Merckle, Adolf

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Adolf Merckle (2007)

Adolf Merckle (Lebensrune.png 18. März 1934 in Dresden; Todesrune.png 5. Januar 2009 bei Blaubeuren) war ein deutscher Jurist, Investor, Unternehmer und Multimilliardär. Von Kritikern wurde er zuweilen als Meudalist bezeichnet.

Leben

Adolf Merckle wurde am 18. März 1934 in Dresden geboren und kommt aus einer Unternehmerfamilie. Sein Vater Ludwig führte die 1881 im böhmischen Aussig gegründete „Adolf Merckle en gros“ in der zweiten Generation. Er hatte die Firma seines Vaters 1915 übernommen und um zwei pharmazeutische Fabriken erweitert. Nach der Enteignung und der Vertreibung aus dem Sudetenland (1945) baute er die Merckle GmbH in Blaubeuren am Fuße der Schwäbischen Alb, der Heimat seiner Frau, wieder auf. Merckles Mutter stammte aus der Ravensburger Fabrikantenfamilie Spohn, eine Karosseriebaufirma die vor allem mit ihren Fahrzeugaufbauten für Maybach-Luxusautomobile in Verbindung gebracht wurde.

Adolf Merckle arbeitet bis 1967 nach Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, Hamburg und Grenoble als Rechtsanwalt in Hamburg. Im Jahr 1967 erbte er von seinem Vater den Arzneimittelbetrieb in Blaubeuren. Der Betrieb beschäftigte damals 80 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 4 Mio. DM pro Jahr. Kurz nach dem Antritt des Erbes begann Merckle mit dem Ausbau des Pharmaunternehmens zu einem weit verzweigten Konzern. 1974 gründete er in Blaubeuren das heute in Ulm ansässige Unternehmen Ratiopharm, das Generika herstellt. 1991 führte er das Öko-Controlling ein. 1994 erfolgte unter ihm die Gründung der Phoenix Pharmahandel AG & Co. KG.

Sein Firmenimperium war breit aufgestellt. Vom Skilift im Kleinwalsertal bis zur ehemaligen fürstlichen Waffenschmiede der württembergischen Hohenzollern, verfügte er als Eigentümer der Merckle Unternehmensgruppe über ein umfangreiches Geflecht an Beteiligungen.

1994 erwarb er das 800 Hektar große Gut Hohen Luckow bei Rostock, das er aufwendig renovieren ließ. In diesem Schloß waren die Teilnehmer der G8-Gipfels von Heiligendamm 2007 zu Gast.

Am Abend des 5. Januar 2009 wurde Adolf Merckle in der Nähe seines Wohnorts Blaubeuren von einem Zug erfaßt und getötet. Ein Fremdverschulden konnte schon früh seitens der Polizei ausgeschlossen werden. Auf Grund des gefundenen Abschiedsbriefes wird von einem Freitod ausgegangen.[1]

Fehlspekulationen

Ende Oktober 2008 verlor Merckle durch Fehlspekulationen mit VW-Aktien laut Medienberichten, die sich auf Finanzkreise berufen, bis zu einer Milliarde Euro. „Der 74-Jährige habe auf fallende Kurse gesetzt und sei während der Turbulenzen der vergangenen Wochen auf dem falschen Fuß erwischt worden.“[2] Der Verlust beschränkt sich offenbar nicht auf Merckles Privatvermögen, der FAZ zufolge drohe auch die Illiquidität einer seiner Firmen. Merckle erwäge den Verkauf von Ratiopharm,[3] um mit dem Erlös die Bilanz der HeidelbergCement, eines hochverschuldeten Tochterunternehmens der Merckle GmbH, zu stabilisieren.[4] Auch die Merckle GmbH selbst hat laut Presseinformationen 16 Milliarden Euro Finanzschulden.[2]. Während Ernst Pfister, Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, noch am 18. November 2008 einen von Merckle gestellten Antrag auf Landesbürgschaft dementierte [5], ist offenbar ein Weg der Unterstützung seitens des Landes gefunden worden, der weniger schlecht der Öffentlichkeit zu vermitteln ist. Wie es heißt[6] ist eine Hilfe von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Aussicht gestellt worden.

Milliardär Merckle wirft sich vor Zug

Der in Finanznot geratene Unternehmer Adolf Merckle ist tot. Der Milliardär hat den Freitod gewählt, wie aus einem Abschiedsbrief hervorgeht. Merckle war am Montagabend nahe Ulm von einem Zug erfaßt und getötet worden. Fremdverschulden werde von den Ermittlern ausgeschlossen», Merckle habe einen Abschiedsbrief hinterlassen.

Die Familie von Adolf Merckle hat den Tod des 74-jährigen Unternehmers bestätigt. In einer persönlichen Erklärung teilte die Familie mit: «Die durch die Finanzkrise verursachte wirtschaftliche Notlage seiner Firmen und die damit verbundenen Unsicherheiten der letzten Wochen sowie die Ohnmacht, nicht mehr handeln zu können, haben den leidenschaftlichen Familienunternehmer gebrochen, und er hat sein Leben beendet.» Adolf Merckle habe für seine Familie und seine Firmen gelebt und gearbeitet, erklärten die Angehörigen.

Die Ulmer Polizei bestätigte, dass es zur fraglichen Zeit einen tödlichen Bahnunfall mit einem etwa 70 Jahre alten Mann an der Strecke bei Blaubeuren-Weiler gegeben habe. Zur Identität des Toten äußerte sich das Lagezentrum aber nicht. Ob es sich um Selbstmord gehandelt habe, konnte auch nicht beantwortet werden.

Merckle war in Bedrängnis geraten, weil einige seiner Firmen hoch verschuldet sind und im Zuge der Finanzkrise drastisch an Wert verloren. Ausserdem verspekulierte er sich mit Volkswagen-Aktien. Über seine Holding VEM Vermögensverwaltung kontrollierte der Milliardär sein weit verzweigtes Firmenimperium. Ende Dezember 2008 hatte Merckle mit den Banken eine Stillhaltevereinbarung erzielt. In einem nächsten Schritt sollten dann die Verhandlungen über einen Überbrückungskredit zu Ende geführt werden.[7]

Privates

Merckle und seine Frau Ruth, geborene Holland, sie kommt aus der Ulmer Zement-Dynastie Schwenk/Schleicher, haben drei Söhne (Ludwig, Philipp Daniel, Tobias) und eine Tochter (Jutta), die auf vielfältige Weise an der Firmengruppe beteiligt sind.[8] Auch Ehefrau Ruth Merckle, eine gelernte Krankengymnastin, arbeitete bis 2002 in der Geschäftsführung des Unternehmens mit. Die Familie ist wohnhaft in Blaubeuren, Deutschland.

Merckle war Mitglied der Tübinger Studentenverbindung A.V. Igel, sowie ein Mitglied der Sektion Ulm im Alpenverein und ging mit seiner Frau gerne zum Skifahren und (Extrem-)Bergsteigen: In jüngeren Jahren bezwang er zehn Sechstausender.

Laut Forbes-Liste war Merckle mit einem Vermögen von rund 12,8 Milliarden VS-Dollar (Stand März 2008) der fünftreichste Deutsche. Schlüsselstellen seiner Firmen sind mit Personen aus seiner Familie besetzt. Trotz der Übergabe der Geschäfte an seinen Sohn Ludwig Merckle im Jahr 1997 blieb Adolf Merckle bis zu seinem Tod im Hintergrund tätig.

Beteiligungen

Sein Firmenimperium ist breit aufgestellt. Vom Skilift im Kleinwalsertal bis zur ehemaligen fürstlichen Waffenschmiede der schwäbischen Hohenzollern verfügt er als Eigentümer der Merckle GmbH über ein umfangreiches Geflecht an Beteiligungen.

  • HeidelbergCement AG: 68.000 Mitarbeitern und 10,86 Milliarden Euro Umsatz standen 2007 in den Büchern des Zementherstellers.
  • Kässbohrer: Im Geschäftsjahr 2007 setzte Kässbohrer mit 455 Mitarbeitern 183,4 Millionen Euro um.
  • Phoenix Pharmahandel: 2007 kam das Mannheimer Unternehmen mit 21.940 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 21,6 Milliarden Euro.
  • Ratiopharm: Das 1973 gegründete Unternehmen kam 2007 auf einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro Umsatz. Weltweit beschäftigt Ratiopharm rund 5400 Mitarbeiter, davon rund 2850 in Deutschland.
  • VEM Gruppe: Zu VEM gehören drei Elektromotorenwerke darunter VEM Sachsenwerk sowie die Gießerei Keulahütte, eine der ältesten Gießereien Deutschlands. 2007 kam die Gruppe mit 1520 Mitarbeitern auf Umsätze von insgesamt 278,5 Millionen Euro.
  • Zollern GmbH & Co. KG: (ehemals Fürstlich Hohenzollernsche Werke Laucherthal) Die Gruppe, die in der Antriebstechnik, Gießereitechnik und im Maschinenbau tätig ist, setzte im Geschäftsjahr 2007 mit rund 3000 Mitarbeitern gut 530 Millionen Euro um. Kommanditisten sind das Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen sowie Adolf Merckle.

2008 hatte die Merckle-Gruppe etwa 100 000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro.[9] Rund 100 Unternehmen sollen zu Merckle gehören.[10]

Auszeichnungen

Adolf Merckle wurde im Oktober 2005 vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. Seit 2004 ist Merckle Träger des Sächsischen Verdienstordens, ebenso wurde er von den Universitäten Ulm und Tübingen mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet und ist deren Ehrensenator.

Kritiken

  • "Der Selbstmord des Unternehmers Adolf Merckle erinnert an ein Shakespeare-Drama. So hat es Burkhard Spinnen im Deutschlandradio Kultur formuliert. Merckles Tod, so der Schriftsteller, erscheine wie ein Vorgang aus einer alten Zeit, in der die Konsequenz eines schweren Scheiterns noch der Freitod gewesen sei. Merckle habe grundsätzlich dem Idealtypus eines schwäbischen Unternehmers entsprochen. Dieser denke dynastisch und sehe sich im Dienst für Region und Familie. Ein Verkauf des Unternehmens sei damit nichts weniger als das Grauen, meinte Burkhard Spinnen. Merckles Tod sage weniger über die konkrete Person des Adolf Merckle aus als über die ganz allgemeine Tragödie eines Unternehmers "M.", der in der Übergangszeit von der alten Realwirtschaft zu der neuen Finanzwirtschaft gescheitert sei."[11]

Filmbeitrag

Trotz aller Warnungen war die Krise bisher noch weit weg. Doch jede Epoche hat ihre Symbole, ihre Ankündigungen dessen, was dann folgte. Zum Beispiel der Schwarze Freitag von 1929. Damals stürzten sich Banker und Unternehmer aus ihren Büros. Der schwäbische Unternehmer Adolf Merckle ließ sich am 5. Januar 2009 von einem Zug überfahren. Über den öffentlichen Tod des zurückgezogen lebenden Pharma-Milliardärs sprechen wir mit dem Unternehmer und Schriftsteller Ernst Wilhelm Händler.[12]

Siehe auch

Verweise

Fußnoten