„Nie wieder München!“

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Buch

Titel: „Nie wieder München!“
Autor: Friedrich Lenz
Verleger: Selbstverlag
Verlagsort: Heidelberg
Erscheinungsjahr: 1965

„Nie wieder München!“ – Dokumentarische Chronik der politischen Geschehnisse in den Monaten März, August und September 1939, die den Kriegsausbruch herbeiführten ist ein zweibändiges Werk von Friedrich Lenz über die Kriegsschuldfrage des Zweiten Weltkrieges.

Erläuterung

Der dritte Strafsenat des Bundesgerichtshofes verhängte am 11. September 1957 gegen Friedrich Lenz ein befristetes Berufsverbot, d. h. ihm wurde die Ausübung des Berufes als Herausgeber von Schriften, als Verleger und als Buchhändler auf die Dauer von fünf Jahren untersagt. Zudem wurde er zu zwei Jahren Gefängnis und zu einer dreijährigen Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt.[1] Zuvor, 1955, stand im Bundeskabinett sogar die Idee einer möglichen Entziehung der Grundrechte von Lenz im Raum, nur aufgrund mißliebiger Publikationen in den 1950er Jahren.[2] Trotz dieser Repressionen und Zensurmaßnahmen – seine Bücher wurden ja vom BGH eingezogen – kündigte Lenz um die Jahreswende 1964/65 in „Nation Europa“ und anderen Zeitschriften sein neues Werk an, eine „dokumentarische Chronik zur Klärung der Kriegsschuldfrage“. Er hatte seit seiner Haftentlassung 1959 daran gearbeitet. Es war das letzte Werk von Friedrich Lenz, 1968 verstarb er.

Broschüre

In der Buchankündigungsbroschüre vom Herbst 1964 schrieb Lenz:

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

Der Friede von München

kostete im Herbst 1938 einen niedrigen, aber gerechten Preis: Die Rückgabe der 1919 geraubten Sudetengebiete. Auch der Friede von 1939 hätte nicht mehr gekostet: Die Rückkehr der deutschen Stadt Danzig in das Reich, eine Volksabstimmung im ehemals deutschen Korridor, und eine exterritoriale Verbindungsstraße für den unterlegenen Teil.

Was verhinderte diese friedliche Lösung?
Die Politik nach der Parole: Nie wieder München!

Damit diese Parole ihre Rolle wirksam spielen konnte, mußte das Münchener Abkommen zuerst nach dem Sprichwort „Wenn Du einen Hund töten willst, so hänge ihm die Räude an“ diffamiert werden, um den Ruf nach einer ähnlichen Lösung auszuschalten. Das Abkommen sei durch deutsche Kriegsdrohung erpreßt worden, eine Lüge, die durch Tatsachen und Chamberlains Worte vom 17. März 1939 widerlegt ist:

„Es war etwas, was seit dem Versailler Vertrag immer existiert hatte, ein Problem, das schon längst hätte gelöst werden sollen, wenn bloß die Staatsmänner der letzten 20 Jahre eine großzügigere, umfassendere und aufgeklärtere Auffassung von ihrer Pflicht gehabt hätten. Es war wie ein lang vernachlässigtes Übel geworden, und ein chirurgischer Eingriff war notwendig, um das Leben des Patienten zu retten.“

Die Politiker der Gegenseite wollten mit dem Einsatz ihrer Parole einen noch billigeren Volltreffer erspielen: die schnelle Entmachtung Großdeutschlands ohne langen Krieg. Aber die Kugel tat ihnen nicht den Gefallen, denn sie fiel auf eine andere Zahl, die für die Welt eine Katastrophe von noch nie dagewesenem Ausmaß bedeutete, und vor derem schlimmen Ende sie seitdem in dauernder Angst lebt.

Die Geschichte stellt nun unerbittlich die Frage nach den Verantwortlichen dieser Politik – die Kriegsschuldfrage. Seit den Nürnberger Schuldsprüchen ist die Erörterung darüber nicht zum Stillstand gekommen. Zahlreiche in- und ausländische Autoren versuchten zur Klärung der Kriegsschuldfrage – oder auch zu ihrer Vernebelung – beizutragen. Allein seit 1959, dem Beginn meiner eigenen Arbeit, sind 10 Bücher darüber erschienen. Bei jeder dieser Neuerscheinungen mußte ich mich fragen, ob ihr Inhalt meine Arbeit nicht überflüssig mache, und ob ich zu dem Thema noch genügend wichtige Tatsachen vorzubringen oder Fehler richtigzustellen habe, deren Veröffentlichung im deutschen Interesse nicht unterbleiben könne. Ich bin überzeugt, daß es mir dank der besonderen Art und Gründlichkeit der Darstellung der Geschehnisse gelungen ist, die Beweiskraft der anderen Arbeiten bzgl. der Schuldlosigkeit Deutschlands und der Schuld seiner Gegner bei weitem zu übertreffen.

Erstmals weise ich nach, daß diese Gegner nicht nur Fehler machten, wie Bundeskanzler Erhard am 31.8.1964 im Rundfunk bagatellisierend meinte, sondern sich auch – gelinde gesagt – bedenklicher Machenschaften bedienten, um eine friedliche Lösung nach Münchener Vorbild auf alle Fälle zu verhindern. Ich habe mich auch bemüht, „hinter die Kulissen“ zu sehen und klarzustellen, wo die Gegenseite zur Erreichung ihrer Ziele erfolgreich mit gut getarnter Untätigkeit operierte und nur abwartete, bis Deutschland zum Schutze seiner Volksangehörigen und Wahrung seiner Ehre handeln mußte.

Ich habe zwar alle Monate vom Münchener Abkommen bis zum Kriegsausbruch in der gleichen Weise bearbeitet, jedoch nur die Geschehnisse der Monate März, August und September dargestellt, in denen die Tat vorbereitet und ausgeführt wurde.

Der Leser liest nicht meine eigene subjektive Darstellung und wird nicht auf einen unergründlichen Urwald von Quellenangaben verwiesen, sondern „erlebt“ die Geschehnisse mit, durch die direkte – streng nach den Tagen geordnete – Wiedergabe der Äußerungen und Handlungen der Beteiligten in Berichten, Reden, Dokumenten und Unterlagen, soweit sie für eine objektive Urteilsbildung erforderlich sind. Nur bei komplizierten Vorgängen klären besondere Erläuterungen die Zusammenhänge, die mit höchster Sorgfalt ermittelt wurden. Ein besonderes Kapitel ist den Geständnissen und Bekenntnissen gewidmet. Im Text wird ferner auf 160 Dokumente verwiesen, die in einem besonderen Dokumentenband in chronologischer Ordnung zusammengefaßt sind. Der Band enthält auch den Pressespiegel mit 100 Presseäußerungen, die für die damalige Stimmungsmache zeugen.

Der Leser findet in beiden Bänden eine solche Menge wertvollsten Materials, jedoch nicht in verwirrender Fülle, sondern in klärender Ordnung, so daß er zu eigenen Schlußfolgerungen kommen kann.

Was der amerikanische Generalkonsul (in Dresden und München) John Gaffney bezüglich der Schuldfrage des 1. Weltkrieges zum Ausdruck brachte, gilt genau so hinsichtlich der Schuldfrage des 2. Weltkrieges:

„Wenn ich einen Tropfen deutschen Bluts in meinen Adern hätte, so würde ich keine Nacht mehr Ruhe finden, bis von meinem Vaterland der Vorwurf genommen wäre, der es des furchtbarsten Verbrechens der Weltgeschichte schuldig erklärt, obwohl es durchaus nicht für den Ausbruch des Weltkrieges verantwortlich war.“

Darum habe ich dieses Buch dem ewigen Deutschland gewidmet; möge es darum auch viele und verständnisvolle Leser finden.

Quelle: Broschüre, Herbst 1964


21. Jahrhundert

William W. Douglas würdigte 2007 in der Publikation „Dokumentierte“ Geschichten (Historische Tatsachen Nr. 99) das zweibändige Werk von Lenz:

„[... ] Friedrich Lenz hat in seiner dokumentarischen Chronik der politischen Ereignisse in den Monaten März, August und September 1939 den Völkerbetrug von Lord Halifax nachgewiesen. Bereits bekannt war, daß Lord Halifax am 25.8.1939 seinen neuerlich großen Schwindel damit einleitete, Hitler die britische Vermittlung in den deutsch-polnischen Gegensätzen und dem von Polen im März 1939 abgebrochenen Dialog am 28. August unter Hinweis auf in London vorliegende polnische Verhandlungsbereitschaft vorzutäuschen, obgleich diese gar nicht vorlag und er weder vermitteln wollte noch vermittelt hat.
Friedrich Lenz ist es zu danken, entdeckt zu haben, daß Halifax sowohl ein Dokument gefälscht bzw. mit Falschdarstellungen selbst fabriziert und in die Aktenbestände der Documents on British Foreign Policy eingeschmuggelt hat, als auch zusätzlich in betrügerischer Weise vorgegangen ist, um den Krieg 1939 kausal notwendig in Gang zu setzen. Das wichtigste britische Memorandum vor Kriegsausbruch – die behauptete polnische Verhandlungszusage – ist eine Fälschung!
Dieses ‚Doc. 420‘, das genau wie alle anderen Dokumente in den ‚Documents on British Foreign Policy 1919 – 1939‘ Series III Vol. VII, London 1954 aufgenommen ist, kann nicht echt sein!
Es ist das Verdienst von Friedrich Lenz, die nachfolgende Analyse erstmals vorgenommen und die Historiker auf diesen Sachverhalt hingewiesen zu haben. [...][3]

Buchrezension

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„Nie wieder München!“

Diese Forderung wurde in den gleichen Stunden geboren, da die von München heimkehrenden Staatsmänner für ihr Werk – das Münchener Abkommen (29.9.1938) – von ihren Völkern mit stürmischem Beifall überschüttet wurden. Nur elf Monate später wurde sie in die Tat umgesetzt und damit der Zweite Weltkrieg ausgelöst. Das hat aber nicht gehindert, daß die zum Schlagwort gewordene Forderung von gewissen Politikern als angebliche Weisheit immer wieder verkündet und von vielen Menschen als solche akzeptiert wird. Das ist nur möglich, weil sie die Zusammenhänge nicht kennen.

Was war „München“, und wie kam es dazu? Friedrich Lenz, der sich in seinem ausgezeichneten Werk „Nie wieder München!“ mit dem verbrecherischen Spiel um Krieg und Frieden von 1939 befaßt, setzt die Kenntnis um die Zusammenhänge der Münchener Konferenz bei seinen Lesern leider ohne weiteres voraus. Uns scheint, daß es zumindest eines kurzen Abrisses der Geschehnisse um das berühmte Abkommen bedurft hätte – oder eines anderen Titels.

Die bewußt gesteuerte Begriffsverwirrung unserer Zeit hat aus „München“ ein Schreckgespenst aller sogenannten friedliebenden Menschen gemacht, die damals angeblich feige der nackten Gewalt wichen. Welche Verdrehung der Wahrheit! München war nicht das Einverständnis mit einer gewaltsamen Annektion, sondern es war eine „Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit“. Dies weisen alle Dokumente und geschichtlichen Quellen eindeutig nach. Aber wer liest schon Dokumente und wem sind sie überhaupt zugänglich?

Eine Volksabstimmung in der CSR wurde durch England und Frankreich verhindert. Man fürchtete „weitreichende Rückwirkungen“, wie die beiden Mächte in ihrer gemeinsamen Note an Beneš von 19.9.38 erklärten, denn das Beispiel der Sudetendeutschen hätte gewiß Schule gemacht, und auch die betrogenen zwei Millionen Slowaken, die Millionen Ungarn, die Polen und Ruthenen im Staatsverband der CSR wären mit der Forderung einer Volksabstimmung gekommen. Darum wurde Herrn Beneš die erforderliche Rückendeckung gegeben. In der gleichen Note heißt es: „Beide Regierungen glauben daher annehmen zu können, daß die tschechoslowakische Regierung es vorzieht, die sudetendeutsche Frage als Problem eigener Art und durch unmittelbare Gebietsabtretung zu lösen“.

Die Versailler Mißgeburt wurde durch diese Amputation nicht lebensfähiger. Der Rest eines künstlichen Staatsgebildes, das, wie Lordkanzler Maugham sich nach München ausdrückte, „überhaupt nie hätte gegründet werden dürfen“, zerfiel Monate später. Dies jedoch ist schon Thema des dokumentarischen Werkes von Friedrich Lenz.

Der Verfasser, der nach eigener Darstellung kein Wissenschaftler ist, wählte eine völlig neue Form der Darstellung, indem er unter weitgehendem Verzicht auf eigene Schilderung der Geschehnisse die Handelnden selbst in ihren Unterhaltungen und Briefen, Reden und Berichten zu Wort kommen läßt. Das Ergebnis spricht eindeutig für diese Methode. Es entstand nicht nur eine „dokumentarische Chronik“, wie der Untertitel verspricht, sondern ein durchaus wissenschaftliches Werk, das in seiner klaren Beweisführung wohl seinesgleichen sucht, und ein Nachschlagewerk für jeden an diesem Thema Interessierten. – Von Tag zu Tag, zuletzt sogar von Stunde zu Stunde, führt der Verfasser die Dokumente und Unterlagen vor, mit sparsamstem verbindendem Text und nur selten unterbrochen von eigenen Kommentaren. Wer befürchtet, sich deshalb durch einen trockenen und verstaubten Stoff durcharbeiten zu müssen, wird überrascht sein, wie „spannend“, wenn der Ausdruck in solchem Zusammenhang erlaubt ist, diese Chronik ist. Man kommt von diesen beiden Bänden nicht los. Man wird gepackt vom Grauen vor der Raffinesse, ja der Genialität, mit der das Netz einer Weltverschwörung gesponnen wurde. Daß das scheinbar so sicher konstruierte Alibi der Friedensmörder nicht ewig hält, ist Männern wie Friedrich Lenz zu danken. – Man wird Lenz an einigen Stellen gewisse Äußerungen vorhalten können, die nicht unbedingt notwendig gewesen wären. Aber sie beeinträchtigen nicht seine unbedingte Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit in der Auswahl und Zitierung der Quellen. Auch hier geht er einen vö1lig neuen Weg. In Band II seines Werkes, bringt er 162 der wichtigsten Dokumente aus allen Lagern, die meisten vollständig oder nur, nach Angabe von Lenz, unwesent1ich gekürzt. Der Nachteil, daß der Leser damit gezwungen wird, beide Bände praktisch gleichzeitig zu lesen, wird durch den viel tieferen und unmittelbaren Eindruck von der jeweiligen Situation bei weitem aufgewogen. – Andererseits gelingt es Lenz schon allein durch die genaue chronologische Einordnung, ungemein wichtige Details zu klären, die bisher in dem allgemeinen Durcheinander falsch interpretiert wurden und von nachlässigeren Bearbeitern in dieser irreführenden Darstellung übernommen, oder, bemerkten sie die Unlogik, wiederum auf andere Art, aber genau so falsch erklärt wurden, weil sie nicht die genaue Zeitfolge beachteten. Wie sehr es hier manchmal auf Stunden ankommt und wieviel schon von interessierter Seite in den Quellen wie z. B. Tagebüchern und Briefen gefälscht wurde, geht aus der Arbeit ganz klar hervor. Auf diesem Gebiet gerät Lenz auch mit Prof. Hoggan scharf aneinander, ob es sich nun um den angeblichen ersten Angriffsbefehl Hitlers am 25.8.1939 handelt, oder um die hinterlistige offizielle Behauptung der englischen Regierung über die angebliche polnische Verhandlungsbereitschaft am 28.8., bei der Lenz erstmalig beweist, daß die Engländer mit zwei verschiedenen Fassungen ihrer Antwort operierten. – Bedauerlicherweise hat es in mancher Hinsicht den Anschein, als wenn der Verfasser eine gewisse Aversion gegen Prof. Hoggan habe. Auch wenn wir in den meisten Fällen, in denen uns die Möglichkeit einer Kontrolle der beiden gegenteiligen Ansichten bezw. Dokumenten-Interpretierungen gegeben ist, mehr der Auffassung von Lenz zustimmen, halten wir doch die Form der diesbezüglichen scharfen Angriffe auf Prof. Hoggan nicht für angemessen. – Sehr interessant erscheint uns, daß Lenz die französische Kriegspolitik, die Prof. Hoggan letztendlich nur als mit englischem Druck erzwungen schildert, in einem völlig anderen Licht und für die letzten entscheidenden Tage durchaus der britischen ebenbürtig darstellt. Auch die Ermunterungen von amerikanischer Seite und die Tätigkeit deutscher Widerstandskreise werden von Lenz eingehend gewürdigt. – „Interessierte Kräfte sind am Werk“, schreibt Lenz in seinem Vorwort, „die der ahnungslosen Menschheit die Legende aufdrängen wollen, der Ausbruch des Weltkriegs sei nur das bedauerliche Ergebnis diplomatischer Fehler und nicht das Ergebnis einer vorsätzlichen Planung. Man will erreichen, daß mindestens der Schatten einer Schuld weiter auf Deutschland ruht und die Suche nach den wahren Schuldigen eingestellt wird. Gewisse Geister ‚kämpfen‘ daher nur gegen ‚die Lüge von der Alleinschuld‘, ohne Rücksicht auf die Wahrheit und Deutschlands Interessen.“ Lenz beweist mit seiner Arbeit, daß die Kriegsschuldforschung noch lange nicht zum Abschluß gebracht worden ist. Ihm ist ein neuer großer Schritt auf dem Wege zur restlosen Klärung unserer jüngsten Vergangenheit zu verdanken.

– Deutsche Kommentare am Río de la Plata


Literatur

  • „Nie wieder München!“ – Dokumentarische Chronik der politischen Geschehnisse in den Monaten März, August und September 1939, die den Kriegsausbruch herbeiführten, Selbstverlag, Heidelberg 1965
    • Band I: Chronologischer Text
    • Band II: Dokumente und Pressespiegel

Siehe auch

Fußnoten