Pour le Mérite

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel befaßt sich mit der Auszeichnung, falls sie den Film meinen, siehe Pour le Mérite (Film); für den Verlag, siehe Pour le Mérite – Verlag für Militärgeschichte.
Ordenskreuz aus der Stiftungszeit des Ordens, um 1740. Offiziell verliehenes Originalexemplar der ersten Fertigungsserie. Das Kreuz ähnelt sehr stark dem Ordenskreuz der Rechtsritter des Johanniterordens. Friedrich Wilhelm III. führte für die Befreiungskriege das „Eichenlaub“ zum Orden „Pour le Mérite“ ein. Das L auf der Blattader steht für seine verstorbene Frau Königin Luise von Preußen, die Blattenden stehen für seine zu dieser Zeit nur noch sieben lebenden Kinder.

Der Königlich Preußische Orden „Pour le Mérite“ (Für das Verdienst) war die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung und wurde von Friedrich dem Großen gestiftet. Der „Blaue Max“ war neben dem Schwarzen Adlerorden die bedeutendste Auszeichnung, die in Preußen vergeben werden konnte. Schon während der Befreiungskriege hieß die hohe Auszeichnung nur (Militär-)Verdienst-Orden, die Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ waren folglich im 18. und frühen 19. Jahrhundert zumeist schlicht Ritter des (preußischen) „Verdienst-Ordens“ bzw. des „Ordens des Verdienstes“.

Mitglieder des Ordens für Wissenschaften und Künste waren dagegen spezifisch Ritter der Friedensklasse des Ordens „Pour le Mérite“.

Das Ehrenzeichen „Pour le Mérite“ gab es als Halsorden in der militärischen Klasse bis 1918, danach wurde der Orden nicht mehr als staatliche Auszeichnung verliehen. Da die Weimarer Verfassung jegliche Stiftung und Verleihung staatlicher Orden ausdrücklich ausschloß, organisierten noch lebende Ordensträger sich als eine freie, selbstergänzende Gemeinschaft von Künstlern und Gelehrten, die den Orden als zivile Auszeichnung verlieh. Der Orden existiert als halboffizielle Auszeichnung bis heute fort.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Pour le Mérite mit Eichenlaub aus der Zeughaussammlung im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Das Eichenlaub ist wie der Pour le Mérite Silber vergoldet. Es war im Museum vor der Deutschen Teilvereinigung von 1990 ausgestellt und soll von Kaiser Wilhelm II. getragen worden sein. Das Eichenlaub ist das eines fürstlichen Hausordens von Hohenzollern oder des Badischen Ordens vom Zähringer Löwen.

Pour le Mérite von 1740 bis 1918

Rückantwortkarten für die Zusammenkunft der Ritter des Ordens pour le mérite am 23. und 24. Januar 1936; darunter: Generalleutnant a. D. Heinrich Schëuch, Nikolaus Graf zu Dohna und General der Infanterie a.D. Walther Freiherr von Lüttwitz (Eichenlaubträger).

Der preußische Orden Pour le Mérite war nicht von Anbeginn die höchste militärische Tapferkeitsauszeichnung. Erst 1810 erfuhr er diese Wandlung. Schon im Jahre 1685 hatte König Friedrich I., als er noch Kurprinz war, einen Orden, den er Orden de la générosité nannte, gestiftet. Es war ein goldenes, achtspitziges Kreuz mit einer goldenen Kugel auf jeder Spitze. Im Mittelpunkt stand das Wort „Générosité“ (Edelmut). Das Kreuz hing an einem blauen Bande. Friedrich der Große wandelte ihn am Tage seiner Thronbesteigung (31. Mai 1740) in den Orden „Pour le Mérite“ um. Die Träger (Ordensritter) bildeten eine Ritterschaft und erhielten einen monatlichen Ehrensold.

Obwohl er auch unter dem Namen „Militär Verdienst Orden“ geführt wurde, scheint der König die Absicht gehabt zu haben, auch andere Verdienste als die militärischen mit diesem Orden zu belohnen, da ihn sein Freund Voltaire erhielt, wie auch einige Zivildiener, wie es im alten Sprachgebrauch hieß. Durch die Umwandlung des Ordens änderte sich auch das Ordenszeichen in die heute noch bekannte Form; das Band erhielt die preußischen Farben: schwarz/weiß.

König Friedrich Wilhelm III. bestimmte am 18. Januar 1810, daß der Orden hinfort nur noch durch außerordentliche Verdienste auf dem Schlachtfelde erworben werden könne. Da der Orden nur durch eine entscheidene Schlacht oder die Einnahme bzw. erfolgreiche Verteidigung einer Festung zu erlangen war, war er den Offizieren vorbehalten. 1816 besaß der Orden 1.000 Ritter. In der Stiftungsurkunde des Eisernen Kreuzes wird eine Erweiterung des Pour le Mérite dahingehend verordnet, daß in außerordentlichen Fällen drei goldene Eichenblätter am Ring erteilt würden. Später wurde es gestattet, daß diejenigen, die 50 Jahre im Besitz dieser hohen Auszeichnungen seien, nach Verleihung die Goldene Krone über dem Ordenskreuz trugen.

Bemerkenswert ist, daß der Pour le Mérite der einzige preußische Orden ist, dessen Adler keine Krone trägt.

Großkreuz des Pour le Mérite

Nach dem Feldzug 1866 stiftete König Wilhelm I. das Großkreuz des Pour le Mérite. Es besteht aus einem Kreuz von doppelter Größe und trägt in der Mitte ein Medaillon mit Portrait seines Stifters, Friedrich des Großen. Zu diesem Großkreuz gehört ein goldener vierspitziger Stern, der ebenfalls das von der Ordensdevise umgebene Bildnis des Stifters in seiner Mitte aufweist. Verliehen wurde dieses Großkreuz nur an den Kronprinzen, der als Kaiser Friedrich III. mit seiner 99tägigen Regierungszeit in die Geschichte einging, und an den Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Karl von Preußen. König Wilhelm I. legte das Großkreuz auf Wunsch seines Offizierskorps beim Einzug in Berlin nach dem siegreich beendeten Feldzug an. Das Band des Ordens ist schwarz mit je einem silbernen Randstreifen. Bei der Verleihung der drei goldenen Eichenblätter wird das Ordensband um einen silbernen Mittelstreifen vermehrt.

Blauer Max

Bei den Jagdfliegern des Ersten Weltkrieges erhielt der Orden wegen seiner bläulichen Färbung und zu Ehren von Max Immelmann den Spitznamen „Blauer Max“. Die Luftwaffe stellte auch den Hauptteil der Träger, unter ihnen so berühmte Namen wie Oswald Boelcke, Max Immelmann und Manfred von Richthofen. Der letzte Besitzer der militärischen Ausführung des Ordens, Ernst Jünger, verstarb im Jahre 1998. Mit seinem Tod erlosch auch dieser Orden bzw. seine Ritterschaft, und die Bundesrepublik Deutschland wurde von der Bezahlung des Ehrensoldes entbunden. Jünger hatte als einer der wenigen, darunter auch Erwin Rommel, diesen Orden bekommen, obwohl er aus bürgerlichem Haus stammte. Feldmarschall von Hindenburg hatte sogar erhebliche Bedenken, diese Auszeichnung an den jungen, unbotmäßigen Stoßtruppführer zu verleihen. Der Kaiser machte es aber trotzdem.

Verleihung ab 1918

Heute wird dieser Orden im Gegensatz zur Friedensklasse nicht mehr verliehen.

Die Generäle des Zweiten Weltkrieges

In keiner kriegerischen Auseinandersetzung der letzten hundert Jahre hatte die deutsche Generalität einen so hohen Blutzoll zu leisten wie im Zwieten Weltkrieg. Während in den Jahren 1914 bis 1918 63 deutsche Generäle den Tod auf dem Schlachtfeld fanden oder an einer dort erlittenen tödlichen Verwundung starben, belief sich die entsprechende Zahl, wie die 1953 in 3. Auflage erschienene Dokumentation „Opfergang der Generale“ von Josef Folttmann und Hanns Möller-Witten detailliert namentlich ausweist, für den Zweiten Weltkrieg auf nicht weniger als 289 gefallene oder an Verwundung gestorbene Generäle bzw. Admiräle aller Wehrmachtsteile (einschließlich Waffen-SS und Polizei). Unter diesen Toten befanden sich u. a. auch sechs Offiziere, die während des Ersten Weltkrieges mit dem damals höchsten preußischen Kriegsorden für Offiziere, dem Pour le Mérite, ausgezeichnet worden waren: Generalfeldmarschall Fedor von Bock (1880–1945, Generalleutnant Otto Gabcke (1882–1942), Generalmajor z. V. Kurt Kühme (1885–1944), Generalmajor Otto Lancelle (1885–1941), Generalmajor Wolff von Stutterheim (1893–1940) und Generalmajor Horst von Wolff (1886–1941).

Verleihungszahlen

Seit seiner Stiftung 1740 durch Friedrich den Großen wurde der Militärorden bis zum Ende der Monarchie im Königreich Preußen 1918 an insgesamt 5.430 Personen verliehen, die als Ritter des Ordens Pour le Mérite bezeichnet werden.

1813–1815

Treffen der Ritterschaft des Ordens „Pour le Mérite“ nach dem Zweiten Weltkrieg, 1955; darunter: Bruno Loerzer, Theo Osterkamp, Walter Forstmann, Otto von der Linde und weitere

Verleihungszahlen in den Befreiungskriegen einschließlich dem Sommerfeldzug von 1815:

Pour le Mérite (insgesamt 1603 Vergaben):

  • 1813 → 573 Verleihungen
  • 1814 → 933 Verleihungen
  • 1815 → 60 Verleihungen
  • 1816 → 16 Nachverleihungen
  • 1817 → 6 Nachverleihungen
  • 1818 → 3 Nachverleihungen
  • 1819 → 3 Nachverleihungen
  • 1820 → 1 Nachverleihung
  • 1821 → 4 Nachverleihungen

Eichenlaub zum Pour le Mérite:

42 Beliehene trugen bereits den Orden „Pour le Mérite“ vor 1813 und erhielten für die Kämpfe zwischen 1813 und 1815 zusätzlich das Eichenlaub. Somit ergab die Auszählung insgesamt mit den 31 Neuverleihungen nur insgesamt 73 Vergaben. Es ist anzumerken, daß bis 1817 „Pour le Mérite“ und „Pour le Mérite mit Eichenlaub“ (bekannt beinahe nur als Militär-Verdienst-Orden (mit Eichenlaub), zwei getrennte Orden waren, die zuweilen beide getragen (Hals und Bandspange) wurde. Erst im Dezember 1817 wurde per AKO angeordnet, daß zukünftig ein Band mit drei silbernen Streifen verausgabt werden sollte, um das doppelte Verdienst anzuzeigen. Der nun überzählige Orden mußte an das Generaloberkommando zurückgeschickt werden.

Verleihungszahlen im Ersten Weltkrieg

  • Pour le Mérite: 687 Verleihungen
  • Eichenlaub zum Pour le Mérite: 122 Verleihungen

Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste

König Friedrich Wilhelm IV. stiftete auf Anregung von Alexander von Humboldt 1842 den Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste und benutzte dabei den Namen des Ordens, den Friedrich der Große 1740 gestiftet hatte, um Kriegs- und Militärverdienst sichtbar belohnen zu können. Da dieser Orden aber 1810 durch seinen Vater, den König Friedrich Wilhelm III., zum höchsten Orden für militärische Tapferkeit erhoben wurde, mußte für den neuen Zweck ein anderes Ordenszeichen geschaffen werden.

Außer dem Namen erhielt aber auch das Ordenszeichen deutliche Merkmale, die an den ursprünglichen Stifter erinnerten. Um das Medaillon, in dem sich der Preußische Adler befindet, ist ein blauer, goldgeränderter Emaillereif mit der goldenen Inschrift „pour le mérite“ gelegt. Zwischen Medaillon und Reif befindet sich viermal das doppelte F und viermal eine römische Zwei, was Friedrich II. bedeuten soll. Über dem Doppel-F außerhalb des blauen Reifes befindet sich je eine goldene Krone. Der Orden wurde sehr selten verliehen und war Männern vorbehalten, die hohe und allgemein anerkannte Verdienste um die Wissenschaft oder Kunst erworben hatten. Theologen sollten nicht zu diesem Kreise gehören.

Die Zahl der deutschen Mitglieder dieses Ordens war auf dreißig begrenzt, während Ausländer aufgenommen werden konnten, auch wenn diese Zahl schon erreicht war. Wenn ein Mitglied starb, wurden dem König von den verbleibenden Mitgliedern Vorschläge für Neuernennungen unterbreitet, unter denen er dann die Auswahl traf. Ein weiterer Hinweis auf den ursprünglichen Stifter enthielten die drei Tage im Jahr, die als Verleihungstage festgelegt wurden. Es waren der 24. Januar, der Geburtstag Friedrichs des Großen (1712), der 31. Mai, Datum seines Regierungsantrittes (1740) und der 17. August, an dem er 1786 starb.

Das Ordensband ist das ehemalige, später dem Militär vorbehaltene schwarze Band mit weißem Rand. Unter den ersten Mitgliedern des Ordens befand sich der bekannte Komponist Franz Liszt. Er erhielt diese Auszeichnung, weil er während seines Aufenthaltes auf der Rheininsel Nonnenwerth in den Sommermonaten der Jahre 1841 bis 1843 unter anderen Männerchören das Lied „Was ist des Deutschen Vaterland“ komponiert und dem König gewidmet hatte. Es gelang den Mitgliedern der sogenannten Friedensklasse des Pour le Mérite, dem Orden 1924 die staatliche Anerkennung zu verschaffen, aber schon 1935 wurde ihnen versagt, neue Mitglieder aufzunehmen, wie es nach den alten Statuten hätte geschehen können. Erst im Jahr 1952 bildete sich eine Vereinigung des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste, welche die Zustimmung des Bundespräsidenten Theodor Heuss zu der Neufassung erhielt.

Er selbst übernahm das Protektorat. Am 5. Juli 1958 unterzeichnete er ein entsprechendes Gesetz. Nach neuestem Beschluß kann diese Auszeichnung erstmalig auch an Frauen verliehen werden. Die Mitgliederzahl ist, wie ehedem, auf dreißig Deutsche[1] beschränkt, von denen je zehn den Geisteswissenschaften, den Naturwissenschaften und den Künsten angehören sollen. Die Zahl der ausländischen Mitglieder darf dreißig nicht übersteigen, so daß im Höchstfalle sechzig Mitglieder in der Vereinigung sein können. Das Ordenszeichen ist unverändert dasselbe von 1842 geblieben.

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Wobei es sich bei den genannten „Deutschen“ heutzutage auch jederzeit um fremdländische Inhaber eines BRD-Passes handeln kann.
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