Begas, Reinhold

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Reinhold Begas (Lebensrune.png 15. Juli 1831 in Berlin-Schöneberg; Todesrune.png 3. August 1911 ebenda) war ein deutscher Bildhauer und Maler.

Er schuf den Neptunbrunnen in Berlin sowie das Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I. und hatte die künstlerische Oberleitung an der Siegesallee, für die er selbst zwei Gruppen beitrug. Er schuf das Bismarck-Nationaldenkmal vor dem Berliner Reichstag sowie in Berlin viele weitere Skulpturen wie die von Alexander von Humboldt und Friedrich Schiller.

Leben

Reinhold Begas erhielt schon ab seinem zwölften Lebensjahr seine Ausbildung an der Berliner Akademie bei seinen Taufpaten Gottfried Schadow, Christian Daniel Rauch und Ludwig Wichmann. 1852 stellte er auf der Berliner Akademie-Ausstellung seine erste eigenständige Arbeit mit der in Gips ausgeführten Gruppe „Hagar und Ismael“ vor. 1855 erhielt er ein Stipendium der Berliner Akademie und ging nach Rom. Nach seiner Rückkehr nach Berlin schuf er 1857 die Gruppe „Pan und Psyche“, die 1858 auf der Berliner Akademie-Ausstellung gezeigt wurde. 1860 war Reinhold Begas Verantwortlicher für den Figurenschmuck der Berliner Ruhmeshalle im Zeughaus.

Zu seinem Wirken heißt es bis zu diesem Zeitpunkt:

„Der Kuß“
Bildhauer, geboren in Berlin den 15. Juli 1831 als zweiter Sohn des Malers Karl Begas d. Ä., besuchte 1846—1851 die Berliner Akademie, trat dann in das Atelier von L. Wichmann und später in das von Rauch. 1854—1856 arbeitete er selbständig in Berlin und ging darauf nach Rom, wo er bis 1859 blieb. In die Heimath zurückgekehrt, erregte er mit dem Modell zu seinem »Pan die verlassene Psyche tröstend« nicht nur dort, sondern auch in Paris und Brüssel ungewöhnliches Aufsehen. 1860 wurde er als Professor an die Kunstschule nach Weimar berufen, gab aber nach zwei Jahren diese Stellung wieder auf und ging von neuem nach Rom. Zum Zweck der Ausführung des (i. J. 1871 vollendeten) Schiller-Denkmals für Berlin kehrte er in feine Vaterstadt zurück, wo er seitdem seinen Wohnsitz behalten hat. Er ist königl. Professor, Senatsmitglied und ausserdem Leiter eines Meisterateliers an der Berliner Akademie, Mitglied der Akademien von Wien und München, und besitzt die kleine goldene Medaille von Paris (1867), die grosse goldene Medaille von München (1870) und beide Berliner, seit 1878 den bayrischen Maximilians-Orden. — Bei reichem Talent und packender Naturauffassung ragt B. besonders durch die dramatische Energie seiner Compositionen und ihre im Sinne der Hochrenaissance und des klassischen Barockstiles behandelte Formgebung hervor, welche dank seiner sorgfältigen Bearbeitung des Marmors das individuellste Leben der Fläche entwickelt. Da er ausser dem Meissel auch den Pinsel meisterlich handhabt, hat er sich von jeher mit ausserordentlichem Erfolg auf dem Mittelgebiet zwischen Malerei und Plastik, dem Relief bewegt, welchem er frischestes Leben verleiht. Zu seinen neuesten Werken gehört neben unserer Marmorgruppe »Merkur und Psyche« die in Bronze gegossene Gruppe »Raub der Sabinerin« (Privatbesitz in Köln). Gegenwärtig beschäftigt ihn u. a. die Ausführung eines Denkmals für Alex. v. Humboldt und verschiedener Figuren zum Schmuck der Ruhmeshalle (Zeughaus) in Berlin. S. III. Abth. N0. 17, 20 und 2j.[1]

Nach seiner Tätigkeit als Lehrer an der neu gegründeten Kunstschule in Weimar ließ er sich von 1864 bis 1866 im Berliner Tiergartenviertel ein Atelier errichten. Grund war der erste Großauftrag für das Schiller-Denkmal auf dem Berliner Gendarmenmarkt.[2] Danach begann seine Arbeit im Zuge der künstlerischen Ausgestaltung Berlins. Seine letzte große Arbeit im Auftrag des Kaisers war das vor dem Berliner Reichstag aufgestellte Bismarck-Nationaldenkmal.


Kurze Einführung in Leben und Werk zu seinem 70. Geburtstag:[3]

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Nach der endgültigen Vernichtung Deutschlands 1945 ließen die Besatzer und deren willfährige Helfer die meisten seiner Werke zerstören und verscharren:

„Nach 1945 wurden Begas' Denkmale auf Straßen und Plätzen sowohl im Ost- [gemeint ist hier der mittlere Teil Deutschlands] wie im Westteil Deutschlands gezielte Opfer politisch motivierter Zerstörungsakte von Verwaltungen. (...) Der politisch gewollte Zerstörungsprozess, gegen den sich auch mahnende Stimmen erhoben, wurde oft minutiös als Zeitgeschehen fotografisch dokumentiert. Auch in West-Deutschland und West-Berlin wurden zahlreiche Denkmale abmontiert, vergraben, deponiert oder versetzt. Das Verscharren der Siegesallee 1954 vollzog sich als geheime Aktion.“[4]

Dennoch ist er der in Berlin am häufigsten mit Originalen vertretene Bildhauer. Insgesamt 33 seiner Werke sind noch auf Plätzen oder in öffentlichen Gebäuden der BRD-Hauptstadt aufgestellt, keines jedoch an seinem ursprünglichen Platz.

Siehe auch

Literatur

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  • Alfred Gotthold Meyer: „Künstler-Monographien, XX.: Reinhold Begas. Mit 129 Abbildungen nach Skulpturen, Gemälden und Zeichnungen“, Velhagen und Klasing 1901 (PDF-Datei)
  • Gesamter künstlerischer Nachlass, 1912 (Netzbuch)
  • Biographien mit vielen Abbildungen und je einem Porträt des Künstlers:
    • Walther Gensel: Reinhold Begas, in: „Die Kunst“, Band 15, 1907, S. 128ff. (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
    • Otto Baisch: Reinhold Begas, in: „Zeitschrift für bildende Kunst“, Band 8, 1897, S. 129ff. (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Verweise

Fußnoten

  1. Max Jordan: Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin, Band 1, 1883, S. 12 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. Bild der Büste des Schiller-Denkmals
  3. in: „Jahrbuch der bildenden Kunst“, 1902, S. 29ff. (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  4. DHM: Begas Monumente für das Kaiserreich