Domscheit-Berg, Anke

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Anke Margarete Domscheit-Berg, geb. Domscheit (Lebensrune.png 17. Februar 1968 in Premnitz, Kreis Rathenow, DDR) ist eine Feministin, Linksextremistin, „Flucht“helferin, BRD-Politikerin (parteilos, zuvor Bündnis 90/Die Grünen und Piratenpartei) und ehemalige Vorsitzende des Landesverbandes Brandenburg der Piratenpartei. Im September 2014 trat sie aus dieser Partei aus.

Werdegang

Herkunft

Anke Domscheit-Berg ist die Tochter eines Landarztes und einer Kunsthistorikerin. Ihre Mutter war im Zweiten Weltkrieg aus Bessarabien (heute Ukraine bzw. Moldawien) geflohen, ihr Vater kam aus Königsberg/Ostpreußen. Domscheit wuchs in der Kleinstadt Müncheberg (Märkisch Oderland) auf. Sie hat eine Schwester und zwei Brüder.

Ausbildung

Nach dem Abitur 1986 in Strausberg wollte Domscheit Romanistik studieren, was ihr im SED-Staat wegen ihrer westdeutschen Verwandtschaft verwehrt wurde. Daraufhin absolvierte sie ein Textilkunst-Studium an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg. In der Endphase der DDR (9.11.1989 Öffnung der innerdeutschen Grenzen, 3.10.1990 Beitritt der DDR zur BRD) hatte sie eine Stelle als Mustergestalterin in einem Verlag in Aussicht, der jedoch bei Studienabschluss 1991 nicht mehr existierte. Die Wendezeit politisierte sie nach eigener Aussage stark, Domscheit war an Unterschriftensammlungen für das Oppositionsbündnis Neues Forum und Aufrufen der Reformbewegungen beteiligt. Die Erfahrung von Zensur, eingeschränkter Meinungs- und Reisefreiheit und des Lebens in einem Überwachungsstaat prägte ihren Wunsch nach Transparenz und mehr politischer Teilhabe. 1991 zog Domscheit nach Frankfurt/Main und arbeitete bei dem Reiseveranstalter Ameropa Reisen. Ab 1993 studierte sie an der accadis Hochschule in Bad Homburg Internationale Betriebswirtschaftslehre. Während des Bachelor-Studiums (Abschluss 1996) erwarb sie auch den MBA-Grad (Master of European Business Administration) an der Northumbria University in Newcastle/England.

Wirken

Anschließend arbeitete Domscheit zunächst als Unternehmensberaterin bei der IT-Beratungsfirma Accenture und ab 2005 als IT-Strategie-Projektleiterin im „Business Technology Office“ des Consulting-Konzerns McKinsey. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit waren die Telekommunikationsindustrie und öffentliche Verwaltung. Bei McKinsey leitete sie eine Studie über weibliche Führungskräfte in Europa, deren Ergebnisse auf dem Weltfrauengipfel 2007 in Berlin präsentiert wurden, und war beteiligt an einer weiteren Studie über die Auswirkungen des Frauenanteils im Top-Management auf den Unternehmenserfolg. Ausgangspunkt waren hier auch persönliche Erfahrungen hinsichtlich mangelnder Aufstiegschancen nach der Geburt ihres Sohnes.

Von 2008 bis 2011 kümmerte sich Domscheit als Direktorin für Government Relations beim Softwarekonzern Microsoft Deutschland um innovative Programme für die öffentliche Verwaltung. Hier ging es v. a. um die Themen „eGovernment“ und „Open Government“, Letzteres blieb auch nach ihrem Abschied von Microsoft einer ihrer Arbeitsschwerpunkte. 2011 gründete Domscheit die beiden Unternehmen opengov.me und fempower.me. Im Rahmen von opengov.me bot sie Beratung für Institutionen an, um durch Open Government – mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung in Politik und Verwaltung – eine höhere Akzeptanz für politische Entscheidungen zu erreichen. Mit der Firma fempower.me widmete sie sich der Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen, u. a. durch Trainings für weibliche Führungskräfte sowie für Vorstände und Personalverantwortliche, die den Frauenanteil an der Spitze erhöhen wollten. Auch ehrenamtlich engagierte sich Domscheit in mehreren Initiativen zur Förderung der Chancengleichheit und wurde 2010 mit dem Berliner Frauenpreis ausgezeichnet.

Ihre Themen Geschlechtergerechtigkeit, Netzpolitik, Open Government und digitale Gesellschaft brachte Domscheit auch als Referentin im In- und Ausland sowie als Bloggerin und Autorin zahlreicher Medienbeiträge zur Sprache. Sie schrieb u. a. für die „Süddeutsche Zeitung“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „DIE ZEIT“, „taz.die tageszeitung“, den „Freitag“, das „Handelsblatt“, den britischen „Guardian“ und das Magazin „The European“. 2014 erschien ihr erstes Buch „Mauern einreißen!“, ein auf ihren persönlichen DDR-Erfahrungen basierendes Manifest mit der Kernaussage, daß politische Veränderungen auch gegen große Widerstände möglich seien. Dem folgte 2015 der Band „Ein bisschen gleich ist nicht genug!“, ein Weckruf für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Zusammen mit ihrem Mann schrieb Domscheit seit Oktober 2016 die Kolumne „Netz-Teil“ für die Wochenendbeilage der „Frankfurter Rundschau“.

Als ebenso eloquente wie fachkundige Netzaktivistin und Datenschützerin wurde Domscheit überdies bundesweit bekannt durch zahlreiche Talkshow-Auftritte, so etwa im Zuge des 2013 öffentlich gewordenen Skandals um die weltweite, anlasslose Überwachung elektronischer Kommunikation durch den US-Geheimdienst NSA (National Security Agency), die bis in die Privatsphäre einfacher Bürger vordrang.

Im Mai 2012 trat Domscheit, die einige Jahre Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen gewesen war, gemeinsam mit ihrem Mann der 2006 gegründeten Piratenpartei bei, die ab 2011 mit dem Einzug in mehrere bundesdeutsche Landesparlamente für Aufsehen sorgte.

Bei der Europawahl im Mai 2014 verfehlte Domscheit den Einzug ins Parlament, da sie auf Platz 3 der Piraten-Bundesliste stand und die Partei nur ein einziges deutsches Mandat errang. Bei der Landtagswahl in Brandenburg vom September 2014 stimmten nur 1,5 % der Wähler für die Piraten. Den Landesparteivorsitz hatte Domscheit bereits im Juli 2014 abgegeben, zwei Monate später trat sie auch aus der Piratenpartei aus.

Domscheit-Berg wird Körperverletzung zur Last gelegt. Sie soll im Juni 2015 in Berlin bei einer Mahnwache für im Mittelmeer ertrunkene „Flüchtlinge“ mit einem Blumenstrauß gegen die Kamera eines Beamten geschlagen, einer Polizistin ihre Fingernägel in die Hand gebohrt und einem weiteren Beamten mit den Blumenstielen durch den offenen Helm ins Gesicht gestochen haben.

Im Januar 2016 gründete Domscheit mit ihrem Mann Daniel Domscheit-Berg das Unternehmen ViaEuropa Deutschland und fungierte bis Oktober 2017 als Geschäftsführerin. Das Joint Venture mit einer schwedischen Firma sollte deren Erfolgsmodell für einen dezentralen, von großen Konzernen unabhängigen Glasfaserausbau auch nach Deutschland tragen, wo die Versorgung mit schnellem Internet in ländlichen Gebieten vielfach noch zu wünschen übrig ließ.

Domscheit-Berg will bei der Bundestagswahl 2017 für die Brandenburger „Die Linke“ kandidieren.

Mitgliedschaften/Ämter

Senior Policy Advisor WorldFutureCouncil (2016), Mitgründerin u. Vorstandsmitgl. Demokratie Plus e.V. (ab 2015), Stakeholder Council d. RWE (2014–2016), Familienpolit. Kommission d. Heinrich-Böll-Stiftung (ab 2014), European High Level Advisory for Women in Technology, Aufsichtsrat Teach First Deutschland, Botschafterin d. Barefoot Colleges in Indien, Vorstand Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V. (ab 2009), Gründungsmitgl. FidAR/Frauen in die Aufsichtsräte (ab 2006), fr. Vorstand EWMD/European Women's Management Development Network u. Überparteiliche Fraueninitiative Berlin. Zudem engagiert Domscheit-Berg sich u. a. in Thinktanks der Welthungerhilfe oder für den gemeinnützigen Hackerwettbewerb Random Hacks of Kindness; in der Flüchtlingskrise 2015 initiierte sie den Refugee Hackathon[1][2][3] in Berlin.

Familie

Domscheit heiratete 2010 den Transparenzaktivisten Daniel Domscheit-Berg (geb. 1978 als Daniel Berg). Der Informatiker und ehemalige Sprecher der Weltnetzplattform WikiLeaks schrieb das Buch „Inside WikiLeaks“ (verfilmt 2013) und versuchte ab 2010, als Mitgründer von OpenLeaks eine neuartige Enthüllungsplattform aufzubauen. Aus einer früheren Beziehung hat Domscheit einen Sohn (geb. 2000). Die Familie wohnt in Fürstenberg an der Havel. Ihre Freizeit verbringt Domscheit im Garten oder beim Guerillastricken (Umstricken von Gegenständen im öffentlichen Raum). Seit Herbst 2015 fanden immer wieder Geflüchtete in ihrem Haus eine temporäre Bleibe.

Fußnoten

  1. Refugee-Hackathon
  2. Weltnetzseite angemeldet von: Anke Domscheit-Berg, PSF 1114, 16798 Fürstenberg/Havel, Tel.: 0175 1676 282, [email protected]
  3. Berlin, 25. Oktober 2015: 300 Programmierer und Designer entwickeln Programme (Apps) für ausländische „Flüchtlinge“, deren Helfer und Organisationen.