Prophet

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Als Prophet bezeichnet man eine religiöse Kultperson, welche als öffentliche Verkünderin bedeutsamer Sakralbotschaften auftritt und bzw. oder auch die Zukunft vorhersagt. Der Begriff der Prophetie wird auch oft als Weissagung eines Herolds im religiösen Sinne eines sogenannten Messianismus verwendet.

Mohammedanismus: Mohammed als „letzter Prophet“

Von besonderer religionsgeschichtlicher Bedeutung ist die dogmatische Festlegung der mohammedanischen Theologie, wonach der Prophet Mohammed als „der letzte Prophet“ gilt und stets auch förmlich so genannt wird. Durch diese normative und strikte Beendigung der prophetischen Rede hat der Mohammedanismus recht früh eine Form verliehen bekommen, die schon in seinen ersten Anfängen den Keim einer späteren Erstarrung hineingelegt hat.

Theologie

Sachliche Grundlage theologischer Dispute ist, mit zwingender Notwendigkeit, stets das einmal festgelegte Lehrgebäude. Theologie ist – in diesem Sinn – deshalb keine Wissenschaft; Theologie erforscht eben nicht, was tatsächlich der Fall ist, sondern zu allen Zeiten nur, was aus politischen, aus finanziellen, aus tagesaktuellen Gründen – oder zu Zwecken der Bewußtseinskontrolle – ein einziges Mal bindend fixiert worden ist. So entsteht durchaus eine festgefügte Lebenswelt, also ein echter Halt im Leben von Menschen, nicht aber Wissen.[1]

Wissenschaft und Kunst

Die neuzeitlichen Wissenschaften haben mit der Simulation, mit der Prognose, der Projektion – und mit dem Vorhersagen des Ergebnisses von noch nicht durchgeführten naturwissenschaftlichen Versuchen – gleichsam Konkurrenzprojekte zur religiösen Prophetie in die Welt gesetzt. Der spirituelle Prophet ist dadurch ein wenig in eine abseitige Rolle geraten.

In Kunst und Literatur sucht dieselbe europäische Moderne jedoch bis heute Beispiele und wegweisende Werke, denen die prophetische Kraft innewohnt: Das Kunstwerk soll mehr wissen als der Künstler, der es hervorgebracht hat. Und der spätere Rezipient soll im Kunstwerk mehr erkennen als der bloß zeitgenössische. So hat die Prophetie trotz allem bis heute überlebt. Sie wird oftmals nur anders genannt, anders genutzt und sie bleibt – in den erstaunlichen Fällen – allen ein Rätsel.

Siehe auch

Literatur

  • Heinz-Werner Kubitza:
    • Der Glaubenswahn: Von den Anfängen des religiösen Extremismus im Alten Testament. Tectum Wissenschaftsverlag, 2017, ISBN 978-3828838499 [372 S.]
    • Der Jesuswahn: Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung. Tectum Wissenschaftsverlag, 2. Aufl., 2011, ISBN 978-3828824355 [380 S.] – ausführliche Buchvorstellung
  • Michael Baigent: Die Gottesmacher. Die Wahrheit über Jesus von Nazareth und das geheime Erbe der Kirche. Lübbe, Bergisch Gladbach 2006 [englische Originalausgabe: The Jesus Papers: Exposing the Greatest Cover-Up in History], ISBN 3-7857-2252-4

Fußnoten

  1. Die Wörter „Weltwissen“ und „Weltweise“ dienen im Neuen Testament sogar als Schimpfwörter.