Baur, Erwin

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Prof. Prof. h. c. Dr. phil. et. med. Dr. agr. h. c. Dr. phil. h. c. Erwin Baur war 1905 eines der ersten von 31 Mitgliedern (1917 Vorsitzender) der Berliner Sektion in der Gesellschaft für Rassenhygiene des Alfred Ploetz.

Erwin Baur (Lebensrune.png 16. April 1875 in Ichenheim, Großherzogtum Baden [heute Ortsteil von Neuried]; Todesrune.png 2. Dezember 1933 in Berlin) war ein deutscher Arzt, Botaniker, Genetiker und Züchtungsforscher. 1921 publizierte er zusammen mit Eugen Fischer und Fritz Lenz den „Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“, der damals als Standardwerk zur Rassenhygiene galt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Menschliche Erblehre.png
Menschliche Erblehre II.png

Erwin Baur wuchs im ländlichen Ichenheim bei Lahr als Sohn des Apothekers Wilhelm Baur (1839–1910) und seiner Gemahlin Anna, geb. Merkel auf. Da die Apotheke gleichzeitig mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verbunden war, konnte der junge Baur schon früh die damaligen Probleme der Landwirtschaft kennen lernen.

Baur studierte zunächst Medizin an den Universitäten Heidelberg, Freiburg, Straßburg und Kiel und wurde 1900 zum Dr. med. promoviert. Danach wirkte er in Kiel als Assistent der Bakteriologie.

1901/02 leistete er Militärdienst als Sanitätsoffizier bei der Kaiserlichen Marine, wurde 1902 Assistenzarzt in einer psychiatrischen Klinik in Kiel, um dann 1903 in der gleichen Funktion in der Landesirrenanstalt (heute Zentrum für Psychiatrie) in Emmendingen zu arbeiten.

Im Oktober 1903 wechselte er seinen Neigungen entsprechend das Fach und wurde 1. Assistent am Botanischen Institut der Universität Berlin. 1903 wurde er an der Universität Freiburg im Fach Botanik zum Dr. phil. promoviert.

1904 habilitierte sich Baur mit einer Arbeit zum Thema „Myxobakterienstudien“, in der er sich mit der bakteriellen Physiologie beschäftigt. Als Privatdozent hielt Baur ab 1907 erste genetische Vorlesungen an der Universität Berlin.

1911 wurde er auf den Lehrstuhl für Botanik an die Landwirtschaftliche Hochschule Berlin berufen. 1914 wurde er Leiter des ersten Instituts für Vererbungswissenschaft in Berlin – das erste Institut in Deutschland, in dem genetische Erkenntnisse systematisch für landwirtschaftliche Zwecke genutzt wurden.

1917 stellte Baur gemeinsam mit Ferdinand von Lochow bei der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft den Antrag auf ein „Institut für Pflanzenzüchtung“, dem diese 1927 auch zustimmte und das am 29. September 1928 als „Kaiser-Wilhelm-Institut für Züchtungsforschung“ mit Sitz in Müncheberg (das 1938 nach ihm Erwin-Baur-Institut genannt wurde) eröffnet wurde.

Mit der Einrichtung des Instituts wollte Baur erreichen, daß neben der privatwirtschaftlichen Züchtung auch der Staat ertragreiche Pflanzensorten schafft, um dadurch unter anderem die Einfuhren zu verringern. Das heutige Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln arbeitet in direkter Nachfolge des von Baur seinerzeit gegründeten Instituts.

Wissenschaftliche Genetik

Baur gilt als Mitbegründer der wissenschaftlichen Genetik in Deutschland. Er leistete bedeutende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Pflanzengenetik (Farbvererbung, künstliche Mutationen, multiple Allelie am Löwenmaul [Antirrhinum]); zahlreiche erfolgreiche Neuzüchtungen (unter anderem Süßlupine); prägte die Bezeichnung „Ramschzüchtung“. Er war Mitbegründer (neben C.E. Correns und R.B. Goldschmidt) der Deutschen Gesellschaft für Vererbungswissenschaft (1921). Bemerkenswert ist sein Einsatz für die nationalsozialistische Rassenhygiene und Eugenik (verfaßte zusammen mit Eugen Fischer und Fritz LenzGrundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“, 2 Bände, 1921).

Ehrungen

  • Dr. h. c. der Universität Upsala
  • Professor h. c. der Universität Buenos Aires
  • Mitglied der Leopoldina seit 1926
  • In verschiedenen Orten wurden Straßen nach Baur benannt, beispielsweise in Quedlinburg, Ditfurt, Müncheberg und in seinem Geburtsort Ichenheim.
  • Erwin-Baur-Medaille (DDR) für hervorragende Leistungen in der pflanzlichen Züchtungsforschung
  • Erwin-Baur-Realschule Neuried-Ichenheim
  • Grabstätte und ein unter Denkmalschutz stehender Gedenkstein für den Botaniker Erwin Baur, auf dem Gelände des Brigittenhofs in Müncheberg

Werke

  • Über complicierende Bauchfelltuberkulose bei Lebercirrhose, Dissertation 1900
  • Untersuchungen über die Entwicklungsgeschichte einiger Flechtenapothecien, Dissertation 1903
  • Einführung in die experimentelle Vererbungslehre. Berlin: Bornträger, 1911
  • Erwin Baur, Eugen Fischer, Fritz Lenz: Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene. München: Lehmann, 1921, Band I.
    • In späteren Auflagen bis 1936: „Menschliche Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“.
  • Erwin Baur und Max Hartmann (Hrsg.): Handbuch der Vererbungswissenschaft. Berlin : Bornträger, 1929 ff (vol. 1-32)
  • Untergang der Kulturvölker im Lichte der Biologie. München: Lehmann, 1934. (Neuauflage)
  • Die wissenschaftlichen Grundlagen der Pflanzenzüchtung. Berlin: Bornträger, 1921
  • Vererbungs- und Bastardisierungsversuche mit Antirrhinum. In: Zeitschrift für Induktive Abstammungs- und Vererbungslehre 3, S. 34-98, 1910
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