Wegener, Ulrich

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Brigadegeneral a. D. Wegener mit GSG 9-Kommandeur Olaf Lindner, 2012

Ulrich Klaus Wegener (Lebensrune.png 22. August 1929 in Jüterbog, Brandenburg; Todesrune.png 28. Dezember 2017 in Schweifeld, Ortsgemeinde Windhagen, Landkreis Neuwied, Rheinland-Pfalz) war ein Offizier des Bundesgrenzschutzes, zuletzt Brigadegeneral im BGS beim Grenzschutzkommando West.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der „Held von Mogadischu“ Wegener mit frühen Angehörigen der GSG 9; für alle erfolgten verschiedene Kommando-Lehrgänge in Israel, beim FBI, den VS-amerikanischen Special Forces und beim britischen Special Air Service (SAS). Dies wurde nicht selten kritisiert, da mit der Ausbildung im Ausland auch eine mehr oder weniger subtile Ideologisierung einherging.
Oberst im BGS Ulrich Wegener meldet Bundeskanzler Helmut Schmidt die angetretene GSG 9, Oktober 1977

Abstammung

Wegener stammte aus einer stolzen Familie, die ganz in der Militärtradition Preußens verhaftet war, wie er 2017 in seiner Autobiographie „Ulrich Wegener. GSG 9 – Stärker als der Terror“ berichtete. Geboren wurde der Sohn eines Offiziers der Reichswehr auf dem Schießplatz Jüterbog in Brandenburg, seit 1939 war er aktives Mitglied der Hitler Jugend.

Zweiter Weltkrieg

Als 15jähriger Kriegsfreiwilliger erlebte er im Zweiten Weltkrieg noch den Endkampf um Deutschland und die Schlacht um Berlin. Er geriet anschließend in VS-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Ostzone

Ulrich Wegener mit Ehefrau Regina, mit der er die beiden Töchter Simone und Susanne hat. Einmal wurde eine Tasche mit Sprengstoff vor der Haustür der Familie deponiert. Die Familie zog danach von Troisdorf nach Windhagen im Westerwald, jeder der vier bekam Personenschutz.
Der verwitwete Familienvater Brigadegeneral a. D. Ulrich Wegener in seinem Haus in Schweifeld im Westerwald, wo im November 2013 eingebrochen wurde.[1]

Später machte er Abitur und arbeitete zunächst bei der Landwirtschaftlichen Genossenschaft in Potsdam. 1949 begann er ein Studium der Volkswirtschaftslehre. Sein eigentlicher Berufswunsch, Soldat zu werden, kam für ihn in der DDR nicht mehr in frage. Der leidenschaftliche Patriot und Antikommunist verteilte Flugblätter gegen das Sowjet-Regime der deutschen Ostzone und wurde mit 18 Monaten Zuchthaus wegen „gesellschaftsfeindlicher Tätigkeit“ bestraft. Er schrieb in seinen Memoiren:

„Ich hatte Glück. Obwohl ich fast verhungerte und schwer erkrankte, überlebte ich.“

Polizei, BGS und GSG 9

„Ulrich Wegener war Polizist durch und durch. Nachdem er in Baden-Württemberg als Polizist eingestellt wurde, entschied er sich später für den damaligen Bundesgrenzschutz und sollte eine wichtige Rolle spielen, denn er gründete die erste Spezialeinheit Deutschlands. [...] Ulrich Wegener wurde 1929 in Brandenburg geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands war er Kritiker des DDR-Regimes und verteilte Flugblätter in Berlin, wofür er von der Staatssicherheit für ein Jahr ins Gefängnis verbannt wurde. 1952 floh er zunächst nach West-Berlin und begann noch im selben Jahr seine polizeiliche Laufbahn als Polizeiwachtmeister in Baden-Württemberg. Mangels ausreichender Aufstiegsmöglichkeiten bewarb er sich zeitgleich beim damaligen Bundesgrenzschutz (heute Bundespolizei) und der Bundeswehr. Nachdem er beide Aufnahmeprüfungen bestanden hatte entschied er sich 1958 für den BGS. 1959 bestand er den Lehrgang der Offiziersschule in Lübeck und wurde zum Leutnant im BGS befördert. Im weiteren Verlauf seiner Laufbahn war er unter anderem Hundertschaftsführer der 15. Hundertschaft der 2. Grenzschutzgruppe (15./GSG2), diente bei der NATO und war Verbindungsoffizier des BGS im Bundesinnenministerium.

Wegener war Gründer (am 5. September 1972 von Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher mit der Gründung beauftragt und mit nur 6,3 Millionen Deutsche Mark als Startkapital ausgestattet) und erster Kommandeur der Grenzschutzgruppe 9 (9. Grenzschutzgruppe des BGS, kurz GSG 9), der Antiterrorismus-Sondereinheit des BGS (heute: GSG 9 der Bundespolizei), die erstmalig 1977 bei der handstreichartigen (in nur sieben Minuten) Geiselbefreiung in Mogadischu (Unternehmen „Feuerzauber“) Bekanntheit erlangte.

Am 26. September 1972 bekam er den Auftrag eine Spezialeinheit im BGS zu gründen. Nach dem desaströsen Einsatzverlauf zur Befreiung der Geiseln beim Olympiaattentat in München 1972, bei dem die elf Geiseln, fünf Geiselnehmer und ein Polizist starben, wurde klar, dass es angesichts der terroristischen Bedrohung, auch durch die RAF, einer Spezialeinheit bedurfte. So gründete Wegener die 9. Grenzschutzgruppe, kurz GSG9, die Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes und damals die erste Spezialeinheit Deutschlands. 1977 sollte dann der erste größere Einsatz für die GSG9 folgen, der nach vielen dramatischen Stunden erfolgreich beendet werden konnte. [...] 1979 gab er das Kommando der GSG9 ab und wurde Kommandeur des Grenzschutzkommandos West. Als Brigadegeneral im BGS ging er später in Pension und war weiterhin Berater in Sicherheitsangelegenheit und half vor allem im Ausland bei der Gründung von Polizeispezialeinheiten.

Ausbilder und Berater im Ausland

1988 wechselte der Gründungskommandeur in den Dienst der saudischen Regierung, um die dortige 2000 Mann starke „Special Security Forces“ auszubilden. Brigadegeneral a. D. Wegener wurde so zu einem international gefragten Experten (Berater von Antiterror-Einheiten verschiedener Länder) in der Terrorismusbekämpfung.

Er war Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes. Auch nach der Umbenennung des Bundesgrenzschutzes in Bundespolizei 2005, behielt die Spezialeinheit ihre Bezeichnung GSG9 bei, jedoch mit dem Zusatz ‚in der Bundespolizei‘ (kurz GSG9 BPOL). Wegener lebte zuletzt in Windhagen (Rheinland-Pfalz). Er war verwitwet und hatte zwei Töchter. Seiner Familie ist es oft schwer gefallen, den Ehemann und Vater bei seinen vielen Einsätzen und Auslandsmissionen zu entbehren. Wie er in einer Reportage eingestand, war auch die Bedrohung durch den Terrorismus Familienthema, denn er wusste oft nicht wann ein Einsatz kommt, wo es hin geht, wie lange der Einsatz dauert und ob er gesund wieder zurück kehrt. Aber er war Polizist und tat das, was er tun musste. Ulrich Wegener starb am 28. Dezember 2017 im Alter von 88 Jahren.“[2]

Schweifeld

„Spurensuche nicht weit von Bonn entfernt, in einem kleinen Ort zwischen Siebengebirge und Westerwald. Hier wohnt Ulrich Wegener, der erste Kommandeur der GSG 9. Die Wände in seinem Arbeitszimmer sind voll gehängt mit Fotos, Wimpeln, Urkunden, Medaillen und wieder Fotos. Dennoch ist der 83-jährige GSG-9-Veteran niemand, der mit den Reliquien an die gute alte Zeit protzt. Bilder von der triumphalen Rückkehr aus Mogadischu? Fehlanzeige. Erinnerungsstücke an die Anfänge der Truppe? Keine Spur. Stattdessen sein Bekenntnis, das es ihn immer noch juckt in den Fingern. ‚Ja. Wenn ich bei der GSG 9 bin und ich sehe so, wie einiges läuft, dann denke ich: oh verdammt noch mal, war doch eine interessante Zeit, hier möchtest du eigentlich noch mal mitgehen. Ist klar, ich kann nicht aus meiner Haut.‘“[3]

Tod

Brigadegeneral a. D. Ulrich Wegener verstarb am 28. Dezember 2017 in seinem Haus im Windhagener Ortsteil Schweifeld und wurde im Januar 2018 auf dem Windhagener Friedhof feierlich beigesetzt. Dort hat auch seine verstorbene Gemahlin in einer Urnenstele ihre letzte Ruhestätte gefunden.

„Den jetzt verstorbenen Ulrich Wegener kann man ohne Zweifel als ‚Pionier‘ des Anti-Terror-Kampfs bezeichnen. Er hat mit der Spezialeinheit GSG 9 etwas aufgebaut, das später Vorbild in ganz Europa und vielleicht sogar in der ganzen Welt wurde. Auch nach dem Ende seiner Verantwortung für den polizeilichen Großverband und über sein Ausscheiden aus dem aktiven Dienst der Grenzschutzgruppe 9 und bis zum heutigen Tag ist eines ganz sicher: Wegener war und blieb immer ‚der Kommandeur‘ der GSG 9." — Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GDP)

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • Goldener Teller der „Academy of Achievement“ (VSA, 1978)
  • Orden „Bul de mérite“ des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), 1979 gemeinsam mit Bundesjustizminister Dr. Hans-Jochen Vogel
  • Ehrung für 25jährige Parteimitgliedschaft, CDU-Ortsverband Windhagen, 2008

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Hans-Jürgen Schmidt: „Wir tragen den Adler des Bundes am Rock“ – Chronik des Bundesgrenzschutzes 1972–1992, Fiedler-Verlag, Coburg 1994, ISBN 3-923434-21-9

Verweise

Fußnoten

  1. „Bisher unbekannte Täter stiegen in sein Haus in Windhagen im Westerwald ein, knackten einen Wandtresor und erbeuteten unter anderem zwei Waffen, Wegeners Uhren-Sammlung und Bargeld. Wegener sei zur Tatzeit nicht zu Hause gewesen.“ — RP.online.de, 13. November 2013
  2. GSG9-Gründer Ulrich Wegener gestorben, Polizist=Mensch, 3. Januar 2018
  3. Wolf-Sören Treusch: Eine geheime Truppe. Die GSG 9 wird 40, Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 24. September 2012
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