Kareski, Georg

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Georg Kareski

Georg Kareski.jpg

Gemälde von Josef Oppenheimer (1927)
Geboren 21. Oktober 1878
in Posen
Verstorben 2. August 1947
in Ramat Gan
Volkszugehörigkeit Jude
Beruf Bankier, Politiker
Mitgliedschaft: Jüdische Volkspartei

Georg Kareski (geb. 21. Oktober 1878 in Posen, gest. 2. August 1947 in Ramat Gan) war ein jüdischer Bankier und Politiker in Berlin. Seit 1920 war er im Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin. Er machte diese zu seiner politischen Basis und gehörte dort zu den Gründern der „Jüdischen Volkspartei“. 1928 wurde er zum Vorsitzenden des Vorstands der Berliner Gemeinde gewählt und hatte dieses Amt bis 1930 inne. Außerdem war er Präsident der Jugendbewegung „Betar“ und Kopf des Sportvereins „Bar Kochba“.

Leben

Kareski, geboren 1878 in Posen, war als Chef der C.A.F. Kahlbaum AG und der Berliner Schultheiß-Brauerei, als Direktor der Michael-Industrie und in anderen Funktionen ein maßgeblicher Unternehmer im Deutschen Reich; er saß im Vorstand des Reichsverbandes der Deutschen Industrie.[1] Früh schloß er sich der zionistischen Bewegung an, war im Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde und gründete die jüdische Genossenschaftsbank „Iwria“ in Berlin.[1] 1933 schuf er als Abspaltung von der Jüdischen Volkspartei die Staatszionistische Organisation.

Im Jahr 1937 ging die Iwria-Bank bankrott, Kareski floh nach Palästina. Kareski zog sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück und fungierte bis 1947 als Vorsitzender des Krankenfonds der Zionisten-Revisionisten in Palästina. Er starb 1947 in Ramat Gan.

Positionen

Georg Kareski begrüßte die Nürnberger Gesetze. Das diesbezügliche Pressegespräch, das mit Georg Kareski am 2. Oktober 1935 geführt wurde, erschien am 23. Dezember in dem von Joseph Goebbels herausgegebenen Blatt Der Angriff unter dem Titel „Reinliche Scheidung sehr erwünscht. Die Nürnberger Gesetze erfüllen auch alte zionistische Forderungen“. Darin erklärte Karesiki:

Ich habe seit vielen Jahren eine reinliche Abgrenzung der kulturellen Belange zweier miteinander lebenden Völker als Voraussetzung für ein konfliktfreies Zusammenleben angesehen … Die Nürnberger Gesetze vom 15. September 1935 scheinen mir, von ihren staatsrechtlichen Bestimmungen abgesehen, ganz in der Richtung auf diese Respektierung des beiderseitigen Eigenlebens zu liegen.
Wenn das jüdische Volk sich zwei Jahrtausende nach dem Verlust seiner staatlichen Selbstständigkeit trotz fehlender Siedlungsgemeinschaft und sprachlicher Einheit bis heute erhalten hat, so ist das auf zwei Faktoren zurückzuführen: seiner Rasse und der starken Stellung der Familie im jüdischen Leben. Die Lockerung dieser beiden Bindungen in den letzten Jahrhunderten war auch für die jüdische Seite Gegenstand ernster Sorge. Die Unterbrechung des Auflösungsprozesses in weiten jüdischen Kreisen, wie er durch die Mischehe gefördert wurde, ist daher vom jüdischen Standpunkt rückhaltlos zu begrüßen.[2]

Kareski verlangte die Rassentrennung zwischen Juden und Nichtjuden sowie die Kenntlichmachung der Juden durch Tragen eines gelben Davidsterns auf der Kleidung. Ähnlich wie Jabotinsky, der einen Evakuierungsplan für polnische Juden unterstützte, trat Kareski für die Auswanderung der Juden aus Deutschland als Lösung der Judenfrage ein.[3] Im Gegensatz zur ZVfD, die mit der deutschen Reichregierung eher zögerlich zusammenarbeitete, bemühte sich Kareski um eine aktive Unterstützung der NS-Judenpolitik. 1934/35 verteidigte er in öffentlichen Reden die Ansicht, ein Ende des jüdischen Lebens in Deutschland stelle eine positive Tatsache dar, erfülle sich damit doch eine Grundüberzeugung des Zionismus, die die Unterstützung der in Deutschland lebenden Juden verdiene. Kareski trat auch dafür ein, daß das auf Verordnung Hindenburgs 1934 gestiftete und nun im Jahre 1935 zur Verleihung kommende Ehrenkreuz für Frontkämpfer, nicht an jüdische Kriegsteilnehmer verliehen werden dürfe.

Von den übrigen jüdischen Organisationen in Deutschland wurde Kareski jedoch angefeindet, weil er die Kooperation mit den Nationalsozialisten suchte.

Bewertung

Kareskis Ansichten zu der Frage, wie sich die Juden in Deutschland nach der Nationalen Revolution gegenüber der Regierung verhalten sollten, stellten ihn ins Zentrum eines vehementen Streites, der im Jahre 1937 bis vor den Obersten Rabbinischen Gerichtshof ging. Das rabbinische Obergericht in Jerusalem wies die Klagen gegen die Verleumdung seiner Person demonstrativ ab.

Wie man Kareski nach geltender Sprachregelung einzuschätzen habe, macht der Titel eines von Herbert S. Levine verfaßten Aufsatzes des Jahres 1975 deutlich: „Jewish Collaborator in Nazi-Germany“. Kareski war dagegen aber der Auffassung stets im Interesse der Juden zu handeln. Den Industriellen und Politiker Georg Kareski wegen seines Versuches eines zionistischen Arrangements mit dem NS-Staat zum verräterischen oder irrsinnigen Außenseiter zu erklären, wie dies nach 1945 häufig geschah, ist schon allein deshalb problematisch, weil es viele jüdische Anstrengungen dieser Art gab — auch im Kriege, als beispielsweise die zionistische Kampforganisation, der die späteren israelischen Regierungschefs Begin und Schamir angehörten — Hitler einen Pakt vorschlug.[1]

Werke

  • Der neue Gemeindehaushalt: Rede des Vorsitzenden des Gemeindevorstandes Herrn Direktor Kareski, in der Repräsentantenversammlung [der Jüdischen Gemeinde, Berlin] am 30. Januar 1930
  • Sturm über Erez-Israel! (Berlin, 1936)[4]

Literatur

  • Kurt Blumenfeld: Erlebte Judenfrage. Ein Vierteljahrhundert deutscher Zionismus, Stuttgart 1962, S. 188.
  • Otto Dov Kulka: Deutsches Judentum unter dem Nationalsozialismus, Band 1: Dokumente zur Geschichte der Rechtsvertretung der deutschen Juden 1933-1939, Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts 54, Mohr Siebeck, Tübingen 1997, S. 318ff.
  • Herbert Levine: A Jewish Collaborator in Nazi Germany. The Strange Career of Georg Kareski, 1933-1937, in: Central European History 8 (1975), S. 251–281.
  • Francis R. Nicosia: Revisionist Zionism in Germany (II): Georg Kareski and the Staatszionistische Organisation, 1933–1938, in: Leo Baeck Institute Yearbook 32/1 (1987), S. 231-267.
  • Francis R. Nicosia: Ein nützlicher Feind. Zionismus im nationalsozialistischen Deutschland 1933-1939, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 37/3 (1989), S. 367-400. (PDF-Datei des kompletten Heftes)

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  2. vgl. inge09.blog.de, 26. November 2010: Die Strippenzieher sind immer noch am Werk
  3. Georg Kareski: Liquidation des deutschen Judentums. in: (Der) Staatszionist, 31. März 1935
  4. Rede zur Kundgebung in Berlin am 11. Juni 1936; 18 Seiten