Carmen (Deutsche Staatsoper Berlin, 1939)

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Theaterstück

Theaterdaten
Originaltitel: Carmen
Produktionsland: Deutsches Reich
Spielzeit: 1939
Premiere:
Bühne: Deutsche Staatsoper Berlin
Sprache: Deutsch
Spielgemeinschaft
Musikleitung: Johannes Schüller
Kostüm: Kurt Palm
Besetzung
Darsteller Rolle
Felix Fleischer Zuniga, Leutant
Henk Noort Don Josè, Sergeant
Otto Hüsch Moralès, Sergeant
Jaro Prohaska Escamillo, Stierfechter
Erich Zimmermann Dancairo, Schmuggler
Gerhard Witting Remendado, Schmuggler
Margarete Klose Carmen, Zigeunermädchen
Olga Rieser Frasquita, Zigeunermädchen
Elfriede Marherr Mercèdes, Zigeunermädchen
Käthe Heidersbach Micaela, ein Bauernmädchen
Ernst Wiechert Lilias Pastria, der Wirt

Carmen ist eine Oper in 4 Akten von Georges Bizet. Die Handlung der Oper spielt in Spanien.

Handlung

Erster Akt. Straße in Sevilla (mit der Wache und ein Tabakfabrik).

Gelangweilt mustren die vor der Wache sitzenden Soldaten die vorrüberschlendernde Menge. Das Erscheinen eines anmutigen Mädchens bringt etwas Bewegung in die Rheien. Es ist Micaela, die unter den Soldaten ihren Sergeanten Josè sucht. Da er noch nicht da ist, entzieht sie sich, eingeschüchtert, dem allzu freundlichen Drängen seiner Kameraden. Ein Trompetensignal kündet den Aufzug der neuen Wache, den die Straßenjugend mit flottem Gesang begleitet. Das Bild wird noch belebter, als eine Pause in der Zigarettenfabrik die Arbeiterinnen auf dem Platz herausströmen läßt. Unter sie mischt sich, umdrängt von einer Schar Verehrer, die kokette Carmen.

Siegesbewußt trällert sie die Habanera, ihr Auftrittslied, das dem Preis der nur der Stimme des Triebes folgenden Zigeunerliebe geweiht ist. Die Huldigung der jungen Leute vermag sie nicht zu locken, wohl aber reizt sie, die Siegesgewohnte, die Gleichgültigkeit Josès, der, ohne ihrer zu achten, sich mit einer Gewehrnadel beschäftigt. Wohlgezielt trifft ihre kokett geworfene Blumen den Ungalanten, während sie selbst schnell enteilt und auch die Gefährtinnen durch das Glockenzeichen wieder zur Arbeit gerufen werden. Während Josè, der verwirrt die Blume aufgenommen, sich vergebens gegen den von dieser ausgegehenden unheilvollen Zauber wehrt, erscheint Michaela, um ihn Brief und ein Geldgeschenk der Mutter zu überbringen. Ein gellender Schrei aus der Fabrik schreckt Josè aus seinen Gedanken an die ferne Mutter auf. Erregt stürzen die Mädchen herbei und suchen in wirrem Durcheinanderschreien für und gegen Carmen, die einem Messerstecherrei hervorgerufen, Partei zu nehmen. Josè holt auf Befehl seines Offiziers die Beschuldigte aus der Fabrik herbei. Höhnisch trotzt sie allem Drohen. Den allein mit ihr zurückgelassenen Josè jedoch umstrikt sie mit heuchlerischem, aufreizenden Liebesversprechen, das, als sie ihres Triumphes gewahr wird, in jähem Aufjauchzen endet. Ganz in ihren Bann, löst ihr Josè die Fesseln, so daß Carmen den überraschten Soldaten beim Abtransport empfehlen kann.

Zweiter Akt. Schenke von Lillas Pastia.

Gesang und Tanz vereinen in der berüchtigten Schmugglerschenke die Mädchen, die den Schmugglern als Kundschafterrinnen und zur Betörung der Grenzwächter dienen, mit ihren Verehrern. Auch für die kommende Nacht haben sie ein großes Geschäft vor. Carmen aber verweigert diesmal ihre Teilnahme. Sie hart in „rassender Glut“ Josès, der, sie weiß es heute aus der Haft, die er ihretwegen abbüßen mußte, entlassen und in ihre Arme eilen wird. Doch ehe Josè naht, treibt ihr das Schicksal einen anderen Mann in den Weg, den bekannten Stierkämpfe Escamillo, der ihr im Vorbeiziehen huldigt, und dessen männliche Kraft ihre Sinnlichkeit nur mühsam wiedersteht.

Noch einmal versuchen die Gefährten, Carmen zum mitgehen zu bereden. Doch sie bleibt fest, will aber versuchen Josè für die Schmugglerbande zu gewinnen. Das Alcala–Lied kündet Josè Nahen. Verzehrende Leidenschaft zu der verführerischen Schönen hat ihn erfaßt. Doch Carmen bleibt stark trotz aller Lüstenheit und geht bewußt auf ihr Ziel los. Aber Josè ist Soldat, und trotz ihres verführerischen Tanzes will er dem mahnenden RKuf des Zapfenstreiches folgen. Gegen Carmens kalten undankbaren Hohn bäumt sich seine Männlichkeit auf, sein brutaler Wille zwingt sie, ihn anzuhören, und in der innigen Des-Dur-Kantilene (Blumenarier) enthüllt Josè die ganze Glut seiner echten großen Liebe. Carmen aber, die nur sinnliche Rausch kennt, sucht in kalter Berechnung seine Davoneilende Eifersucht zurück. Sein Offizier begehrt bei Carmen Einlaß. Den Nebenbuhler aber weißt Josè nicht. Es kommt zum Streit. Der Offizier wird von den herbeieilenden Schmugglern überwältigt. José aber muß nun Carmen folgen.

Dritter Akt. Eine wilde Gebirgsgegend.

Die Schmuggler rasten mit ihren Warren in eine Gebirgsschlucht. Carmens Sinnenrausch mit Josè ist erkaltet, sie strebt dem anderen Mann zu, der ihren Weg gekreuzt: Escamillo. Josè hält mit wilder Entschlossenheit an dem Weibe fest, dem er alles geopfert. Eifersüchtig wacht er über sie. Die Gefährtinnen vergnügen sich damit, aus den Karten sich die Zukunft zu erraten. Carmen aber künden die Karten den Tod. Doch leichtsinnig schüttelt sie die Mahnung von sich ab und folgt den Gefährten, die Zöllner zu betörend. Josè bleibt zur Bewachung der Warren zurück. Mutig naht Micaela dem unheimlichen Orte. Die Liebe zu Josè gibt ihr Kraft. Sie will versuchen, ihn aus den Banden des bösen Dämonen zu retten und in der sterbenden Mutter zurückzuführen. Escamillos Erscheinen verseucht sie. Die Liebe zu Carmen treibt diesen her. Er trifft auf Josè und er kommt zum Kampf. Dem unterliegenden Stierfechter rettet Carmen das Leben. Escamillo lädt alle zu seinem nächsten Stierkampf nach Sevilla und liest in Carmens Blicken die Erfüllung all seiner Wünsche. Noch aber steht drohend José zwischen ihnen. Wütend zückt sie gegen den ihr längst Verhaßten den Dolch, doch sein Wille zwingt sie zu Boden. Da befreit sie Micaelas Botschaft von dem lästigen Aufpasser. Josè folgt diese zu der Mutter Sterbelager, doch drohend kündet er Carmen baldige Rückkehr.

Vierter Akt. Arena in Sevilla.

Das Zwischenspiel gilt dem Einzug des Toreadors. Das Volk harrt vor der Arena des Beginns der Spiele und begrüßt jubelnd die einziehenden Akteurs. Escamillo erscheint mit Carmen. Sie soll die Königin seines Sieges sein. Vergeblich warnen ihre Freundinnen vor Josè, der sich in der Nähe verberge. Carmen will ihm nicht weichen und für ihre Liebe zu Escamillo kämpfen. Vergebens fleht Josè Carmens Mitleid an. Seine Schwäche macht ihn ihr nur noch widerwärtiger. Das Gelöbnis seiner Treue kann eine Carmen nicht locken, voll Verachtung wirft Carmen ihm seinen Ring vor die Füße und bekennt laut ihre Liebe zu Escamillo, dessen Sieg in der Ferne das Volk zujauchzt. Da stößt Josè, seiner selbst nicht mehr mächtig, ihr das Messer in die Brust und bricht schmerzerfüllt an ihre Liebe zusammen.[1]

Fußnoten

  1. Programmheft, Deutsche Staatsoper Berlin, Carmen