Jana, La

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La Jana (1905–1940)
La Jana (Aufnahme von 1939)
La Janas Ehrengrab
Waldfriedhof Dahlem in Berlin

La Jana, bürgerlicher Name Henriette Margarethe Hiebel (Lebensrune.png 24. Februar 1905 in Mauer bei Wien; Todesrune.png 13. März 1940 in Berlin), war eine deutsche Tänzerin und Schauspielerin.

Leben

Jugend

Henriette Hiebel war die zweite und jüngste Tochter des Ehepaares Hiebel. Ihr Vater war in Wien Vergoldungsmeister und zog mit seiner Familie nach Frankfurt am Main, als beide Töchter noch sehr klein waren. Henny, wie sie in der Familie genannt wurde, hatte eine ältere Schwester, die Anny genannt wurde und später als Opernsängerin ausgebildet wurde.

Mit elf Monaten hatte sie ein pausbächsig-hübsches Babygesicht mit einer niedlichen Ponnyfrisur und vielversprechenden Strampelbeinen, die sich im Laufe der Jahre zu einem reizenden Backfischformat entwickeln. In der Schule war sie ein artiges und fleißiges Kind, bis eines Tages der „Versucher“ naht, um in ihrem empfänglichen Mädchenherzen Sehnsucht und Unruhe zu wecken: Eine Mitschülerin, die zum Kinderballett des Frankfurter Opernhauses gehörte, schwärmte von ihren Eindrücken und Erlebnissen und öffnet ihr die Märchenpforte, die in die Welt des Tanzes führt. Das Mädchen La Jana verspürt schon in dieser Zeit den Drang, sich tänzerisch zu versuchen.[1]

Acht Jahre war La Jana alt, als sie sich zur Aufnahmeprüfung meldete. Vergebens suchten die Eltern der kindlichen Schwärmerei einen pädagogischen Riegel vorzuschieben, als sie zu ihrem Entsetzen merkten, daß die Musterschülerin ganz andere Rosinen im Kopf hatte als ihre Fleißaufgaben. La Jana hatte eine frühreife Energie, die ihr niemand zumuten würde: Sie zerstreut die Bedenken der Eltern und tanzt als Elevin am Frankfurter Opernhaus graziös und munter die Ruhmesleiter empor. Mit fünfzehn Jahren trat sie in einem selbstgeschneiderten Kleidchen in den Kurhäusern verschiedener süddeutscher Bäder auf. In Nauheim, Wiesbaden und Homburg hörte man zum ersten Mal den Namen La Jana.

La Jana absolvierte eine Tanzausbildung am Opernbalett in Frankfurt am Main.

Als La Jana ın Dresden für eine erkrankte Revuetänzerin einsprang, gelang ihr der große Durchbruch in die vorderste Linie. Man holte sie nach Hamburg, nach Berlin, ins Ausland. Mit verführerischen Lettern prangte der Name La Jana auf allen Plakaten. Sie wurde zum großen Revuestar, zum vielumworbenen Kassenmagnet. Man liebte ihre exotisch gefärbte Anmut, ihr dunkel verschleiertes Temperament, den zärtlich-traumhaften Rhythmus ihrer Bewegungen. Ihr Stil verletzte nie die Grenzen des Ästhetischen.

Drittes Reich

Sie trat als Revuetänzerin u. a. in Paris, Berlin, Stockholm (1933), und London (1934/35) auf, und wirkte bei den Shows „An und Aus“ von Herman Haller, „Casanova“ von Erik Charell und in „Helene“ von Max Reinhardt mit. In der Revue „Casanova“ wurde La Jana halbnackt, auf einem silbernen Tablett, dem Publikum serviert. Der Dank des Publikums war entsprechend: La Jana war das Tagesgespräch von Berlin.

Die Show „Streamline“ von C. B. Cochran führte La Jana 1934 auf eine Tournee durch ganz England und Schottland. Sie verkörperte in dieser Show eine spanische Tänzerin. Die englische Presse war voll des Lobes über La Jana, ihre einzigartige Ausstrahlung, ihr tänzerisches Können und ihre schlanke Figur, die es ihr erlaubte, „sehr wenig Kostüm“ zu tragen.

La Jana kehrte als berühmte Frau nach Deutschland zurück und drehte ab 1936 fast jedes Jahr einen bis mehrere Filme. Der Film Truxa machte La Jana auf einen Schlag in ganz Deutschland bekannt, und als sie später mit Richard Eichberg nach Indien reiste, bewunderten Millionen im Kino den exotischen Zauber La Janas in „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal“.

La Jana verpflichtete sich im Winter 1939/40 für eine Wehrmachtstournee in mehreren Theatern in Deutschland aufzutreten, da ihr damaliger Ruhm sie zu einem sicheren Publikumsmagneten machte.

Im Alter von nur dreißig Jahren erkrankte sie im Februar 1940 an eine schwere Grippe, der doppelseitige Lungen– und Rippenfellentzündung folgten, so daß La Jana nach achttägigen Krankenlager am 13. März 1940 um 19.05 Uhr in der Landhausstraße 33-35 in Berlin-Wilmersdorf verstarb. [2][3].

Nachwirken

La Jana wurde auf dem Waldfriedhof in Berlin-Dahlem beigesetzt. Die Grabstätte wurde lange Zeit von der Friedhofsgärtnerei Hermann Wendt gepflegt und auch neu gestaltet. Nach einem Streit um die Kosten für die Grabstelle wurden die Zahlungen der Familie La Janas eingestellt. Wenig später wurde die Grabstätte eingeebnet. La Janas Grab kann heute nicht mehr gefunden werden. 1956 wurde von einer nicht näher bekannten Initiative ein Antrag auf ein Grab für La Jana gestellt. Seitdem kann man ihr Grab wieder besuchen. Allerdings ist das Grab leer.

14 Jahre nach dem Tode von La Jana sorgte der Betrüger Herbert Schmid, der sich als Peter Paul Hiebel und unehelicher Sohn von La Jana ausgab, für Schlagzeilen. Die Frankfurter Neue Presse, ebenso die Deutsche Illustrierte und Der Stern veröffentlichten eine rührselige Geschichte, nach der La Jana am 14. August 1929 in der Hubertus-Klinik in Berlin-Lichtenberg einen Sohn geboren haben soll. Der Vater des Kindes soll ein Russe gewesen sein, der zur Geburt des Kindes in die Klinik kommen wollte, La Jana jedoch sitzen ließ. La Jana vertraute ihr einziges Kind dem Staatssekretär Alexander Heliopolis an, der ihn mit auf seine Reisen nahm. Erst 1938 soll La Jana heimlich eine Villa in Berlin gemietet haben, um mit ihrem Sohn offiziell zusammenleben zu können. Er soll an ihrem Todestag ihre Lebensbeichte abgenommen und von ihr 37.000 Mark geerbt haben. Nachdem sich die Schwester von La Jana, Frau Anny Bittlinski, über die Verleumdung in der Presse mit einer Anzeige gegen den angeblichen unehelichen Sohn von La Jana gewehrt hatte, wurde gegen Herbert Schmid am 6. Mai 1955 wegen Urkundenfälschung und Betrug durch den Generalstaatsanwalt Anklage erhoben.

Filmographie

  • 1925: Wege zu Kraft und Schönheit (Deutschland)
  • 1926: Die Weiße Geisha (Schweden)
  • 1927: Die Lady ohne Schleier (Schweden/Deutschland)
  • 1927: En Perfekt gentleman (Schweden)
  • 1927: Um seine Ehre (Schweden)
  • 1928: Thérèse Raquin – Du sollst nicht ehebrechen (Deutschland)
  • 1928: Der Biberpelz (Deutschland)
  • 1928: Zwei rote Rosen (Deutschland)
  • 1928: Der Ladenprinz (Deutschland)
  • 1928: Gaunerliebchen (Deutschland)
  • 1928: Ritter der Nacht (Deutschland)
  • 1928: Der Herzensphotograph (Deutschland)
  • 1929: Spanisches Intermezzo (Deutschland)
  • 1929: Meineid – Ein Paragraph der Menschen tötet (Deutschland)
  • 1929: Der Lustige Witwer (Deutschland)
  • 1930: Die Warschauer Zitadelle (Deutschland)
  • 1931: Der Schlemihl (Deutschland)
  • 1934: Ich bin Du (Deutschland)
  • 1937: Truxa (Deutschland)
  • 1938: Der Tiger von Eschnapur (Deutschland)
  • 1938: Das indische Grabmal (Deutschland)
  • 1938: Es leuchten die Sterne (Deutschland)
  • 1939: Menschen vom Varietè (Deutschland)
  • 1940: Der Trichter Nr. 10 – Kurzfilm (Deutschland)
  • 1940: Stern von Rio (Deutschland)

Revuen

  • 1924: An und Aus (Berlin)
  • 1927/28: Alles aus Liebe (Wien)
  • 1928: Helene (Berlin)
  • 1928: Casanova (Berlin)
  • 1928–1933: Die drei Musketiere (Berlin)
  • 1930–1932: Die schöne Helena (Berlin)
  • 1930–1932: Hoffmanns Erzählungen (Berlin)
  • 1933: Casanova (Stockholm)
  • 1934–1935: Streamline (Berlin, London mit anschließender Tournee durch England und Schottland)
  • 1935: A Kingdom For A Cow (London)
  • 1937: Piccadilly (Berlin)

Literatur

  • La Jana: Biographie von Helena Lehmann (1998)

Fußnoten

  1. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 8, 23 . Februar 1940
  2. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 13, 29 . März 1940
  3. laut Sterbeurkunde Nr. 531, Standesamt Berlin-Wilmersdorf vom 19. März 1940