfurt/Main wurden drei Mitglieder des (neunköpfigen) Präsidiums direkt gewählt. Aus dem Direktorium wurden weitere sechs Mitglieder in das Präsidium bestimmt. Die neun Präsidiumsmitglieder wählten dann aus ihrer Mitte den obersten Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.
Dieter Graumann ist seit dem 28. November 2010 Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Schlüsselpositionen in den Medien
Die zentrale Rolle des Zentralrats der Juden in Deutschland zeigt sich nicht zuletzt im Bereich der öffentlich-rechtlichen Medien. In den Rundfunkräten bekleiden Repräsentanten der jüdischen Einheitsorganisation Schlüsselstellungen. Im „ABC der ARD“ heißt es unter dem Stichwort „Rundfunkrat“: »Bei sämtlichen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland — beim ZDF unter dem Titel Fernsehrat — die Vertretung der Allgemeinheit und das höchste, mit der Programmkontrolle beauftragte Aufsichtsgremium, das allein, auf Vorschlag des Verwaltungsrats oder in gemeinsamer Sitzung mit diesem die personelle Leitung der Anstalt, Intendant oder Direktorium, bestimmt.« [13]
Die Besetzungsliste dieses „die Allgemeinheit vertretenden“ Kontrolleursgremiums regeln Landes- bzw. (im Falle ZDF und Deutsche Welle) Bundesgesetze. Das ARD-Lexikon teilt über die dabei obwaltenden Grundsätze mit: »Generell vorgesehen sind Rundfunkratsmitglieder der beiden großen Konfessionen, der jüdischen Kultusgemeinde, der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Parlaments- oder in jüngerer Zeit eher Parteienvertreter sowie Regierungsvertreter.« Die jüdischen Gemeinden also sind grundsätzlich zu berücksichtigen.
So findet man also die Vertreter des Judentums in den höchsten Rundfunkinstanzen quer durch die Republik: Vom NDR (Reuben Herzberg von der jüdischen Gemeinde Hamburg ist dort Rundfunkrat, Michael Fürst, Chef der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Mitglied des Verwaltungsrates) bis hin zu Deutschlandradio (Robert Guttmann, Präsident der Zionistischen Organisation in Deutschland, ZOD, ein „Mann mit Jewish Power“, so die „Allgemeine Jüdische“ vom 17. September 1999, ist stellvertretender Ratsvorsitzender und auch Mitglied des Programmausschusses) und Deutscher Welle (Hersz Krymalowski, Vorstandsmitglied der Synagogengemeinschaft Köln und Delegierter des Zentralrates der Juden in Deutschland, sitzt im Rundfunkrat des Auslandssenders der Bundesrepublik).[13]
Der hochrangige Funktionär der Zionistischen Internationale sowie Chef des Zentralrates von 1969 bis zu seinem Tode 1988, Werner Nachmann, war seinerzeit stellvertretende ZDF-Vorsitzende.[14] Der Zentralratschef der Juden Ignatz Bubis gehörte dem Rundfunkfrat des Hessischen Rundfunks von 1986 bis zu seinem Tode 1999 an, sechs Jahre davon als Chef. Sein Nachfolger an der Spitze des Zentralrates, Paul Spiegel, war schon seit 1991 Mitglied des WDR-Rundfunkrates und saß zudem im Programmausschuss der Kölner Fernseh- und Radioanstalt. Michel Friedman wurde 1991 ZDF-Fernsehrat, wo er es 2003 sogar zum Schriftführer brachte. Salomon Korn folgte Friedman im September 2003 als ZDF-Fernsehrat nach.[13]
Starke Vernetzung
Auch auf anderen Ebenen gibt es starke Vernetzungen der Pro-Israel-Kräfte mit den Rundfunkanstalten. Micha Guttmann vom Zentralrat, war leitender Redakteur beim Westdeutschen Rundfunk in Köln.[15] Gerrard Breitbart vom Zentralrat, konnte als Hauptabteilungsleiter beim Zweiten Deutschen Fernsehen die Israel-Lobbyistin Lea Rosh 1991 zur Chefin des NDR-Funkhauses Hannover aufsteigen lassen. Beim NDR ist Sabine Abel als Vertreterin der „Aktion Sühnezeichen“ Mitglied des Rundfunkrates und Jobst Plog wirkt als Intendant; er hat sich unter anderem als Kurator der „Jüdischen Organisation Norddeutscher Studenten“ (JONS) Verdienste um die auserwählte Sache erworben und ist Kuratoriumsmitglied der überaus pro-israelischen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Klaus Schütz sitzt im Rundfunkrat des Deutschlandradios — der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin und Botschafter in Israel, Mitglied auch des Kuratoriums der Freunde des zionistischen Leo-Baeck-Instituts, pflegt sich für israelische Belange seit langem schon förmlich zu zerreißen. Schütz' Tochter ist zum Judentum konvertiert (wie auch die Töchter des ehemaligen Bundesaußenministers Klaus Kinkel und des langjährigen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier sowie die Witwe des evangelischen Kirchentagspräsidenten Martin Niemöller, die ihren Vornamen jüdisch anreicherte und sich seit Vollzug der Übertrittsprozedurien Sibylle Sarah Niemöllervon Seil nennt).[13]
Der jüdische, Israel von Herzen zugetane Gyula Trebitsch, stammt das Wort: »Durch langfristige Erziehung der Sehgewohnheiten kann das Publikum dazu gebracht werden, im Laufe der Zeit das Richtige zu denken«, mit seinem 1960 gegründeten „Studio Hamburg“ lange Jahre über eine der größten Produktionsstätten für Fernsehsendungen in Europa herrschte (er spielte im TV-Bereich eine ähnliche dominante Rolle wie der ebenfalls extrem israelbezogene „Atze“ Brauner im bundesdeutschen Filmwesen) und daß infolge Erwerbs der Konkursmasse des Leo-Kirch-Konzerns (ProSieben, Sat.1 usw.) der für israelische Interessen stark engagierte Haim Saban, welcher über die US-amerikanische und die israelische Staatsbürgerschaft zugleich verfügt, im Spätsommer 2003 zum größten Privatfernsehboss der Bundesrepublik Deutschland aufgestiegen ist. Prominente Politiker mit „guten Drähten“ hatten Saban beim „Mega-Deal“ Schützenhilfe geleistet; vor allem Georg von Waldenfels (CSU), Stoibers ehemaliger Finanzminister. Der US-jüdische Politiker Martin Indyk, unter Frau Albright Vizeaußenminister, der stets für Israel auf Posten steht, ist Haim Sabans enger Weggefährte und leitet ein von ihm gesponsertes „Saban Center for Middle East Policy“.[13] Der jüdische Unternehmer David Keith Elstein (Kingsbridge Capital Advisors) ist Aufsichtsratsmitglied von zwei deutschen Kabelgesellschaften. Der globale agierende Medienunternehmer Rupert Murdoch ist u.a. Großaktionär beim TV-Anbieter Premiere, heute Sky. Der Vorsitzende der Axel-Springer-Stiftung, Ernst Cramer, war Intimus des Verlegers Axel Cäsar Springer, sowie seinerzeit der „Lizenzgeber“ zum Grundstein des heutigen Axel-Springer-Verlags-Imperiums. Der Verleger Alfred Neven DuMont ist Gründer und Vorsitzender des deutschen Komitees des Peres-Friedenszentrums und Stifter eines Lehrstuhl am Zentrum für europäische Studien der Universität Herzlia. Den Einstieg des deutschen Medienunternehmens M. DuMont Schauberg im israelischen Zeitungsmarkt (Ha'aretz-Gruppe) hatte der ihm befreundete, frühere Botschafter Avi Primor vermittelt.
Kontroverse Positionen und Skandale
Siehe auch: Aktivitäten des Zentralrats der Juden in Deutschland
Fördergelder
Siehe auch: Der Staatsvertrag zwischen der BRD und dem Zentralrat der Juden
Der Zentralrat der Juden in Deutschland erhält Geld vom Staat, auf Grundlage des Staatsvertrags jährlich drei Millionen Euro, seit 2008 fünf Millionen Euro,[16] und ab 2012 zehn Millionen Euro.[17] Die Bundesregierung verpflichtete sich auch, das jüdische Erbe zu erhalten und zu pflegen, zum Aufbau einer jüdischen Gemeinschaft in Deutschland beizutragen und ihre Integration in die deutsche Gesellschaft zu unterstützen.
Im April 2004 kam es zum offenen Streit zwischen Zentralratspräsident Paul Spiegel und dem Vorsitzenden der Union progressiver Juden in Deutschland (UpJ), Jan Mühlstein. Mühlstein fordert eine finanzielle Gleichberechtigung der liberalen jüdischen Gemeinden bei der Verteilung der auf Grundlage eines Staatsvertrags gezahlten jährlichen drei Millionen Euro staatlicher Fördermittel. Die Erben von Leo Baeck wollten wegen des Streits dem Zentralrat das Recht zur Nutzung des Namens Leo Baeck entziehen. In einem Gespräch unter Vermittlung der „Weltunion progressiver Juden“ (WUPJ) am Rande von deren Jahrestagung zu Pessach 2006 in Hannover hatten Zentralrat und Union ihre Differenzen weitgehend beigelegt.
Ein Gesetzentwurf der Regierung von 2008 sah eine Erhöhung um zwei auf fünf Millionen Euro vor. Begründete wurde die Initiative mit den wachsenden Aufgaben der Religionsgemeinschaft. Der Bund förderte außerdem die „Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg“, daß „Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland“, die Rabbiner-Schule an der Universität Potsdam und das „Leo Baeck Institut“. Bei der Bewahrung der ehemaligen jüdischen Friedhöfe in Deutschland (bspw. der jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee) trägt Berlin die Hälfte der Kosten.[18]
Das seit 1995 alljährlich stattfindende „Jüdisches Filmfest“ (Jewish Film Festival) in Berlin, bekommt öffentlichen Zuschuß von 135.000 Euro. Die Lottogesellschaft, das Bundespresseamt und die Studio Hamburg GmbH sprangen 2010 für ausbleibende Senats-Hilfen mit Zuschüssen ein.[19]
Organisationsstruktur
Der Zentralrat hat drei Organe:
- die Ratsversammlung als Vertretung der Gemeinden,
- das Direktorium als Vertretung der Landesverbände und Großgemeinden
- das Präsidium als Exekutive
Der Ratsversammlung gehören alle Landesverbände sowie die Großgemeinden in Berlin, München, Frankfurt und Köln an, wobei für je 1000 Gemeindemitglieder ein Delegierter entsandt wird. Als oberstes Entscheidungsgremium des Zentralrats hat sie die Richtlinienkompetenz, das Haushaltsrecht und kontrolliert die Arbeit des Präsidiums. Sie entscheidet über Grundsatzfragen der jüdischen Gemeinschaft unter Berücksichtigung der Autonomie der einzelnen Mitgliedsgemeinden in höchster Priorität. Sie tagt mindestens einmal im Jahr und wählt aus ihrer Mitte für die Dauer von vier Jahren drei Mitglieder in das neunköpfige Präsidium des Zentralrats.
Das Direktorium setzt sich aus von den einzelnen Mitglieds- bzw. Landesverbänden entsandten Vertretern zusammen , wobei je angefangenen 5000 Gemeindemitglieder ein Delegierter entsandt wird. Das Direktorium wählt aus seiner Mitte auf vier Jahre sechs Mitglieder des neunköpfigen Präsidiums. Das Direktorium überwacht die Tätigkeit des Präsidiums und wählt den Generalsekretär.
Das Präsidium wählt aus seinen Reihen den Präsidenten und die beiden Vizepräsidenten, die den Zentralrat der Juden in der Öffentlichkeit vertreten. Das Präsidium führt die Geschäfte des Zentralrats, die laufenden Geschäfte führt der auf fünf Jahre gewählte Generalsekretär.
Der Zentralrat ist Vollmitglied in mehreren internationalen jüdischen Organisationen, u.a.:
- World Jewish Congress
- European Jewish Congress
- World Jewish Restitution Organisation
- Conference on Jewish Material Claims against Germany
Landesverbände
Derzeit gehören 23 Landesverbände mit insgesamt 107 jüdischen Gemeinden mit etwa 120.000 Mitglieder dem Zentralrat an. Diese sind:
- Israelitische Religionsgemeinschaft Baden
- Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern
- Jüdische Gemeinde zu Berlin
- Landesverband der Jüdischen Gemeinden Brandenburg
- Jüdische Gemeinde im Lande Bremen
- Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main
- Jüdische Gemeinde Hamburg
- Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen
- Synagogen-Gemeinde Köln
- Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern
- Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern
- Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen
- Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen K. d. ö. R.
- Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein
- Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz
- Synagogengemeinde Saar
- Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden
- Landesverband jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt K. d. ö. R.
- Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein K. d. ö. R. c/o Jüdische Gemeinde Kiel und Region mit Sitz in Kiel
- Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein K. d. ö. R.
- Jüdische Landesgemeinde Thüringen
- Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe
- Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs
Bisherige Präsidenten und Vorsitzende
- 1954-1963: Heinz Galinski, Vorsitzender
- 1963-1969: Herbert Lewin, Vorsitzender
- 1969-1988: Werner Nachmann, Vorsitzender
- 1988-1992: Heinz Galinski, Vorsitzender und Präsident
- 1992-1999: Ignatz Bubis, Präsident
- 2000-2006: Paul Spiegel, Präsident
- 2006-2010: Charlotte Knobloch, Präsidentin (kandidiert nicht für zweite Amtszeit)
- Seit 28. November 2010: Dieter Graumann, Präsident
Stellvertretende Vorsitzende
- 1991-1993: Robert Guttmann
- 2000-2003: Michel Friedman
- 2003-2010: Dieter Graumann
- seit 2003: Salomon Korn
Generalsekretäre
- 1950-1973: Hendrik George van Dam
- 1973-1988: Alexander Ginsburg
- 1988-1992: Micha Guttmann
- seit 2004: Stephan J. Kramer
Weitere Mitglieder
- Philipp Auerbach, Direktorium
- Lala Süsskind, Präsidium
- Andreas C. Wankum, Direktorium
Ehrungen
Der Zentralrat der Juden vergibt den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage und den zionistischen Leo-Baeck-Preis.
Zitate
- Leo Baeck einer der bedeutendsten Repräsentanten des Judentums in Deutschland im 20. Jahrhundert, sagte nach den Geschehnissen des Zweiten Weltkriegs:
- „Für uns Juden in Deutschland ist eine Geschichtsepoche zu Ende gegangen. Eine solche geht zu Ende, wenn immer eine Hoffnung, ein Glaube, eine Zuversicht endgültig zu Grabe getragen werden muß. Unser Glaube war es, daß deutscher und jüdischer Geist auf deutschem Boden sich treffen und durch ihre Vermählung zum Segen werden könnten. Dies war eine Illusion – die Epoche der Juden in Deutschland ist ein für alle Mal vorbei.“ [20]
- Israel Singer, seit 1964 Rabbiner, bekundete 1998 in einem Interview zum Thema „Juden in Deutschland“:
- „Ich staune. Ich sehe wiedereröffnete Synagogen, auch solche, die gänzlich neu aufgebaut werden. Ich sehe auch neue Schulen, Kindergärten und Gemeindezentren. Nach unserer Kenntnis gibt es derzeit schon wieder 100.000 Juden in Deutschland. Das alles ist überraschend positiv ... Deutschland weist neben den russisch-jüdischen in New York und in Israel die am schnellsten wachsenden jüdischen Gemeinden der Welt auf. Allen voran Berlin.“ Für die Deutschen bedeute dies, daß „sie wieder die Chance haben, eine gewisse Normalität innerhalb der Weltgemeinschaft aufzubauen“, verheißt Singer.[14]
Verweise
- Tagespolitik
- Berlin - Jüdische Gemeinde steht vor dem finanziellen Ruin, Tagesspiegel.de, 13. September 2008
- Das Parlament - Personalausgaben: 521,82 Millionen Euro zugunsten von NS-Opfern, Bundestag.de, 22. September 2008
- Zentralrat der Juden - Empörung über Polizeieinsatz, focus.de, 12. Januar 2009
- Eklat bei Holocaust-Gedenken 2009 im Bundestag: Gedenken ohne „Opfer“, Zentralrat der Juden bleibt der Aufführung fern, 20min.ch, 27. Januar 2009
- ddp Deutscher Depeschendienst GmbH: Heftige Kritik aus dem Zentralrat der Juden am Papst, vom 12. April 2009
- Der Semit - Unabhängige jüdische Zeitschrift
- Humor ist wenn man trotzdem lacht – Das Wahlkampflied der NPD, „Berufsjude“ Kramer, die Staatsanwaltschaft und die Politikfähigen (24.07.09)
- Abraham Melzer: Mit Wut im Bauch und Zorn im Herzen - Offener Brief an Dr. Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden in Deutschland, dersemit.de, Juli 2009
- Altermedia: Das Geburtstagskind des Monats (23.07.10)
Karikaturen
- Wiedenroth, 7. November 2008: Pogromstimmung: Zentralrat der Juden verfügt jedermänniglich zu wissen, daß dieses Wort auf Manager keine Anwendung finden darf.
- Wiedenroth, 18. November 2008: Die Sprachgouvernanten: willkürliche Skandalisierungen beim Zentralrat der Juden.
- Wiedenroth, 13. Oktober 2009: Stefan Kramer schätzt Sarrazin ein.
- Wiedenroth, 9. September 2010: Äußerungen des Zentralrats zum Juden-Gen zeigten Unbildung deutsch-jüdischer Funktionäre bei Grundwissen zum Judentum (Noll).
Fußnoten
- ↑ vgl.: auslaender-statistik.de
- ↑ dradio.de, 1. September 2006: Hecht-Galinski wirft Zentralrat Unterdrückung von Kritik vor
- ↑ dradio.de, 9. März 2007: „Ghetto ist heute ein gebräuchlicher Begriff“
- ↑ netzeitung.de, 8. August 2006: Zentralrat wehrt sich gegen interne Kritik
- ↑ Zentralrat der Juden, 22. September 2009: Zwanzig Jahre jüdische Zuwanderung nach Deutschland
- ↑ altermedia: Ein Papier für alle Fälle (26.06.09)
- ↑ mdr.de, 30. August 2010: Ordination in Leipzig - Junge Rabbis ins Amt eingeführt
- ↑ Hugin - Zitat: „Ausgerechnet Felicia Langer, Jüdin und Israelhasserin, erhält Bundesverdienstkreuz“, fact-fiction.net, 19. Juli 2009
- ↑ Juden in Deutschland - Charlotte Knobloch will Zentralrat umbenennen, 3sat.de, 21. August 2009
- ↑ Knobloch für Unbenennung, 3sat.de, 21. August 2009
- ↑ Von Richard Herzinger: Zentralrat der Juden zerstritten über Umbenennung, welt.de, 22. August 2009
- ↑ Knobloch will Zentralrat der Juden umbenennen, Deutschlandradio Kultur, 22. August 2009
- ↑ 13,0 13,1 13,2 13,3 13,4 David Korn: Das Netz: Israels Lobby in Deutschland - FZ-Verlag ISBN 978-3924309664
- ↑ 14,0 14,1 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
- ↑ Juden in Deutschland heute Juden in Deutschland heute, erlangen.de, 8. März 2005
- ↑ Bundestag segnet millionenschwere Finanzspritze für Zentralrat der Juden ab (18.10.08)
- ↑ Deutschlandradio Kultur, 30. November 2011: Staatliche Finanzhilfe für Zentralrat der Juden verdoppelt. Mehr Unterstützung für jüdische Arbeit und Integration. Die Bundesregierung will ihre Finanzhilfe für den Zentralrat der Juden in Deutschland verdoppeln. Beide Seiten haben einen neuen Staatsvertrag unterzeichnet. Demnach bekommt der Zentralrat künftig zehn Millionen Euro jährlich. Dessen Präsident Dieter Graumann verwies auf die gewachsenen Aufgaben des Verbands — etwa bei der Integration von Zuwanderern, der Ausbildung von Rabbinern und der Jugendarbeit.
- ↑ Bund erhöht Finanzierung des Zentralrats der Juden, dradio.de, 25. September 2008
- ↑ Rundfunk Berlin-Brandenburg, 25. April 2010: Jüdisches Filmfest beginnt in Berlin
- ↑ Leo Baeck nach seiner Befreiung aus dem KZ Theresienstadt, New York 1945; zitiert in Nachum T. Gidal: Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik. S. 426.