Münch, Ingo von

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Prof. Dr. jur. Dr. h. c. Ingo von Münch (2011); er ist emeritierter Professor für Verfassungs- und Völkerrecht und renommierter Grundgesetzkommentator.

Herbert Fritz Ingo von Münch (Lebensrune.png 26. Dezember 1932 in Berlin) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler, Publizist und Politiker (FDP).

Leben

Oberst Waldemar von Münch, hochdekoriert, u. a. mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes (1914), dem Kriegsverdienstkreuz (1939), I. Klasse mit Schwertern und dem Orden der Heiligen Krone, II. Klasse mit Schwertern und Kriegsdekoration (Halsorden).

Herkunft

Ingo von Münch, ev., wurde am 26. Dezember 1932 als Sohn des Berufsoffiziers Waldemar von Münch (1884–1966) und der Generalstochter Marie, geb. Koch von Hernhaussen in Berlin geboren. Die von Münchs, deren Ursprünge sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen lassen, entstammten dem thüringischen Uradel der Grafschaft Camburg.

Sein Vater war Seeoffizier der Kaiserlichen Marine und Teilnehmer der Skagerrakschlacht 1916. Er trat 1935 in die Wehrmacht ein, kam aufgrund seiner Auslandserfahrung wenig später bei der Abwehr zum Einsatz und war zuletzt Oberst der Luftwaffe. Sein großvater mütterlicherseits war der Offizier der Preußischen Armee und des Deutschen Heeres Generalleutnant Fritz Wilhelm Erich Koch von Hernhaussen (30. Oktober 1854 in Windhausen), im Ersten Weltkrieg ab 1915 Gouverneur von Kauen (Gouvernement Kowno).

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) war die Familie zeitweilig nach Schlesien evakuiert und fand nach Kriegsende und Vertreibung Zuflucht in einem kleinen Dorf in der Nähe von Goslar.

Nachkriegszeit

Die zeitweilige Arbeitslosigkeit des Vaters, nachdem dieser aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, zwang Ingo schon als Gymnasiast, zum Familienunterhalt beizutragen. Sein soziales Empfinden, so sagte er später, sei von der damaligen Arbeitserfahrung in einer Papierfabrik wesentlich mitgeprägt worden.

Ausbildung

Nach dem Abitur in Goslar studierte Ingo von Münch 1951-1954 Rechtswissenschaften an der Universität Frankfurt/M., wobei er seinen Lebensunterhalt diesmal als Nachtwächter verdiente. 1958 wurde er dort zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. jur.) promoviert, und 1963 folgte ebendort die Habilitation.[1]

Wirken

Professor von Münch ist leidenschaftlicher und bekennender Sprachschützer:

„Baden-Baden. Sehr geehrter Herr Dr. Bauer, haben Sie besten Dank für Ihr Schreiben, in welchem Sie auf den neuen internationalen Katalog 2012 hinweisen. Ich begrüße es, dass der Nomos Verlag sein Internationales Programm ausweitet. Dagegen begrüße ich es überhaupt nicht, dass Sie Ihren Brief an mich in englischer Sprache verfasst haben. Ich kann Ihnen versichern, dass ich als Völkerrechtler, dem Englisch als wichtige Arbeitssprache geläufig ist, keine Mühe hatte, den Inhalt Ihres Briefes zu verstehen. Ich finde es aber unverständlich, wenn ein deutscher Lektor eines deutschen Verlages an einen deutschen Wissenschaftler in Deutschland auf Englisch schreibt. Sollten Sie auch in Zukunft Briefe an mich in einer Fremdsprache verfassen, so werde ich mir überlegen, ob ich künftig mit ihrem Verlag in der traditionellen Gelehrtensprache – also auf lateinisch – korrespondieren werde. Mit trotzdem freundlichem Gruß, Professor Dr. Dr. h. c. Ingo von Münch.“Verein Deutsche Sprache: Sprachnachrichten. Heft 1. 2012. S. 18.

„Frau, komm!“

Hauptartikel: Frau, komm!

In seinem Buch „Frau, komm!“ behandelt Münch die Vergewaltigungen deutscher Mädchen und Frauen durch Angehörige der Roten Armee. Die Anregung, die bestialischen Geschehnisse von damals aufzuzeichnen, bekam Münch fast 65 Jahre nach Kriegsende durch die Erzählung einer ehemaligen Schulkameradin in der Mark Brandenburg. „Daraus ist“, so Peter Kruse im Hamburger Abendblatt, „eine akribische und wissenschaftlich fundierte Dokumentation geworden.“ Nie zuvor sind in einem einzigen Land und innerhalb eines so kurzen Zeitraumes so viele Frauen und Mädchen von fremden Soldaten mißbraucht worden wie 1944/45 nach dem Einmarsch der Roten Armee in Deutschland. Erschreckend war auch die Brutalität, mit der die Frauen und Mädchen mißbraucht wurden. Versuchen, die Massenvergewaltigung von Frauen und Mädchen als „irgendwie gerechte Strafe“ anzusehen, widersprach von Münch: „so abwegig sollten selbst ‚Nachgeborene‘ nicht urteilen.“

Schriften (Auswahl)

  • Meinungsfreiheit gegen Political Correctness, Duncker & Humblot, 2017, ISBN 978-3428152681 [165 S.]
  • Frau, komm! Die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen 1944/45, Ares Verlag, Graz 2009, ISBN 978-3-902475-78-7

Verweise

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 48/2007