Menzel, Adolph von

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Adolph von Menzel nach einen Lichtbild 1893

Adolph Friedrich Erdmann Menzel, seit 1898 von Menzel (Lebensrune.png 8. Dezember 1815 in Breslau; Todesrune.png 9. Februar 1905 in Berlin), war ein deutscher Maler, Zeichner und Illustrator. Der Ritter des Hohen Orden vom Schwarzen Adler und des Roten Adlerordens sowie Inhaber der Friedensklasse des Pour le Mérite und des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst gilt als der bedeutendste deutsche Realist des 19. Jahrhunderts.

Leben und Wirken

Der alte Fritz“ von Adolph von Menzel
„Der Alte Dessauer“ von Adolph von Menzel um 1850

Als Junge übersiedelte Menzel mit seinem Vater nach Berlin. Schon früh zeigte sich seine künstlerische Begabung. 1839 erhielt Menzel den Auftrag zu Illustrationen einer mehrbändigen „Geschichte Friedrichs des Großen“ von Franz Theodor Kugler. In den folgenden Jahren fertigte er dazu mehr als 400 Zeichnungen an. In diesen zeichnerischen Werken schuf er das offizielle Bild der preußischen Geschichte zur Zeit Friedrichs des Großen. Mit diesen beeindruckenden Werken wurde Menzel zudem einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Der wachsende Ruhm ging mit einem gesellschaftlichen Aufstieg und zahlreichen öffentlichen Ehrungen einher. So wurde er zum Mitglied der „Königlichen Akademie der Künste“ gewählt, erhielt mehrere Orden, darunter 1898 den Schwarzen Adlerorden (der höchste preußische Orden), mit dem der erbliche Adel verbunden war. Menzel stand diesen Ehrungen zunehmend skeptisch gegenüber. Er sah sich vielmehr als Künstler, der mit seinem Wirken der Nachwelt etwas Bleibendes hinterlassen wollte.[1] Zu seinem Wirken heißt es:

„Als Adolf Menzel in Knabenjahren mit seinem Vater aus Breslau nach Berlin übersiedelt, muß schon die knappe Strenge, die seinem Leben ihr Zeichen aufdrückt, Herrscherin in seiner Seele gewesen sein. Menzel hat niemals Unterweisung im Zeichnen bekommen. Er ist sein eigener unbestechlicher Lehrer, er prüft und verwirft sein Werk nach eigenem unbestechlichem Urteil, er lernt Geradheit, Schärfe und Ehrlichkeit an seinem eigenen Schaffen zuerst. So wird er Meister, weil er als Suchender jede selbstgefällige Täuschung zu unterdrücken gelernt hat. Klar und streng wirft nun sein Stift, von einem schonungslosen Blick überwacht, die großen Gestalten Preußens aufs Blatt. Als ob ihn magischer Bann bezwinge, vertieft er sich in Friedrich den Großen, zeichnet ihn hundertmal, kerbt ihn in Holz, malt ihn in großen Bildern, spürt mit dem Stift seinem königlichen Geheimnis nach. So hat er Friedrichs Bild geschaffen, wie es für immer im deutschen Bewußtsein leben wird. Noch manches andere Werk ist ihm geglückt; doch daß er Friedrichs Züge zu mythischer Gestaltung geformt hat, bleibt sein unvergänglicher Ruhm.“[2]

Menzel war der bedeutendste Realist des 19. Jahrhunderts. Im Gegensatz zum verklärenden Idealismus versteht man darunter eine Malerei, die die vorgefundene Wirklichkeit abbildet. Für Menzel war die realitätsgetreue Darstellung auch kleinster Details ein wichtiges Anliegen. Die folgende Anekdote notierte Hans Holtorf in seiner Autobiographie:

„Der Maler Adolph Menzel bestellte sich eines Tages in einem Speisehaus einen Pfannkuchen. Als dieser nun kam, schön braun und kroß und in reichlichem Fett gebraten, machte der Alte sich keineswegs sofort über ihn her, sondern – er zeichnete ihn. Als er damit fertig war, war der Pfannkuchen kalt und das Fett stockig. Menzel zahlte und ging, ohne das Gericht gegessen zu haben. – So sind sie, die Künstler! Sie sehen das Leben, finden es schön in all seinen Gestalten, sogar in der eines Pfannkuchens, zeichnen es und gehen ihres Weges. Außerhalb Preußens vergessen sie womöglich gar noch zu bezahlen.“

Tod

Am 9. Februar 1905 starb Adolph Menzel. Sein Ende hatte er kommen sehen. Am Neujahrstag 1905 sandte er an Kaiser Wilhelm II. den Gruß:

„Die letzte Stunde ist vor der Tür! Schütze der Himmel Eure Majestät und Ihr ganzes Haus und unser Deutsches Vaterland!“

Der deutsche Kaiser ordnete ein Staatsbegräbnis an und folgte mit seiner Familie dem Sarg.

Ruhestätte

Seine letzte Ruhestätte fand Adolph von Menzel auf dem Dreifaltigkeits-Friedhof II – bekannt für die große Anzahl teils monumentaler alter Erbbegräbnisstätten und Mausoleen aus dem 19. Jahrhundert – in Berlin-Kreuzberg an der Bergmannstraße. Die Ehrengrabstätte schmückt eine Bronzebüste nach dem 1875 entstandenen Modell von Reinhold Begas. Wenig später fand in der Nationalgalerie[3] eine Gedenkausstellung statt, in der die Öffentlichkeit zum ersten Mal Menzels „Balkonzimmer“ sah. Die Galerie erwarb den Nachlaß Menzels.

Werke (Auswahl)

Gemälde

  • Das Balkonzimmer, 1845, Nationalgalerie, Berlin
  • Gewitter am Tempelhofer Berg, 1846, Wallraf-Richartz-Museum, Köln
  • Wohnzimmer mit der Schwester des Künstlers, 1847, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
  • Die Berlin-Potsdamer Eisenbahn (die erste deutsche Darstellung einer Eisenbahn), 1847, Nationalgalerie, Berlin
  • Aufbahrung der Märzgefallenen, unvollendet, 1848, Hamburger Kunsthalle
  • Die Tafelrunde Friedrich II. in Sanssouci, 1850, im 2. Weltkrieg zerstört
  • Das Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci, 1850–1852, Nationalgalerie, Berlin
  • Frühmesse, um 1852, Österreichische Galerie, Wien
  • Friedrich und die Seinen in der Schlacht bei Hochkirch, 1850–1856, im Zweiten Weltkrieg zerstört
  • Begegnung Friedrichs II. mit Kaiser Joseph II. in Neisse im Jahre 1769, 1855–1857 (als Symbol der Überwindung des Deutschen Dualismus)
  • Das Théatre du Gymnase, 1856, Nationalgalerie, Berlin
  • Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen, unvollendet, 1859–1861, Nationalgalerie, Berlin
  • Kronprinz Friedrich besucht den französischen Maler Antoine Pesne auf dem Malgerüst in Schloss Rheinsberg, 1861, Nationalgalerie, Berlin
  • Krönung König Wilhelms I. in Königsberg, 1862–1865, Neues Palais, Potsdam
  • Das Kinderalbum (eine Sammlung von 44 kleinformatigen Gouachen mit kindgerechten Themen, die Menzel für die beiden Kinder seiner Schwester anfertigte), 1863–1883, Kupferstichkabinett, Berlin
  • Ein Nachmittag im Tuileriengarten, 1867, Staatliche Kunstsammlungen, Dresden
  • Pariser Wochentag, 1869, Kunstmuseum, Düsseldorf
  • Abreise Königs Wilhelms I. zur Armee am 31. Juli 1870, 1870, Nationalgalerie, Berlin
  • Das Eisenwalzwerk (Moderne Cyclopen), 1875, Nationalgalerie, Berlin
  • Das Ballsouper, 1878, Nationalgalerie, Berlin
  • Fronleichnamsprozession in Hofgastein, 1880, Neue Pinakothek, München
  • Piazza d’Erbe in Verona, 1884, Galerie Neue Meister, Dresden
„Die Armee Friedrichs des Großen in ihrer Uniformierung“

Zeichnungen

  • Ungemachtes Bett, um 1845, Kupferstichkabinett, Berlin
  • Menzels Bruder Richard, 1848, Sammlung Dr. Peter Nathan und Barbara Nathan, Zürich
  • Porträitskizzen von 132 Personen zum Krönungsbild, 1863/64
  • Rüstkammer-Phantasien, ca. 20 Blätter mit Rüstungen und mittelalterlichen Waffen, 1866
  • ca. 100 Skizzen zum Eisenwalzwerk, 1872–1874
  • Abendgesellschaft bei Frau von Schleinitz, 1875
  • Kurhausstraße in Kissingen nach einem Gewitterregen, 1889, Kupferstichkabinett, Berlin

Buchillustrationen

Literatur

  • Künstler-Monographien, VII. A. von Menzel. Mit 141 Abbildungen nach Gemälden, Holzschnitten und Zeichnungen und einem Titelbild, Velhagen und Klasing, 1906 (PDF-Datei)
  • Ludwig Kämmerer: Adolf von Menzel, Ritter des Schwarzen Adlerordens, in: Hohenzollern-Jahrbuch. Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preussen, 1899 (PDF-Datei)
  • Hans Mackowsky: Adolph Menzel, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hgg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie, Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Dritter Band, S. 442–468
  • Herbert Günther: Ein Künstlerleben für den Staat: Adolph von Menzel, in: Ernst Adolf Dreyer / Heinz W. Siska (Hg.): Kämpfer, Künder, Tatzeugen. Gestalter deutscher Größe. 3 Bde., Zinnen-Verlag, München–Wien–Leipzig 1942, Bd. II, S. 449–462

Verweise

Fußnoten

  1. Adolph von Menzel bei MUPINFO.de
  2. Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht, 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden, Lehmanns-Verlag, München 1937
  3. Die Nationalgalerie Berlin (unter dem Dach der Staatlichen Museen zu Berlin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz) wurde 1861 aus Anlaß einer Schenkung des Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener gegründet und sollte der Sammlung moderner Kunst dienen. 1876 zog die Sammlung in die damals neugebaute Nationalgalerie, die heutige Alte Nationalgalerie, ein.