Leers, Johann von

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Prof. Dr. jur. Johann von Leers

Johann Jakob von Leers (zuweilen Johannes; Lebensrune.png 25. Januar 1902 in Vietlübbe, Mecklenburg; Todesrune.png 5. März 1965 in Kairo; mit zahlreichen Pseudonymen[1] nach 1945) war ein deutscher Jurist, Publizist, Historiker und SS-Offizier. Zur Zeit des Nationalsozialismus war er als Universitätsprofessor und Journalist tätig. Er gehörte zeitlebens zu den aktivsten antijudaistischen Publizisten. Er sprach sechs Fremdsprachen fließend: Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Hebräisch und Japanisch.

Leben

SA-Oberführer Dr. Johann von Leers war u. a. Mitglied im „Bund Völkischer Europäer“ (dessen Leiter er als Nachfolger von Ernst Graf von Reventlow zeitweilig war), im NSLB (zeitweise Schriftleiter von „Hilf mit!“), im NSD-Dozentenbund, in der DAF, in der NSV, im Reichskolonialbund und im Reichsbauernrat.
Am 14. Mai 1936 wurde von Leers, hier 1933 noch in der Uniform der SA, in die Allgemeine SS als SS-Untersturmführer aufgenommen (SS-Nr.: 276.586) und zum SS-Führer beim Stab des Rasse- und Siedlungshauptamtes ernannt. Nach einer Periode als Hochschuldozent ab 1936 wurde Dr. jur. von Leers, inzwischen SS-Obersturmführer, im April 1938 außerordentlicher Professor an der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena und im März/April 1940 ordentlicher Professor. Von Leers, seit dem 20. April 1938 SS-Hauptsturmführer, lehrte Rechts-, Wirtschafts- und politische Geschichte auf rassischer Grundlage. Zuletzt, seit dem 20. April 1939 SS-Sturmbannführer, soll er an der Universität Breslau gelehrt haben.

Zum Kriegsende 1945 wurde er in der US-amerikanischen Besatzungszone interniert. Ihm gelang allerdings 1946 die Flucht. Bis ca. 1950 lebte er unter falscher Identität in der britischen Besatzungszone (in der Nähe von Bonn) und reiste 1950 als „Hans Euler“ per Schiffspassage über Hamburg nach Buenos Aires in Argentinien aus und publizierte als Lektor in einem deutschen Verlag, der für die deutsche Minderheit in Argentinien publizierte. 1955 emigrierte von Leers nach el-Maadi bei Kairo in Ägypten, zuerst noch als „Hans Euler“, später als Prof. Dr. Omar Amin von Leers. Er soll für den damaligen Staatspräsident Gamal Abdel Nasser im Rahmen der Auslandspropaganda gearbeitet haben. In der Zeit in Ägypten hat der Bundesnachrichtendienst (BND) Johann von Leers als V-Mann geführt. Das geht aus Akten im BND-Archiv hervor.

Johann von Leers wurde am 25. Januar 1902 als ältester Sohn eines evangelischen Landwirtes und Rittergutsbesitzers in Vietlübbe (Mecklenburg-Schwerin) geboren. Nach dem Tod seines Vaters 1917 mußte er frühzeitig Verantwortung für den Familienbesitz übernehmen, der in der landwirtschaftlichen Krise schon vor dem Ersten Weltkrieg unter existentiellen Druck geraten war und in den 1920er Jahren verloren ging. Gleichwohl gelang es ihm, unter großen Entbehrungen 1921 am Gymnasium Neustrelitz das Abitur abzulegen und in Kiel, Berlin und Rostock Rechtswissenschaften zu studieren. Er promovierte 1926 und arbeitete bis 1928 als Attaché ins Auswärtige Amt ein. Schon während des Studiums war von 1923 bis 1924 im Wehrverband „Bund Wiking“ aktiv. Am 1. August 1929 trat von Leers der NSDAP bei (Nr.: 143.709). Ab 1930 war von Leers in der SA, wo er 1932 zum SA-Oberführer befördert wurde. 1931 wurde er Kreisschulungsleiter im und 1932 Bundesschulungsleiter des NSDStB. Gleichzeitig wurde von Leers Hauptschriftleiter der Zeitschrift „Wille und Weg“.

Seine rhetorische Begabung und sein schriftstellerisches Talent verhalfen ihm zu einem raschen Aufstieg als Versammlungsredner, vor allem in Berlin und Brandenburg, und als Schriftleiter in der von Joseph Goebbels herausgegebenen Zeitung „Der Angriff“. Von Leers lebte, wie er 1936 anläßlich seiner Aufnahme in die SS erklärte, seit seiner Kindheit und Jugend „in völkischen Gedanken“. Prägende Eindrücke vermittelte ihm der 1893 gegründete Bund der Landwirte (BdL). Der Führer dieser Interessenorganisation, der Reichstagsabgeordnete Gustav Roesicke, gehörte zu den regelmäßigen Besuchern der Familie. Schon als Schüler sei er zudem „ein unermüdlicher Sucher und Forscher“ gewesen, wie er 1933 in einer offiziösen Kurzbiographie verlauten ließ. In dieser Zeit entwickelte sich sein Interesse an historischen und volkskundlichen Stoffen. Seine weltanschaulichen Überzeugungen verdankte er darüber hinaus der Begegnung mit einer Reihe von Ideologen, die er zu Erweckungserlebnissen stilisierte.

Von Leers sah sich in der Tradition von Theodor Fritsch stehen, dessen „Handbuch der Judenfrage“ er Mitte der 1930er Jahre fortführte. Darüber hinaus orientierte sich von Leers in Stil und Technik am „Frankenführer“ Julius Streicher, dem er eine seiner Schriften widmete. In Richard Walther Darré und Hans F. K. Günther, vor allem aber in dem Forscher Herman Wirth, erkannte er ernstzunehmende Wissenschaftler und „Propheten“ einer verheißungsvollen Zukunft.

1932 veröffentlichte er die Biographie „Adolf Hitler“, die bei Nationalsozialisten als maßgebend galt. Zu seinen bekanntesten völkischen Werken gehören unter anderem: „Juden sehen dich an“ (1933), „Blut und Rasse in der Gesetzgebung“ (1936), „Rassen, Völker und Volkstümer“ (1939) sowie „Odal – Das Lebensgesetz eines ewigen Deutschlands“ (1939).

Professor

Seit 1933 war er Dozent an der Deutschen Hochschule für Politik. 1936 erhielt er dort einen Lehrauftrag, genannt „Deutsche Rechts-, Wirtschafts- und politische Geschichte auf rassischer Grundlage“, wurde 1938 außerplanmäßiger Professor und bekam im März 1940 einen Lehrstuhl an der Universität Jena. Von Leers war weder Historiker noch habilitiert. Zu seinen Assistentinnen in Jena gehörten Renate Riemeck und Ingeborg Meinhof ‎(später die Pflegemutter des RAF-Mitglieds Ulrike Meinhof), die 1943 durch ihn promoviert wurden. Er lebte in Berlin-Dahlem und dann – fernab vom Kriegsgeschehen – seit 1941 idyllisch auf Schloß Weißenburg zwischen Jena und Rudolstadt in Thüringen und verfügte über ein jährliches Einkommen in Höhe von rund 40 000 Reichsmark.

Religion

Leers war befreundet mit Ernst Bergmann, Gläubiger einer Odinsreligion, und dem Rassebiologen Hans F. K. Günther. Er gehörte 1933/34 zeitweise zum Führerrat der von Jakob Wilhelm Hauer gegründeten Deutschen Glaubensbewegung. Das Christentum war für Leers eine Mischung von „Minderwertigkeit und jüdischer Philosophie“. Für seine antichristlichen Aktivitäten erhielt Leers Schutz von Rudolf Heß und Wilhelm Frick, traf aber auf die Gegnerschaft seines früheren Förderers Joseph Goebbels, der derzeit keinen Machtkampf mit den Kirchen wünschte. In der Folge befand sich Leers im gleichen ideologischen Lager mit Alfred Rosenberg und dem Bauernminister Walther Darré. Mit Heinrich Himmler hatte er als Kader beim Ahnenerbe viel zu tun. Im Projekt Koranstellen, die sich auf den Führer beziehen sollen“, als dem vorhergesagten Messias, 1943 angesiedelt im RSHA, Forschungsstelle Orient, kam es zu weiteren Kontakten zwischen Leers und Himmler.[2]

1955 ließ von Leers sich in el-Maâdi bei Kairo in Ägypten nieder (er wurde vom Mufti al-Husseini in Kairo persönlich begrüßt) und konvertierte vom Christentum zum Islam, wonach er sich „Omar Amin von Leers“ (nach Amin al-Husseini) nannte. Der Islam war für ihn von jetzt an bis zum Tod „der einzige Retter der Menschheit“; das Christentum kennzeichnete er als „auf dem Wege der Fäulnis, und das Schicksal seiner Kirchen ist die moralische Zersetzung, so daß sie Eidgenossen des internationalen Zionismus und Mittel israelischer Propaganda werden“.

Zitate (Auswahl)

  • „Wir haben – bei allem Radikalismus – niemals den Kampf gegen das Judentum geführt, um das jüdische Volk zu vernichten, sondern um das deutsche Volk zu schützen. Auf eigener Erde und ohne den Willen und die Möglichkeit, die deutsche Entwicklung weiter zu stören, haben wir nur allen Grund, dem jüdischen Volke Erfolg für eine ehrliche Volkwerdung zu wünschen. Judenfeindschaft um ihrer selbst willen ist dumm und im letzten wirklich barbarisch. Unsere Judenfeindschaft ist begründet durch den Wunsch, unser eigenes Volk vor einer geistigen, wirtschaftlichen und politischen Verknechtung durch das Judentum zu retten. Der Grundgedanke der Zionisten, das jüdische Volk unter Völkern auf eigenem Boden zu organisieren, ist, soweit sich damit keine Weltherrschaftsideen verbinden, gesund und berechtigt. Statt sich fruchtlos von Jahrhundert zu Jahrhundert das Judenproblem gegenseitig zuzuschieben, täten die europäischen Völker gut, eine wirkliche Loslösung des Judentums aus ihren Völkern und seine Unterbringung in einem ausreichenden und gesunden außereuropäischen Siedlungsgebiet zu organisieren.“[3]

Familie

Johann war der älteste Sohn von Kurt Alfred August Constantin Leopold Heino Friedrich von Leers aus dem Haus Schönfeld (Lebensrune.png 12. August 1870 in Demmin; Todesrune.png 1917) und seiner Ehefrau Elisabeth Ida Auguste, geb. von Buch (Lebensrune.png 3. September 1877 in Strehlen bei Dresden; Todesrune.png 1940). Seine drei Geschwister waren Walter von Leers, Werner von Leers (1904–1954) und Kurt Mathias von Leers (1912–1945), ein römisch-katholischer Theologiestudent.

Ehe

Am 29. September 1932 heiratete Dr. jur. von Leers seine Verlobte Clara Olga Gesine Fischer, geb. Schmaltz (1891–1974) aus Hamburg. Aus der Ehe ist 1937 Tochter Gesine entsprossen.[4] Gesine war zuvor mit Walter Fischer verheiratet, beide waren Mitglieder der 1928 in Berlin gegründete „Herman-Wirth-Gesellschaft“, deren Initiatorin Gesine (gemeinsam mit Eugen Diederichs) und finanzieller Förderer Walter war. Gesine war auch Leiterin der Berliner Geschäftsstelle der Gesellschaft, mußte aber aufgrund der vielfältigen Aufgaben im Sommer 1931 eine Hilfskraft einstellen: Johann von Leers. Dies sollte der Anfang ihrer Liebe werden, die Scheidung von Walter Fischer verlief im „freundschaftlichen Einvernehmen“.

Von Leers Ehefrau, die in der Phase der Illegalität ihres Mannes in der britischen Besatzungszone seine Korrespondenzen führte, versuchte bis zu seinem Ableben in Deutschland eine politische Amnestie für ihren Gatten zu erwirken, damit er zurückkehren konnte. Sie wurde ihm nicht gewährt. Erst nach seinem Tode wurde sein Leichnam nach Deutschland überführt und in Schutterwald (Baden-Württemberg) beigesetzt.

Schriften (Auswahl)

  • 96-book.png PDF Bomben auf Hamburg, 1932
  • 14 Jahre Judenrepublik, 1932
  • 96-book.png PDF Adolf Hitler, 1933
  • Juden sehen dich an, 1933
  • Spenglers weltpolitisches System und der Nationalsozialismus, Junker & Dünnhaupt, Berlin 1934
  • 96-book.png PDF Geschichte auf rassischer Grundlage, Reclam, 1934
  • Der Kardinal und die Germanen, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 1934
  • 96-book.png PDF Der Weg des deutschen Bauern – Von der Frühzeit bis zur Gegenwart, Reclam Verlag, Leipzig 1935
  • 96-book.png PDF Blut und Rasse in der Gesetzgebung, J.F. Lehmanns Verlag, München 1936
  • 96-book.png PDF Odal – Das Lebensgesetz eines ewigen Deutschlands, 1936
  • Deutsche: Die Kolonialpioniere Europas, Friedrich Bohnenberger, Stuttgart 1937
  • Reichsverwaltung des NSLB (Hg.): Arteigenes Recht und Unterricht, Verlagsgemeinschaft Wilhelm Crüwell & Deutscher Volksverlag, Dortmund u. a. 1937[5]
  • Baiern führen den Pflug nach Osten. Wie des Reiches älteste Ostmark entstand, Blut und Boden-Verlag, Goslar 1938
  • 96-book.png PDF Wie kam der Jude zum Geld?, 1939
  • Rassen, Völker und Volkstümer, 1939
  • Der deutsche Lehrer als Kulturschöpfer, Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt 1939, zusammen mit Heinrich Hansen, Illustr. Martin Tille
  • Deutsche Rechtsgeschichte und deutsches Rechtsdenken, Deutscher Rechtsverlag, Berlin 1939, Rechtspflege und Verwaltung. Reihe 2, Bd. 6_
  • Kanonen über der Steppe. Erzählung aus dem revolutionären Durchbruch der ersten Nachkriegsjahre, Union, Stuttgart, (5. Aufl. o. D., ca. 1938)., Das Jugendbuch spielt im Orient und in Palästina.
  • 96-book.png PDF Judentum und Gaunertum. Eine Wesens- und Lebensgemeinschaft, 1940
  • Juden hinter Stalin, 1941
  • Kräfte hinter Roosevelt, Theodor Fritsch, Berlin 1941
  • Nationalsozialistische Staatskunde, Bonneß & Hachfeld, Potsdam (zusammen mit Willy Becker, Zehn Selbstunterrichtsbriefe, geliefert nacheinander von 1934 bis 1942)
  • 96-book.png PDF Brennpunkte der Weltpolitik, 1940
  • Judentum und Islam als Gegensätze in: Zs. Die Judenfrage H. 6., Nr. 24, 15. Dezember 1942, S. 275–278. Englische Übersetzung in: Andrew G. Bostom: The Legacy of Islamic Antisemitism, Prometheus, NY 2008, S. 619–625
  • De poort van Rusland opengebroken. 25 jaar Sovjet- en Jodenheerschappij, 25 jaar verschrikking en ellende, Westland, Amsterdam 1942 (in Niederländisch)
  • Die Verbrechernatur der Juden, P. Hochmuth, Berlin 1944
  • 96-book.png PDF Forderung der Stunde: Juden raus
  • als Fritz Büttner: Unser Kanzler Ollenhauer und seine Paladine, Cairo, Maison d’Édition Saif al Omar (en fondation) 1957, 143 S.[6]
  • Reich und Sonnenordnung, in Der Weg, Dürer Verlag, Buenos Aires, Nr. 9, 1955, S. 555 ff.
  • Reichsverräter II, 2. Folge, Sonderheft zu Der Weg, Dürer Verlag, Buenos Aires 1955

Fußnoten

  1. Als Pseudonyme bekannt sind Hans Euler, Gordon Fitzstuart und Felix Schwarzenborn. Eine Reihe weiterer Beiträge läßt die Urheberschaft von Leers’ vermuten.
  2. Jeffrey Herf: Nazi propaganda for the Arab world, Yale UP, New Haven 2009 ISBN 0300145799, S. 260 und Anm.
  3. Johann von Leers, 14 Jahre Judenrepublik. Die Geschichte eines Rassenkampfes. Berlin-Schöneberg 1932, Band 2, Seite 126. Zit. in Wilhelm Stäglich, Der Auschwitz-Mythos. Legende oder Wirklichkeit?, Kapitel 2, I. Grundlegende Dokumente aus deutschen Akten (HTML)
  4. Nachkommenliste Leers
  5. mit Auflistung aller Bücher von Leers’; Inhalt: 1. Was ist am Recht allgemeingültig, was ist artbedingt? / 2. Das altarische Recht / 3. Das Recht der Römer / 4. Das germanische Recht / 5. Die Zerstörung des germanischen Rechtes / 6. Das deutsche Recht des Mittelalters im Kampf um Form und Selbstbehauptung / 7. Die Rechtsspiegel und der Kampf mit dem kanonischen Recht / 8. Die Übernahme des römischen Zivilrechtes / 9. Das Vernunftrecht der Aufklärungszeit / 10. Das Recht der liberalen Periode und das Gesetzgebungswerk der Bismarckschen Zeit / 11. Die nationalsozialistische Neuordnung des Rechtes
  6. Schrift gegen die SPD, bestimmt von nationalsozialistischem und antijüdischem Gedankengut