Lothringen, Karl Alexander von

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Karl Alexander Prinz von Lothringen und Bar mit Marschallstab, 1756

Karl Alexander Prinz von Lothringen und Bar (Lebensrune.png 12. Dezember 1712 in Lünstadt; Todesrune.png 4. Juli 1780 in Tervuren) war ein deutscher Adliger, Prinz, Hochmeister des Deutschen Ordens, Feldmarschall der Kaiserlichen Armee des römisch-deutschen Kaisers, Gouverneur und Generalkapitän der Österreichischen Niederlande im Auftrag des Erzherzogtums Österreich.

Wirken

Erzherzogin Maria Anna (1718–1744), Tochter von Karl VI.

Der erfolgreiche Offizier der Türkenkriege (Schlacht bei Krotzka, 1739) und des Österreichischen Erbfolgekrieges sollte im deutschen Bruderkampf zwei bedeutende Schlachten gegen die Preußische Armee verlieren: 1742 verlor er die Schlacht bei Chotusitz in Böhmen gegen Friedrich II. von Preußen, was kurz darauf zum für Preußen vorteilhaften Vorfrieden von Breslau führte. 1745 wurde er aber durch Friedrich II. in der Schlacht bei Hohenfriedberg (4. Juni) und in der Schlacht bei Soor (30. September) schwer geschlagen. Der Friede von Dresden (25. Dezember 1745) besiegelte den Verlust der Provinz Schlesien.

Bei der Schlacht bei Kesselsdorf am 15. Dezember 1745 versäumte er es, den kaiserlichen und kursächsischen Truppen (obschon er den Gefechtslärm gehört haben soll) rechtzeitig zur Hilfe zu kommen. Der Friede von Dresden (25. Dezember 1745) besiegelte den Verlust der Provinz Schlesien. Im Verlauf des Siebenjährigen Krieges kämpfte er erneut gegen Friedrich II. und verlor 1757 die Schlacht von Prag und Schlacht bei Leuthen, was seine Abberufung vom Oberkommando der Kaiserlichen Armee zur Folge hatte.

Er zog sich nun ganz nach Brüssel zurück, wo er zeit 1748 Gouverneur (Statthalter) war, und widmete sich der Verwaltung der Niederlande. Hier erwarb er sich bedeutende Verdienste nicht nur um die Erhaltung des Friedens im Lande, sondern auch um die Hebung des Wohlstandes, den Ausbau der Industrie und die Förderung des Handels.

Tod

Karl Alexander Prinz von Lothringen und Bar verstarb 1780, sein Grab befindet sich in Brüssel, wo der Hochmeister zuletzt seine Amtsgeschäfte ausübte.

Familie

Karl Alexander war der Sohn von Leopold Joseph von Lothringen und der der Enkel des „Türkensiegers“ Generalissimus Karl von Lothringen. Sein älterer Bruder war Kaiser Franz I. Stephan, dessen Gemahlin seit 1736 Maria Theresia war. Er heiratete er am 7. Januar 1744 in der Wiener Augustinerkirche (Hofkirche) Maria Anna Erzherzogin von Österreich, die jüngere Schwester Maria Theresias und Tochter des Kaisers Karl VI. Maria Theresia hatte zugunsten ihrer „kleinen Schwester“ die Erlaubnis zur Eheschließung gegeben, die der Vater zu Lebzeiten noch abgelehnt hatte. Bereits am 26. März 1744 zog er in Brüssel als Generalgouverneur der österreichischen Niederlande ein.

Karl Alexander zog dann im Frühjahr 1744 in den Kampf gegen die Franzosen in Flandern und im Elsaß, um dann nach Böhmen im Kampf gegen das Königreich Preußen (→ Deutscher Dualismus) zu eilen, während Maria Anna ihr erstes Kind erwartete. Doch das Mädchen kam am 16. Dezember tot zur Welt. Die Mutter erstarb Stunden später am 16. Dezember 1744. Karl Alexander sollte nie wieder heiraten. Nur wenige Tage nach Maria Anna verstarb auch Franz Stephans und Karl Alexanders Mutter, Elisabeth Charlotte von Lothringen (1676–1744). Er blieb Generalgouverneur bis zu seinem Tod im Jahre 1780.

Beförderungen

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • Inhaber eines kaiserlichen Infanterie-Regimentes (später No. 15), 1716
  • Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies am 5. April 1729
  • Oberstinhaber des Infanterie-Regiments No. 3, April 1736
  • Militär-Maria-Theresien-Orden, Großkreuz
    • er wurde als erster mit dem nach dem Sieg bei Kolin gestifteten Militär-Maria Theresien-Orden ausgezeichnet
  • Seit 1761 war er Hochmeister des Deutschen Ordens und damit Oberst-Inhaber des Infanterie-Regiments No. 4