Generalfeldmarschall (Deutschland)

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Feldherr Generalfeldmarschall a. D. August von Mackensen, mit ihm starb am 8. November 1945 im Alter von 96 Jahren der letzte Feldmarschall der Reiterei und Husaren-General der alten Kaiserlichen Armee.

Der Generalfeldmarschall (auch: General-Feldmarschall) ist seit dem Ende des 17. Jahrhunderts der höchste militärische Dienstgrad in den Armeen der deutschen Staaten. Die Bezeichnung Feldmarschall (von althochdeutsch marahscalc, mittelhochdeutsch marschalc „[Hof-]Marschall, Stallmeister, Pferdeknecht“) war im 16. Jahrhundert der Führer der Reiterei. Im Dreißigjährigen Krieg war der Feldmarschall ein höherer Generalsrang.

Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation konnte ein Reichsgeneralfeldmarschall (früher auch: Reichs-Feld-Oberster oder Reichs-Oberster-Feld-Hauptmann)[1] nur vom römisch-deutschen Kaiser und den Reichsständen im Reichstag gemeinsam ernannt werden. Entsprechend mußte der Ernannte vor dem Kaiser und dem Reichstag seinen Eid ablegen. Der Marschallstab, eingeführt in Deutschland im 19. Jahrhundert, mit den Hoheitszeichen des Landesherren geschmückt, und nur von diesem verliehen oder übersandt, machte den Marschall zum Teilhaber an der Macht des Landesherren.

Der Generalfeldmarschall war in der Preußischen Armee ein Dienstgrad, der an Offiziere in der Regel nur für herausragende militärische Erfolge verliehen werden konnte. Generalfeldmarschall konnte werden, wer einen Feldzug erfolgreich führte, eine Festung erstürmte oder eine bedeutende Schlacht gewann.

In Friedenszeiten wurde er aber auch ehrenhalber an Fürsten befreundeter Staaten oder als Charakter (das heißt Ehrenrang) an verdiente Generäle zur Versetzung in den Ruhestand vergeben. Mitglieder des Königshauses wurden traditionellerweise (bis Ende des 19. Jahrhunderts) nicht zum Generalfeldmarschall befördert. 1854 wurde der Rang des Generalobersten geschaffen, um Prinz Wilhelm befördern zu können, ohne gegen diese Regel zu verstoßen.

In der Preußischen Armee – ebenso in der Wehrmacht – hatte ein Generalfeldmarschall Anspruch auf bestimmte Privilegien. Ein Feldmarschall schied nicht aus dem aktiven Dienst aus und wurde bis zum Tod als aktiver Soldat geführt und geehrt. In Preußen waren außerdem alle Feldmarschälle Mitglieder des Preußischen Staatsrates.

Liste der Generalfeldmarschälle

Reichsgeneralfeldmarschälle des Heiligen Römischen Reiches

Seit dem späten 17. Jahrhundert wurden vom Reichstag im Einvernehmen mit dem Kaiser stets zwei Reichsgeneralfeldmarschälle bestellt: je einer aus dem katholischen (Corpus Catholicorum) und einer aus dem protestantischen (Corpus Evangelicorum) Lager. Sie waren zeitweise Heerführer in der Reichsarmee.

1664 (kath.) – Markgraf Leopold Wilhelm von Baden-Baden (1626–1671)
1674 (evang.) – Markgraf Friedrich VI. von Baden-Durlach (1617–1677)
1682 (evang.) – Fürst Georg Friedrich zu Waldeck (1620–1692)
1702, 30. September (kath.) – Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655–1707), „Türkenlouis“
1707, 21. Februar (kath.) – Prinz Eugen von Savoyen (1663–1736)
1712, 9. September (evang.) – Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg (1676–1733)

Nach dem Ableben von Herzog Eberhard Ludwig wurden kurzfristig neben Prinz Eugen drei weitere Reichsgeneralfeldmarschalle ernannt.[2]

1734, 21. Mai (kath.) – Karl Alexander Herzog von Württemberg-Winnental (1684–1737)
1734, 21. Mai (evang.) – Leopold I. Fürst von Anhalt-Dessau (1676–1747)
1734, 21. Mai (evang.) – Ferdinand Albrecht II. Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1680–1735)
1737 (kath.) – Herzog Franz Stephan von Lothringen (1708–1765), ab 1745 Kaiser Franz I.
1753 (evang.) – Prinz Ludwig Ernst von Braunschweig-Wolfenbüttel (1718–1788)
1756 (evang.) – Johann August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1704–1764)
1760, 17. März (kath.) – Friedrich Michael Pfalzgraf am Rhein, Fürst von Zweibrücken (1724–1767)
Die Ernennung zum Reichsgeneralfeldmarschall vom 16. Februar 1758 durch Kaiser Franz auf Druck seiner Gemahlin Maria Theresia wurde vom Reichstag nicht anerkannt. Erst am 17. März 1760 wurde er im Regensburger Reichstag, der sich bisher gegen die Anerkennung der vom Wiener Hofe eigenmächtig verliehenen Würde hartnäckig gesträubt hatte, durch einen Majoritätsbeschluß vom zum „katholischen Reichsgeneralfeldmarschall“ ernannt. Johann Baptist Graf von Serbelloni, seit dem 11. Mai 1758 kaiserlicher Feldmarschall, übernahm am 27. April 1761 in Bamberg das Kommando über die Reichstruppen. Er wird in Literatur zuweilen als Generalfeldmarschall oder gar Reichsfeldmarschall geführt, eine derartige Ernennung durch den Reichstag hat es aber nach Recherchen nicht gegeben. Graf von Serbelloni drang nun mit der vereinigten kaiserlichen und Reichsarmee im Vogtland ein. Vom 26. April 1762 bis Mai 1763 wurde dann Johann Sigismund Macquire von Inniskillen mit dem Interims-Kommando der Reichsarme betraut.
1785, 9. November (kath.) – Prinz Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen (1702–1787)
Karl Herzog von Pfalz-Zweibrücken sowie Friedrich August Fürst zu Anhalt-Zerbst wurden Reichs-Generalfeldzeugmeister, Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen sowie Heinrich August Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen wurden Reichs-General der Kavallerie und Friedrich Landgraf von Hessen-Homburg sowie Friedrich August Prinz von Nassau-Usingen wurden Reichs-General-Feldmarschall-Leutnant
1793, 8. April (evang.) – Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1737–1815)
1794, 18. März (kath.) – Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen (1738–1822)
1796, 10. Februar (kath.) – Karl Ludwig Johann Joseph Lorenz Erzherzog von Österreich, Herzog von Teschen (1771–1847) – letzter Reichsgeneralfeldmarschall [3]

Kaiserliche Feldmarschälle 1618–1806

Wolfgang Julius Reichsgraf von Hohenlohe-Neuenstein
Gideon Ernst von Laudon: Gemälde von Carl (Karl) Caspar (1747-1809)

Die römisch-deutsche Kaiserwürde des Ersten deutschen Reiches lag bis 1740 mit Ausnahme der wittelsbachischen Zeit (1742–1745) beim deutsch-österreichischen Haus Habsburg bzw. von 1742 bis 1806 Habsburg-Lothringen.[4] Die vom Kaiser ernannten Feldmarschälle der Kaiserlichen Armee waren:

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation anno 1789

Generalsränge

Feldmarschälle Österreichs/Österreich-Ungarns

Kaisertum Österreich 1804–1867

Österreich-Ungarn 1867–1918

Kurpfalz

König Georg von Sachsen als Prinz (Porträt von Franz Kops, 1895)
  • 1703 – Johann Ernst Graf von Nassau-Weilburg
  • 1746 – Friedrich Michael Prinz von Pfalz-Zweibrücken
    • Am 6. Februar 1746 erhielt er zur Vermählung vom sulzbachischen Erbprinzen Joseph Karl. Ludwig XV. als Hochzeitsgeschenk das Patent eines Generallieutenants, doch am 27. Februar 1746 ernannte Kurfürst Karl Theodor den Schwager „auf gut Vertrauen und Glauben, so er zu Sr. Liebden gestelle“, zum Generalfeldmarschall und kommandierenden Generalissimus über sämmtliche pfälzische Truppen zu Ross und zu Fuß – etwa 12.000 Mann – wie auch über die Leibgarde zu Pferd und die Schweizer Leibgarde. 1753 wurde ihm von Kurfürst Karl Theodor die Statthalterschaft im Herzogtum Jülich, vom Oberrheinischen Kreis 1754 die Stelle eines Generalfeldmarschalls übertragen. Er focht dann in kaiserlichen Diensten im böhmischen Feldzug unter Karl von Lothringen; in der Schlacht bei Prag wurde er verwundet; zum Dank für die bei Kolin geleisteten Dienste wurde er am 13. November 1757 zum General der Kavallerie, und bald darauf, am 18. Januar 1758, „in Ansehung Dero Uns und unserem durchlauchtigsten Ertzhauß zutragenden ganz ausnehmenden aufrechten Gesinnung und Ergebenheit, wie auch zu Beförderung Unseres Dienstes und Interesse bezeigenden sonderbaren Eifers und Sorgfalt, dann mehr anderer bekleidender vortrefflicher Eigenschaften“ zum kaiserlichen Feldmarschall ernannt. Die Ernennung zum Reichsgeneralfeldmarschall vom 16. Februar 1758 durch Kaiser Franz auf Druck seiner Gemahlin Maria Theresia wurde vom Reichstag nicht anerkannt. Erst am 17. März 1760 wurde er im Regensburger Reichstag, der sich bisher gegen die Anerkennung der vom Wiener Hofe eigenmächtig verliehenen Würde hartnäckig gesträubt hatte, durch einen Majoritätsbeschluß vom zum „katholischen Reichsgeneralfeldmarschall“ ernannt.

Kursachsen und Königreich Sachsen

Kurhannover

Kurbrandenburg, Preußen und Deutsches Kaiserreich

Generalfeldmarschall und Reichspräsident Paul von Hindenburg mit Marschallstab.

Ohne die Generalobersten mit dem Rang als Generalfeldmarschall:

Drittes Reich (1933–1945)

Heer

  1. 20. April 1936 – Werner von Blomberg (1878–1946), Reichswehrminister 1933–1935, Reichskriegsminister 1935–1938
  2. 19. Juli 1940 – Walther von Brauchitsch (1881–1948), Oberbefehlshaber des Heeres von 1938 bis 1941
  3. 19. Juli 1940 – Wilhelm Keitel (1882–1946, hingerichtet), Chef des Oberkommandos der Wehrmacht
  4. 19. Juli 1940 – Günther von Kluge (1882–1944, Suizid), Heeresgruppenführer
  5. 19. Juli 1940 – Wilhelm Ritter von Leeb (1876–1956), Heeresgruppenführer
  6. 19. Juli 1940 – Fedor von Bock (1880–1945, gefallen), Heeresgruppenführer
  7. 19. Juli 1940 – Wilhelm List (1880–1971), Heeresgruppenführer
  8. 19. Juli 1940 – Erwin von Witzleben (1881–1944, hingerichtet), Heeresgruppenführer und Widerstandskämpfer
  9. 19. Juli 1940 – Walter von Reichenau (1884–1942, Schlaganfall), Heeresgruppenführer
  10. 19. Juli 1940 – Gerd von Rundstedt (1875–1953), Heeresgruppenführer und Oberbefehlshaber West
  11. 31. Oktober 1940 – Eduard Freiherr von Böhm-Ermolli (1856–1941), österreichisch-ungarischer Feldmarschall, Armeeführer im Ersten Weltkrieg (Charakter eines deutschen Generalfeldmarschalls)
  12. 22. Juni 1942 – Erwin Rommel, „der Wüstenfuchs“ (1891–1944, zum Suizid gezwungen), für die Eroberung Tobruks als Oberbefehlshaber des deutschen Afrikakorps, Heeresgruppenführer
  13. 30. Juni 1942 – Georg von Küchler (1881–1968), Heeresgruppenführer
  14. 30. Juni 1942 – Erich von Manstein (1887–1973), für die Eroberung Sewastopols als Befehlshaber der 11. Armee, Heeresgruppenführer
  15. 29. Januar 1943 – Friedrich Paulus (1890–1957), Armeeführer der 6. Armee in der Schlacht von Stalingrad
  16. 1. Februar 1943 – Ewald von Kleist (1881–1954), Panzergruppenführer, Heeresgruppenführer
  17. 1. Februar 1943 – Maximilian Reichsfreiherr von Weichs (1881–1954), Heeresgruppenführer
  18. 1. Februar 1943 – Ernst Busch (1885–1945), Heeresgruppenführer
  19. 1. März 1944 – Walter Model (1891–1945, Suizid), Heeresgruppenführer
  20. 5. April 1945 – Ferdinand Schörner (1892–1973), Heeresgruppenführer

Luftwaffe

  1. 4. Februar 1938 – Hermann Göring (1893–1946, Suizid), Oberbefehlshaber der Luftwaffe, (Ernennung zum Reichsmarschall am 19. Juli 1940)
  2. 19. Juli 1940 – Albert Kesselring (1885–1960), Luftflottenführer, ab 1941 Oberbefehlshaber Süd bzw. Süd-West bzw. C
  3. 19. Juli 1940 – Erhard Milch (1892–1972), Generalinspekteur der Luftwaffe
  4. 19. Juli 1940 – Hugo Sperrle (1885–1953), Luftflottenführer
  5. 16. Februar 1943 – Wolfram Freiherr von Richthofen (1895–1945), Luftflottenführer
  6. 25. April 1945 – Robert Ritter von Greim (1892–1945, Suizid), Luftflottenführer, ab 26. April 1945 Oberbefehlshaber der Luftwaffe

Kriegsmarine

  1. 1. April 1939 – Erich Raeder (1876–1960), Oberbefehlshaber der Kriegsmarine bis Januar 1943, dann Generalinspekteur der Marine (Rangbezeichnung: Großadmiral)
  2. 31. Januar 1943 – Karl Dönitz (1891–1980), Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (Rangbezeichnung: Großadmiral)

Feldmarschall in anderen Ländern

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Borchert: Die Generalfeldmarschälle und Großadmiräle der Wehrmacht. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 1994, ISBN 3-7909-0511-9
  • Jürgen Hahn-Butry (Hg.): Preußisch-deutsche Feldmarschälle und Großadmirale. Safari, Berlin 1937
  • Schematismus für das k.u.k. Heer und für die k.u.k. Kriegsmarine für 1914. Wien 1914
  • J.C. Steiner: Schematismus der Generale und Obersten der k.u.k. Armee. Edition S und H, Wien 1992, ISBN 3-901215-01-8
  • Kasamas: Österreichische Chronik. Brüder Hollinek, Wien 1948
  • Wandruszka-Urbanitsch (Hg.): Die Habsburgermonarchie 1848–1918. Bd. V. Die bewaffnete Macht. Verl. der Österr. Akad. der Wiss., Wien 1987, ISBN 3-7001-1122-3
  • Trevor N. Dupuy: Der Genius des Krieges – Das deutsche Heer und der Generalstab 1807–1945, übersetzt von Franz Uhle-Wettler, Graz, Ares, 2009, ISBN 978-3902475510

Fußnoten

  1. Vgl.: Geheimer Justizrath Johann Stephan Pütter und Hofrath sowie Prof. Carl Friedrich Häberlin: Handbuch des teutschen Staatsrecht nach dem System des Herrn Geheimen Justizrath Pütter, III. Band, 1797, S. 247
  2. Vgl. Reichsgeneralfeldmarschall. In: Christoph Gottlob Heinrich: Allgemeine Weltgeschichte. Band 97. Cristian Kroß, Wien 1805, S. 21.
  3. Vgl. Heinrich Zeissberg: Der letzte Reichsgeneralfeldmarschall Erzherzog Carl (1796). C. Gerold's Sohn, Wien 1898.
  4. Von 1618 bis zum Untergang der Habsburgermonarchie 1918 wurden 287 Feldmarschälle ernannt. Vgl. Vgl. Antonio Schmidt-Brentano: Kaiserliche und k. k. Generale (1618–1815) (PDF-Datei; 443 kB)
  5. Frühjahr 1664 burgundischer Reichskreis-Oberst, 28. Juni 1673 Feldzeugmeister und 18. September 1683 Feldmarschall. Domherr von Paderborn, Köln, Straßburg, Salzburg und Augsburg