Der Weg – El Sendero

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Der letzte Jahrgang 1957

Der Weg – El Sendero war in den 1950er Jahren die einflußreichste und bekannteste Zeitschrift Auslandsdeutscher, Deutscher und europäischer Emigranten, die Europa nach dem Zweiten Weltkrieg verlassen mußten. Bekannte Autoren der Zeitschrift waren u. a. Hans-Ulrich Rudel, Johann von Leers, Otto Skorzeny, Hans F. K. Günther, Otto Ernst Remer, Hanna Reitsch, Albert Kesselring, Erich Kern, Dieter Vollmer, Willem Sassen, Per Engdahl, Alois Hudal und Maurice Bardèche.

Inhaltsverzeichnis

Publikationsgeschichte

Daten zum Heft

Johann von Leers: Reichsverräter (1954)
J. K. Peter: Der 20. Juli (1951)

„Der Weg – Monatsschrift für Freiheit und Ordnung“, auch „Monatshefte zur Kulturpflege und zum Aufbau“ oder „Unabhängige Monatsschrift für Freiheit und Ordnung in Staat, Politik, Wirtschaft, Recht und Kultur“ erschien von 1947 bis 1957 im Dürer-Verlag in Buenos Aires. Den Leitartikel Am Wege schrieb der Herausgeber Eberhard Fritsch. Der Eröffnungsaufsatz war auf Spanisch, da das argentinische Pressegesetz dies verlangte. In den Sparten Das Buch, Gespräch mit dem Leser, Portrait des Monats, Umschau und Weltgeschehen wurden Themen von Regional- bis Weltpolitik, von Gedichten bis Reiseberichten behandelt.

Politischer Redakteur war drei Jahre lang (1949 bis 1952) Reinhard Kopps, sein Nachfolger wurde Dieter Vollmer. Während der Abwesenheiten von Eberhard Fritsch war er praktisch der Verlagsleiter und sanierte z. B. im Jahr 1950 kurzzeitig den Verlag mit Hilfe von Hans-Caspar Krüger, ehemaliger Reichsgeschäftsführer der Nordischen Gesellschaft. Die politische Themenwahl der ersten Jahrgänge zielte vor allem auf die Deutlichmachung der Vertreibungen, der Demontagen und der Kriegsgefangenen. Im Heft gab es die Sparte Wer hilft? mit persönlichen Schicksalen. Außerdem wurde mit zwei deutschen Reisebüros ein Beratungsdienst für deutsche Einwanderer organisiert und es gab nützliche Inserate, wie z. B. vom ABC-Restaurant oder vom Kameradenwerk, einer Organisation von Hans-Ulrich Rudel samt Rechtshilfe, eigenen Suchdiensten und Kontaktadressen in Buenos Aires.

Die Startnummer vom Juni 1947 hatte eine Auflage von 2.000 Heften. Im November 1947 wurden vorläufige Versandgenehmigungen für Drucksachen in die Besatzungszonen der Amerikaner und Briten erreicht. Eine Ausweitung des Leserkreises zielte auf die Deutschen um Blumenau (Brasilien) aber auch Chile und Paraguay. Von hier wurden viele Spenden eingebracht. 1949 sollte von monatlich auf zweiwöchentlich umgestellt und dazu drei Sonderhefte für Abonnenten herausgegeben werden. Unter den Besatzungsmächten setzten sich vor allem die VS-Amerikaner für ein Vertriebsverbot ein, welches am 26. Mai 1949 ausgesprochen wurde. Am 27. Mai 1949 folgte die österreichische Staatsanwaltschaft. Verlagsvertreter wurden daraufhin verhaftet und Verlagsprodukte beschlagnahmt. Deutsche Zeitungen zogen ihre Anzeigen zurück, die Auflage ging zurück. Die Verbote wurden durch die Bundesrepublik und die Republik Österreich aufrechterhalten. Die daraus resultierenden finanziellen Einbußen führten zur Seitenerweiterung als Notlösung.

Eberhard Fritsch beauftragte Reinhard Kopps mit der Umstrukturierung des Vertriebs nach geheimdienstlichen Methoden. Die neu entstandenen Verteilungsmöglichkeiten waren nicht auf den offiziellen Postweg angewiesen, konnten daher auch nicht unterbunden oder kontrolliert werden und waren vor allem schnell. Jeweils in Lüneburg und in Berchtesgaden existierte z. B. eine geheime Vertriebszentrale. Bereits 1950 erreichte die Zeitschrift in der Bundesrepublik eine fünfstellige Abonnentenzahl. Die Sonderhefte konnten auch wieder herausgegeben werden. Um 1951 wurde Johann von Leers unter den Pseudonymen Gordon Fitzstuart, Felix Schwarzenborn und Hans Euler Autor der Zeitschrift. Im gleichen Jahr kam es zu einer sichtbaren Kooperation zwischen dem Weg und der neugegründeten Zeitschrift Nation Europa. Außerdem existierten Kontakte zum Göttinger Plesse-Verlag. Im Sommer 1952 reisten mehrere Mitglieder des argentinischen Lagers in die Bundesrepublik. Es kam erneut zu einer engen Zusammenarbeit, die sich insbesondere auf das Netzwerk von Eberhard Fritsch positiv auswirkte. Das effiziente Verteilersystem der Sozialistischen Reichspartei wurde in die Abonnentenkartei der Zeitschrift integriert, was 3.000 zusätzliche Abonnenten bedeutete.

Durch erneute Geldbeschlagnahmungen und die wachsende Konkurrenz durch BRD-Zeitungen in Südamerika stand der Verlag 1952 trotzdem erneut kurz vor der Pleite. Dieter Vollmer erachtete ein Pleiteende als nicht ehrenhaft und brachte im November 1952 ein aggressives Heft zu Israel und Freimaurern heraus, das ein Verbot herbeiführen sollte. Fritsch schaffte es noch einmal, die Proteste des Jüdischen Weltkongresses, der VSA und der BRD bei der Regierung Argentiniens abzuwehren. Dieter Vollmer war von da an freier Mitarbeiter.

1953 wurden über die geheimen Vertriebszentralen regelmäßig 16.000 illegale Abonnements allein in der Bundesrepublik und 2.500 in Südafrika verteilt. Hier schrieben u. a. Herbert Grabert (als Hugo C. Backhaus), Karl Heinz Bolay, Bruno H. Bürgel, Bettina Feistel-Rohmeder, Anton Zischka oder Martin Luserke.

Politik ums Heft

Die Härte der politischen Aussagen wuchs mit den Jahren. Kurz nach dem Krieg blieb die deutsche Gemeinschaft nach den Kriegserfahrungen (Verhaftungen, Beschlagnahmungen) zuerst in Deckung. Doch mit der Zeit wollte man die bundesdeutsche Politik aktiv beeinflussen. Die Fundamentalisten unter den Autoren setzten sich gegen die Pragmatiker nach den Landsberger Hinrichtungen vom 6. Juni 1951 durch. Der 17. Juni 1953 und der Österreichische Staatsvertrag von 1955 waren weitere wichtige Daten.

Der BRD-Bundespräsident Theodor Heuss sprach 1955 in einer Rede die Redaktion der Zeitschrift direkt an:

„Der Weg bleibt eine peinliche Lektüre, aber die Bevölkerung qua Wähler hat in den Wahlgängen der letzten Jahre ziemlich eindeutig gezeigt, daß sie trotz der großen Sprüche, vielleicht auch wegen der großen Sprüche, einigermaßen immun ist. Die Gruppe, die sich in der Sonne von Perón erwärmt, sollte mit dem alten Vokabular ihre albern polemischen Vorstellungen von einem künftigen Deutschland ruhig verbreiten.“[1]

„Der deutsche Weg“ sei doch, so Theodor Heuss, längst ein ganz anderer. Die Zeitschrift sorgte weiterhin in der bundesdeutschen Presselandschaft für Angst vor einem kommenden „Vierten Reich“ und mächtigen „Nazi-Kreisen“ in Argentinien. Eberhard Fritsch sammelte sorgfältig diese Reaktionen.

Mit dem Sturz des deutschfreundlichen Präsidenten Juan Peróns 1955 änderte sich das politische Klima in Argentinien. Viele Mitarbeiter verließen das Land. Johann von Leers ging nach Ägypten, Hans-Ulrich Rudel nach Paraguay. In die Zeit fällt auch eine große Unterschlagung in den eigenen Reihen. Nachdem die Bundestagswahl 1957 nicht den Sturz Konrad Adenauers, sondern die absolute Mehrheit brachte, brach der Durchhaltewille der Redaktion zusammen. Das Verlagsgebäude wurde verkauft, das Format verringert, 1957 Doppelnummern herausgegeben, die Zeitschrift schließlich eingestellt.

1958 wurden noch Ermittlungen nach der Anzeige eines Zufallslesers durchgeführt. Von 83 Heften wurden 42 eingezogen. Wegen der Einstellung der Zeitschrift wurde kein allgemeines Verbot ausgesprochen. Eberhard Fritsch hat seine Frau in den 1960er Jahren angewiesen, die handgeschriebene Abonnentenkartei zum Heizen zu verwenden.

Anfang der 1960er Jahre gründete Wilfred von Oven die Deutschen Kommentare am Río de la Plata und später den La Plata Ruf. Ein weiteres Jahrzehnt existierten damit weiter nationale Zeitschriften in Argentinien.

Sonderhefte

1. Wolfgang Willrich: Dafür kämpfte der deutsche Soldat
2. Mark Lautern: Das letzte Wort über Nürnberg – Fassade und Sumpf in den Kriegsverbrecher-Prozessen
3. Ilse Behrens: Wer aus Rußland kommt ist müde
4. J. K. Peter: Der 20. Juli
5. E. O. Plauen und Erik: Der Galgentanz – Eine Moritat unseres Jahrhunderts (Nachdruck, deutsch und spanisch)
6. Josef Landowsky: Rakowskij-Protokoll (Nachdruck)
7. Johann von Leers: Reichsverräter, 3 Bd.
8. Johann von Leers: Geschichte des deutschen Volkes – deutsch gesehen

Bildergalerie

Literatur

  • Holger M. Meding: Der Weg – Eine deutsche Emigrantenzeitschrift in Buenos Aires 1947–1957, Wissenschaftliche Verlag Berlin (wvb), Berlin 1997

Fußnoten

  1. Theodor Heuss: „Der deutsche Weg – Rückfall und Fortschritt“. Ansprache zur Jubiläumsfeier der Evangelischen Akademie, Bad Boll 1955.
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