Pieck, Wilhelm

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Ho Chi Minh (rechts) bei Wilhelm Pieck 1957

Friedrich Wilhelm Reinhold Pieck (Lebensrune.png 3. Januar 1876 in Guben; Todesrune.png 7. September 1960 in Ost-Berlin) war ein deutscher Parteifunktionär[1] und Diktator. Er gilt als Verräter von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Werdegang

Wilhelm Pieck wurde am 3. Januar 1876 in Guben in der Mark Brandenburg als Sohn eines Tischlers geboren.[2] Er kam als Sproß einer ursprünglich aus Westfalen stammenden, streng religiösen evangelischen Familie zur Welt. Pieck wurde ebenfalls Tischler und ging auf „die Walz“. 1894 trat er zunächst dem Holzarbeiterverband, 1895 in Marburg der SPD bei.[3] Er ließ sich in Bremen nieder, wo er als Parteifunktionär bald eine Rolle spielte und von 1906 bis 1910 als Abgeordneter in der Bremer Bürgerschaft saß.[4]

Zeitweise fungierte er (1907) als Organisationsleiter der SPD-Parteischule, an der u. a. Rosa Luxemburg lehrte.[5] Durch sie gewann er Anschluß an die linke Gruppe der SPD, zu der Karl Liebknecht, Franz Mehring und Clara Zetkin gehörten. Pieck wurde nun berufsmäßiger Parteifunktionär.[5]

1918 desertierte er aus der deutschen Armee und verschwand ins neutrale Holland. Nach dem Ersten Weltkrieg zählte er zu den Gründern der KPD. Zusammen mit Luxemburg und Liebknecht geriet er im Januar 1919 in Berlin in Haft, konnte aber durch umfangreiche Aussagen seine Haut retten. Ernst Thälmann ließ später deswegen eine Untersuchungskommission gegen Pieck ermitteln, deren Bericht geheimgehalten wurde. Pieck erwies sich als geschickter Lavierer. Im KPD-Apparat verwaltete er die Komintern-Gelder.

1922 war er Mitbegründer der Internationalen Roten Hilfe und wurde 1924 Vorsitzender der Roten Hilfe Deutschlands. Von 1928 bis 1933 gehörte er dem Reichstag an. Außerdem leitete er die Komintern-Schule als Rektor. Im Jahre 1931 wurde Pieck ins Präsidium des Exekutiv-Komitees der Kommunistischen Internationalen gewählt.

Nach dem Wahlsieg der NSDAP ging er 1935 nach Moskau und wurde in der Nachfolge des inhaftierten Ernst Thälmann neuer KP-Führer. Pieck überstand die stalinschen Säuberungen der 1930er Jahre in der Sowjetunion bemerkenswerterweise unbeschadet. Er vollzog jeden taktischen Schwenk Stalins mit und begrüßte z. B. den Schulterschluss mit Deutschland als „Friedensschritt“ sowie als Eindämmung des Imperialismus der Westmächte. Später leitete er den Deutschen Volkssender der Sowjets, rief die deutschen Soldaten zu Sabotage und Desertion auf. 1943 gehörte er zu den Initiatoren des Nationalkomitees Freies Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er maßgeblich an der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED in der damaligen sowjetisch besetzten Zone Deutschlands beteiligt.[6] Von 1946 bis 1954 war er zusammen mit dem einstigen Sozialdemokraten Otto Grotewohl SED-Vorsitzender. Von 1949 bis zu seinem Tode fungierte Pieck als erster und einziger Präsident der DDR.

Personenkult

Ihm zu Ehren belegten die SED-Machthaber Hunderte Straßen, Plätze und öffentliche Einrichtungen mit seinem Namen, darunter die Rostocker Universität, die sich Anfang 1990 davon reinigte. 1961 erhielt Piecks Geburtsstadt Guben an der Neiße den offiziellen Zusatz „Wilhelm-Pieck-Stadt“, wobei in der Regel schamvoll verschwiegen wurde, daß Piecks Wiege im Ostteil der Stadt stand, der seit 1945 von Polen völkerrechtswidrig annektiert ist.[7]

Familie

Piecks Sohn Arthur brachte es zum stellvertretenden DDR-Verkehrsminister. Seine Tochter Lore, verheiratet mit dem SED-Funktionär Staimer, wurde DDR-Diplomatin. Seine Tochter Irma Elly Gertrud Winter, die den hochrangigen KP-Funktionär Theodor Winter geheiratet hatte, wirkte als Piecks persönliche Sekretärin und später als Leiterin des Wilhelm-Pieck-Archivs.

Zitate

  • Von Wilhelm Pieck, dem KPD-Vorsitzenden und späteren Präsidenten der DDR, wird berichtet, er habe 1945 auf die Nachricht von der Besetzung Stettins durch Polen wutentbrannt geschrien: „Das ist ein Übergriff, den wir uns nicht bieten lassen werden. (...) Wir werden uns alles wieder zurückholen, was uns die Pollacken geraubt haben; auch meine Heimatstadt Guben.“ [8]

Literatur

  • Harold Hurwitz: Zwangsvereinigung und Widerstand der Sozialdemokraten in der Sowjetischen Besatzungszone und Berlin, Verlag Wissenschaft und Kritik, Köln 1990 [Sonderdruck ohne ISBN für den Verein für politische Bildung und soziale Demokratie e.V. (DDR), 173 S.]

Verweise

Tondateien

Wilhelm Pieck in einer Reichstagsrede als Mitglied der KPD im Mai 1932 über die Weimarer Republik: „Dieser Staat muß zertrümmert werden“: (zum anhören)

Fußnoten

  1. Wilhelm Pieck war zuerst Sozialdemokrat, später Gründungsmitglied der KPD und Präsident der DDR (1949-1960).
  2. a. Q.: Sein Vater war Kutscher.
  3. Wie die meisten Diktatoren Europas in der Neuzeit, z. B. Lenin, Stalin, Pilsudski, Mussolini, Dimitroff, Ulbricht, ging auch Pieck politisch aus der Sozialdemokratie hervor, der er sich 1895 anschloß und die er u. a. als Abgeordneter in der Bremischen Bürgerschaft vertrat.
  4. Internationales Biographisches Archiv 39/1960
  5. 5,0 5,1 Munzinger-Archiv GmbH, 1960
  6. Bei Kriegsende nach Deutschland zurückgekehrt, bewerkstelligte er die Vereinigung von KPD und SPD in der Sowjetzone.
  7. Der westliche Teil seiner Heimatstadt Guben, der nach dem Zweiten Weltkrieg nicht polnisch besetzt wurde, trug von 1961 bis 1990 die amtliche Bezeichnung „Wilhelm-Pieck-Stadt Guben“.
  8. Bernd Aischmann: Einfach unter den Nagel gerissen - Mecklenburg-Vorpommern, die Stadt Stettin, jungefreiheit.de, 18. Juli 2009