Lubbe, Marinus van der

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Marinus van der Lubbe, 1933
Meldung in der Freiburger Zeitung vom 11. Januar 1934

Marinus van der Lubbe (Lebensrune.png 13. Januar 1909 in Oegstgeest, Niederlande; Todesrune.png 10. Januar 1934 in Leipzig) war ein niederländischer schwuler Stadtstreicher mit kommunistischer Weltanschauung.

Leben

Van der Lubbe war einst ein Maurergeselle in Leiden. Im November 1931 war er in Enscheid, um den dortigen Streik der Textilarbeiter zu unterstützen. Zu Beginn des Jahres 1933 wanderte er in das Dritte Reich aus, in welchem er bereits am 27. Februar im brennenden Reichstag in Berlin festgenommen und im März mit vier anderen, später mangels Beweisen freigesprochenen Kommunisten wegen Brandstiftung angeklagt wurde. Er wurde am 22. Dezember 1933 wegen Hochverrats in Tateinheit mit vorsätzlicher Brandstiftung im sogenannten Reichstagsbrandprozeß durch das Reichsgericht in Leipzig zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde am 10. Januar 1934 vollstreckt. Bereits vorher war van der Lubbe als Brandstifter an mehreren öffentlichen Gebäuden in der Reichshauptstadt hervorgetreten. Diese Brände konnten aber alle rasch gelöscht werden.[1]

Nach 1945 tauchten eine Reihe von fadenscheinigen Gutachten sowie allerlei schlecht gefälschte Dokumente auf, welche die nationalsozialistische Reichsregierung bezichtigten, den Reichstagsbrand gelegt zu haben. Diese wurden sämtlich als Fälschungen enttarnt. Der geständige van der Lubbe wollte mit seiner Brandstiftung ein Zeichen gegen die Machtübernahme der Nationalsozialisten setzen.[2]

Obwohl sogar unter bundesdeutschen Geschichtsschreibern die Täterschaft van der Lubbes angenommen wird, wurde in den nachfolgenden Jahrzehnten mehrfach versucht, van der Lubbe zu entlasten und das Urteil nachträglich aufzuheben. Grundlage dieses Vorgehens ist wie stets die Auffassung, im Dritten Reich sei grundsätzlich alles unrecht gewesen und selbst wenn nicht, müsse zumindest ein solcher Anschein erweckt werden.

Theorien

In seinem Buch „Widerstand im Dritten Reich“ geht Heinz Roth von einem gezielten Verrat durch die „Abwehr“ unter Wilhelm Canaris aus. Der Brand sei zur Destabilisierung des Deutschen Reiches und der jungen nationalsozialistischen Regierung gelegt worden, um einen Militärputsch unter Kurt von Schleicher zu provozieren. Ausführender seien die Verräter Wolf-Heinrich von Helldorf und Hans Bernd Gisevius gewesen, wobei van der Lubbe nur als Strohmann benutzt worden sei:

„Als ausführendes Organ der Brandstiftung muß die Abteilung II der ‚Abwehr‘ angesehen werden. Nur sie besaß alle technischen Hilfsmittel. Die gestellte Aufgabe bedeutete für sie wenig mehr als eine Routineangelegenheit der Art, wie sie sie vielfach im Ruhrkampf durchexerziert hatte. Als Mittel kam flüssiger Phosphor in Betracht, ein Brandstiftungsmittel, das damals nur in Fachkreisen bekannt war und von dem schon eine kleine Menge genügte, einen Großbrand hervorzurufen [Anmerkung: Dazu, daß van der Lübbe Phosphor benutzte: Der Reichstagsbrand 1933 von Hausinspektor Scranowitz geschildert (Nordwestzeitung, Oldenburg vom 26. August 1954)]. […] Neben dem von der ‚Abwehr‘ mit flüssigem Phosphor ausgerüsteten Brandstifterkommando lief noch eine Parallelaktion: die Aktion van der Lubbe. Sie fand in der Regie der ‚Abwehr‘ statt, um durch Opferung eines Sündenbocks die Urheber (Helldorf, Gisevius, Schleicher) abzuschirmen. Van der Lubbe, ein geistig unterentwickelter Holländer, war landstreichend vermutlich erstmalig im April 1931 in Gronau in die Kartei der ‚Abwehr‘ geraten.“

Verweise

Fußnoten

  1. Prominente ohne MaskeDrittes Reich, FZ-Verlag, 1998, ISBN 3924309396
  2. Sven Felix Kellerhoff: Der Reichstagsbrand – Die Karriere eines Kriminalfalls., be.bra verlag (2008); Seite 132 – Die Lösung