Hesselberg

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel behandelt den Berg Hesselberg in Mittelfranken, Bayern, weitere Bedeutungen unter Hesselberg (Auswahlseite).
Blick auf den Hesselberg mit dem Holzöderhaus und dem Segelfliegerlager

Der Hesselberg ist mit 689 m die höchste Erhebung Mittelfrankens und der Frankenalb und liegt 60 km südwestlich von Nürnberg, mitten im fränkischen Land. In Mittelalter- und späteren Urkunden wird der Hesselberg als Oesselberg bezeichnet. Das bedeutet dasselbe wie Isel- oder Inselberg. Die gleichen Namen finden wir bei der Ostseeinsel Oesel und dem Berge Isel bei Innsbruck. Wer sich auf dem Berg befindet und ringsherum auf die fruchtbare Ebene, auf die saftigen Wiesen und dunklen Wälder blickt, der glaubt, auf einer Insel zu stehen. Er ist der einzige Berg im weiten Umkreis. Seine Oberfläche ist kahl, ohne Wald, aber auch ohne Felsspitzen.

Geschichte des Berges

In der Jungsteinzeit (4.000 bis 7.000 Jahre v. d. Z.) war er, wie verschiedene Funde von Steinbeilen erkennen lassen, nur vorübergehend besiedelt. In der Bronzezeit (2.700 bis 4.000 Jahre v. d. Z.) war der Berg ständig besiedelt. Um den Berg wurde eine gewaltige Ringmauer angelegt, die als Befestigung einer sogenannten Fliehburg diente. In Zeiten der Gefahr flüchteten die Bewohner der Siedlungen, die im Umkreis des Berges lagen, auf den Berg und verschanzten sich hinter dem Wall. Von hier aus verteidigten sie sich und ihre Habe. Die Funde aus der Bronzezeit sind zahlreich. Es sind Tongefäße, Urnen, Bronzesicheln, Lappenbeile, Ledermesser usw. Die Funde der Eisenzeit (vor ca. 2.000 Jahren) sind spärlich. In den ersten zwei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung lag der Berg in dem von den Römern unterworfenen Gebiet. Die römische Grenzbefestigung, der „Limes“ (im Volksmund die „Teufelsmauer" genannt), zog sich in einem weiten Bogen um den Berg. Der Berg selbst hatte für die römischen Verteidiger eine besondere Bedeutung. Unterhalb des Berges standen die römischen Zwingburgen, Standtürme und Kastelle.

Im Jahre 233 überrannten die Alemannen den römischen Limes und befreiten das Land von der Fremdherrschaft. Später rückten die Franken nach und ließen sich in dem Land um den Hesselberg nieder. Über das Mittelalter schweigt die Fundchronik des Berges, nur selten wird er erwähnt.

Und zur Zeit der Reformation hören wir wieder von ihm. Im Jahre 1525, im Jahre des Bauernaufstandes, kamen die Bauern auf dem Berge zusammen und schürten dort ihre Sturmfeuer. Während der Besetzung Süddeutschlandes durch den Schwedenkönig Gustav Adolf in den Jahren 1631/32 soll dieser von dem Berge aus den Anzug seines Heeres beobachtet haben.

Im selben Jahrhundert wird der Hesselberg einige Male als Ausflugsort erwähnt, aber seine Höhe wird als „erschrecklich und förderlich“ geschildert. Im Jahre 1803 besuchte der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. seine fränkischen Lande. Anläßlich des hohen Besuches wurde die Erlaubnis erteilt, auf dem Berge eine Gedenkmesse (Mark) durchzuführen. Diese wurde als Hesselbergmesse weitergeführt. Alle Jahre kamen die Bauern aus der ganzen Gegend auf den Berg und kauften an den dort aufgestellten Ständen und Buden ihre Waren ein. Wer sich das Jahr über nicht sah, der traf sich auf dem Berge. Es war ein Festtag für die ganze Gegend. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren des Ersten Weltkrieges verlor die Hesselbergmesse immer mehr an Bedeutung. Angesteckt durch den liberalistischen Zeitgeist, fehlte den Bauern das Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch die Menschen um den Hesselberg dachten zuerst an sich und nicht an die Gemeinsamkeit.

Nationalsozialisten auf dem Berge

Im Jahre 1926 wollte ein Einwohner aus Wassertrüdingen, welches am Fuße des Hesselberges liegt, die Hesselbergmesse wieder neu beleben. Er schrieb an die Ortsgruppe Nürnberg der NSDAP und lud Julius Streicher ein, auf den Berg zu kommen. Der Frankenführer war damals schon als nationalsozialistischer Kämpfer im ganzen Land bekannt. Die einen, welche die Judenfrage kannten und die neue Idee in sich aufgenommen hatten, liebten und schätzten ihn, die anderen aber haßten ihn. Beide Gruppen aber wollten ihn sehen, die einen aus Begeisterung, die anderen aus Neugierde. Julius Streicher kam. Zum ersten Mal weilte er auf dem stolzen Berge. In der Tat hatte sein Besuch eine große Menschenmenge angelockt.

Der erste Frankentag 1928

Am 1. Juli 1928 fand dann auf dem Hesselberge der erste Frankentag statt. Es war ein herrlicher Sommertag. Aus ganz Franken rückten die braunen Kolonnen an und nahmen auf dem Berge Aufstellung. Gegen 3 Uhr schmetterten Fanfaren, das Zeichen, daß der Wagen mit dem Frankenführer eingetroffen war. Die Bauern glaubten, daß es eine Versammlung im gewöhnlichen Sinne sein werde, und saßen hinter ihren Bierkrügen in ihren Bierzelten wie in ihren Dorfwirtshäusern. Julius Streicher aber wollte keine Versammlungsrede halten, das hätte er für eine Entweihung dieser Stunde gehalten. Er wollte predigen. Das konnte er aber nicht in dem dumpfen Bierzelt. Er trat hinaus ins freie, und hunderte deutsche Volksgenossen folgten ihm. Am Berghang ließen sie sich nieder. Von seinem Wagen aus sprach Julius Streicher:

„Auf diesem Berg kamen unsere Ahnen zur Sonnenwende. Hier bauten sie die Wälle gegen die anstürmischen Feinde, um Frau und Hab und Gut zu verteidigen. Hier holten sie sich in ernsten Zeiten Kraft und Stärke. Der Berg war ihnen ihr Freund in guten und bösen Tagen. Heute sind wir auf den Berg gekommen. Über Deutschland stehen schwarze Gewitterwolken. Kraft und Stärke haben wir notwendiger denn je. Diese wollen wir uns hier holen, aber dazu noch die Erkenntnis von dem Schuldigen an all der Not und dem Elend in unserem Land. Schuld ist der Weltjude. Er hat uns um Ehre und um unser Gut gebracht. Das müssen wir erkennen. Wer den Schlüssel der Weltgeschichte finden will, der muß die Rassenfrage erforschen. Der Jude Rathenau hat verkündet, daß Deutschland in zwanzig Jahren eine wüste Stätte und die Deutschen Sklaven fremder Herren sein müßten. Ein Mann ist aber erstanden, dem die Rettung des Volkes gelingen wird: Adolf Hitler. Mit ihm wollen wir kämpfen, an ihn glauben und ihn grüßen. Sieg Heil!"

Die Bauern erhoben sich und sangen das Lied, das jahrelang verpönt und verachtet war: „Deutschland, Deutschland über alles!“

Der zweite Frankentag 1929

Am 23. Juli 1929 fand der zweite Frankentag auf dem Hesselberg statt.

Der dritte Frankentag 1930

Am 13. Juli 1930, mitten im Wahlkampf für die Reichstagswahl am (14. September) , ehrte Adolf Hitler den Frankentag durch seinen Besuch. In Bayern galt damals das Uniformverbot. In großer Anzahl waren die Gendarmeriebeamten der ganzen Gegend auf dem Hesselberg im Einsatz um aufzupassen, ob nicht ein Braunhemd da und dort auftauchte. Gegen Mittag traf Adolf Hitler ein. Da sein Wagen im Schlamm stecken blieb, mußte er den Berg ersteigen. Auf dem Wege wurde er von einem alten Mütterlein angesprochen: „Sie brauchen nicht auf den Berg gehen, bei solch einem schlechten Wetter kommt der Hitler doch nicht!" Der Führer ging lachend weiter. Mehr als 7.000 Volksgenossen hatten sich auf dem Berg eingefunden. Zu ihnen sprach Adolf Hitler:

„Vor zwölf Jahren waren wir sieben Männer, heute sind wir 300.000. Sie können uns die gemeinsame Uniform, das Braunhemd nehmen, aber eines können sie uns nicht nehmen, das gleiche Herz. Ein alter Bauernspruch sagt: Es muß sein.' Jawohl es muß sein, daß wir diesen Kampf führen um unterer Kinder willen! Wir haben ein großes mächtiges Reich von unseren Vätern übernommen und müssen es als solches auch unseren Kindern übergeben. Das ist ein schlechter Bauer, der einen schönen Hof von seinem Vater übernommen hat und ihn verschuldet seinem Sohn übergibt."

Der vierte Frankentag 1931

Trotz der Verbote rief Julius Streicher im Jahre 1931 wieder seine Parteigenossen zum Besuch des Frankentages auf. Alle Aufgänge zum Berg waren mit Landespolizisten besetzt. Mehrere Hundertschaften waren eingesetzt. Nur zwei bis drei Mann durften zusammengehen. Als der Gauleiter mit seinem Wagen ankam, versuchten die Polizisten, ihn am Aufstieg zu hindern. Zwei Schupos wollten die Hakenkreuzflaggen an seinem Wagen entfernen, aber es gelang ihnen nicht, da der Adjutant des Gauleiters die Flaggen mit allen Kunstgriffen angeschmiedet hatte. In der Begleitung des Gauleiters war Prinz August Wilhelm von Preußen. Stürmisch wurden beide begrüßt. Da infolge des Verbotes eine Ansprache nicht möglich war, scharten sich die Nationalsozialisten um ihre Führer und sangen Kampflieder der Bewegung.

Im Jahre 1932 mußte infolge des Parteiverbotes der Frankentag ausfallen.

Der fünfte Frankentag 1933

Am 11. August 1933 wurde der Frankentag zum ersten Mal im nationalsozialistischen Reich durchgeführt. Als der Gauleiter sprach, bestimmte er, daß fortan der Frankentag auf dem Hesselberg an dem Sonntag vor der Sonnenwende stattfinden solle.

Waren es im Jahre 1933 60.000 Besucher, im Jahre 1934 80.000, so stieg die Anzahl der Besucher in den nächsten Jahren auf 100.000, 150.000 und 1937 auf nahezu 200.000.

Der Ablauf des Frankentages ist folgender: Am Samstagabend ist die Sonnwendfeier. Die gesamte fränkische Jugend ist auf dem Berg versammelt und wartet auf das Eintreffen des Frankenführers. Nach Eintreffen Julius Streichers ertönt die Hesselberg-Hymne. Dann wird der Holzstoß angezündet. Im selben Augenblick flammen von den fernen Höhen im Umkreis des Berges viele Sonnwendfeuer auf. In den frühen Morgenstunden des Sonntages treffen die zahlreichen Sonderzüge am Fuße des Berges ein. Lange unübersehbare Reihen von Männern und Frauen begeben sich auf vielen Pfaden auf die Höhe des Berges. Dort werden in den Vormittagsstunden Schaukünste aller Art gezeigt. Die besten fränkischen Sportler und Turner treten auf, Segelflieger ziehen in den Lüften ihre Kreise.

Um die Mittagsstunde steht der Berg schon im Zeichen der großen Kundgebung. Zahlreiche Besucher versammeln sich auf der sogenannten Ostewiese, um die Ansprache zu erleben. Nach der Kundgebung lagern die Menschenmassen zerstreut auf dem Berg, genießen die reine Luft und die warme Sonne. Andere begeben sich in die umliegenden Dörfer und nehmen teil am Kirchweihtanz.

Der achte Frankentag 1937

Im Jahre 1937 wurden auf dem Berg in einem eigens von der Reichspost eingerichteten Pavillon rund 8.000 Briefe und Karten abgefertigt. Die Deutsche Reichsbahn beförderte in 31 Sonderzügen rund 40.000 Personen. Die Hesselbergstraße wurde von 2.100 Autos und Omnibussen passiert. Dazu kamen noch etwa 4.000 Kraftfahrzeuge, die in den umliegenden Ortschaften parkten. Rund 25.000 Liter Bier wurden ausgeschenkt. Die Zahl der Unfälle und Hilfeleistungen war sehr gering. Die Sanitäter hatten insgesamt 1.276 Hilfeleistungen zu bringen, wobei aber nicht ein einziger Fall ernstlicher Natur war. Aus diesen Zahlen ist zu ersehen, wie gewaltig der Frankentag auf dem Hesselberg war. 1939 war der letzte Frankentag veranstaltet worden.

Adolf-Hitler-Schule Hesselberg.jpg

Adolf-Hitler-Schule

Der Entwurf von Julius Schulte-Frohlinde zur geplanten Adolf-Hitler-Schule Franken auf dem Hesselberg wurde im November 1938 auf der Modellschau im Haus der Deutschen Arbeitsfront am Oranienplatz in Berlin gezeigt. Er konnte wegen des 1939 von England entfesselten europäischen Krieges, der durch den Eintritt der VSA zum Weltkrieg wurde, nicht verwirklicht werden.

Nachkriegszeit

Seit 1951 ist der Hesselberg ganz in evangelischer Hand. Dies ist das Gründungsjahr der Evangelischen Landvolkshochschule und das Jahr der ersten Veranstaltung des Bayerischen Evangelischen Kirchentags. Seitdem treffen sich jährlich am Pfingstmontag Tausende Christen zu diesem Fest des Glaubens auf dem Berg. Zwischen 1945 bis 1992 diente der Bereich um den Hauptgipfel den amerikanischen Streitkräften als Radarstation. 1972 wurde im Rahmen der Kreisreform der Landkreis Dinkelsbühl, zu dem auch die Hesselberggemeinden gehörten, aufgelöst und in den Landkreis Ansbach integriert. In den späteren Gemeindereformen wurden viele ehemals selbständige kleine Gemeinden zu den heutigen Gemeindegebieten.