Konservatismus
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Der Konservatismus – auch Konservativismus – (von lateinisch conservare „erhalten, bewahren“ oder auch „etwas in seinem Zusammenhang erhalten“) gehört neben dem Liberalismus und dem Sozialismus zu den drei großen politischen Strömungen, die sich im 18. und 19. Jahrhundert in Europa herausgebildet haben.
Die Initialzündung für die Entstehung des Konservatismus gaben die Französische Revolution und das Erschrecken über die Terrorherrschaft von Robespierre und anderen Revolutionären. Gegen den Umsturz der bestehenden Verhältnisse und eine damit verbundene Diktatur vertritt der Konservatismus eine stetige Entwicklung und den Verzicht auf Gesellschaftsexperimente.
Konservatismus bedeutet, das Bewährte zu bewahren und darauf aufbauend ein immer stärker werdendes Fundament von Wertgrundsätzen zu schaffen und zu erhalten. Es bedeutet demzufolge nicht Rückschrittlichkeit oder Erstarrung. Der Konservatismus lehnt marxistische und sozialistische Gesellschaftsexperimente ab, da diese über keine organische Grundlage verfügen. Konservatismus orientiert sich an jahrhundertelang gewachsenen gesellschaftlichen Strukturen und Grundlagen und versucht, diesen einen Rahmen der politischen Ordnung zu verleihen. Er ist somit in erster Linie eine politische Erscheinungsform der Eliten.
Da der Konservatismus seinem Wesen nach grundsätzlich kein revolutionäres Element beinhalten kann, befindet sich diese politische Erscheinungsform prinzipiell in der Defensive. Diesen Umstand versuchten Vordenker der sogenannten konservativen Revolution wie Oswald Spengler und Edgar Julius Jung zu durchbrechen, indem sie dem Konservatismus eine eigene, spezielle Dynamik zuzuschreiben versuchten.
Seit den 1980er Jahren wird differenziert zwischen Strukturkonservatismus und Wertkonservatismus. Strukturkonservatismus bezeichnet eine Weltanschauung, die die Notwendigkeit von Institutionen und Ordnung an sich hervorhebt. Der Wertkonservatismus betont den Gewinn einer wertorientierten Lebensform.
