Friedrich Wilhelm I. (Preußen)

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Gemälde von Antoine Pesne um 1730

Friedrich Wilhelm I., König in Preußen und als Friedrich Wilhelm II. Kurfürst und Markgraf von Brandenburg (Lebensrune.png 14. August 1688 in Berlin; Todesrune.png 31. Mai 1740 in Potsdam), aus dem Haus Hohenzollern, bekannt als Soldatenkönig, regierte als König in Preußen von 1713 bis zu seinem Tode 1740.

Die bereits unter seinem Vorgänger abgewirtschafteten brandenburgischen Kolonien (darunter Groß-Friedrichsburg) verkaufte er für 7.200 Dukaten bis 1720 an die Niederlande, auch um die Ressourcen für den Aufbau der Preußischen Armee zu bündeln. U. a. geht die Idee, Schützen des Heeres mit einer Schützenschnur auszuzeichnen, auf ihn zurück.

Wirken

Friedrich Wilhelm I, 1713, Gemälde von Samuel Theodor Gericke.jpg

Zu seinem Wirken heißt es:

„Der Große Kurfürst hatte rastlos nach allen Gelegenheiten gehascht, die Brandenburg nützlich sein konnten. Friedrich Wilhelm I., der zweite König des preußischen Staates, scheut vor allzu großen, kraftverschwendenden Plänen zurück und richtet seinen eisernen Willen allein auf die innere Festigung Preußens. Hier aber beginnt er ein Aufbauwerk, das an Geschlossenheit, Weitsicht, Strenge der Forderung, Härte der Mittel kein Gleichnis hat. Die preußische Lehre, von Friedrich dem Großen zu edlen Vollendung geführt, daß höher als alle Wünsche der Staat steht, findet in Friedrich Wilhelm den ersten, unerbittlich strengen Verkünder. Er bricht alle Widerstände gegen den Anspruch des Staates auf Obergewalt, er zwingt die Lauheit der Massen in herrischem Drill zu strenger Zucht. Er spart dem Staat einen Schatz zusammen und duldet Verschwendung nicht im Palast und nicht in der Hütte. Er zieht sich brauchbare Beamte heran, seine einzige Leidenschaft gilt neben der Kasse des Staates dem Heer. Er ist ein Zuchtmeister seines Volkes, sein Wort ist Befehl, sein Blick ist Zwang – aber mit dieser felsharten Gewalt hat er ein Werk geschmiedet, das berufen war, seinen Sohn auf das Feld der Geschichte zu führen.“[1]

Ehe und Nachkommen

Friedrich Wilhelm war verheiratet mit seiner Cousine Sophie Dorothea von Hannover (1687–1757), Tochter des Königs Georg I. von Großbritannien und dessen Gattin Prinzessin Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg. Friedrich Wilhelm und seine Frau waren beide Enkelkinder der Sophie von der Pfalz, protestantische Stamm-Mutter des britischen Königshauses nach dem „Act of Settlement“. Aus der Ehe gingen 14 Kinder hervor:

  • Friedrich Ludwig (1707–1708), Prinz von Oranien
  • Wilhelmine (1709–1758)
∞ 1731 Markgraf Friedrich von Brandenburg-Bayreuth (1711–1763)
  • Friedrich Wilhelm (1710–1711), Prinz von Oranien
  • Friedrich, (1712–1786), als Friedrich II. König von Preußen
∞ 1733 Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1715–1797)
∞ 1729 Markgraf Karl von Brandenburg-Ansbach (1712–1757)
∞ 1733 Herzog Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (1713–1780)
∞ 1734 Markgraf Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (1700–1771)
∞ 1744 König Adolf Friedrich von Schweden (1710–1771)
∞ 1742 Prinzessin Luise Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel (1722–1780)
∞ 1752 Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel (1726–1808)
∞ 1755 Prinzessin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt (1738–1820)

Siehe auch

Literatur

  • Friedrich Christoph Förster: Friedrich Wilhelm I. König von Preussen (1834) (PDF-Datei)
  • Friedrich R. Paulig: Friedrich Wilhelm I., König von Preussen: Geschichte seines Lebens (1889) (PDF-Datei)
  • Reinhold Koser: Aus den letzten Tagen König Friedrich Wilhelms I. in: Hohenzollern-Jahrbuch. Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preussen, Band 8, 1904 (PDF-Datei)
  • Hans Roeseler: Friedrich Wilhelm I., in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Zweiter Band, S. 112–123
  • Gerhard von Pelet-Narbonne (Hg.): Erzieher des Preussischen Heeres, 1905–1907 Band 2: König Friedrich Wilhelm I. und Fürst Leopold I. zu Anhalt-Dessau (PDF-Datei)
  • Wolfgang Venohr: Friedrich Wilhelm I.: Preußens Soldatenkönig, Lindenbaum Verlag, 3. Aufl. 2013, ISBN 978-3938176467 [366 S.]

Fußnoten

  1. Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht, 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden, Lehmanns-Verlag München (1937)