Rußlandfeldzug Napoleons

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Französischer Rußlandfeldzug 1812.jpg

Der französische Überfall auf Rußland mit dem Rußlandfeldzug Napoleons fand im Jahre 1812 statt. Nur 50 % der sogenannten „Großen Armee“ bestand dabei aus Franzosen und Soldaten aus rund 20 Nationen. Etwa die andere Hälfte waren vorwiegend Deutsche aus den besetzen deutschen Ländern am Rhein, aus Preußen und Bayern, die von den französischen Aggressoren zum Militärdienst gepreßt wurden. Auf russischer Seite kämpften ebenfalls viele deutsche Freiwillige in der Russisch-Deutschen Legion, darunter als General-Quartiermeister Carl von Clausewitz, der bei der Preußischen Armee nun als Fahnenflüchtiger galt.

Geschichte

Vorausgegangen war die Kontinentalsperre, mit der sich Rußland nicht abfinden wollte, da dieses auf Waren aus England angewiesen war. Nach der zweiten Teilung Preußens durch den Diktatfrieden von Tilsit besetzte dann im Februar 1812 die französische Okkupationsarmee in Vorbereitung des Überfalls auf Rußland das deutsche Vorpommern und die deutsche Insel Rügen. In der Nacht zum 24. Juni 1812 begann der französische Überfall auf Rußland mit der Überschreitung des deutschen Flusses Memel.

Die unterlegenen Russen wichen jedoch einer Entscheidungsschlacht aus und hinterließen verbrannte Erde, damit die Angreifer sich nicht aus dem Land ernähren konnten. Am Ende räumten sie Moskau und zündeten die Stadt an. Der große Brand zerstörte die Stadt dabei fast vollständig. Am 14. September 1812 zog Napoleon in die verlassene Metropole ein. Zar Alexander I. wartete ab, statt mit ihm zu verhandeln oder gar zu kapitulieren.

Nachschubschwierigkeiten und der anbrechende Winter zwangen die Franzosen, am 19. Oktober 1812 den Rückmarsch anzutreten. Dabei wählten sie den Weg, den sie gekommen waren, obwohl sie bereits auf dem Hinweg alles Eßbare aufgebraucht hatten. Weil die Pferde zu Tausenden verendeten, mußte schweres Gerät zurücklassen werden. Kälte, Hunger und Krankheiten lösten die französische Armee vollends auf. Der Übergang über die vereiste Beresina erwies sich dabei als die größte Hürde. Insgesamt kamen 275.000 Männer ums Leben.

Am 5. Dezember 1812 verließ Napoleon den Rest seiner Truppen und traf am 19. Dezember 1812 in Paris ein. Wenige Tage darauf schlossen Johann David Ludwig von Yorck, der Befehlshaber des preußischen Hilfskorps in Napoleons Rußlandarmee, und der deutsche General in russischen Diensten Hans Karl von Diebitsch-Sabalkanski die Konvention von Tauroggen.

Mit den deutschen Befreiungskriegen in der Schlacht bei Großgörschen und der Schlacht bei Bautzen wendete sich noch einmal das Blatt zugunsten Napoleons. Mit der Völkerschlacht bei Leipzig jedoch endete der französische Krieg gegen Europa mit einer vernichtenden Niederlage der französischen Invasoren.

Österreich und Preußen

Das Kaisertum Österreich und das Königreich Preußen mußten sich unter politischem Druck verpflichten, Hilfskorps für Napoleon zu stellen. Österreich hatte sich verpflichtet, ein Armeekorps von 30.000 Mann[1] zu stellen, etwa ein Fünftel seiner Streitkräfte, und Preußen mußte mit 20.000 Mann beinahe die Hälfte seiner mobilen Streitkräfte aufbieten.[2]

Im Unterschied zum österreichischen Korps, dessen Kommandeur, Fürst Schwarzenberg, Napoleon direkt unterstellt war, wurde das preußische Kontingent als Division in das Korps der französischen Marschalls MacDonald eingegliedert (10. Armeekorps). Der Kampfwert dieser beiden Korps, die einige Jahre zuvor gegen Frankreich gekämpft hatten (und es bald wieder tun würden), war nicht sehr groß. Es fehlte die Motivation, um für den Tyrannen Napoleon gegen einen ehemaligen Verbündeten zu kämpfen. Nachdem sich Preußen zur Gestellung eines Hilfskorps verpflichtet hatte, schrieb der König von Preußen an den russischen Zaren:

„Beklagen Sie mich, aber verdammen Sie mich nicht. Vielleicht kommt bald die Zeit, wo wir in engem Bunde vereint handeln werden.“

Der russische Gesandte in Wien, Graf Stakelberg, berichtete nach Sankt Petersburg, daß der Einsatz des österreichischen Korps sich auf das Notwendige beschränken würde.

Bildergalerie

Zitat

  • „In einer kalten Dezembernacht, kurz vor Ausklang des Jahres 1812, als die von Napoleon zwangsverpflichteten deutschen Truppenverbände in den Schneewüsten Rußlands erfroren und verbluteten, faßte ein preußischer General den einsamen Entschluß, seinem König den Gehorsam zu verweigern, das aufgezwungene Bündnis mit dem Eroberer aus dem Westen zu brechen und sich mit dem russischen General Diebitsch zu einigen. Yorck von Wartenburg wurde der Rebell von Tauroggen. Damit war das Fanal zur Erhebung Preußens und der anschließenden Befreiungskriege von 1813/14 gegen die französischen Zwingherren gegeben. Die deutsche Jugend stand auf, angefeuert durch das Beispiel unserer edelsten Patrioten, die schon lange danach fieberten, das Joch der Fremdherrschaft abzuschütteln. Erinnert sei u. a. an die Reden Johann Gottlieb Fichtes an die Deutsche Nation, an die flammenden Schriften von Moritz Arndt und an die begeisternden Lieder Theodor Körners.“ — Hans Henning Festge

Siehe auch

Literatur

  • 96-book.png PDF Ernst Seraphim: Der Krieg Napoleons gegen Russland im Jahre 1812. Zur 100jährigen Gedächtnisfeier des Zusammenbruchs der Napoleonischen Zwingherrschaft. Zusammengestellt im Auftrage des Deutschen Vereins in Livland, 1912
  • 96-book.png PDF Google-BücherFranz Röder: Der Kriegszug Napoleons gegen Russland im Jahr 1812 nach den besten Quellen und seinen eignen Tagebüchern dargestellt nach der Zeitfolge der Begebenheiten, 1848
  • 96-book.png PDF Ludwig von Cornaro: Strategische Betrachtungen über den Krieg Jahre 1812, 1870
  • 96-book.png PDF Christian Wilhelm von Faber du Faur / Franz Georg Friedrich von Kausler: Napoleons Feldzug in Russland 1812, 1897 Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • 96-book.png PDF Friedrich Christoph Förster: Napoleon's I. Russischer Feldzug 1812, 1856
  • 96-book.png PDF Friedrich Steger: Der Feldzug von 1812, 1845
  • 96-book.png PDF Adolf von Horsetzky: Der Feldzug 1812 in Russland. Skizze der an der Kriegsschule gehaltenen Vorträge des Obersten im Generalstabs-Corps, 1889 Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Fußnoten

  1. Das Armeekorps umfaßte beim Ausmarsch 30.900 Mann. Mit den nachrückenden Ersatzeinheiten kamen bis Dezember 1812 insgesamt mehr als 34.000 Mann zum Einsatz. Diese Zahl wird daher oft – aber nicht ganz richtig – als Stärke des österreichischen Armeekorps angegeben (Welden: Der Feldzug der Österreicher gegen Russland im Jahre 1812. 1870, S. 2, 5–7).
  2. Großer Generalstab, Kriegsgeschichtliche Abteilung II (Hrsg.): Das Preußische Heer im Jahre 1812 (= Das Preußische Heer der Befreiungskriege, Band 1). Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912, zum mobilen Korps S. 390–432, zur Stärke der zurückgebliebenen Truppen S. 563–672