Panzerschiff „Deutschland“

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Stapellauf der „Deutschland“ am 19. Mai 1931, Deutsche Werke Kiel; Länge: 186,0 m (Lüa), 181,7 m (KWL); Breite: 20,69 m; Tiefgang: max. 7,25 m; Verdrängung: Standard 10.600 tn.l., Konstruktion 12.630 t, Maximal 14.290 tn.l.; Besatzung: 951 bis 1.150 Mann.

Das Panzerschiff „Deutschland“ war ein Kriegsschiff der deutschen Reichsmarine und später Kriegsmarine. Im Jahre 1928 auf Stapel gelegt, erfolgte der Stapellauf dann am 19. Mai 1931 und die Indienststellung am 1. April 1933. 1939 wurde der Name in Schwerer Kreuzer „Lützow“ umgeändert.

Geschichte

Schwerer Kreuzer „Lützow“.jpg
Panzerschiff Deutschland 01.jpg

Die drei Panzerschiffe der „Deutschland“-Klasse waren die ersten schweren Einheiten, die als Ersatz für die aus der ehemaligen Kaiserlichen Marine veralteten Linienschiffe gebaut wurden. Aufgrund des Versailler Friedensdiktates war der deutschen Marine nur der Besitz von acht veralteten Linienschiffen erlaubt. Jedoch durften diese nach einer Dienstzeit von 20 Jahren durch Neubauten ersetzt werden, die allerdings eine Höchstgrenze von 10.000 t nicht überschreiten durften. Dies zwang dazu, hohe Antriebsleistungen mit geringer Motormasse und engem Einbauraum darzustellen.

Indienststellung

Das Panzerschiff „Deutschland“ war 1933 das erste reine Dieselmotor-Kriegsschiff. Die deutschen Konstrukteure waren gezwungen, einen ausgewogenen, für viele Arten des Einsatzes brauchbaren Schiffstyp zu entwerfen. Und das war ihnen allerdings vollauf gelungen. Die Form des Schiffskörpers, seine starke Bewaffnung (in der deutschen Marine erstmalig: Geschütze vom Kaliber 28 cm in Drillingstürmen), Dieselmotoren als Antrieb (für die Hauptmaschinen) erregten internationales Aufsehen und weltweite Anerkennung, lieferten aber – von deutscher Seite nun wirklich nicht voraussehbar und nicht beabsichtigt – den Zusammenbruch des Washingtoner Flottenabkommens von 1922 und den hieraus resultierenden Vorwand zu einem erneuten maritimen Wettrüsten der Weltmächte.

Spanischer Bürgerkrieg

Im Spanischen Bürgerkrieg wurde das Schiff als reines Beobachterschiff entsandt und am 29. Mai 1937 auf der Reede von Ibiza von bolschewistischen Flugzeugen angegriffen. Zwei Bombentreffer forderten laut Freiburger Zeitung vom 31. Mai insgesamt 23 Tote und 83 zum Teil schwer Verwundete. Die Zahl der Todesopfer stieg in den darauffolgenden Tagen jedoch auf 31 an. Am 31. Mai 1937 beschoß das Panzerschiff „Admiral Scheer“ die von den rotspanischen Truppen besetzte Hafenstadt Almeria als Vergeltung für diesen Luftangriff.

Unmittelbar nach dem Bombenangriff wurden vier U-Boote der U-Bootsflottille „Saltzwedel“ in spanische Gewässer geschickt, um an der internationalen Seekontrolle teilzunehmen, auch U 27 unter Hans Ibbeken.

Die Gefallenen wurden zunächst in Gibraltar beigesetzt, dann aber auf Befehl Hitlers exhumiert und mit dem Panzerschiff nach Deutschland gebracht. Die Kriegsgräber und ein Ehrenmal befinden sich auf dem Ehrenfriedhof der Marine im Wilhelmshavener Stadtpark. Zum Gedenken an den Angriff waren an allen öffentlichen Gebäuden des Reichs vom 31. Mai bis 2. Juni die Flaggen auf halbmast zu setzen.

Sudetenkrise

Im September 1938, während der Sudetenkrise, wurde das Schiff in eine Warteposition im Seegebiet zwischen den Azoren und den Kanaren beordert, um von dort aus im Falle des Ausbruchs von Feindseligkeiten Handelskrieg zu führen. Zur in diesem Falle notwendigen Versorgung wurde das Trossschiff „Samland“ hinzubefohlen. Beide Schiffe kehrten im Oktober 1938 nach der Befreiung des Sudetenlandes wieder nach Deutschland zurück.

Schwerer Kreuzer „Lützow“

1939 wurde der Name in Schwerer Kreuzer „Lützow“ umgeändert. Es war Schwesterschiff der „Admiral Graf Spee“ und der „Admiral Scheer“. Der eigentliche Schwere Kreuzer „Lützow“, (Kreuzer L; „Petropawlowsk“, 1. September 1944 Umbenennung in „Tallinn“), das letzte Schiff der Admiral Hipper-Klasse, wurde im Herbst 1939 unvollendet an die Sowjetunion verkauft.

Zweiter Weltkrieg

Das Schiff nahm am Kriegsgeschehen im Nordatlantik und am Unternehmen „Weserübung“ teil. Vom 18. bis 26. Mai 1942 wurde die „Lützow“ für das Unternehmen „Rösselsprung“ unter starkem Begleitschutz über Kristiansand und Trondheim nach Narvik in Norwegen verlegt. Am 3. Juli um 0.30 Uhr lief sie als Flaggschiff eines Flottenverbandes aus dem Ofotfjord aus, um den Nordmeergeleitzug PQ 17 anzugreifen. Im Tjeldsund hatte sie um 2.45 Uhr eine Grundberührung und riß sich den Heizölbunker X auf, so daß sie nach Narvik zurückkehren mußte. Die Lützow kehrte nach einer Notreparatur im Lofjord im August nach Kiel zurück und wurde vom 28. August bis zum 30. Oktober 1942 bei den Deutschen Werken repariert. Nach einer Ausbildungsphase in der Ostsee verlegte der Kreuzer für das Unternehmen „Regenbogen​“ am 8. Dezember 1942 von Gotenhafen unter Begleitung durch Zerstörer wieder nach Norwegen. Am 16. Dezember erreichte er den Altafjord, wo er zur dortigen Kampfgruppe trat. Im weiteren Verlauf dieses Unternehmens kam es zu der Schlacht in der Barentssee. Die Lützow erhielt keine Schäden und blieb weiterhin in Norwegen. Bei Kriegsende fiel es nach Selbstsprengung schwer beschädigt den Sowjets in die Hände.

Kommandanten

1. April 1933 bis 29. September 1935 Kapitän zur See Hermann von Fischel
30. September 1935 bis 2. September 1937 Kapitän zur See Paul Fanger
3. September 1937 bis 29. November 1939 Kapitän zur See Paul Wenneker
30. November 1939 bis 18. April 1940 Kapitän zur See August Thiele
19. April bis 23. Juni 1940 Fregattenkapitän Fritz Krauss (mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt)
Juni 1940 Korvettenkapitän Weber
Juni bis August 1940 Kapitänleutnant Heller
31. März bis Juli 1941 Kapitän zur See Leo Kreisch
Juli 1941 bis November 1943 Kapitän zur See Rudolf Stange
September 1941 bis Januar 1942 Kapitän zur See Leo Kreisch (in Vertretung)
November bis Dezember 1943 Fregattenkapitän Biesterfeld (in Vertretung)
Januar 1944 bis April 1945 Kapitän zur See Bodo-Heinrich Knoke
November 1944 Kapitän zur See Gerhardt Böhmig (in Vertretung)
April bis Mai 1945 Fregattenkapitän Ernst Lange (mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt)

Bildergalerie

Literatur

  • Hans Georg Prager: Panzerschiff Deutschland, Schwerer Kreuzer Lützow, Koehlers Verlag, ISBN 978-3782207980
  • Gerhard Koop / Klaus-Peter Schmolke: Panzerschiffe der Deutschland-Klasse, Verlag: Bernard & Graefe, ISBN: 3-7637-5920-4

Verweise