Fontane, Theodor

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Dr. h. c. phil. Theodor Fontane (1819–1898)

Heinrich Theodor Fontane (Lebensrune.png 30. Dezember 1819 in Neuruppin; Todesrune.png 20. September 1898 in Berlin) war ein deutscher Unteroffizier der Preußischen Armee, Apotheker und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Zu seinem Wirken heißt es:[1]

Theodor Fontane, geb. 30. Dezember 1819 in Neu-Ruppin, wurde, auf der Gewerbeschule in Berlin vorgebildet, Apotheker, trat namentlich, während er in Leipzig in seinem Berufe thätig war, in vielfache litterarische Beziehungen, so daß er, nachdem er 1844 in England gereist, sich ganz der schriftstellerischen Thätigkeit hingab. Fernerem längerem Aufenthalte in England und Schottland verdanken seine Werke: „Jenseits des Twed“ (1860), „Aus England“ (1860), seiner Liebe zur märkischen Heimat die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ (1862–71) ihre Entstehung; auch fanden die Kriege von 1864, 1866 und 1870 in ihm einen gewissenhaften patriotischen Darsteller. Eine Reihe größerer Romane eröffnete 1878 sein „Vor dem Sturm“; es folgen namentlich: „Grete Minde“ (1880), „Ellernklipp“ (1881), „L’Adultera“ (1882), „Graf Petöfi“ (1883), „Unterm Birnbaum“ (1886), „Irrungen Wirrungen“ (1888), „Quitt“ (1890), „Frau Jenny Treibel“ (1892).

Militär

Vom 1. April 1844 bis zum 31. März 1845 diente Fontane als Einjährig-Freiwilliger beim Kaiser Franz-Garde-Grenadier-Regiment des Garde-Korps (das Kaiser-Franz-Grenadier-Regiment erhielt 1820 den Garde-Rang; seit 1860 den Zustaz Nr. 2) in Berlin. Bei den „Franzern“ oder „Bluthunden“, wie die Angehörigen genannt wurden, war er zuletzt Corporal (Unteroffizier).

Deutsche Erhebung

Fontane beteiligte sich 1848 an den Barrikadenkämpfen der Deutschen Revolution in Berlin und veröffentlichte Artikel und Gedichte in der Zeitschrift „Berliner Zeitungshalle“, im selben Jahr nahm er eine Anstellung im Krankenhaus Bethanien an. Im August 1850 nahm er eine Lektorenstelle im „Literarischen Kabinett“ des preußischen Innenministeriums an.

Einführung in Leben und Schaffen

Kurze Einführung in Leben und Schaffen aus dem Buch „Deutsche Geisteshelden – Aus dem Leben deutscher Dichter“:[2]

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Juden

Theodor Fontane bezeichnete ein halbes Jahr vor seinem Tod in einem Brief die Juden als „ein schreckliches Volk“, dem „etwas dünkelhaft Niedriges“ anhafte.[3]

Tod

Am 20. September 1898 starb Theodor Fontane in Berlin. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof der Domgemeinde St. Hedwigs an der Liesenstraße. 1902 starb seine Gemahlin Emilie, geb. Rouanet-Kummer. Beider Grab erlitt in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges einen Treffer, der Theodors Grabplatte zerstörte, Emilies Stein aber unbeschädigt ließ. In den folgenden Jahrzehnten lag das Grab im Sperrgebiet zwischen Ost und West und der Friedhof durfte von Angehörigen nur mit Einreisevisum besucht werden. Noch heute sieht man, wie Mauer und Todesstreifen den Friedhof geteilt haben. Ein neuerer Stein kennzeichnet nun die Lage des Grabes Theodor Fontanes und seiner Frau Emilie.

Familie

Am 8. Dezember 1845 verlobte er sich mit Emilie Rouanet-Kummer (1824–1902), die als uneheliches Kind in Dresden geboren und mit zwei Jahren von dem wohlhabenden Berliner Kunsthandwerker und Globushersteller Karl Wilhelm Kummer adoptiert wurde. Am 16. Oktober 1850 heiraten die beiden, der Ehe sind sieben Kinder, sechs Söhne und eine Tochter (Martha „Mete“), entsprossen. Drei Söhne (Rudolf, Peter Paul und Ulrich) starben zwischen 1852 und 1855 im Säuglingsalter.

Zitate

  • „Ich glaube an die Wahrheit. Sie zu suchen, nach ihr zu forschen in und um uns, muß unser höchstes Ziel sein. Damit dienen wir vor allem dem Gestern und Heute. Ohne Wahrheit gibt es keine Sicherheit und keinen Bestand. Fürchtet nicht, wenn die ganze Meute aufschreit. Denn nichts ist auf dieser Welt so gehaßt und gefürchtet wie die Wahrheit. Letzten Endes wird jeder Widerstand gegen die Wahrheit zusammenbrechen wie die Nacht vor dem Tag.“
  • „Wahrheit schmerzt, besonders wenn man sie der Lüge gegenüber stellt.“
  • „Der Grund, warum Menschen zum Schweigen gebracht werden, ist nicht, weil sie lügen, sondern weil sie die Wahrheit reden. Wenn Menschen lügen, können ihre eigenen Worte gegen sie angewendet werden, doch wenn sie die Wahrheit sagen, gibt es kein logisches Argument, sondern als Gegenmittel nur die Gewalt.“
  • „Ein guter Journalist soll erkenntnisreich und aufrührerisch sein.“
  • „Man weiß, wenn man die Wahrheit gesprochen hat, wenn man wütend denunziert und von der Polizei besucht wird.“
  • „Wahrheiten werden erst dann interessant, wenn sie Kontroversen erwecken und Dinge sind erst dann interessant, wenn sie verflucht, verteufelt und zur Hölle gewünscht werden.“
  • „Rede- und Meinungsfreiheit ist eine Verzweiflungstat. Es ist der letzte Ausweg, ein Angriff stiller Wut, und – in den meisten Fällen – eine Beleidigung und Abkehr von den gesellschaftlichen Normen. Menschen, die morden, haben gewöhnlich nur für einen Moment ihre Hemmungen verloren. Aber Menschen die frei heraussprechen und ihre Meinung publizieren haben sie für immer verloren und sind daher so gefährlich für das System wie ein tollwütiger Hund.“
  • „Um vom System ernst genommen zu werden, muß man direkt und beleidigend werden. Wenn man das nicht tut, dann sagen die Leute ‚Ach, der spinnt ja‘ - und man wird in der Regel vollkommen ignoriert. Doch wenn man den Nerv trifft und heftige Reaktionen eintreffen, dann weiß man, daß man auf dem richtigen Weg zum Gehirn ist. Der Punkt ist: Menschen bekommen selten neue Gedanken und Ideen ohne einen geistigen Schub von außen. Man muß daher mit Bravour und der Gewalt des Geistes in das Bewußtsein der Menschen eindringen.“
  • „Wahrheit hat auch keine Manieren und Moral. Sie respektiert niemand. Sie verletzt und beleidigt den Adel genauso hart wie das Bürgerliche. Sie bringt das Hohe herunter und bestätigt das Wertlose der Niedrigen. Sie macht sich vielleicht für formelle Gelegenheiten fein, aber nur um sich dann selbst entblößend vor der gesamten Gesellschaft zu offenbaren. Und so wie die Wahrheit niemanden respektiert, gibt es wenige, welche die Wahrheit respektieren. Aber denen, welche die Wahrheit reden, gibt sie Verständnis, Möglichkeiten, viel Ehre und Macht und natürlich auch die Ehre des unerschütterlichen Haßes der ignoranten Massen.“
  • „Mit der Wahrheit züchtest Du auch die Dummen und Bösen als Feinde heran und die sind dann meist auch jene, die sowieso Deine Feinde wären.“
  • „Da, wo die Wahrheit unterdrückt wird, muß Widerstand (Notwehr) zur Pflicht werden. Im Normalfall jedenfalls, denn der im Sold stehenden Justiz ist es gelungen, bei politischen Prozessen auch Recht, Gesetz, Verfassung und Menschenrechte außer Kraft zu setzen bzw. auszuhebeln.“

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Werke

Fontanes Sohn Friedrich gab zwischen 1904 und 1926 die Werke seines Vaters in 21 Bänden heraus.

Romane, Novellen, Erzählungen und andere Prosa

Balladen und Gedichte

Fontane schrieb über 250 Gedichte, darunter Balladen und Sprüche. Dazu gehören:

Briefe

  • Der Briefwechsel von Theodor Fontane und Paul Heyse 1850–1897. Hrsg. v. Erich Petzet. Weltgeist-Bücher, Berlin 1929
  • Theodor Fontane und Bernhard von Lepel. Ein Freundschafts-Briefwechsel. Hrsg. von Julius Petersen, 2 Bde. Beck, München 1940
  • Briefe an Georg Friedlaender. Hrsg. u. erl. v. Kurt Schreinert. Quelle & Meyer, Heidelberg 1954
  • Briefe. Hrsg. v. Kurt Schreinert. Zu Ende geführt u. m. einem Nachw. versehen von Charlotte Jolles (Band 1: An den Vater, die Mutter und die Frau; Band 2: An die Tochter und an die Schwester; Band 3: An Mathilde von Rohr; Band 4: An Karl und Emilie Zöllner und andere Freunde. Propyläen, Berlin 1968–1971
  • Briefe an Julius Rodenberg. Eine Dokumentation. Hrsg. von Hans-Heinrich Reuter. Aufbau, Berlin und Weimar 1969
  • Der Briefwechsel zwischen Theodor Fontane und Paul Heyse. Hrsg. von Gotthard Erler. Aufbau, Berlin und Weimar 1972
  • Mete Fontane: Briefe an die Eltern 1880–1882. Hrsg. und erl. von Edgar R. Rosen. 1974
  • Briefe, Bd. 1–5 (Bd. 5: Register). Hrsg. von Helmuth Nürnberger u. a., Hanser, München 1976–1988. Auch als: Briefe, Bd. I–IV. Frankfurt a. M. / Ullstein, Berlin 1987. (Ullstein Buch 4549–4552), ISBN 3-548-04552-9 [satzspiegelidentisch mit der Hanser-Ausg.]
  • Theodor Storm – Theodor Fontane. Briefwechsel. Krit. Ausgabe in Verb. mit der Theodor-Storm-Gesellschaft hrsg. von Jacob Steiner. Erich Schmidt, Berlin 1981
  • Theodor Fontane: Jenseits von Havel und Spree. Reisebriefe. Hrsg. von Gotthard Erler. Rütten & Loening, Berlin 1984
  • Die Fontanes und die Merckels. Ein Familienbriefwechsel 1850–1870. Hrsg. von Gotthard Erler. 2 Bde. Aufbau, Berlin und Weimar 1987
  • Theodor Fontanes Briefwechsel mit Wilhelm Wolfsohn. Hrsg. von Christa Schultze. Aufbau, Berlin und Weimar 1988
  • Theodor Fontane: Briefe an Georg Friedlaender. Aufgrund der Edition von Kurt Schreinert u. der Handschriften neu hrsg. u. mit einem Nachw. vers. von Walter Hettche. Mit einem Essay von Thomas Mann. Insel, Frankfurt am Main 1994 (insel taschenbuch 1565, ISBN 3-458-33265-0
  • Theodor Fontane und Martha Fontane – Ein Familienbriefnetz. Hrsg. von Regina Dieterle. de Gruyter, Berlin und New York 2002, Schriften der Theodor Fontane Gesellschaft, Bd. 4, ISBN 3-11-015881-7
  • Theodor Fontane und Bernhard von Lepel. Der Briefwechsel. Kritische Ausgabe. Bd. 1–2. Hrsg. von Gabriele Radecke. de Gruyter, Berlin und New York 2006, Schriften der Theodor Fontane Gesellschaft, Bd. 5, ISBN 3-11-016354-3

Tagebücher

  • Tagebücher: Bd. 1: 1852, 1855–1858, hrsg. von Charlotte Jolles unter Mitarbeit von Rudolf Muhs; Bd. 2: 1866–1882, 1884–1898, hrsg. von Gotthard Erler unter Mitarbeit von Therese Erler, Aufbau-Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-351-03100-9

Essayistik

  • Theodor Fontane: Ach es ist schlimm mit den Dichtern. Über Literatur, Autoren und das Publikum. Hrsg. von Peter Goldammer, Aufbau-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-351-03195-5

Literatur

Fußnoten

  1. Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationallitteratur herausgegeben von Gustav Könnecke (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. C. Carstensen: Deutsche Geisteshelden − Aus dem Leben deutscher Dichter (PDF-Datei)
  3. Kurz und kritisch – Wolfgang Benz: Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Band 2, Personen, Deutschlandradio Kultur, 28. März 2010
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