Herrmann, Wilhelm-Karl

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Rittmeister Wilhelm-Karl Herrmann brach im Frühjahr 1937 von Landschou aus, nur mit zwei Tragtieren und von zwei Dienern begleitet, auf, um über das Richthofengebirge und Tibet durch das Herz Asiens von China nach Deutschland zu reiten.

Wilhelm-Karl Herrmann (Lebensrune.png 20. Oktober 1901 in Berlin; Todesrune.png 10. April 1979 in Göttingen) war ein deutscher Offizier der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Oberst des Heeres und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges sowie Forschungsreisender.

Werdegang

Herrmann trat der Reichswehr als Offizier Anwärter bei, ggf. kam er direkt zur Reiterei, nach vereinzelten Quellen diente er zuerst bei der Artillerie. Ob er noch beim Grenzschutz Ost eingesetzt wurde, ist unbekannt. Er diente u. a. beim 6. (Preußischen) Reiter-Regiment. Nach seiner Rückkehr aus China und Kriegsbeginn, diente er bei der Infanterie. Mit der 93. Infanterie-Division ging es in den Ostfeldzug. Über Wesenberg, Narwa und durch die Luga-Stellung marschierte die Division bis vor Leningrad. Von Oktober 1941 bis März 1942 lag die Division am Oranienbaumer Kessel. Im Mai 1942 verlegte die Division an den Wolchow und an die Tigoda nördlich des Ilmensees, wo es zu schweren Stellungskämpfen kam.

Zuletzt war er Kommandeur des Grenadier-Regiments 273, welches am 22. September 1943 in Nordrußland für die Division neu aufgestellt wurde. Vom 27. Juli 1944 bis Mitte August 1944 war Oberst Herrmann mit der stellvertretenden Führung der Division beauftragt, bis Generalmajor Kurt Domansky, der Nachfolger von Generalleutnant Karl Löwrick bzw. Generalleutnant Erich Hofmann, eintraf (1. September 1944). Von Oktober 1944 bis Februar 1945 zog sich die Division anschließend in den Raum nordwestlich von Mitau und über Libau ins Samland zurück. Nach verlustreichen Kämpfen vor Königsberg mußten sich die Reste der Division in den Raum Fischhausen-Pillau zurückziehen. Die Reste der Division kamen auf Hela in russische Kriegsgefangenschaft. Ob auch Oberst Herrmann dieses Schicksal erlitt oder ob er vorher in eine andere Einheit versetzt wurde, konnte nicht ermittelt werden.

Ein Ritt für Deutschland 1937–1939

1937 wurde Rittmeister Herrmann zugunsten einer Forschungsreise nach China zur Verfügung des Heeres gestellt und beurlaubt. Zuerst ging es, dort angekommen, im Frühjahr 1937 mit dem Flugzeug von Schanghai aus nach Lan-dschou (zwischen dem Ho und dem Han liegt Yü Dschou, das Land Dschou), da er vom neuen dunganischen Gouverneur Ma die Erlaubnis zur Einreise nach Chinesisch Turkestan [Xinjiang] erhalten hat. Dies bietet dem selbstbewußten Deutschen die überraschende Möglichkeit einen „Ritt für Deutschland“ zu wagen, nämlich von Lan-dschou quer durch Zentralasien und von dort auf noch unbestimmten Wegen weiter bis ins Heimatland. Nur in Begleitung von zwei chinesischen Dienern bricht er in in nordwestliche Richtung auf, den Gansu-Korridor hinauf, über Hsi-ning [Xining] quer durch das Richthofen-Gebirge, wo er die verborgen gelegene Klosteranlage Matisi erforscht, bis nach Dun-huang. Von hier aus will Herrmann der südlichen Route der Seidenstraße über Tscharchlik [Qakilik] und Chotan [Hetian] folgen. Doch die Turbulenzen des Bürgerkriegs und die sich ständig verschiebenden Einflußsphären chinesischer, russischer, mohammedanischer, vor allem aber marodierender Truppen sowie kommunistische Banden und die japanische Invasion machen ein zielstrebiges Vorankommen unmöglich. Herrmann gelangt über das Kiayümen [Jiayumen], das westliche Abschlußtor am Ende der großen Chinesischen Mauer hinaus, doch die Trennung von seiner Karawane während eines mehrtägigen Sandsturms führen zu schwerwiegenden Erfrierungen und zwingen den unbeugsamen Deutschen damit zur Umkehr. Nur durch glückliche Umstände gelingt dem Schwerverletzten die weite Rückreise durch das Krisengebiet bis ins deutsche Hospital nach Hankau [Wu-han].

Bildergalerie (China)

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

  • Ein Ritt für Deutschland,[1] Nibelungen-Verlag, Berlin / Leipzig 1940
    • Mit einem Geleitwort von Dr. Sven Hedin. Mit einem Portrait des Verfassers und 231 (ab 1942 288) Abbildungen nach dessen eigenen Aufnahmen; 14 Zeichnungen im Text und 6 Karten. 591 Seiten
    • mehrere Auflagen, 2. bis 4. Auflage 1941, 6. Auflage 1944

Fußnoten

  1. Inhalt (Auszug): Abschied von der Küste; Warten in Lan-dschou; Mißtrauische Behörden halten mich fest; Rote Aktionen in Einkiang und Kansu; Wieder mohammedanisches Gebiet; „Der Kommandeur“; Revolte am Gelben Fluß (Yang-tse); Ein alter Chinese spricht über Politik; Rote Chinesenbanden in Kansu; Legenden um Ma Dschung-nin; Dämonenfang und Gelübdeknaben; Wieder unterwegs; Die Herberge; Das Volk der Turen; Das Fest der Priester; Nach Kumbum; Abend im Kloster; Freundliche und feindliche Akas; Spiel am „Kostbaren Hügel“; Das Lager auf der Edelweißwiese; Unter uns die Seidenstraße; Im Goldgräbertal; Das Felsenkloster; Die Felsentempel der Guan-yin und viele andere mehr.