Die Flamme (Deutsche Staatsoper Berlin, 1936)

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Theaterstück

Theaterdaten
Originaltitel: Die Flamme
Produktionsland: Deutsches Reich
Spielzeit: 1936
Premiere: 6. Oktober 1936
Bühne: Deutsche Staatsoper Berlin
Sprache: Deutsch
Spielgemeinschaft
Regie: Rudolf Hartmann
Buch: Wiers Jenssen von Claudio Guastalla
Besetzung
Darsteller Rolle
Margarete Klose Eudossia
Alfred Borchardt Basilio, Stadthalter von Ravenna, ihr Sohn
Marcel Wittrisch Donello, sein Sohn erster Ehe
Franziska von Dobary Silvanna, seine zweite Gemahlin
Gertrud Rünger Agnes, Hexe
Carla Spletter Monica, Dienerin
Friedel Sehr Agate, Dienerin
Elfriede Marherr Lucilla, Dienerin
Ilse Pfuhl Sabina, Dienerin
Ilse Lößl Zoe, Dienerin
Wilhelm Hiller Der Erzbischof
Franz Sauer Der Bischof
Fritz Marcks Ein Geistlicher
Hans Wrana Der Teufelsbeschwörer
Hilde Scheppan Die Mutter Cesarios

Die Flamme ist eine Oper in 3 Akten von Ottorino Respighi. Der Text nach dem Schauspiel „Die Hexe“ von Wiers Jenssen von Claudio Guastalla.Das Drama spielt in Ravenna am Ende des 8. Jahrhunderts.

Handlung

Quelle
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1. Akt

Vor der Villa des byzantinischen Statthalters Basilio i Ravenna. Die alte Mutter des Statthalters Eudossia, führt ein strenges Regiment. Sie beaufsichtigt die auf der Terrasse arbeitenden Mädchen. Unter diesen sitzt auch des Statthalters zweite Frau Silvana. Es herrscht eine sehr gedrückte Stimmung. Erst als die Alte ins Haus gegangen, waren die Mädchen aufzuatmen. Sie ergeben sich in boshaften Bemerkung über Eudossia und bemitleiden Silvana, die sich alles gefallen lassen. Silvana kehrt mit Monika aus dem Haus zurück.

Sie meint ersticken zu müssen in diesem Gefängnisatmosphäre und sehnt sich nach Lebensfreude und Freiheit. Ein gellender Schrei läßt die Mädchen auffahren. Sie stürzen nach dem Pinienhain, von wo der Lärm einer Volksmenge herüberdringt, die eine Hexe verfolgt. Als Silvana allein zurückgeblieben, stürzt bleich und angstverzerrt die alte Agnes di Cervia herein und fleht um Hilfe und ein Versteck. Das Volk hält sie für eine Hexe und verfolgt sie, angeführt von einer hysterischen Mutter, die behauptet, die Hexe habe ihren Sohn

Cesario getötet. Silvana weist zuerst die Bittende ab, bietet ihr aber schließlich, doch ein Versteck. Sie ist noch wie betäubt von dieser Begegnung, als ihr Stiefsohn Donello, der gerade von Byzanz zurückgekehrt ist, ihr seine Aufwartung macht. Beide schwelgen in Jugenderinnerung an die Zeit, da ein Zufall sie eins zusammengeführt. Doch heute stehen sich Stiefmutter und Stiefsohn gegenüber! Eudossia naht, ihr Enkelkind zu begrüßen. Donello überbringt ihre kostbare Gaben aus Byzanz, ihrer so schmerzlich entbehrten Heimat. Doch Euossia hält es für ihre Pflicht, bei Aaron von der Kaiserin Irene in Ravenna als Statthalter eingesetzten Sohn Basilio auszuharren. Immer näher dringender Lärm einer wütenden Volksmenge stört die Unterhaltung. Auf der Verfolgung der Hexe naht die Menge den Palast des Statthalters. Spuren deuten darauf hin, daß die Gesuchte hier sich versteckt hält. Eudossia gibt der Menge den Zutritt frei. Die tobende Volksmenge, von Priestern aufgehetzt, stürmt herein. Agnes wird in ihrem Versteck aufgestöbert. Vergebens fleht sie um Eudossias und Silvanas Schutz. Drohend gellt ihr Fluch. Die Geistlichkeit fällt über sie den Spruch, und die blutlüsterne Menge schleppt sie zum Holzstoß.

2. Akt

Säulenhalle. Donello tändelt mit den Mädchen. Monica hat Feuer gefangen. Ein zärtlicher Blick von ihr, für Donello bestimmt, wird von Silvana aufgefangen. In wild aufsteigender Eifersucht verbannt sie Monica aus dem Palast. Im Kloster soll sie ihre Liebe büßen. Im Palast wird Basilio sichtbar. Er hat mit dem Bischof eine politische Auseinandersetzung.

Er wahrt Rom gegenüber die Rechte Ravennas und will gegen den „Nestorianer“ in Rom die rechtsgültige Lehre verteidigen. –

Silvana ist noch ganz verstört, der Fluch der Hexe und unverständliche Andeutung über ihre eigene Mutter haben ihr die Fassung geraubt. Donello muß über das Ende der Hexe auf dem Scheiterhaufen berichten. Sie hat vor ihrem Tod Silvanas Mutter der Zauberei beschuldigt, durch die sie den Statthalter umgarnt habe. Basilio droht jedem, der diese Gerüchte wiederhole, den Tod an. Als er aber mit Silvana allein ist gesteht er ihr auf ihr Drängen, daß die Hexe die Wahrheit gesprochen. Silvanas Mutter hat ihn durch Zauber in ihr Haus gelockt, sie zwang ihn unter ihren Willen, so daß er ihre Tochter zur Gemahlin nahm. Silvana ist erschüttert, ihre Mutter eine Zauberin! Ob sie vielleicht auch diese Gabe besitzt? Diese innere Flamme, die in ihr lodert, ist vielleicht das Erbteil ihrer Mutter? Es reizt sie unwiderstehlich, ihre Macht zu erproben. Wie unter einem geheimnisvollen Bann schreitet sie zur Tat. Der Wunsch zwingt Donello herbei. Und das Experiment gelingt. Der Jüngling stürzt in ihre Arme.

3. Akt

Gemach Donellos. Silvana schwelgt in einem nie zuvor empfunden Liebesrausch. Donello ist ganz in ihren Bann. Nur in kurzen Augenblicken der Ernüchterung bäumt er sich gegen den Zwang auf. Doch immer wieder er liegt er dem Zauber. Eudossia überrascht das Paar. Nur schwer verbirgt sie ihren Haß auf Silvana, der sie finstere Pläne gegen ihren Sohn zutraut. Donello ermahnt sie, dem Vater stets folgsam zu sein. Dieser überbringt ihm den Befehl der Kaiserin Irene, sofort nach Byzanz zurückzukehren. Silvana zuckt jäh zusammen.

Sie wittert in diesem Schachzug ein Werk Eudossias und ist fest entschlossen, Donello durch ihren Willen zum Bleiben zu zwingen. Doch er reißt sich los und stürzt, wie verfolgt davon. Silvana ist fassungslos, sie sieht ihr Liebesglück vernichtet. Ihre ganze Wut entlädt sich gegen Basilio . Der alte Mann ekelt sie an, und blind vor Haß schleudert sie ihm brutal ihren Abscheu entgegen und das Geständnis, daß sein Sohn ihr Geliebter ist. Fassungslos steht Basilio diesem Ausdruch gegenüber, der Schrecken tötet ihn. Die herbeieilende Eudossia beschuldigt Silvana des Mordes.

4. Akt

Vor der Kathedrale. Das Volk strömt erregt zusammen, teils für, teils gegen Silvana Partei ergreifend. Verwandlung: Das Innere der Basilika. Silvana soll den Reinigungseid leisten. Sie gesteht ihre Liebe zu Donello, leugnet aber, an Basilios Tod schuldig zu sein. Auch Donello tritt für Sie ein. Da erhebt Eudossia gegen sie Anklage auf Zauberei. Ihre Mutter war eine Hexe, und sie hielt es mit der Hexe Agnes, der sie Asyl gewährte, und hat jetzt durch Hexenkünste Mann und Stiefsohn verzaubert. Donello wird durch die Anklage der Großmutter im Innersten erschüttert. Er zweifel an Silvana und beschwört sie, die Wahrheit zu gestehen. Diese Zweifel des Geliebten nimmt Silvana Mut und Kraft. Sie ist innerlich zerbrochen, mitten im Eid hält sie inne. Sie verstummt, und der Bannfluch des Bischofs schmettert die Hexe zu Boden.

Quelle: „Programmheft“, 1936


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