Summers, Lawrence

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Lawrence Summers

Lawrence „Larry“ Henry Summers (geb. 30. November 1954 in New Haven, Connecticut) ist ein jüdischer Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftsberater und Politiker in den Vereinigten Staaten. Er war von 1991 bis 1993 Chefökonom der Weltbank, von 1999 bis 2001 VS-Finanzminister.[1] Neben der jüdischen Bewerberin Janet Yellen war Summers im Jahre 2013 aussichtsreicher Kandidat für die Neubesetzung des Amts des Vorsitzenden der Federal Reserve Bank im Vorfeld zum 2014 anstehenden Ausscheiden des jüdischen Vorsitzenden Ben Bernanke. Am 16. September 2013 zog er überraschend seine Kandidatur zurück.

Werdegang

Herkunft

Lawrence („Larry“) Henry Summers wurde am 30. November 1954 in New Haven, Connecticut, geboren. Seine Eltern, Robert (der den Familiennamen einst von Samuelson in Summers ändern ließ) und Anita, lehrten Volkswirtschaft an der University of Pennsylvania, zwei seiner Onkeln gewannen den an Alfred Nobel erinnernden Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank: Paul A. Samuelson (1970) und Kenneth Arrow (1972). Lawrence Summers wuchs auf in Penn Valley, einem Vorort von Philadelphia.

Ausbildung

Nach dem Besuch der staatlichen Lower-Merion-Schule und der Harrton High School besuchte er vier Jahre das Massachusetts Institute of Technology (MIT) und erlangte dort 1975 den Bachelor-Grad (B.S.). Sein weiterer Studiengang führte ihn zur Harvard Universität, an der er 1982 zum Ph.D. promovierte.

Wirken

Noch vor Abschluß seiner Dissertation wurde Summers 1983 mit knapp 28 Jahren zum damals jüngsten ordentlichen Professor in Harvard und besetzte 1987-1993 den Lehrstuhl für politische Ökonomie.

Summers fand auch früh in die Politik, 1982/1983 gehörte er zum „Council of Economic Advisers“ des republikanischen Präsidenten Ronald Reagan und wurde später „Consultant to the U.S. Federal Reserve System“.

Fortan verlegte er sich zunehmend auf das Feld der Außenwirtschaftspolitik. Als Chefökonom und Vizepräsident für „Entwicklungspolitik“ war er 1991-1993 Angestellter der Weltbank (International Bank for Reconstruction and Development).

Lawrence Summers galt auch als einer der engeren ökonomischen Berater des später erfolgreichen Präsidentschaftskandidaten Bill Clinton 1992. Wie dieser befürwortete er eine aktivere Rolle des Staates in der Wirtschaftspolitik, in der es neben der Angebotsseite auch die Nachfrageseite zu berücksichtigen gelte.[2] Unter dem Einfluß seines jüdischen Mentors Robert Rubin wurde Summers aber zunehmend zu einem Verfechter der Haushaltskonsolidierung als wichtigem Eckpunkt der heimischen Wirtschaftspolitik.[3] Als Nachfolger von David Mulford wurde Summers am 5. April 1993 „Under Secretary for International Affairs of the Treasury“ unter Finanzminister Lloyd Bentsen (1993-1995) und damit zuständiger Bereichsleiter für die internationale Währungs- und Wirtschaftspolitik. In diesem Amt leitete er beispielsweise die G7-Kooperation, die währungspolitische Koordinierung und die Osteuropahilfe.

Am 11. August 1995 trat Lawrence Summers das Amt eines „Deputy Treasury Secretary“ an und avancierte damit zum Stellvertreter des im Januar 1995 ernannten Finanzministers Rubin. Summers behielt in dieser Position seine führende Rolle in der internationalen Finanzpolitik bei, insbesondere die Verantwortung für die G7-Politik. In der Folge erwarb er sich den Ruf eines Fürsprechers aktiver amerikanischer Außenwirtschaftspolitik und enger Kooperation mit internationalen Organisationen, die er als wichtige Institutionen globaler Wirtschaft bezeichnete. Auch angesichts der Asienkrise Ende der 1990er Jahre sprach sich Summers für offene Grenzen für Waren und Kapital und effektive Finanzmärkte aus. Der „Economist“ pries Lawrence Summers als „Geopolitiker neuen Typs“, der die Machtpolitiker des Kalten Krieges abgelöst habe. Im globalen Zeitalter sei nämlich derjenige entscheidend geworden, der den Frieden auf den Weltmärkten halten könne.

Zu Kritik führten von Summers in einem internen Papier der Weltbank getroffene Aussagen, es sei ökonomisch logisch, Verschmutzung etwa in Form von Giftmüll in Entwicklungsländer zu exportieren, da dort die entgangenen Einnahmen durch erhöhte Krankheit und Sterblichkeit am niedrigsten seien. So gesehen seien Entwicklungsländer „unterverschmutzt“.[4] Nach seiner Zeit bei der Weltbank war Summers VS-Finanzminister im Kabinett von Bill Clinton und ab dem 1. Juli 2001 Präsident der Harvard Universität. Zum 30. Juni 2006 trat Summers von seinem Amt zurück.

Im Jahr 2009 wurde er von VS-Präsident Barack Obama zum Direktor des National Economic Council berufen. Am 21. September 2010 gab das Weiße Haus bekannt, daß Summers zum Jahresende aus dem Nationalen Wirtschaftsrat ausscheiden werde, um nach Harvard zurückzukehren.

Larry Summers soll dazu beigetragen haben, für den Mädchenhändler Jeffrey Epstein zu werben, indem er 30 Millionen Dollar von ihm nahm, um das Harvards Epstein-Programm für mathematische Biologie und evolutionäre Dynamik zu schaffen.

Auszeichnungen

Lawrence Summers erhielt den Alan T. Waterman Award der National Science Foundation (1987) und ebenso die John Bates Clark Medal der American Economics Association for the Best Economist under 40 (1993). Das Finanzministerium verlieh ihm die Alexander-Hamilton-Medaille (2001).

  • 22. Februar 2010: In einer Abstimmung unter Lesern der Fachzeitschrift für Wirtschaftswissenschaften „Real World Economic Journal“ wird der frühere Chef des VS-Notenbank, Alan Greenspan, mit dem „Dynamite Prize in Economics“ ausgezeichnet. Mit dem unehrenhaften Preis sollen Ökonomen bedacht werden, die die Weltwirtschaftskrise am stärksten mit verursacht haben. Greenspan soll als Fed-Chef die Ausdehnung der Geldmenge und des Kreditvolumens maßgeblich beeinflußt haben. Auf Platz zwei in der Abstimmung landet Nobelpreisträger Milton Friedman, Dritter wird Lawrence Summers.

Mitgliedschaften

Lawrence Summers ist Fellow der „American Academy of Arts and Sciences“ und der „Econometric Society“ (deutsch Ökonometrische Gesellschaft) sowie Bilderberger (2018).

Familie

Seit Dezember 2005 ist Summers mit der Professorin Elisa New verheiratet.

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 51/2008
  2. vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Januar 1993
  3. vgl. ZEIT, 8. April 1998
  4. „Wirtschaftswissenschaften und Ethik“ im Verein für Socialpolitik vom 13.03.-15.03.2003