Joyce, William

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1924 wurde Joyce bei einem Treffen der Conservative Party in der Versammlungshalle der Lambeth Baths (156 Westminster Bridge Road, London) von „jüdischen Bolschewiken“ angegriffen und mit einer Rasierklinge schwer verletzt. Der Täter hatte auf den Hals gezielt.[1] Die markante Kampfnarbe wurde sein Erkennungs- und Markenzeichen. Schon vor dem Überfall mußte Joyce immer wieder physische Angriffe des politischen Gegners erdulden.

William Brooke Joyce (Lebensrune.png 24. April 1906 in Neuyork; Todesrune.png 3. Januar 1946 in Wandsworth) war ein britisch-deutscher nationalistischer Politiker und Propagandist.

Leben

Früher Werdegang

William Brooke Joyce wurde am 24. April 1906 in Brooklyn (Neuyork) als Sohn des irischstämmigen Bauunternehmers Michael Joyce und seiner deutschstämmigen Ehefrau Gertrude Emily Brooke geboren. Drei Jahre darauf siedelte die Familie in das Heimatland Irland nach Glayway um, wo der Vater Haus und Grundbesitz erwarb.

Geprägt wurde der Deutsch-Ire mit VS-amerikanischer und britischer Staatsangehörigkeit (Reisepaßnummer 12.59.43 vom 5. Juli 1933) durch die starke irisch-loyalistische Haltung des anglophilen Vaters, der die Irisch-Republikanische Armee (IRA) ablehnte und die Briten im Lande begrüßte. Nach Abschluß des Anglo-irischen Vertrages und der Begründung des irischen Freistaates floh die Familie angesichts zu erwartender Repressalien nach England. William wurde in katholischen Schulen unterrichtet, danach im College Sankt Ignatius Loyola. Er liebte Latein, Französisch und vor allem Deutsch.

Joyce immatrikulierte 1922 und besuchte das Birkbeck College der Londoner Universität. Er trat zunächst ein Studium der Naturwissenschaften an und wechselte dann zu den Studienfächern Anglistik und Geschichte, worin er 1927 das Examen ablegte. Während seines Studiums trat Joyce dem Offiziersausbildungscorps der Universität bei, was durch seine unklare Staatszugehörigkeit erschwert wurde. Im April desselben Jahres heirate Joyce Hazel Kathleen Barr.

Erstes politisches Engagement entfaltete William Joyce als Präsident der Konservativen Partei des Birbeck–College, wo er scharfe Aufsätze und Artikel gegen den Zerfall des britischen Empire verfaßte und eine Studentenzeitung publizierte. Den Hauptfeind des Weltreiches machte Joyce mit dem Judentum namhaft, welches den Bolschewismus und die internationale Hochfinanz in sich vereine. Im Alter von 17 Jahren schloß er sich der nationalistischen und antibolschewistischen British Fascista Ltd. an.

British Union of Fascists

William Brooke Joyce in britischer Haft.jpg
Hier soll es sich um William Joyces Reisepaß des Deutschen Reiches (er war seit 1940 Staatsbürger des Deutschen Reiches) vom 3. November 1944 als „Wilhelm Hansen“ handeln. Merkwürdig erscheint die Tatsache, daß sein Geburtsdatum mit 11. März 1906 angegeben wird. Vorherige Dokumente waren vollständig ausgefüllt, u. a. mit Eltern, dem richtigen Geburtsdatum usw. Vermutlich bekam er diesen Paß durch gute Beziehungen als Basis einer benötigten Legende für die Nachkriegszeit. Bei seiner Verhaftung Ende Mai 1945 führte er beide Pässe mit sich und nannte sich zudem „Fritz Hansen“.

Die eigentliche politische Karriere von William Joyce begann mit seinem Beitritt in die 1932 neugegründete British Union of Fascists (BUF) unter Sir Oswald Mosley. Hier avancierte er zum Stellvertreter Mosleys und aufgrund seiner rhetorischen Befähigung zum hauptamtlichen Propagandachef der BUF. Landesweite Bekanntheit erlangte die BUF insbesondere am 7. Juni 1934, wo es im Londoner Olympia anläßlich einer Parteiveranstaltung zu Ausschreitungen zwischen den Schwarzhemden und Antifaschisten kam.

Eher dem Nationalsozialismus als dem Faschismus zuneigend, setzte der germanophile Joyce im Jahre 1936 durch, den Parteinamen in „British Union of fascists and National Socialists“ umzuwandeln.

1937 kandierte Joyce für die Wahlen zum London County Council. Das Wahlergebnis der BUF stellte sich für die BUF als Fiasko heraus und es kam zum Bruch zwischen Mosley und Joyce. Letzterer spaltete sich daraufhin mit Gründung der am Nationalsozialismus orientierten „National Socialist League“ von der BUF ab.

Übersiedlung und Tätigkeit in Deutschland

Ab Juli 1939 plante Joyce die Flucht nach Deutschland, um sich beim drohenden Kriegsausbruch der Verfolgung nach Verteidigungsanordnung 18B durch die britische Regierung zu entziehen. Er stand auf der Verdächtigenliste des MI5. Am 26. August 1939 verließ er mit seiner zweiten Frau (Margaret Cairns White, eine überzeugte Faschistin und Nationalsozialistin) England, um nach Deutschland überzusiedeln.

Über Kontakte zum Auswärtigen Amt erhält Joyce eine Anstellung als Rundfunkkommentator im Propagandaministerium, wo er zum bekanntesten Sprecher des Programms „Germany calling“ avanciert. Eine seiner ersten Aufgaben bestand in der Übersetzung der Reichstagsrede Adolf Hitlers vom 1. September 1939 ins englische. 1939–1940 hielt Joyce zahlreiche Rundfunkansprachen und erlangte durch seine bissig-zynischen Kommentare bald die Aufmerksamkeit der Alliierten. Der „Londoner Daily-Express“ verlieh dem Ansager den Spitznamen „Lord Haw Haw“, der ursprünglich auf den Radiokommentator Norman Baillie-Stewart gemünzt war.

1940 erwirbt er die deutsche Staatsbürgerschaft, im Juni 1942 wird Joyce zum Chefkommentator des „Germany calling“ ernannt.

Im September 1944 verleiht ihm Hitler für seine Dienste das Kriegsverdienstkreuz.

Verhaftung, Prozeß und Tod

Am 30. April 1945 hält Joyce die letzte Radioansprache, welche der Kommentator mit den Worten „Es lebe Deutschland! Heil Hitler! And farewell!“ schloß. Daraufhin meldete er sich wenige Tage vor der Kapitulation freiwillig zum Volkssturm.

Am 28. Mai 1945 wird Joyce von zwei britischen Soldaten erkannt und festgenommen, während seiner Verhaftung wird er durch einen Schuß in den Oberschenkel verletzt. Nach seiner Überführung nach England erfolgte vom 17. – 19. 9. 1945 der Hochverratsprozeß gegen William Joyce, als Ankläger fungierte der spätere britische Chefankläger im Nürnberger Prozeß Sir Hartley Shawcross. Die Anklage gliederte sich in drei Punkte:

I.) William Joyce förderte und unterstützte am 18. September 1939 und zahlreichen anderen Tagen zwischen dem 18. September 1939 und 29. Mai 1945 die Feinde des Königs durch Ausstrahlung von Propaganda an die Untertanen des Königs zugunsten der Feinde des Königs.
II.) William Joyce förderte und begünstigte die Feinde des Königs durch Anstreben der Naturalisation als Deutscher.
III.) William Joyce förderte und unterstützte am 18. September 1939 und zahlreichen anderen Tagen zwischen dem 18. September 1939 und 2. Juli 1940 die Feinde des Königs durch Ausstrahlung von Propaganda an die Untertanen des Königs zugunsten der Feinde des Königs.

Wesentlichen Raum in der Verhandlung nahm die Diskussion um Joyce` Staatsangehörigkeit ein, indem die Verteidigung den Nachweis erbrachte, daß er gebürtiger Amerikaner sei, die deutsche Staatsangehörigkeit 1940 legal erworben habe, jedoch die britische unrechtmäßig, womit die Anklage wegen Hochverrates hinfällig würde. Die Anklagevertretung beharrte dagegen auf dem Standpunkt, daß auch ein illegal erworbener Reisepaß dem Inhaber den Schutz der britischen Krone zusichere und ihm eine Treuepflicht auferlege. Durch seine Tätigkeit als Radiokommentator habe Joyce diese Treuepflicht verletzt und Hochverrat begangen. Am 19. 9. 1945 wurde Joyce in den Anklagepunkten I. und II. freigesprochen, in Punkt III. für schuldig befunden und zum Tode durch den Strang verurteilt.

Nachdem die Berufsverfahren, zuletzt vor dem House of Lords als höchste Rechtsinstanz scheiterten, wurde das Todesurteil an William Joyce am 3. 1. 1946 in der Justizvollzugsanstalt Wandsworth durch den Henker Albert Pierrepoint vollstreckt. Die BBC berichtete, daß seine letzten Worte dem politischen Kampf galten:

„In death as in life, I defy the Jews who caused this last war, and I defy the powers of darkness which they represent.“[2]

Seine letzten Worte aus dem Abschiedsbrief an seinen Bruder:

„Ich bin stolz darauf, für meine Ideale zu sterben, und es tut mir für die Söhne Großbritanniens leid, die gestorben sind, ohne zu wissen, warum.“

Werke

Bücher

  • 96-book.png PDF National Socialism Now, First Impression, London 1937
  • 96-book.png Internet Archive: PDF EPUB DjVu BlätternTwilight over England, Internationaler Verlag, Berlin 1940
    • de: Dämmerung über England, Berlin 1942

Radiosendungen

Tondokument

Radioansprache von William Joyce zum Eingreifen der Wehrmacht in Norwegen

Zitat

  • „Heute Abend spreche ich zu Euch über Deutschland. Das ist ein Konzept, das viele von euch vielleicht nicht verstanden haben. Laßt mich Euch sagen, daß in Deutschland immer noch der Geist der Einheit und der Geist der Kraft bleibt. Lasst mich Euch sagen, daß wir hier ein vereintes Volk haben, das bescheiden in seinen Wünschen ist. Sie sind keine Imperialisten. Sie wollen nicht nehmen, was ihnen nicht gehört. Alles, was sie wollen, ist, ihre eigenes einfach Leben zu leben, ungestört durch äußere Einflüsse. Das ist das Deutschland, das wir kennen. [...] Großbritanniens Siege sind karg; sie lassen es arm und sie lassen ihre Leute hungrig zurück; sie lassen es der Märkte und des Reichtums, den sie vor sechs Jahren besaß, beraubt zurück. Doch vor allem lassen sie es mit einem immens größeren Problem zurück, als es damals hatte. Wir nähern uns dem Ende einer Phase der europäischen Geschichte, aber die nächste wird nicht glücklicher. Es wird düsterer, härter und vielleicht blutiger sein. Und nun frage ich Euch ernsthaft, kann Britannien überleben? Ich bin zutiefst davon überzeugt, daß es das ohne deutsche Hilfe nicht kann. [...] Ich sage: Es lebe Deutschland! Heil Hitler! Und lebe wohl!“ — William Joyce in seiner letzten Radioansprache am 30. April 1945, kurz nachdem er von Hitlers Tod erfahren hatte.[3]

Literatur

  • C. E. Bechhofer Roberts (Hg.): The Trial of William Joyce. Old Bailey Trials series, London 1946.
  • William Cole: Lord Haw-Haw and William Joyce. London 1964
  • Nigel Farndale: Haw-Haw: the tragedy of William and Margaret Joyce. London 2005
  • Mary Kenny: Germany Calling – a personal biography of William Joyce. Dublin 2003

Verweise

Fußnoten

  1. Martin Doherty: Nazi Wireless Propaganda: Lord Haw-Haw and British Public Opinion, Seite 13
  2. William Joyce: The Trial
  3. Youtube: Final broadcast of William Joyce AKA Lord Haw-Haw

    This evening I am talking to you about Germany. That is a concept that many of you may have failed to understand. Let me tell you that in Germany there still remains the spirit of unity and the spirit of strength. Let me tell you that here we have a united people who are modest in their wishes. They are not imperialists. They don't want to take what doesn't belong to them. All they want is to live their own simple life, undisturbed by outside influences. That is the Germany that we know. [...] Britain's victories are barren; they leave her poor, and they leave her people hungry; they leave her bereft of the markets and the wealth that she possessed six years ago. But above all, they leave her with an immensely greater problem than she had then. We are nearing the end of one phase of Europe's history, but the next will be no happier. It will be grimmer, harder and perhaps bloodier. And now I ask you earnestly, can Britain survive? I am profoundly convinced that without German help she cannot. [...]
    I say, es lebe Deutschland! Heil Hitler! and farewell.