Maizière, Lothar de

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lothar de Maiziere mit dem Vorsitzenden der PDS, Gregor Gysi (l), bei den Kommunalwahlen in der DDR am 6. Mai 1990 kurz vor dem Beginn des Wahlstudios im Palast der Republik.

Lothar de Maizière (* 2. März 1940 in Nordhausen) ist ein deutscher Jurist und Politiker (CDU); Ministerpräsident der DDR (1990).

Werdegang

Herkunft

Lothar de Maizière wurde am 2. März 1940 in Nordhausen als Sohn eines Rechtsanwalts geboren und stammt, wie er sagt, aus einem „aufgeklärten protestantischen Elternhaus“. Der Vater, Clement de Maizière (gest. 1980), war französisch-reformierten, die Mutter lutherischen Bekenntnisses. Lothar de Maizière ist ein Neffe des fr. Generalinspekteurs der Bundeswehr, General Ulrich de Maizière, dessen Sohn Thomas de Maizière seit 2005 Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts ist. Die Familie ist hugenottischen Ursprungs. De Maizière hat eine Schwester, die Pastorin war.

Ausbildung

Schon als Schüler trat Lothar de Maizière 1956 „aus purem Opportunismus“, wie er später bekannte, der Ost-CDU, einer der vier Blockparteien in der DDR, bei. Wegen seines christlichen Bekenntnisses hatte er Schwierigkeiten an der Erweiterten Oberschule, d. h. in den letzten Klassen vor dem Abitur, das er 1958 am „Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster“ ablegte. Von 1959 bis 1965 studierte er Viola an der Ostberliner Musikhochschule Hanns Eisler. In dieser Zeit trat er auch als Musiker in verschiedenen Orchestern wie beispielsweise dem Rundfunksinfonieorchester Ostberlins auf. Im Jahre 1969 musste er jedoch seine Musikerkarriere aufgrund einer Erkrankung aufgeben. Daraufhin strebte er eine Juristenlaufbahn an und belegte von 1969 bis 1975 ein Fernstudium der Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität.

Wirken

1976 wurde er in die Ostberliner Rechtsanwaltschaft aufgenommen, 1987 wurde er zu ihrem Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Als Rechtsanwalt setzte er sich für Christen ein, die wegen ihres Glaubens mit dem SED-Regime in Konflikt gerieten. Von 1985 bis 1990 gehörte de Maizière außerdem der Synode des Bundes der Evangelischen Kirche der DDR an.

Politische Rolle in der Wendezeit

In den Turbulenzen der sog. Wendephase und des Zerfalls der DDR wurde de Maizière in die erste Reihe der Politik gespült. Im November 1989 wurde er Vorsitzender der DDR-CDU, Mitte November trat er in die Regierung von Hans Modrow (SED) als Minister für Kirchenfragen ein. Bei der Volkskammerwahl des März 1990, der ersten frei abgehaltenen dieser Art, errang de Maizière mit seiner CDU einen deutlichen Sieg und konnte nun die Regierung bilden. Als Ministerpräsident stand er nun einer Koalition mit der SPD und den Liberalen vor. In den folgenden Monaten wurde der geordnete Beitritt der DDR zur Bundesrepublik vorbereitet. An diesem Thema zerbrach allerdings de Maizières Koalition. Dennoch wurde am 3. Oktober die Vereinigung vollzogen. Zuvor war de Maizière zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Bundes-CDU gewählt worden, als Bundesminister für besondere Aufgaben trat er schließlich in die Regierung Helmut Kohl ein. Nach dem Wahlsieg der CDU bei den Landtagswahlen wurde er im November 1990 zum CDU-Landesvorsitzenden von Brandenburg gewählt.

Rückzug aus der Politik

Mitte Dezember 1990 trat de Maizière wegen ungeklärter Vorwürfe zur Stasi-Vergangenheit als Bundesminister zurück. Diese Vorwürfe erwiesen sich jedoch als unbegründet, deshalb nahm er im Februar 1991 alle Ämter wieder auf. Allerdings gestalteten sich die Beziehungen zur Parteiführung der Bundes-CDU aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur Politik in Mitteldeutschland problematisch, folgerichtig trat er im August 1991 als Stellvertretender Bundesvorsitzender zurück, kurze Zeit später verabschiedete er sich dann gänzlich von der Politik.