Habermas, Jürgen

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Jürgen Habermas

Jurgen Habermas.jpg
Geboren 18. Juni 1929
in Düsseldorf
Beruf Philosoph, Soziologe

Jürgen Habermas (geb. 18. Juni 1929 in Düsseldorf) ist ein deutscher Philosoph und Soziologe, der hauptsächlich durch seine Arbeiten zur Sozialphilosophie bekannt wurde. Nicht zuletzt durch regelmäßige Lehrtätigkeiten an ausländischen Universitäten, vor allem in den VSA, sowie aufgrund von Übersetzungen seiner wichtigsten Arbeiten werden seine Theorien weltweit diskutiert. Er zählt zu den bekanntesten Vertretern der pseudo-Kritischen Theorie.

Werdegang

Jürgen Habermas, ev., wurde am 18. Juni 1929 als zweites von drei Kindern von Ernst Habermas in Düsseldorf geboren. Er wuchs in Gummersbach auf, wo der Vater Geschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle war. Jürgen Habermas war Mitglied in der Hitlerjugend, was 2006 Anlaß zu heftiger Polemik bieten sollte (s. u.), und wurde im Herbst 1944 als Fronthelfer am Westwall eingesetzt. Nach dem Abitur (1949) in Gummersbach studierte er von 1949 bis 1954 an den Universitäten Göttingen, Zürich und Bonn Philosophie (u. a. bei Hans-Georg Gadamer), Geschichte, Psychologie, Deutsche Literatur sowie Ökonomie. 1953 betrat er mit dem kurzen, aber wegweisenden Aufsatz „Mit Heidegger gegen Heidegger“, in dem er sich über dessen Nicht-Eingestehen eines politischen Irrtums empörte, die öffentliche Bühne. 1954 promovierte er in Bonn zum Dr. phil. mit der Dissertation „Das Absolute in der Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie“. Von 1954 bis 1956 war er als freier Journalist tätig, bevor er von 1956 bis 1959 als Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt bei den jüdischen Sozialphilosophen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno arbeitete. Ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ermöglichte ihm anschließend ein Habilitationsstudium bei Wolfgang Abendroth in Marburg/Lahn, das er 1961 mit der Habilitationsschrift „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ abschloß.

Wirken

Die akademische Karriere begann Jürgen Habermas 1961 als außerordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Heidelberg. 1964 wurde er als Nachfolger Horkheimers ordentlicher Professor für Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt/Main (bis 1971). Er wurde der einflußreichste Vertreter der jüngeren Generation der „Frankfurter Schule“.

Mit Adorno zusammen erreichte er es von Frankfurt aus, daß Arnold Gehlen, gegen dessen moderne und von der Biologie dann bestätigte Anthropologie er sich schon vorher gewandt hatte, keinen Ruf an die Philosophische Fakultät der Universität Heidelberg erhielt, obwohl angesehene Gelehrte wie Karl Löwith sich für den vorher in Leipzig, Königsberg und Wien tätig gewesenen herausragenden Philosophen einsetzten. Auch später wandte sich Habermas gegen Gehlen und dessen Gedanken, der auf die Angriffe des Neomarxisten aber nicht einging. Dieser erkannte in dem „Dreieck Carl Schmitt, Konrad Lorenz, Arnold Gehlen“ grundlegend anders ausgerichtete, eben ganzheitliche Denker, die in ihrem deutschen, auch biologisch begründeten Wesen seine geistigen Gegner waren, von denen er eine „Konterrevolution“ und eine wissenschaftliche Gefahr für die „Frankfurter Schule“ und die von ihm vertretene Verwestlichung der Bundesrepublik befürchtete und die er deswegen aus dem wissenschaftlichen Leben verdrängt wissen wollte. Das gelang ihm auch ziemlich mit Hinweis auf die NS-Vergangenheit der Genannten.[1] Habermas' Handeln trug wesentlich mit dazu bei, daß nach 1945 Schmitt gar nicht, Gehlen erst 1962 und dann unangemessen wieder an eine Hochschule kam und auch der Nobelpreisträger Konrad Lorenz bald nach seinem Tode immer weniger beachtet wurde.[2] Seine ersten Meriten verdiente sich Habermas, als er 1953 den deutschen Philosophen Martin Heidegger öffentlich denunzierte.

Max Horkheimer (links) mit Theodor W. Adorno (vorne rechts) und Jürgen Habermas (hinten rechts) in Heidelberg, 1965

Habermas gehörte 1961 zu den Gründern der „Sozialistischen Förder-Gesellschaft der Freunde, Förderer und ehemaligen Mitgieder des SDS“. Als Mitautor von „Student und Politik“ von 1961 und als Verfasser von „Technik und Wissenschaft als Ideologie“ von 1968 wie von „Protestbewegung und Hochschulreform“ aus dem Jahr 1969 nahm er wie mit seinen früheren theoretischen Schriften auf marxistischer Grundlage großen Einfluß auf die Studentenrevolte zur Zerstörung der deutschen Universität durch Demokratisierung und Sozialisierung.[1] Er hatte erkannt: „Das einzige Protestpotential, das sich durch erkennbare Interessen auf die neue Konfliktzone richtet, entsteht vorerst unter bestimmten Gruppen von Studenten und Schülern.“[3]

Während der sogenannten Studentenrevolte spielte er eine exponierte Rolle als linker Einpeitscher. Dabei achtete er peinlich darauf, sich bei verbaler Radikalität stets auf der Seite des BRD-Staates zu halten. Diese Taktik perfektionierte er in den kommenden Jahrzehnten.

In diesem Sinne beeinflußte er wesentlich das hessische Hochschulgesetz. Zunächst neben Herbert Marcuse als Vorkämpfer der studentischen Protestbewegung anerkannt, die er bald als „Scheinrevolution“ abtat, flüchtete er dann, von dieser ab 1969 auch wegen mangelnder Radikalität abgelehnt, 1971 aus Frankfurt als Mitdirektor an das von Carl Friedrich von Weizsäcker begründete „Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“ in Starnberg. Seine hartnäckigen Bemühungen um einen Lehrstuhl an der Universität München scheiterten wie 1971/72 auch 1980, als die Schließung des Max-Planck-Institutes in Aussicht genommen wurde, da man in München offenbar erkannt hatte, welch ein Widersinn es ist, einen weltfremden, an der Zerschlagung der westdeutschen Hochschulen im allgemeinen und am hessischen Hochschulgesetz im besonderen maßgeblich beteiligten Neomarxisten mit der Erforschung der Wirklichkeit und der Lehre der Jugend zu beauftragen. Vom Münchener Universitätssenat wurde mit Recht angeführt, daß bei Habermas anstelle von Erfahrungswissen das Utopische eine zu große Rolle spiele.[4] 1980 wurde er in Starnberg Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialwissenschaften, 1981 trat er dort zurück. Nur die Frankfurter Universität bot ihm wieder einen Lehrstuhl für Philosophie an, den er 1983 annahm. Im Jahre 1981 kam sein zweibändiges Hauptwerk „Theorie des kommunikativen Handelns“ heraus, das seine Diskurstheorie vorstellte.[1]

Die Pseudotheorie von Habermas ist eine innerlich haltlose Mixtur aus Marx, Freud und weiteren jüdischen Ideologen. Er ist ein Einpeitscher der Umerziehung und war sein ganzes Leben lang dem antideutschen System uneingeschränkt dienstbar.

Zum 1. Oktober 1994 wurde Habermas in Frankfurt emeritiert. Schon 1977 hatte der Berliner Philosoph Reinhart Maurer Habermas' Theorie als „nachfaschistischen Defaitismus“, als „die Nachkriegsphilosophie der Ratlosigkeit und des großen Palaverns“, die nur Gegensätze auffinden, aber keine verwirklichbaren Lösungsmöglichkeiten für die Gegenwart oder die Zukunft aufzeigen könne, bezeichnet.[5]

Nachdem es einige Zeit still um ihn geworden war, trat er als Wortführer der Linken 1986 im Historikerstreit wieder hervor. Habermas wandte sich in dem Artikel „Eine Art Schadensabwicklung“ gegen die von ihm als revisionistisch bezeichnete Argumentation einer Gruppe von BRD-treuen Historikern, nämlich Ernst Nolte neben Michael Stürmer, Andreas Hillgruber und Klaus Hildebrand), den Nationalsozialismus mit dem Stalinismus in einen ideologischen oder historischen Zusammenhang zu bringen. Der Beitrag stieß auf heftige Reaktionen und löste in der Folge den polemisch ausgetragenen Historikerstreit zwischen verschiedenen Lagern der BRD-konformen Ideologen aus.

In seinem 1990 erschienenen Buch „Die nachholende Revolution“ bedauert er die deutsche Teilwiedervereinigung und will eine Rechtfertigung „meiner Stellungnahme aus den letzten Jahren“ geben. Durch die deutsche Einheit werde der „längst eingeschlagene Weg in eine multikulturelle Gesellschaft und zum vereinigten Europa“ gefährdet. Als Alternative zu gefährlichem Nationalbewußtsein gebe es nur den Verfassungspatriotismus, der „vorpolitischen Krücken von Nationalität und Schicksalsgemeinschaft vorzuziehen sei.

Den Angriffskrieg der NATO im Kosovo 1999 beurteilte Habermas als einen „Sprung auf dem Weg des klassischen Völkerrechts der Staaten zum kosmopolitischen Recht einer Weltbürgergesellschaft“[6] und sprach sich dafür aus, daß demokratische Nachbarn zur „völkerrechtlich legitimierten Nothilfe“ greifen dürfen. In seiner neurotischen und stets hundertprozentigen Linientreue zum westlichen Terrorsystem ging er so weit, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die BR Jugoslawien zu preisen.

Joachim Fest hatte Habermas in seiner postum erschienenen Autobiographie als einen „dem Regime in allen Fasern seiner Existenz verbundenen HJ-Führer“ bezeichnet. Dieser „Vorwurf“, der vom Magazin Cicero veröffentlicht und von Habermas als „Denunziation“ zurückgewiesen wurde, wurde von dem ebenfalls als Jugendlichem NS-gläubigem Hans-Ulrich Wehler bestätigt.

Auszeichnungen

Im Jahre 1974 erhielt Habermas den Hegel-Preis der Stadt Stuttgart und 1976 den Sigmund-Freud-Preis. 1980 bekam er den Adorno-Preis der Stadt Frankfurt, deren CDU-Oberbürgermeister Walter Wallmann ausgerechnet die kommunistische „Kritische Theorie“ ausdrücklich bei der Preisverleihung verteidigte und würdigte.[7] Im Jahre 1985 bekam er den Geschwister-Scholl-Preis, für „Die neue Unübersichtlichkeit“ und die Wilhelm-Leuschner-Medaille, 1995 den Karl-Jaspers-Preis, 1999 den Theodor-Heuss-Preis. Aus der Hand des hessischen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch erhielt er am 19. Dezember 1999 den Hessischen Kulturpreis, bezeichnenderweise zusammen mit Marcel Reich-Ranicki, der nach 1945 als kommunistischer Geheimdienstoffizier in Polen tätig gewesen war.

Weitere Auszeichnungen: Sonning-Preis (1987), Helmholtz-Medaille (2000), Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2001), Prinz-von-Asturien-Preis (2003), Kyoto-Preis (2004), Intern. Holberg-Gedenkpreis (2005), Staatspreis des Landes NRW (2006), Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (2006), „Europa-Preis für politische Kultur“ der Hans-Ringier-Stiftung (2008), Heine-Preis der Stadt Düsseldorf (2012)

Ehrendoktorwürden: New School for Social Research, Neu York (1980), Universitäten Jerusalem, Buenos Aires, Hamburg (alle 1989), Utrecht, Evanston (1991), Athen (1993), Tel Aviv (1995), Bologna (1996), Paris (1997), Cambridge (1999), Harvard (2001)

Zu seinem 80. Geburtstag wurde Habermas als „der berühmteste deutsche Intellektuelle der Nachkriegszeit“ und als der „in den Seminaren der Welt meistgelesene Repräsentant der Generation des Wissenschaftswunders“[8] gefeiert und mit einer Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt geehrt.[9]

Mitgliedschaften

Dt. Akademie für Sprache u. Dichtung (seit 1983), Institut International de Philosophie, Paris (seit 1983), American Academy of Arts and Sciences (seit 1984), Academia Europaea, London (seit 1988), Serbische Akademie der Wissenschaften, Belgrad (seit 1988), British Academy of Science, Oxford; Russische Akademie der Wissenschaften (seit 1994); Suhrkamp-Stiftungsrat (bis 2003).

Familie

Jürgen Habermas ist seit 1955 mit Ute Wesselhoeft verheiratet und hat drei Kinder: Tilmann (geb. 1956), Rebekka (geb. 1959) und Judith (geb. 1967). Er lebt am Starnberger See.

Werke

  • Die Zukunft der menschlichen Natur. Auf dem Weg zu einer liberalen Eugenik? Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-51858-315-8

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 Rolf Kosiek: Die Frankfurter Schule und ihre zersetzenden AuswirkungenGrabert/Hohenrain-Verlag 2001 ISBN 978-3891800614
  2. Weiss-Mann, 2009
  3. Jürgen Habermas, 1968, S. 98
  4. FAZ, 31. Juli 1980
  5. zit. in Spiegel, Nr. 39, 1977, S. 239
  6. Die Zeit, Nr. 4, 1999
  7. FAZ, 12. September 1980
  8. FAZ, 18. Juni 2009
  9. FAZ, 19. Juni 2009