Adlershof

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Adlershof

Staat: Deutsches Reich
Landkreis: Treptow-Köpenick
Einwohner: 15.243
Bevölkerungsdichte: 2.540 Ew. p. km²
Fläche: 6 km²
Postleitzahl: 12489
Telefon-Vorwahl: 030
Kfz-Kennzeichen: B
Adlershof befindet sich entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Berlin

Adlershof ist ein Ortsteil von Berlin.

Geographie

Adlershof liegt zu beiden Seiten des S-Bahnhofs Adlershof an der Görlitzer Bahn, die vom nordwestlichen Schöneweide weiter ins südöstliche Grünau verläuft. Die Wohngebiete liegen nordöstlich des hochliegenden Bahndamms, das Entwicklungsgebiet der Wissenschaftsstadt südwestlich. Der Haltepunkt Adlershof wurde an der historischen Straßenverbindung vom westlichen Rudow (Rudower Chaussee) zum nordöstlichen Köpenick (Dörpfeldstraße) angelegt, letztere bildet die Hauptstraße der Siedlungen.

Das Südende des Ortes wird durch den Teltowkanal markiert, entlang dessen ältere Wege (von Köpenick ins südwestliche Altglienicke) aktuell zu einem leistungsfähigen Straßenzug ausgebaut werden (Glienicker Straße, Glienicker Weg, Köpenicker Straße, Ernst-Ruska-Ufer). Das Nordende reicht bis zum Stadtwald Köllnische Heide.

Geschichte

Ältere Zeit

Die Besiedlung des Adlershofer Fleckens geht auf Büdner zurück, Kleinstbauern mit eigenem Haus und angeschloßenen Feldern. Im 16. Jahrhundert verstärkte sich das Phänomen der Büdnerkolonien, deren Hausbesitzer nicht aus der Feldarbeit allein leben konnten, jedoch in anliegende Dörfern und Städten als Tagelöhner weiteres Einkommen fanden. Der Verbindungsweg in der Nähe der wachsenden Stadt Köpenick und dem bis ins 12. Jahrhundert nachweisbaren Rudow bot hierfür einen guten Siedlungsgrund.

Lange Zeit blieben die drei neugegründeten Dörfer Johannisthal, Adlershof und Altglienicke Erholungsgebiete vor den Toren Berlins, das sich im 19. Jahrhundert so stark vergrößerte, daß 1860 die Berliner Zollmauer aufgehoben wurde und sich das Stadtgebiet 1861 fast verdoppelte. Mit dem Bau der Berlin-Görlitzer Eisenbahn 1866/1867 erreichte der Aufschwung auch Adlershof – die Gemeinden Adlershof und Altglienicke erhielten jeweils eine Haltestelle an der Görlitzer Bahn, die Haltestelle Adlershof an der Rudower Chausssee, der Weg zwischen Köpenick und Rudow, sowie eine Meile südlich die Haltestelle Glienicke am Glienicker Weg, die 1701 angelegte Verbindung von Köpenick zum damaligen Alt- und Neu-Glienicke.

Dies bot die Voraussetzung, das Adlershof zum Industriestandort heranwachsen konnte. 1879 wurde das Landgut aufgelöst, und Adlershof zur städtischen Gemeinde. Auf der östlichen Seite der Görlitzer Bahn und entlang des Adlergestells wurden zwischen dem nördlichen Adlershof am Rudower Weg und dem südlichen Glienicker Weg große Baugrundstücke ausgewiesen. Die Einwohnerzahl wuchs rasch von 344 im Jahr 1880 auf 8006 Bewohner im Jahr 1900. Mit dem Bau des Bahnhofs Adlershof wurde die Haltestelle Glienicke aufgegeben. Mit der Errichtung des Teltowkanals 1906, der heute das Südende der Gemeinde markiert, kam es in Adlershof zur großflächigen Industrialisierung südlich und westlich der alten Siedlungsgebiete.

20. Jahrhundert

1909 eröffnete der erste deutsche Motorflugplatz in Johannisthal-Adlershof, der schnell international bekannt wurde. Um den Flugplatz Johannisthal bildete sich ein Zentrum mit Unterkünften, Produktionshallen, Fliegerschulen, und vielen namhaften Konstrukteuren und bekannten Fliegern. 1912 wurde die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL), der Vorgänger des heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in Adlershof gegründet. Im gleichen Jahr eröffnete die Städtische Straßenbahn Cöpenick ihre Linie vom Köllnischen Platz bis zum Bahnhof Adlershof. Bereits drei Jahre zuvor bestand mit einer Straßenbahnlinie der Teltower Kreisbahnen Anschluss ins benachbarte Altglienicke. 1920/1921 wurden diese beiden Strecken vereint und fortan von der Berliner Straßenbahn betrieben.

In Berlin-Adlershof befand sich auch die zentrale Polizeifunkstelle des Deutschen Reiches mit zwei 120 Meter hohen, selbststrahlenden Sendemasten.

Nach 1945 wurde in Adlershof die Akademie der Wissenschaften der DDR angesiedelt, die viele Institute der angewandten „Forschung“ beherbergte. Auch das Fernsehen wurde am Standort platziert – von 1950 bis 1952 entstand das Fernsehzentrum Adlershof nach Plänen von Wolfgang Wunsch. In den neuen Studios ging am 21. Dezember 1952 erstmals der Deutsche Fernsehfunk (DFF) auf Sendung.

In der DDR-Zeit war hier auch das Stasi-Wachregiment Feliks Dzierzynski (Gesamtstärke 12.000 Mann) mit Teilen stationiert, das Regiment nutzte den ehemaligen Flugplatz als Munitionslagerplatz, für die militärische Körperertüchtigung und als Paradeübungsstrecke. Auch das Akademie- und das Fernsehgelände waren in dieser Zeit eingezäunt, so daß diese Gelände faktisch losgelöst von den Wohngebieten auf der nordöstlichen Seite des Bahndamms existierten.

In Berlin-Adlershof wurde auch ein Radioteleskop mit 36 Meter Durchmesser errichtet und einige Forschungsinstitute angesiedelt.

Mit dem Untergang der DDR wurden die Betriebe fast vollständig abgewickelt, und die Betriebsgelände waren plötzlich weithin ungenutzt. So entstand der Plan, die bestehenden Einrichtungen und verbliebenen Institute in eine neue integrierte Landschaft aus Wissenschaft und Wirtschaft einzubinden. Ein markantes Symbol dieser neuen Landschaft ist heute das BESSY-II Elektronensynchrotron, errichtet zwischen 1993 und 1997.

Im Zuge der Entwicklungspläne für die Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien wurde Adlershof weit ausgebaut. Der direkte Autobahnanschluss an die A 113 wurde 2005 (Richtung Berliner Südring) und 2008 (Richtung Schönefeld) fertiggestellt. Die ursprünglich bis 2015 gehenden Entwicklungspläne (einschließlich einer neuen lockeren Wohnbebauung für bis zu 8000 Einwohner) wurden Ende 2007 auf dem bis dahin erreichten Stand beendet. Im Bau befindlich sind weiterhin der Ausbau des Glienicker Weges sowie die Verlängerung der Straßenbahn über die Rudower Chaussee.