Gerlach, Waldemar

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Waldemar Gerlach.jpg

Waldemar Gerlach (Lebensrune.png 23. Februar 1913 in Eitra, Bad Hersfeld; Todesrune.png 21. Juli 1995 in Kassel) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht, zuletzt Major des Heeres und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges sowie zuletzt Oberstleutnant der neu gegründeten Bundeswehr, wo er u. a. vom 1. April 1958 bis 30. September 1961 Kommandeur des Versorgungsbataillon 46 der 2. Panzergrenadierdivision mit Sitz des Bataillonsstabes in Kassel war.

Ritterkreuz

Gerlach war Leutnant und Zugführer in dem am 12. Oktober 1937 aufgestellten Maschinengewehr-Bataillon 10 mit dem Friedensstandort Pirmasens, spätestens im Januar 1939 wird er laut Stellenbesetzung beim Maschinengewehr-Bataillon 13 als Oberleutnant und Kompaniechef geführt.

Das Maschinengewehr-Bataillon 13, mit dem Stamm aus der 3. Kompanie des MG-Bataillons 2 der Garnison Wetzlar (später Saarburg), wurde am 10. November 1938 mit Friedensstandort Saarlautern („Graf Werder“-Kaserne), im Wehrkreis XII, aus dem III. Bataillon/Infanterie-Regiment 70 aufgestellt. Das Bataillon wurde als Heerestruppe unter dem Generalkommando Saarpfalz aufgestellt und 1939 im Vorfeld der Westwall eingesetzt. Am 5. Februar 1940 wurde das Bataillon im Raum Magdeburg, im Wehrkreis XI, umgegliedert. Danach gliederte sich das Bataillon wie ein MG-Schützen-Bataillon mit drei MG-Schützen-Kompanien und einer 4. schweren Kompanie. Im Frühjahr 1940 nahm das Maschinengewehr-Bataillon (mot.) 13 unter Major Michalke (1939 unter Oberstleutnant Schaller noch Chef der 3. Kompanie) am Unternehmen „Weserübung“ teil, landete dabei auf Seeland in Dänemark („Weserübung-Süd“) am 9. April 1940, zunächst der 198. Infanterie-Division unterstellt.[1] Aufgeteilt war das Bataillon in der 2. Kampfgruppe Oberstleutnant „Schultz“ (Kommandeur Infanterie-Regiment 308), der 3. Kampfgruppe „Oberst Buck“ (Kommandeur Infanterie-Regiment 305) und der 5. Kampfgruppe „Oberst von Bessel“ (Kommandeur Infanterie-Regiment 326).

„Nach Aufbau der Funkstelle trafen die ersten Meldungen der geglückten Landung der Gruppen ‚Major Glein‘ in Kopenhagen, ‚Oberst Buck‘ in Gedser und ‚Hauptmann Kanzler‘ in Nyborg ein. Die Meldung über die planmäßige Landung an allen 4 Stellen wurde an das Höhere Kommando weitergegeben. Um 7.50 Uhr meldete die Gruppe ‚Oberst Buck‘ die Gewinnung des Brückenkopfes um Vordingborg. Um 7.45 Uhr wurde in Korsör durch ein Schiff der Marine der Funkspruch übermittelt, dass die dänische Regierung angeordnet hatte, der deutschen Wehrmacht keinen Widerstand zu leisten. Um 8.00 Uhr folgte der Divisionskommandeur mit seinem Stab im Kfz den vorausgeeilten Mot- und Radfahrgruppen der ‚Gruppe Schultz‘ nach der dänischen Garnison Slagelse und traf dort um 8.15 Uhr ein. Anschließend wurde durch den Divisionskommandeur die Front des dort angetretenen dänischen Bataillons des Infanterie-Regiments 5 abgeschritten. Um 8.45 Uhr erhielt der Kommandeur des MG-Bataillons 13 den Befehl, nach Ringsted zu rücken, um die dortige Garnison friedlich zu besetzen. Um 9.30 Uhr traf der Divisionsstab in Ringsted ein. Als nächstes Ziel wurde um 10.00 Uhr dem MG-Bataillon 13 die friedliche Besetzung der Garnison Roskilde gegeben. Eine Kompanie erhielt den Befehl zur friedlichen Besetzung von Holbäk. Um 11.00 Uhr erreichte gleichzeitig mit dem MG-Bataillon 13 der Führungsstab der Division Roskilde. Um 12.00 Uhr verließ der Führungsstab der Division Roskilde in Begleitung einer Kradschützen-Abteilung des MG-Bataillons 13 unter Führung des Kommandeur des Bataillons zur Fahrt nach Kopenhagen. Um 12.45 Uhr erreichte die Abteilung des Westrand von Kopenhagen und fuhr bis zur Zitadelle, wo sie um 13.00 Uhr eintraf. Dort begrüßte der Divisionskommandeur Major Klein, Kommandeur des I. / Infanterie-Regiment 308 und nahm dessen Meldung über den Vollzug seines Auftrages entgegen. Danach begab sich der Divisionskommandeur in die deutsche Gesandtschaft und nahm Verbindung mit dem dort anwesenden Chef des Generalstabes des Höheren Kommandos z.b.V. XXXI und mit dem deutschen Gesandten auf. Der Divisionsstab begab sich dann in sein Stabsquartier, das Hotel Phönix.“[2]

Danach erfolgte der Vormarsch in Norwegen („Weserübung Nord“) bis Andalsnes, hier hatten die Norwegen-Kämpfer Oberleutnants Waldemar Gerlach und Leopold Matthess bzw. Mattheß (Chef der 4. schweren Panzerabwehr-Kompanie) mit den schweren MGs und den Panzerabwehrkanonen den Vormarsch erkämpft, wofür beide am 9. Mai 1940 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde.

Von 1941 bis 1944 wurde das Bataillon in Nordkarelien und Nordfinnland an der Eismeerfront eingesetzt. 1945 war das Bataillon in Narvik stationiert und wurde später dann nach Oslo verlegt. Zuletzt wurde das Bataillon in der Maschinengewehr-Ski-Brigade „Finnland“ in Lappland eingesetzt (und trug dabei das Edelweiß). Als solche geriet es in westalliierte Kriegsgefangenschaft. Ob Gerlach nach dem Norwegenfeldzug weiterhin beim Bataillon war, ist jedoch unbekannt.

Nachkriegszeit

Nach Krieg und Kriegsgefangenschaft diente Gerlach bei der Bundeswehr vom 1. Januar 1956 bis 31. März 1969, zuerst als Hauptmann, zuletzt als Oberstleutnant. Er war ebenfalls Mitbegründer und Vorsitzender der Kameradschaft „Die Blauen aus Zwehren e. V.“, ehemalige Angehörige des Versorgungsbataillons 46, Versorgungsbataillons 2 und des Nachschubbataillon 2. Am Volkstrauertag 2011 wurde auch er bedacht:

„Der ökumenische Gottesdienst fand unter Mitwirkung des Orchesters der Freien Turnerschaft Niederzwehren in der Matthäuskirche. Im Anschluß an den Gottesdienst begaben sich 15 Personen zum Mahnmal auf dem Niederzwehrener Friedhof. Eine Abordnung der Niederzwehrener Feuerwehr legte hier den Kranz des ‚Vereintes Zwehren‘ nieder. Herr Jörg Hildebrandt (Reservistenkameradschaft) in Verretung von Herr Harald Böttger (Ortsvorsteher) und stellte besonders den Sinn und Zweck des Volkstrauertages heraus. ‚Erinnern - gedenken - zum Frieden mahnen‘. Die Teilnehmer der Blauen aus Zwehren erwiesen unserem ehemaligen Vorsitzenden und Mitbegründer unserer Kameradschaft Waldemar Gerlach an seiner Grabstätte die Ehre.“[3]

Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)

Verweise

Fußnoten

  1. Die 3. Kompanie landete in der ersten Welle als Teil der Abteilung Oberst BUCK, der außerdem noch das III./I.R.305, die 14./I.R.305, die Radf.Schwadr.235, die 1./Pi.Batl.235, 2 mittlere Funkstellen der N.A.235 und Fährpersonal für die Bedienung der dänischen Fähren angehörten, mit den Fähren MECKLENBURG und SCHWERIN von Warnemünde kommend in Gjedser. Der Rest des Bataillons wurde mit Teilen der 198. Infanterie-Division mittels einer Seetransportstaffel, bestehend aus den Dampfern LEUNA, BUENOS AIRES, CORDOBA und ENTRERIOS, von Kiel nach Korsör nachgeführt (Verladebeginn: W-Tag, 0400 Uhr, Schleuse Holtenau).
  2. Besetzung der Dänischen Inseln am 9. April 1940, Lexikon der Wehrmacht
  3. Die Blauen aus Zwehren, Berichte bis 2011