Freidenker

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Ein Freidenker oder Freigeist ist ein Mensch, der sein Denken nur von den Gesetzen des menschlichen Verstandes abhängig wissen und sich nicht dem Glaubenszwang einer Religion bzw. Dogmas unterwerfen will.

Erläuterung

Freidenker (engl. free-thinker) nannten sich zuerst die englischen Deisten des 18. Jahrhunderts (Deismus). In Frankreich schritten einzelne Freidenker wie Denis Diderot und Jean-Baptiste le Rond d’Alembert zur grundsätzlichen „Gottesleugung“ fort. Voltaire blieb Deist. In der deutschen Aufklärung bezeichnete man als Freidenker Schriftsteller wie Johann Christian Edelmann, Johann Friedrich Bahrdt, Elise Reimarus und Friedrich Nicolai.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde das Schlagwort durch Wiederaufnahme seiner ältesten und natürlichsten Form, „freie Geister“, durch Friedrich Nietzsche wieder belebt, der z. B. dem 1878 veröffentlichten Werk „Menschliches, Allzumenschliches“ den pointierten Untertitel gab: „Ein Buch für freie Geister“. Nietzsche Wort: „Verwechselt mich nicht!“, bezieht sich exakt auf jene irreführende Gleichsetzung von sogenannten „Freidenkern“ mit freien Geistern. Nietzsche hätte es als Beleidigung empfunden, ein „Freidenker“ genannt zu werden.

Das ordinäre „Freidenkertum“ ist unter dem Einfluß der Entwicklung der Naturwissenschaften und kritischen Theologie im 19. Jahrhundert zu einer starken Bewegung angewachsen; davon zeugen der 1880 in Brüssel gegründete Internationale Freidenkerbund und der Deutsche Monistenbund (1906). Allmählich wurden die Freidenkerverbände jedoch die Träger einer marxistisch-sozialistischen oder wie in Rußland kommunistischen Ideologie. Sie wurden daher im Deutschen Reich 1933 und in Österreich 1934 aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Dezember 1945 in Hamburg der Deutsche Freidenker-Verband gegründet. In der DDR waren freidenkerische Organisationen verboten.

Siehe auch

Verweise