Die Brandenburger (Spezialeinheit)

Aus Metapedia
(Weitergeleitet von Die Brandenburger)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Brandenburger oder „Brandenburger“ war die Bezeichnung für die Soldaten einer Spezialeinheit der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges, zu deren Hauptaufgabe Operationen hinter den feindlichen Linien und der teilweise verdeckte Jagdkampf gehörten. Diese hatten die überraschende Einnahme operativ wichtiger Angriffsziele, Sabotage oder die Kooperation mit verbündeten politischen Gruppierungen zum Ziel. Die Brandenburger waren die schlagkräftigste Sabotage-Spezialeinheit der Kriegsgeschichte. Die Elitetruppe war die Haustruppe und Gespenstereinheit des Admirals und Chefs des Amtes Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht Wilhelm Canaris, der später als Oppositioneller gegen den Nationalsozialismus verhaftet und zum Tode verurteilt wurde.

Entwicklung der Brandenburger
Bataillon „Ebbinghaus“ vom „Industrieschutz-Oberschlesien“, 1939
Bau-Lehr-Kompanie z. b. V. → Deutsche Kompanie z. b. V. → Bau-Lehr-Kompanie (D. K.) z. b. V. ab 15. Oktober 1939
– die (D. K.) z. b. V wurde auf dem Truppenübungsplatz Bruck an der Leitha von Leutnant/Hauptmann d. R. Verbeek aufgestellt
Bau-Lehr-Kompanie z. b. V. 800 ab 25. Oktober 1939 von Hauptmann von Hippel aufgestellt, OKW/Amt Ausland/Abwehr
Bau-Lehr-Bataillon z. b. V. 800 „Brandenburg“, ab 1. Januar 1940, Kommandeur Hauptmann von Hippel, OKW/Amt Ausland/Abwehr
– Stabskompanie mit Bataillonsstab: Generalfeldzeugmeister-Kaserne in Brandenburg an der Havel, Oberleutnant Kutschke
– 1. Bau-Lehr-Kompanie „Deutsche Kompanie z. b. V.“: Neustift-Innermanzing im Wienerwald, Oberleutnant Dr. Gottfried Kniesche
– 2. Bau-Lehr-Kompanie: Generalfeldzeugmeister-Kaserne in Brandenburg an der Havel, Hauptmann Fabian
– 3. Bau-Lehr-Kompanie, Bad Münstereifel, Hauptmann Rudloff (8 EK 1 und 84 EK 2 für den Frankreichfeldzug)
– 4. Bau-Lehr-Kompanie, vorerst Niederrhein (für Fall Gelb), danach Brandenburg, Oberleutnant Walther
Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 „Brandenburg“, ab 1. Juni/1. Oktober 1940, OKW/Amt Ausland/Abwehr
Sonderverband z. b. V. 800 „Brandenburg“, ab November 1942, OKW/Amt Ausland/Abwehr
Division „Brandenburg“, ab 1. April 1943, [1] OKW/Wehrmachtführungsstab
Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“, ab 15. September 1944, [2] OKH/Generalstab des Heeres
Infanterie-Division „Brandenburg“ (motorisiert), ab Ende Oktober 1944, OKH/Generalstab des Heeres
Panzerkorps „Großdeutschland“, ab Mitte/Ende Dezember 1944, [3] 4. Panzer-Armee/Heeresgruppe Mitte
Panzer-Grenadier-Regiment „Brandenburg“, 10. März bis 10. Mai 1945, LIX. Armeekorps/1. Panzer-Armee/Heeresgruppe Mitte

Entstehung, Entwicklung und Niedergang

Kommandeure (letzter Dienstgrad)
Hauptmann (E) Theodor von Hippel, 10. Oktober 1939 − Juni/Oktober 1940[4]
Major Hubert(us) Kewisch (m. d. F. b.) von Mitte Juni bis August/September 1940[5]
Major d. R. Hubertus von Aulock (m. d. F. b.), 12. Oktober 1940 − Ende Oktober/November 1940
Generalmajor Paul Haehling von Lanzenauer, 28./30. November 1940 − 8. Februar 1943
Generalmajor Alexander von Pfuhlstein, (9.)/12. Februar 1943 − 10. April 1944
Generalleutnant Friedrich Kühlwein, 10. April 1944 − 20. Oktober 1944
Generalmajor Hermann Schulte-Heuthaus,[6] 20. Oktober 1944 − 10. Mai 1945
Wilhelm Canaris zu Besuch in Brandenburg 1940, zu seiner Linken mit Stahlhelm Dr. von Hippel, zu seiner Rechten der neue Bataillonsführer Major Kewisch

Hervorgegangen aus dem „Industrieschutz-Oberschlesien“ bzw. der Deutschen Kompanie des 500 bis 1.200 Mann starken Bataillons „Ebbinghaus“, waren es ab Oktober 1939 zunächst nur die geheimnisumwitterte Bau-Lehr-Kompanie (D. K.) z. b. V. (D. K. = „Deutsche Kompanie“) und die Bau-Lehr-Kompanie z. b. V. 800 – Tarnbezeichnungen für die ersten regulären Truppen für Kommandounternehmen.

Sturmpioniere von Hans Liska

Im Januar 1940 wurde aus der ersten Bau-Lehr-Kompanie (die interessanterweise schon im August 1939 so hieß und dann für kurze Zeit u. a. in Deutsche Kompanie umbenannt wurde) ein Bataillon, welches aus einer Stabskompanie und (spätestens im Frühjahr 1940) vier Kampfkompanien bestand.

Weiterhin wurden innerhalb des Bataillons folgende Einheiten aufgestellt und später in den Verband übernommen: Fallschirmjägerzug (Leutnant Dlab/Leutnant Lütke), Kraddzug (Oberleutnant Erwin Graf Thun), „Nordzug“ (Bergezug des Leutnants Zülch), „Westzug“ (französisch- und englischsprechender Zug des Feldwebels Hermann Kürschner) sowie ein „Südostzug“ (Sprachraum: tschechisch-jugoslawisch).

In den Bestimmungen für das Bau-Lehr-Bataillon z. b. V. 800 „Brandenburg heißt es:

„Aufgabe ist der kampfmäßige getarnte Einsatz gegen taktisch, operativ oder kriegswirtschaftlich wichtige Objekte. Er erfolgt dort, wo andere Einheiten der kämpfenden Truppe noch nicht oder nicht mehr kämpfen können [...] Die Kompanien werden den Heeresgruppen bzw. den Armeen zur Verfügung gestellt. Ihr Einsatz wechselt dementsprechend [...] Einsatz dieser besonders ausgebildeten und schwer zu ersetzenden Truppe ist nur in ausgesprochenen Notlagen und nur vorübergehend gerechtfertigt [...] Mit Übergang zum Stellungskrieg sind die Einheiten aus der Front herauszunehmen [...]“

Am 1. Juni 1940 hatte die Größe des Verbandes für den Fall Gelb einen Umfang erreicht, der eine Umbenennung in Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 „Brandenburg“ rechtfertigte, der Ausbau war erst im Oktober abgeschlossen. Erster Kommandeur des Lehr-Regimentes war Hauptmann Dr. Theodor von Hippel bzw. (nach neuesten Kenntnissen) Major Kewisch. Die Ausbildung wurde immer besser, ausgiebiger und internationaler, u. a. in der Abwehrinfanterieschule auf dem Truppenübungsplatz Regenwurmlager des Major Heinz[7] bei Meseritz (nördlich des Nischlitzsees, hinter Hochwalde (Wysoka) im Oder-Warthe-Bogen) und der Ausbildungs-und Sabotageschule der Abwehr II (Quenzgut am Quenzsee) nahe Brandenburg an der Havel. Nun erst, nach zahlreichen Einsätzen, wurde die Bezeichnung „Brandenburger“ (eine Zusatzbezeichnung, auf die man sich während der Weihnachtsfeier in der Generalfeldzeugmeister-Kaserne[8] geeinigt hatte) der Abwehrabteilung II auch zum Synonym für deutsche Kommandoeinheiten. Später wurde aus ihnen die Division Brandenburg.

Truppen-Erkennungszeichen Division „Brandenburg“ (43/44); da das Hauptquartier des Stabes des anfänglichen Bataillons in Brandenburg an der Havel lag, wurden der Verband und dessen vornehmlich freiwilligen Kommandosoldaten innerhalb der deutschen Streitkräfte bald nur noch kurz als „Brandenburger“ bezeichnet.[9]

Am 21. Juli 1941 nahm der „Sonderstab F“ seien Dienstbetrieb am Kap Sunion in Griechenland auf. Mit Wirkung vom 26. Juli 1941 wurde dann auch die 11. (Sonder) Kp.Lehr-Rgt-Brandenburg z. b. V. 800 nach Sunion verlegt und bildete zusammen mit Teilen der Deutsch-Arabischen Lehrabteilung von Major Theodor von Hippel (der schon im Ersten Weltkrieg erfolgreich mit Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck und seinen Reichsnegern kämpfte) die 1. Kompanie des „Sonderverbandes 288“[10] Am 19. August 1941 belief sich der Personalbestand (1./Sonderverband 288) auf 30 Offiziere und Beamte, 54 Unteroffiziere und Mannschaften und 28 arabische Unteroffiziere und Mannschaften. Die „Tropen-Brandenburger“ des 288 „Orientkorps“ (nicht zu verwechseln mit der Tropen-Abteilung „von Koenen“) schlugen beim Überschreiten der Grenze zu Ägypten während des Afrikafeldzuges die Breschen für Rommels Einheiten, andere erkundeten in arabischer Kleidung als angebliche englische Legionäre die Wüste.

Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch 150 Araber für die Verwendung beim Sonderstab überprüft wurden, bat der General der Flieger Hellmuth Felmy das OKW vor allem um die Zuweisung „deutschblütiger Fremdenlegionäre“ mit Kenntnissen in der arabischen Welt. Daraufhin wurden 224 Fremdenlegionäre deutscher Geburt aus der französischen Levantearmee im Lager Hinzert bei Trier gemustert. Nur 46 von ihnen waren für eine Sonderverwendung geeignet. Die meisten waren nicht tropendiensttauglich. Die deutsche Waffenstillstandskommision in Wiesbaden schlug deshalb vor, auf deutsche Fremdenlegionäre anderer französischer Einheiten zurückzugreifen.[11]

Gliederung des Bau-Lehr-Regimentes z. b. V. 800 „Brandenburg“

Regimentsabzeichen (Sonderverband 802): Das Schwert symbolisiert die Kampfbereitschaft, das Fragezeichen impliziert die Geheimhaltung der Schattenkrieger. Leitspruch der Brandenburger war: „Sehen, ohne gesehen zu werden“. Dies gilt noch heute für die Fernspäher der Bundeswehr.
  • I. Bataillon (Raum Osten) unter der Führung des Hauptmanns von Hippel in Brandenburg in der früheren Artilleriekaserne, wo auch der Regimentsstab bis zu seiner Übersiedlung nach Berlinuntergebracht wurde.
    • Das Bataillon war für das Unternehmen „Seelöwe“ vorgesehen und abkommandiert. Von Hippel kehrte im Oktober 1940 zur Abwehr zurück, das Bataillon übernahm Major Heinz bis 1941, als er dann die V-Abteilung in Meseritz aufbaute.
  • II. Bataillon (Raum Südosten) wurde in Unterwaltersdorf bei Wien unter Rittmeister d. R. Dr. Paul Jacobi (Lebensrune.png 17. April 1898 in Karlsruhe; Todesrune.png gefallen 4. November 1942 als Oberstleutnant bei Ardonskaja) aufgestellt.
    • Die 5. Kompanie unter Oberleutnant Dr. Kniesche schützte den Donauweg und die rumänischen Ölquellen. Im Verlauf der Operationen in Griechenland rückte am 27. April 1941 ein Teil des II. Bataillons unter Rittmeister Jacobi als erste deutsche Truppe in Athen ein, sicherte wichtige Objekte und hißte die deutsche Flagge auf Akropolis, Rathaus und Polizeipräsidium.
  • III. Bataillon (Raum Westen) unter Hauptmann Hans-Jochen Rudloff von der Abwehr-Abteilung II – aus der bisherigen 3. Kompanie – erst in Aachen, später in Düren aufgestellt.
    • Das Bataillon war für das Unternehmen „Seelöwe“ vorgesehen und abkommandiert. Rudloff kehrte im Oktober 1940 zur Abwehr zurück, sein letzter Dienstgrad war Oberstleutnant. Das Bataillon übernahm Hauptmann Fritz Jacobi, der später als Oberstleutnant Kommandeur des 3. Regimentes wurde.

Vom Sonderverband zur Division

Am 20. November 1942 wurde das auf Divisionsstärke angewachsene Lehrregiment (Bau-Lehr-Regiment) in „Sonderverband z. b. V. 800“ umbenannt, dies geschah als Deckname für die geplante Umorganisation zur Division:

  • „Sonderverband 800“ für den Heimatstab Brandenburg
  • „Sonderverband 801“ aus dem I. Btl., nunmehr 1. Regiment „Brandenburg“, später Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“ (1945 teilweise als Panzer-Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“ geführt)
  • „Sonderverband 802“ aus dem II. Btl., nunmehr 2. Regiment „Brandenburg“, später Jäger-Regiment 2 „Brandenburg“ (1945 teilweise als Panzer-Jäger-Regiment 2 „Brandenburg“ geführt)
  • „Sonderverband 803“ aus dem III. Btl., nunmehr 3. Regiment „Brandenburg“, später Jäger-Regiment 3 „Brandenburg“
  • „Sonderverband 804“ neu formiert, nunmehr 4. Regiment „Brandenburg“, später Jäger-Regiment 4 „Brandenburg“
  • „Sonderverband 805“, neu formiert, nunmehr 5. (Lehr-)Regiment „Brandenburg“,[12] später Lehr-Regiment „Kurfürst“ (ab Mitte 1944 beim RSHA/Amt Mil)
  • „Küstenjäger-Abteilung 800“, neu formiert
  • „Nachrichten-Abteilung 800“, neu formiert

Fallschirmjäger

Truppenkennzeichen des Fallschirm-Jäger-Bataillons „Brandenburg“, 1944; symbolisch könnte es sich um die übliche geheimimplizierende Maske und ein „LL“ für Luft-Lande- handeln.

Aus dem Fallschirmjägerzug des ursprünglichen Lehr-Bataillons z. b. V. entstand am 1. April 1943 die 15. (leichte oder Fallschirmjäger-)Kompanie des 4. Regimentes „Brandenburg“.

„Das 1. Regiment, die Fallschirm-Kompanie des 4. Regiments unter Führung von Oberleutnant Oschatz und Leutnant Hörl etc. waren an der Einnahme und Säuberung der Inseln Kos, Levita, Stampalia, Kalimnos, Leros und Samos beteiligt.“

Am 1. März 1944 wurde die Kompanie in Stendal in Fallschirm-Jäger-Bataillon „Brandenburg“ unter Hauptmann Weithöner (u. a. mit Adjutant Odo Willscher) umgegliedert. Für diese Fallschirmjäger wurde das 1939 eingestellte Fallschirmschützenabzeichen des Heeres wieder eingeführt. Nach anderen Quellen wurde das Bataillon unabhängig formiert, während die 15. (le.) Kompanie unter Hauptmann Oschatz[13] weiterhin eine selbständige Luftlande-Kompanie blieb.

Das Fallschirm-Jäger-Bataillon „Brandenburg“ wurde im August 1944 beim Entsatz von Bukarest nach der feindlichen Operation Jassy-Kischinew eingesetzt. Eine kleine Einheit dieser Fallschirmjäger nahm den Bukarester Flughafen am 24. August mittags ein und konnte diesen gegen eine unvorstellbare Übermacht des Feindes, der von den Rümänen unterstützt wurden, die am 23. August waffenbruderverratend die Seiten gewechselt hatten, verteidigen. Um 19 Uhr kamen deutsche Truppen in zahlreichen Me 323 an, bis 21 Uhr waren der Flughafen und der eingekesselte deutsche Hauptbefehlsstand unter vollständiger deutscher Kontrolle. Brandenburger-Kommandos war es dagegen nicht gelungen, die Flugplätze in Boteni und in Tăndărei zu nehmen. Ziel war es, die inzwischen feindlich gewordene königlich-rumänische Luftwaffe auszuschalten. Bukarest konnte jedoch nicht befreit werden. Der Feind hatte 20:1 Panzer und 3:1 Flugzeuge. Bei der Schlacht wurde die nach Stalingrad wieder aufgestellte deutsche 6. Armee großenteils zerschlagen, nachdem sie südwestlich von Kischinjow (Chișinău) in einen Kessel geraten war. Teile der 8. Armee konnten sich über die Karpaten nach Ungarn zurückziehen.

Küstenjäger-Abteilung

An Bord des Segelschulschiffes „Gorch Fock“ wurde im Februar 1942 in Swinemünde mit der Aufstellung der Leichten Pionierkompanie Lehrregiment z. b. V. 800 (Stärke: 197 Mann) begonnen. Die Kompanie unterstand nicht der Kriegsmarine (sie hatte ihre eigenen Marine-Stoßtrupps), sondern als amphibische Kommandotruppe direkt dem OKW, Amt Ausland/Abwehr, Abt. II (Generalmajor Lahousen).

Die Abwehr II verfügte zu diesem Zeitpunkt über fünf Kampfschwimmer, darunter Friedrich Hummel, der wie seine vier Kameraden den Brandenburgern entstammte.

Anfang Juni 1942 verlegte der I. Zug der Leichten Pionierkompanie „Brandenburg“ zur Teilnahme an der geplanten Landung auf Malta nach Brindisi, während die restliche Kompanie zuerst nach Odessa und dann weiter nach Nikolajew zur Vervollständigung der Ausbildung verlegt. Später erfolgen bereits einige Einsätze an der Schwarzmeerküste.

Ende 1942 verlegen die meisten Einheiten zurück nach Langenargen am Bodensee und die Kompanie wurde zur Küstenjäger-Abteilung z. b. V. 800 „Brandenburg“ in Bataillonsstärke mit Abteilungsstab, 1., 2. und 3. (Jäger-)Kompanie und 4. (schwere) Kompanie (u. a. Sprengboote, Sturmpioniere und Kampfschwimmer) unter Rittmeister Konrad von Leipzig erweitert.

Die Masse der Sprengbootfahrer der 4. (schweren) Kompanie wurde zusammen mit den Brandenburger-Kampfschwimmern im Frühjahr/Sommer 1944 vom Kommando der Kleinkampfmittelverbände des Vize-Admirals Heye übernommen. Sie kämpften bis Ende April 1945 u. a. mit der Decima MAS des italienischen Fürsten Junio Valerio Borghese zusammen. Die Küstenjäger-Kompanie „Rhodos“ führte bis Kriegsende unzählige Tarn- und Kommandooperationen durch.

Heeresverwendung und Feuerwehr

Am 1. April 1943 erfolgte die Umbenennung in Division „Brandenburg“. Die Bezeichnung „z. b. V. 800“ entfiel offiziell. Die Unterstellung unter „Amt Ausland/Abwehr II“ entfiel. Die Division wurde unmittelbar dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, Generaloberst Jodl, unterstellt. Das 5. Bataillon des Bau-Lehr-Regiments „Brandenburg“ (Sonderverband 805) schied aus dem Verband der Division „Brandenburg“ aus und verblieb als geheimnisumwittertes „Lehrregiment Kurfürst[14] bei der Abwehr. Die Division „Brandenburg“ wurde Heerestruppe und am 15. September 1944 unter Fritz Kühlwein zur Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“ umgewandelt zur baldigen Verwendung beim Panzerkorps „Großdeutschland“.

Der Chef des Wehrmachtführungsstabes
FHQ, den 11.9.1944
Soldaten der Division „Brandenburg“!
Die Division wird ihrer bisherigen Aufgaben als Sonderkampfverband entledigt und in eine mot.-Jäger-Division umgegliedert. Sie scheidet damit aus dem unmittelbaren Unterstel­lungsverhältnis unter mir aus. Ich danke euch für die bisher bewiesene Einsatzfreudigkeit und Opferbereitschaft. Die Division hat im infanteristischen Kampf und auf dem Gebiet des Sonderkampfes meine Erwartungen erfüllt. Wenn ihre Umgliederung in eine Jäger-Division trotzdem befohlen wird, so geschieht dies nur, um alle auf dem Gebiet des Sonderkampfes bewährten Kräfte unter einheitlicher Führung einzusetzen und zu neuen Erfolgen zu führen.
Der Name „Brandenburg“ verpflichtet! Ich bin sicher, daß die Division in ihrer neuen Gliederung mehr als ihre Pflicht tun und ihre ruhmreiche Tradition fortsetzen wird.
Heil dem Führer! Jodl, Generaloberst
Ein Brandenburger mit dem neu eingeführten Sturmgewehr 44, das z. T. auch als Scharfschützengewehr verwendet wurde.

Viele Brandenburger wechselten nun in andere Eliteeinheiten, insbesondere in die SS-Jagdverbände Otto Skorzenys (z. B. 350 Brandenburger des Streifkorps „Karpaten“ in den SS-Jagdverband „Ost“ unter dem Kommando von Adrian Baron von Fölkersam), vorwiegend in den SS-Jagdverband „Südost“), in das SS-Jäger-Bataillon 502, in das SS-Fallschirmjäger-Bataillon 500/600 (→ Unternehmen „Greif“) und später als Freiwillige in die Panzer-Brigade 150 (→ Ardennen-Offensive).

Aufstellung 1945

  • Panzer-Regiment „Brandenburg“
  • (Panzer-)Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“
  • (Panzer-)Jäger-Regiment 2 „Brandenburg“
  • Panzer-Aufklärungs-Abteilung „Brandenburg“
    • Die Abteilung wurde am 1. November 1944 bei Wien mit drei Kompanien für die Panzergrenadier-Division Brandenburg aufgestellt.
  • Panzer-Artillerie-Regiment „Brandenburg“
  • Panzerjäger-Abteilung „Brandenburg“
    • Die Abteilung wurde am 15. September 1944 bei Wien mit drei Kompanien für die Panzergrenadier-Division Brandenburg aufgestellt.
  • Heeres-Flak-(Artillerie-)Abteilung „Brandenburg“
  • Nachrichten-Abteilung „Brandenburg“
    • Die Abteilung wurde am 1. April 1943 aus der Nachrichten-Abteilung 800 gebildet und im Februar 1944 von drei auf fünf Kompanien verstärkt.
  • Feldersatz-Bataillon „Brandenburg“
  • Kommandeur der Panzer-Divisions-Nachschubtruppen „Brandenburg“

Endkampf um Deutschland

Von Anfang März bis Mitte April 1945 stand die Division im Raum Rothenburg-Penzig (nördlich Görlitz) und im Raum Weißwasser an der Lausitzer Neiße. Die Brandenburger wurden am 10. März 1945 an der Oder durch die Ersatz-Brigade „Großdeutschland“ wieder aufgefrischt. Bei dem erneuten sowjetischen Großangriff der Roten Armee ab dem 16. April wurde die Rest-Division in Regimentsstärke schließlich als Teil der eingekesselten, aber dann ausbrechenden Kampfgruppe „Spremberg“ (sie bestand vorwiegend aus der 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ unter SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Karl von Fischer-Treuenfeld, der Führer-Begleit-Division unter Generalmajor Otto Ernst Remer und der 344. Infanterie-Division unter Generalmajor Erwin Jollasse) in Kausche erneut eingekesselt, konnte jedoch schon am 20. April nach Löbau ausbrechen. Am 22. April 1945 wurden die Richtung Westen aus dem Kessel von Kausche drängenden deutschen Soldaten und Zivilisten von hier aus unter starken Beschuß genommen. Es kam zur größten Menschenschlächterei in der Lausitz. Der Menge blieb nur die Flucht seitwärts über ein ausgedehntes Wiesengelände. Tausende wurden, laufend oder kriechend, auf der „Todeswiese“ zusammengeschossen. Die Rote Armee setzte erbeutete deutsche Waffen ein, was die Verwirrung steigerte. Die Flüchtenden mußten einen Bahndamm mitten auf der Wiese überqueren; dort, wo jede Deckung fehlte, türmten sich die Leichen, und die Lebenden wühlten sich zwischen den Toten hindurch, um nicht selbst getroffen zu werden. In der Region Spremberg waren die deutschen Verluste etwa viermal so hoch wie die russischen, die vielen gefallenen Volkssturmmänner und Zivilisten nicht mitgerechnet. Versprengte Reste, von den vordringenden sowjetischen Kräften nach Süden abgedrängt.

Nachdem die Reste der Brandenburger um Bautzen gekämpft hatten, wurden sie am 3. Mai 1945 per Bahn in den Raum Mährisch-Ostrau in das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren verbracht. Anfang Mai 1945 kämpften dort immer noch Einheiten der Brandenburger bei Olmütz (Teile der „Brandenburger“ unter Major i. G. Helmuth Spaeter erreichten Ölmütz schon am am 2. und 3. Mai 1945). Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner in Bad Welchow (Heeresgruppe Mitte), gab ihnen den Befehl, die Stadt zu beschützen, um einen Fluchtweg für deutsche Truppen und Vertriebene freizuhalten. Bis zum 7. Mai 1945 konnten die schwachen Kräfte der Brandenburger die Massen der Roten Armee abwehren, aber das Ende nahte. Noch an diesem Tag wurde alles an überflüssigem Material und Papiere verbrannt, bei Sonnenaufgang am 8. Mai 1945 fuhr die Kolonne nach Bistrau. Erst am Abend dieses Tages erhielten die Nachrichtenoffiziere des Jäger-Regiments 2 „Brandenburg“ über Funk Meldung von der Kapitulation der Wehrmacht, Generalmajor Schulte-Heuthaus befahl wütend um 18.05 Uhr, da „Jodl und Keitel uns verraten haben“, alle Fahrzeuge, Waffen, Munition, Sturmgeschütze und Panzer zu zerstören, der Russe sollte nichts bekommen, nur Transportfahrzeuge waren beizubehalten und die Division (Teile befanden sich schon in Auflösung) sollte von Bistrau zum Bayerischen Wald durchstoßen. Deutsch-Brod war vom Feind besetzt, alle sollten nach Norden ausweichen, aber nicht alle erhielten den Funkspruch und fuhren in die Armee der auf alles schießenden Russen. Auch sowjetische Schlachtflieger griffen an, sie hinterließen Tod und Chaos.

Erst am 10. Mai 1945, immer wieder ausweichend und versteckend, erreichte die nach Westen marschierende Kolonne Tschaslau südöstlich von Prag. Zwischen Tabor und Beneschau wurden sie nun endgültig umzingelt und gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Zahlreiche Angehörige der ehemaligen „Division Brandenburg“ wurden von der tschechischen Bevölkerung teilweise aus den Zügen gezerrt und auf bestialische Weise ermordet. Nur wenige „Brandenburger“ schafften es nach Teplitz-Schönau und Bad Schandau an der Elbe, wo sie sich den VS-Amerikanern ergaben. Die meisten jedoch wurden in den Osten verschleppt, der Großteil überlebte nicht, wenige Spätheimkehrer gab es noch Ende 1955 und Anfang 1956.

Geheime Kommandosache (gKdos)

Tarnen, täuschen und zuschlagen; ein Schattenkrieger der „Brandenburger“ mit MP 40. Beim Einsatz hinter feindlichen Linien trugen alle Brandenburger eine obligatorische Zyankalikapsel (Blausäure) mit sich.

Diese Einheit, überwiegend für Kommandounternehmen an operativen Schwerpunkten eingesetzt, blieb bis Kriegsende verhältnismäßig unbekannt. Im Wehrmachtbericht fand sie nur selten Erwähnung. Sie kämpfte häufig im feindlichen Hinterland an fast allen Kriegsschauplätzen und hatte bei ihren „Himmelfahrtskommandos“ einen hohen Blutzoll zu entrichten. Fremde Sprachen, die Beherrschung ausländischer Waffen und Aufträge in der Uniform des Feindes (ein prominentes Beispiel hierfür ist das Unternehmen „Greif“) zählten zu ihren Stärken,[15] ebenso ihre Ausbildung als Panzeraufklärer und Fernspäher (Fernaufklärer) – eine Besonderheit der hochspezialisierten Einzelkämpfer. Brandenburger mußten höchste Anforderungen an Wehr- und Fallschirmsprungtauglichkeit aufweisen, ebenso waren Wagemut und die Fähigkeit zum autarken Handeln gefragt. Viele Wehrmachtseinheiten waren oft überrascht, wenn sie den Befehl hatten, Objekte im Feindesland zu sichern, daß diese schon in deutscher, in brandenburger Hand waren. Die Übergabe erfolgte stets konspirativ, kaum waren die regulären Truppen vor Ort, da verschwand der Stoßtrupp der Spezialkrieger wieder, um den nächsten Auftrag zu erfüllen.

„Die Aufzählung der verschiedenen Arten der Tarnung darf aber nicht zu der Annahme verleiten, daß es eine ‚HDv‘ [HeeresDienstvorschrift] oder Art Fibel für Kommandoeinsätze gegeben habe, in der diese Tarnarten und andere Methoden der unkonventionellen Kriegführung systematisch aufgelistet und beschrieben worden wären. Die gab es nicht. Es waren vielmehr Initiative und Phantasie der einzelnen Einsatzführer gefordert. Sie mußten die zur Lösung der jeweiligen Aufgabe geeigneten Mittel und Methoden selbst finden. So wurde unseres Wissens z. B. die Mischtarnung zum ersten Mal beim Handstreich gegen die Maas- und Maas-Waal-Kanalbrücken praktiziert. [...] Von ihnen machte im übrigen auch der Gegner Gebrauch. Das führte dann zu grotesken Situationen, wie der an der Torez-Brücke bei Slavjansk. Dort stieß ein deutscher Kommandotrupp in sowjetischen Uniformen auf einen als Deutsche getarnten sowjetischen Kommandotrupp. Während die echten Deutschen rechtzeitig erkannten, daß es sich bei den anderen um falsche Deutsche handelte, fielen die falschen Deutschen auf die Tarnung der echten Deutschen zunächst herein. So erhielten diese die Möglichkeit, ihren Auftrag, die Brücke rechtzeitig zu sprengen, zu erfüllen.“ — Ritterkreuzträger Dietrich F. Witzel

Zu den Brandenburgern gehörten Kampfdolmetscher, Legionäre und zahlreiche V-Männer in allen Einsatzländern. Entscheidend für erfolgreiche getarnte Unternehmen im feindlichen Hinterland war die Rekrutierung geeigneter einheimischer Hilfskräfte. Dies galt sowohl für Einheiten und Kommandos der Brandenburger als auch für die Abwehrtrupps (getarnte Kampf- und Sabotagetrupps) bei den Armeen. Diese erfüllten im frontnahen Vorfeld entsprechende Aufträge der Truppenkommandos, denen sie unterstellt waren. Über viele dieser Einsätze liegen heute kaum mehr vollständige Akten vor und falls Dokumente überliefert sind, ist eine Zuordnung meist wegen der Verwendung von Decknamen für Operationen und Angehörige kaum möglich. In den letzten Kriegsmonaten versteckten oder vernichteten viele Brandenburger und Abwehrler ihre Soldbücher, was eine wissenschaftliche Aufarbeitung erschwert.

Ein Grundproblem von Brandenburg-Einheiten im Kommandoeinsatz war, daß sie häufig nach Durchführung des Einsatzes von den Verbänden, denen sie zur Erledigung dieses Auftrages – oft auf Anforderung – unterstellt worden waren, nicht freigegeben wurden, sondern in deren Verband infanteristisch weiterverwendet wurden. Dies geschah dann in der Regel an den jeweiligen Brennpunkten und führte zu entsprechenden Verlusten. Ab Ende 1944 kämpften viele Brandenburger beim Heer als Angehörige des Panzer-Grenadier-Divisions „Brandenburg“ und in Otto Skorzenys Jagdverbänden (Jagdverband „Ost“ und „Südost“, wenige auch im SS-Jagverband „Mitte“ und im SS-Fallschirmjäger-Bataillon 500/600 weiter, ein Schicksal, welches auch manchen Meereskämpfer ereilte. Das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 steigerte dessen Mißtrauen gegenüber der Wehrmacht und besonders auch gegen die Division „Brandenburg“, da diese eine Schöpfung des denunzierten ‚Widerstands‘angehörigen Admiral Wilhelm Canaris war.

Außerdem rückte die Rote Armee Anfang September 1944 in Bulgarien ein und drohte bald die deutschen Heeresgruppen auf dem Balkan anzugreifen. Unter diesen Umständen entschloß sich die Wehrmachtführung am 13. September 1944 die Regimenter der Division „Brandenburg“ im Raum Belgrad zusammenzuziehen und zu einer regulären Panzergrenadierdivision umzuwandeln. So wurde die Kommandoeinheit im Zuge dieser Entwicklung zunächst in eine motorisierte Infanteriedivision umgegliedert und erhielt am 15. September 1944 den Namen Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“. Dazu wurde das 3. Regiment, das gerade in Italien stand, herausgelöst und als M.G.-Bataillon „Generalfeldmarschall Kesselring“ verselbständigt. Das Personal des 4. Regimentes wurde auf die Regimenter 1 und 2 aufgeteilt, die nunmehr als Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“ bzw. Jäger-Regiment 2 „Brandenburg“ den Kern der neuen Division bildeten. Dabei wurden Mitte Oktober 1944 auch Teile der Sturm-Division Rhodos eingegliedert.

Am 20. Dezember 1944 folgte der Zusammenschluß der Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“ mit Teile der Division „Großdeutschland“ zum Panzerkorps „Großdeutschland“. Da die Division innerhalb weniger Monate schwere Verluste erlitt, wurde im Februar 1945 eine Umgliederung und Auffrischung erforderlich. Am 10. März 1945 kam der Brandenburger-Verband deshalb als Panzer-Grenadier-Regiment „Brandenburg“ wieder zum Einsatz und wurde am 30. April 1945 dem LIX. Armeekorps/1. Panzer-Armee/Heeresgruppe Mitte unterstellt.

Brandenburger (vermutlich) in gemischten Luftlande-Uniformen vor dem Abtransport durch das KG 200, 1944

Die Frontaufklärungskommandos waren die Nachfolger der Abwehrgruppen, Kommandoaufgaben wurden aber auch durch das Lehr-Regiment „Kurfürst“ übernommen. Am 30. Dezember 1944 kam es für die zum Frontaufklärungskommando 206 versetzen Brandenburger zum Einsatz beim Unternehmen „Unke-Nikolaus“ im Rahmen der Verteidigung des eingeschlossenen und zur Festung erklärten Budapestes. Fallschirmjäger der Brandenburger sowie der regulären Fallschirmtruppen wurden zur Abwehr der Roten Flut vor den Toren der ungarischen Hauptstadt und zur Unterstützung der einheimischen Sonderkräfte („Residenten“), die in der Stadt getarnt verbleiben waren, eingesetzt.

In der feindlichen Kriegspropaganda verwendeten die Verantwortlichen die Gespensterhaftigkeit der Brandenburger und die Tatsache, daß die Elitekämpfer selbst nur selten erwähnt oder gewürdigt wurden, zum eigenen Vorteil. Etwaige oder erfundene „Greueltaten“, z. B. gegen Zivilisten im Osten, wurden den Sonderkommandos angeheftet, um die Völker gegen die Deutschen aufzuwiegeln. Teile der modernen Geschichtswissenschaft haben aber inzwischen belegt, daß es zu keinen Kriegsverbrechen der Brandenburger gekommen sei.

Da, wo es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein soll, wurde festgestellt, daß es sich um den mörderischen NKWD (Innenministerium der UdSSR) handelte oder um Zivilisten von Ortschaften, die, nach der Eroberung durch deutsche Truppen, Vergeltung an anderen Zivilisten für erlittenes „Unrecht“ übten. Das Massaker von Katyn im Frühling 1940 und die Morde in Lemberg im Sommer 1941 (Theodor Oberländer wurde z. B. vom Landgericht Berlin 1998 posthum entlastet) erscheinen hier symptomatisch für die erlogenen Anschuldigungen gegen deutsche Soldaten während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Viel tragischer ist die Tatsache, daß insbesondere die BRD-Nachkriegspropaganda als Instrument der „ewigen Kollektivschuld“ an diesen Darstellungen festhielt und teilweise festhält.

Ein Brandenburger in Zivil (Volltarnung) mit Fallschirmjägern nach dem verwegenen und erfolgreichen Unternehmen „Morgenröte“ im Mai 1940. Die Fallschirmjäger waren oft erstaunt, daß eine Handvoll Kommando-Soldaten in Räuberzivil ihnen manche Brücke samt feindlicher Wachkompanie mit einem zufriedenen Lächeln übergab, um dann ohne großes Aufheben weiterzuziehen. Nach einer anderen Quelle handelt es sich um Fallschirmjäger des III. Bataillons/FJR 1 kurz nach der Eroberung des Flughafens Waalhaven, in ihrer Mitte ein sichtlich erfreuter Einwohner von Barendrecht, Mitglied der rechtsnationalen Mussert-Bewegung.

Einsätze (Auszug)

Verschnaufpause eines Stoßtrupps der Brandenburger[16] (im Knochensack der Fallschirmjäger in Splittertarn); unten mit Scharfschützen-Mehrladekarabiner Mauser K98k (mit einem 4fachen Zeiss Zielfernrohr ZF 42), rechts mit aufgeklemmtem Gewehrgranatgerät Kaliber 30 mm (ein Granatwerfer für das Gewehr), der auch als „Schießbecher“ bekannt war. Brandenburger kämpften allein, zu zweit, im Trupp (3–7 Mann), in der Zwölfergruppe (3 Trupps á 4 Mann) bis zu einer erweiterten Kompaniestärke von 300+ Mann.
Brandenburger 1941 in sowjetischen Uniformen hinter der Front unter dem Kommando von Hauptmann Wilhelm Walther. „Brandenburger“ wurden befohlen, gemeinsam mit den deutsch-ukrainischen Bataillonen „Nachtigall“ und „Roland“ (dem I. Bataillon des Baulehrregimentes z. b. V. 800 unterstellt), das mit der Unterstützung des späteren bundesdeutschen Politikers Theodor Oberländer wirkte, vorzugehen. Professor Dr. Dr. Oberländer war ein Offizier der Abwehr, möglicherweise auch der Brandenburger, zuletzt als Hauptmann der Reserve. Da die Aktenbestände zu diesen Sondereinheiten verlorengingen, können viele Informationen der tatsächlichen Gliederungen und Verbindungen betreffend nicht festgestellt werden.
Typischer Werdegang eines Elitesoldaten: Vom Baulehr-Bataillon der Brandenburger bis zu den Jagdverbänden der Waffen-SS
  • Brandenburger des Verbandes „Kürschner“ wurden am 8. Mai 1940 (zwei Tage vor Fall Gelb) nach Frankreich, Belgien und in die Niederlanden in Halb- und Volltarnung[17] eingeschleust. Das Unternehmen „Morgenröte“ (Maas/Maas-Waal-Kanal)[18] war die verwegene Eroberung von acht Maas-Brücken in der Nacht zum 10. Mai 1940 (noch vor dem Beginn des Westfeldzuges oder dem Sturm auf Eben Emael) mit weniger als 50 Kommandosoldaten der Brandenburger und holländischen Kampfdolmetschern der rechtsnationalen Mussert-Bewegung. Insbesondere die Eroberung der Eisenbahnbrücke bei Gennep war von immenser Bedeutung. Diese Brücke wurde von nur sieben Männern (fünf deutsche „Deserteure“ und zwei holländische „Gendarmen“ in Mischtarnung und mit den entsprechenden Legenden ausgestattet) genommen. Dem Kommandotrupp, unter der Führung des späteren Ritterkreuzträgers Oberleutnant Wilhelm Walther, gelang es, zuerst eine holländische Wachmannschaft, danach einen gesamten Zug Niederländer auszuschalten bzw. gefangenzunehmen und drei Bunker zu zerstören. Kurz darauf erschien ein deutscher Panzerzug, um die Brücke endgültig zu sichern. Die Einnahme der Brücke bei Gennep war von großer operativer Bedeutung. Die 9. Panzerdivision konnte auf ihr die Maas überschreiten und einige Tage später Verbindung zu den bei Moerdijk gelandeten deutschen Fallschirmjägern unter dem Kommando von Hauptmann Fritz Prager herstellen. Weitere Kommandounternehmen gegen die Maas-Brücken, u. a. die Eroberung der Brücke Heumen unter dem Kommando des dabei verwundeten und späteren Ritterkreuzträgers Dietrich F. Witzel (Tarnnamen Kirn und Wolf; Zugführer 1. Zug/4. Kompanie/Bau-Lehr-Bataillon z. b. V. 800), gelangen ebenfalls, insgesamt wurden während des Unternehmens „Morgenröte“ strategisch wichtige Brücken bei Maaseik (Belgien), Berg, Uromon, Obicht und Stein in den Niederlanden im Handstreich genommen. Für die Brücken in Maastricht war das Infanterie-Bataillon z. b. V. 100 unter Hauptmann Fleck der Abwehrstelle Oppeln zuständig.[19]
  • Auf der Eisenbahnbrücke bei Buggenum (nördlich von Roermond), ebenfalls noch vor Fall Gelb, wurde der Brandenburger-Trupp (sechs Mann) des Unteroffiziers Hilmer (Gruppe Haut oder Gruppe Janowski, vom 2. Zug der 4. Kompanie des Bau-Lehr-Bataillon z. b. V. 800 unter Leutnant Grabert) in Streckenarbeiteranzüge der niederländischen Eisenbahn (bewaffnet mit Schaufeln und Pickeln) entlarvt und geriet in einen Kugelhagel aus dem Westsicherungsbunker der Brücke. Dennoch haben vier der noch unverwundeten Brandenburger es bis zur Mitte der Brücke geschafft, dann wurde sie jedoch mit vier großen Explosionen gesprengt. Die Brandenburger starben und der heranrückende deutsche Panzerzug 5 konnte nicht wie geplant über die Brücke fahren. Der Panzerzug wurde, da er dicht vor der Brücke halten mußte, durch Volltreffer in die Maschine aus den jenseitigen Bunkern bewegungsunfähig geschossen. Verluste: 41 Tote, 76 Verwundete (meist schwer).
  • Am 27. Mai 1940 nahm ein weiteres Kommando der Brandenburger, erneut unter dem Kommando des Zugführers Leutnant Grabert, die Meeresschleusen und Straßenbrücken bei Nieuwpoort in Belgien ein und verhinderte damit, daß der deutsche Vormarsch, wie bereits 1914, durch geplante Überschwemmungen aufgehalten wurde. Die erfolgreiche Einnahme ermöglichte damit den deutschen Panzerdivisionen den Vorstoß nach Frankreich.
  • Während des Unternehmens „Marita“ (Feldzug gegen Jugoslawien und Griechenland) gelang dem II. Bataillon des Lehrregiments Brandenburg z. b. V. 800 am 6. April 1941 die Einnahme einer strategisch wichtigen Brücke über den Vardar und des Eisernen Tores. Kurz darauf eroberte diese Einheit die Insel Euböa.
  • In Nordafrika wurde ein Sonderkommando der Brandenburger unter Führung des Hauptmanns Graf Ladislaus Eduard Almásy[20] im Rahmen des Unternehmens „Salaam“ ab dem 29. April 1942 in Tripolis eingesetzt. Es ging darum, ägyptische Nationalisten für die deutsche Sache zu gewinnen und sie dementsprechend auszubilden. Ebenfalls ging es darum, den ägyptischen Generalstabschef der ägyptischen Armee General Asis el-Misri zu befreien. Das anschließende Unternehmen „Kondor“ unter Hauptmann Johannes Eppler[21] konnte über einige Wochen im Jahre 1942 Informationen aus Kairo für das Afrikakorps beschaffen.
  • Im Juni 1942 wurde ein Sonderkommando der Brandenburger gebildet, das von der libyschen Hauptstadt Tripolis aus 4.000 km nach Süden quer durch die Sahara bis zum zentralafrikanischen Tschadsee vorstieß, um die dortige Feindlage südlich des italienischen Libyen, im französischen Gebiet festzustellen, aber auch, um nach Möglichkeit die alliierte Nachschubstraße vom Golf von Guinea über den Tschad nach Port Sudan zu stören. Dieses Sonderkommando (Unternehmen „Dora“) stieß in drei Trupps vor, zum Tassili-Plateau im Südwesten, zum Tibesti-Gebirge im Südosten und nach Ghat im Westen. Letztlich zeigten die einzelnen Unternehmen, daß für eine nachhaltige Unterbrechung des Nachschubweges mehr Truppen nötig wären, als zur Verfügung standen. Neben der taktischen Aufgabe dieses „Unternehmens Dora“ der Brandenburger erfüllte ein von der Abwehr-Abteilung I aufgestelltes „Sonderkommando Dora“ davon unabhängig eine wehrgeologisch-kartographische Aufgabe. Dieses Sonderkommando war auf zwei Routen in Südlibyen unterwegs, um dieses Gebiet mit den vorhandenen italienischen Karten abzugleichen.
  • Im Juli 1942 haben Brandenburger der 8. Kompanie des II. Bataillons unter Hauptmann Grabert, u. a. in Volltarnung, im Laufe des Falls Blau wichtige Brücken vor Rostow am Don und vor Maikop genommen und gehalten, bis Panzertruppen übernehmen konnten.
  • In Rußland wurde im Rahmen der deutschen Sommeroffensive in Richtung der kaukasischen Ölfelder zwischen dem 25. August und 10. Dezember 1942 das Unternehmen „Schamil“ im Rahmen des Unternehmens „Edelweiß“ durchgeführt. Im Zuge des deutschen Vordringens im Kaukasus plante die Abwehr die Aufwiegelung der unzufriedenen Kaukasus-Stämme gegen die sowjetische Herrschaft. Das Sonderunternehmen sollte entsprechende Kräfte im nordkaukasischen Raum bündeln und gegen die Rote Armee einsetzen. Das Hauptziel des Unternehmens scheiterte nicht am Willen der tschetschenischen Widerständler, die zum Kampf bereit erklärten, sondern an der mangelhaften Organisation des notwendigen Waffennachschubs durch die zuständigen Dienststellen der Wehrmacht, die über den geheimen Einsatz nicht informiert waren. Aufgrund des Mangels an Waffen kam die Schaffung der geplanten „zweiten Front“ im Kaukasus nicht zustande.
  • In der Nacht zum 10. September 1942, dem Tage, da das I. Bataillon des Grenadier-Regiments 186 der 73. Infanterie-Division unter Eichenlaubträger Oberleutnant Werner Ziegler zum endgültigen Sturm auf den Schwarzmeerhafen von Noworossijsk antrat, fuhr die kleine Flottille der Brandenburger – die Schlauchboote im Schlepp der Sturmboote – in weitem Bogen um Noworossijsk herum nach Südosten. Jene 122 Kilometer zwischen Tuapse und Noworossijsk, über welche die Zuführungsstraße führte, sollten etwa 30 Kilometer südostwärts Noworossijsks unterbrochen werden. Dazu waren in den Schlauchbooten Sprengmittel und Waffen verstaut worden. Als Oberleutnant Ziegler mit seinen Grenadieren der 73. Infanterie-Division in die Stadt ein­drang, Haus um Haus niederkämpfte und sich zum Hafen durchboxte, um die dort stehenden Flak-Batterien auszuschalten, war die Stunde der Brandenburger gekommen. Das nächste Ziel hieß Tuapse und dieser Schlüsselpunkt in der schmalen Küstenebene war entscheidend. Um ihn zu erreichen und im Handstreich zu nehmen, mußte die Straße für die aus Noworossijsk wei­chenden sowjetischen Truppen gesperrt werden, damit sie die Besatzung von Tuapse nicht ver­stärkten. Die Erfolge Zieglers wären ohne die Einsätze der Brandenburger nicht möglich gewesen, und dies galt für viele Unternehmen des II. Weltkrieges. Die Brandenburger wurden oft nicht erwähnt, um ihr wertvolles und zuweilen schlachtentscheidendes sowie blutzollverlangendes Wirken geheimzuhalten.
  • Fernunternehmen mit der Tarnbezeichnung „Dschungel“ vom 21. Dezember 1942. Das Unternehmen sollte vor allem die Unterbrechung der Bahnlinie Workuta-Kotlas, auf der Kohle aus Workuta abtransportiert wurde, erreichen. Darüber hinaus sollten weitergehende Sabotage- und Zersetzungsaufträge durchgeführt werden. Teilnehmer: 12 Mann, darunter zwei Funker.
  • 1943 erfolgte das Unternehmen „Mammut“, Brandenburger wurden eingesetzt, um die alliierten Nachschublinien im Mittleren Osten zu unterbrechen und eventuell für die aus dem Kaukasus erwarteten deutschen Truppen die Ölfelder im Nordirak zu sichern. Hierzu wurde zunächst Kontakt mit einem einflußreichen Kurdenführer, Scheich Mahmut (der nach dem Ersten Weltkrieg die Briten bekämpfte und haßte), aufgenommen. Für das Sonderunternehmen wurden auch einheimische Hilfskräfte benötigt. Hier wie in anderen Fällen wurden diese gezielt unter den Kriegsgefangenen gesucht.
  • Zum Einsatz zweier Wettertrupps unter Führung der Abwehr kam es in der Arktis auf der Inselgruppe Spitzbergen (siehe Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis).
  • Beispielhafte Unternehmen (Unternehmen „Oberst Schanze“ vom 29. März bis 7. April, Unternehmen „Eichkätzchen“ vom 31. März bis 5. April, Unternehmen „Monte Tancia“ vom 7. bis 17. April sowie Unternehmen „Osterei“ vom 12. auf den 13. April) gegen brandschatzende und mordende Partisanen unter Oberst Ludwig Schanzes Stab für Bandenbekämpfung der 14. Armee (darunter das II. Bataillon/3. Regiment „Brandenburg“ unter Hauptmann Pollmann, den Brandenburgern unterstellt das von Anzio abgezogene I Battaglione M „IX Settembre“ der italienischen Schwarzhemden, I./SS-Polizei-Regiment 20 und Teile zweier Panzer-Aufklärungs-Abteilungen und Teile einer Panzer-Abteilung) fanden im Raum Viterbo–Terni–Rieti in Italien im März und April 1944 statt. Abschlußbericht eines Stoßtruppkommandos (später auch stationäre Streifkorps) vom 29. März bis zum 7. April 1944: „auf Seiten der ‚Banditen‘ 296 Tote und 698 Gefangene, auf Seiten der Brandenburger zwei Tote und vier Verwundete.“ In einem Kriegstagebuch der Brandenburger vom 16. April 1944 wurde festgestellt, daß sich unter den Partisanen auch Angehörige anderer Nationalitäten, darunter Amerikaner (acht von ihnen wurden beim Unternehmen „Osterei“getötet; insgesamt bei diesem Unternehmen 38 Tote, 42 Gefangene), befanden. Der Stab für Bandenbekämpfung war äußerst erfolgreich, zwischen 15. März und 15. April 1944 konnten 2.191 Partisanen vernichtet, weitere 1.390 gefangengenommen werden. Oberst Schanzes Stab wurde aufgelöst und bildete nun den „Lehrstab für Bandenbekämpfung“.
  • Vom 25. Mai bis zum 6. Juni 1944 fand das vereinte Unternehmen „Rösselsprung“ (1944) (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Unternehmen der Kriegsmarine im Jahre 1942) statt, welches in anderer Form schon 1943 von den Brandenburgern (Einheit Kirchner und Einheit Boeckl) geplant worden war. Ziel des Unternehmens war es, Josip Broz Tito gefangenzunehmen oder zu töten und somit die Führungsstrukturen der bolschewistischen Partisanen nachhaltig zu schwächen. Tito konnte fliehen, aber trotz starker Verluste gelang es den SS-Fallschirmjägern, der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“ und den Brandenburgern des Majors Ernst Benesch unter Führung von Oberleutnant Wolfram Kirchner (Deutsches Kreuz in Gold am 8. Juli 1944) und Leutnant Dowe sowie dem „Trupp Savadil“, britische „Journalisten“ zu ergreifen, wertvolles Nachrichtengerät und zahlreiche Kisten mit Akten, Karten und Geheimbefehlen zu sichern. Trotz 6.240 Toter, Verwundeter und Gefangener auf kommunistischer Seite bezeichnen Historiker das Unternehmen als brillant geplanten und vorbereiteten Fehlschlag.[22]
Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Müller im taktischen Gespräch mit einem Feldwebel der 3. (Jäger-)Kompanie der Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“.[23] Leros, November 1943
  • Im September 1944 wurde u. a. aus Teilen der Brandenburger-Einheit Streifkorps „Karpaten“ vom Verband „Wildschütz“ der „Wehrwirtschaftsstab 85“ (Tarnbezeichnung für einen Kommandotrupp, der oft als Wehrwirtschaftsführer und Vermesser getarnt unauffällig im Raum Drvar unterwegs war, um Tito festzunehmen, aber auch im allgemeinen die Aufgabe der Partisanenbekämpfung auf dem Balkan innehatte) und später der SS-Jagdverband „Südost“ mit Stab in Agram (Zagreb); Jagdeinsätze, z. B. gemeinsam mit dem SS-Sonderverband z. b. V. „Friedenthal“, ab Januar 1945 in Bulgarien, Rumänien, Serbien, Kroatien, Ungarn, Albanien, Slowakei und Donau. Wie so oft hatten manche Angehörige Legenden mit „Decknamen“, die auch nach dem Krieg nicht entschlüsselt werden konnten. Ebenso sind zahlreiche Verleihungen von Auszeichen an Brandenburger wegen Geheimhaltung und/oder fehlender Akten nicht dokumentiert.

Meeres- und Küstenjäger

Abgekämpft, aber glücklich nach dem Unternehmen „Leopard“; Küstenjäger, ein Brandenburger-Fallschirmjäger (mit dem seltenen Fallschirmschützenabzeichen des Heeres) von der 15. (leichte) Kompanie und ein Fallschirmjäger der Luftwaffe vereint.
„Koenen und seine Männer sind für mich so viel Wert wie ein ganzes Regiment.“Generalfeldmarschall Erwin Rommel über Hauptmann von Koenen und seine Tropen-Abteilung „Brandenburg“, die vom ersten bis zum letzten Tag des Afrikafeldzuges mitgekämpft haben.
Deutsche Küstenjäger im Golf von Korinth, September 1943
Männer der Küstenjäger-Abteilung z. b. V. 800 „Brandenburg“.jpg

Bei der Division „Brandenburg“ gab es ebenfalls eine Meeresjäger-Abteilung (ab Dezember 1943), eine neue Truppe von Sabotageschwimmern, welche von Alfred von Wurzian aus Wien (Lehrkommando 700 und 701) aufgebaut wurde; ebenso eine Küstenjäger-Abteilung (ab Februar 1942 als Leichte Pionierkompanie „Brandenburg“, ab Ende 1942 eine Abteilung in Bataillonsstärke),[24] ein Sonderverband, bestehend aus einem Abteilungsstab und vier Kompanien[25] einschließlich Kleinst-Torpedoträgern („Schneiderbooten“), Sprengbooten, Privatyachten, Kampfschwimmern und Marinepionieren unter dem Kommando des Rittmeisters Konrad von Leipzig und ab Sommer 1944 unter dem Oberkommando der Kleinkampfmittelverbände des Admirals Heye (1869–1947), der die Masse der versetzen Sprengbootfahrer und Brandenburger-Kampfschwimmer übernahm.

Die Abteilung wurde für maritime Landeoperationen aus der Taufe gehoben, damit man unabhängig von Pioniereinheiten agieren konnte. Die feldgrauen Küstenjäger bestritten vor allem unzählige rein infanteristische Kommandoeinsätze über See. Daß sie dabei mal russische, mal englische, italienische, jugoslawische Uniform (Volltarnung) oder auch „Räuberzivil“ (Halbtarnung) trugen, unterschied sie nicht von alliierten Gegenspielern, die dafür eben deutsche Uniformen zur Tarnung benutzten.

Besonderer Erwähnung bedarf in diesem Zusammenhang auch noch die kaum bekannte Tatsache, daß sich die Küstenjäger wie auch die Angehörigen anderer Brandenburger Verbände zu einem hohen Prozentsatz aus Auslandsdeutschen aller Sprachgebiete, Widerstandskämpfern der verschiedenen Feindstaaten und russischen (vor allem kaukasischen und baltischen), arabischen und indischen Legionären rekrutierten. Gerade auch sie haben bei der Durchführung ihrer Aufträge einen hohen Blutzoll für Deutschland gezahlt.

Sturm auf Leros

Die Küstenjäger-Abteilung der Division Brandenburg landete zusammen mit Brandenburger-Fallschirmjägern[26] (ca. 470 Mann; unterstützt von einem Stuka-Angriff) auf einen Berghang, um den britischen und italienischen Widerstand zu brechen. Der Angriff begann frühmorgens am 12. November 1943. Einen Teil der Schiffe stellte die Landungspionierkompanie 780 (Oblt. Bunte). Die deutschen Einheiten waren in vier Angriffsgruppen eingeteilt. Der Kampf hat bis zum 16. November abends gedauert. Von den 120 Mann der Küstenjäger-Kompanie waren nach den Kämpfen noch 37 Mann kampffähig. Auf gegnerischer Seite kapitulierten 200 englische Offiziere und 3.000 Soldaten, dazu 350 italienische Offiziere mit 5.000 Mann. Erbeutet wurden 120 Geschütze der Kaliber 7,6 cm und 15 cm, 16 schwere britische Flugabwehrkanonen, 20,2 cm und 80 Flak-MG. Kommandeur der Inselverteidigung war der britische Brigade General Robert Tilney, deutscher Kommandeur war Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Müller.[27] Das Unternehmen „Leopard“ (auch bekannt als Taifun-Leopard) war eines der erfolgreichsten in der Geschichte der Division Brandenburg.

Einsätze (Auszug)

  • Der I. Zug der leichten Pionierkompanie „Brandenburg“ lag nach Aufgabe der geplanten Landung auf Malta am 30. Juni 1942 für einen eventuellen Einsatz in Ägypten – zur Verfügung des Panzer-Armeeoberkommandos „Afrika“ – weiter in Bereitschaft und verlegte anschließend zur weiteren Ausbildung in die Adria. Mitte/Ende Oktober 1942 wurde der Zug nach Freiburg verlegt, wo er beim Aufstellungsstab Sonderverband 801 Bestandteil der hauptsächlich aus der 13. Kompanie Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 gebildeten Tropen-Abteilung „Brandenburg“ werden sollte. In Trapani (Sizilien) wurde der Zug (Halb-Kompanie) dann kurz darauf zur 5. Kompanie Tropen-Abteilung „Brandenburg“ erweitert. Die Kompanie wurde Anfang November 1942 nach Tunesien überflogen (→ Tunesienfeldzug). Dort erfolgten dann verschiedenste Einsätze als infanteristische Vorausabteilung, Minenlegeunternehmen mit den eigenen Sturmbooten, diverse Tarneinsätze, Operationen gegen britische Agenten, Evakuierungen über See usw. Im Mai 1943 evakuierten die Boote der Einheit schließlich 53 Generalstabsoffiziere der 5. Panzerarmee nach Trapani. Danach verlegten die aus Tunesien entkommenen Männer und Boote nach Langenargen (Bodensee) zur Küstenjägerabteilung „Brandenburg“ und wurden zu deren 1. Kompanie ergänzt und umgebildet. Im Juli 1943 verlegte die Kompanie auf dem Luftweg nach Patras, das Bootsmaterial zunächst per Bahn nach Brindisi, dann weiter per Schiff. Es folgten im Golf von Korinth Tarneinsätze gegen Partisanen.
  • In der Nacht zum 23. September 1943 liefen die schweren Sturmboote der Küstenjägerabteilung (KJA) vom Einsatzhafen Lutraki nach Igumenitsa zur Überführung des Stabes der 1. Gebirgsdivision nach Kajos auf Kerkyra. Diese Insel wurde noch von Badogliotruppen gehalten. Die Gebirgsjägerzüge, mit dem ehemaligen spanischen Frachtdampfer „Rigel“ nachgeführt, kamen auf Kerkyra jedoch nicht mehr zum Einsatz. Die Italiener ergaben sich. Die beiden Sturmboote der Küstenjäger verlegten als letzte Einheiten zur griechischen Westküste.
  • Vom Stützpunkthafen Lutraki aus wurden in der Folgezeit wiederholt Transportaufträge für das 1. Regiment Brandenburger sowie Erkundungen zur Ausspähung von Partisanennestern entlang der Küsten des Golfs von Korinth durchgeführt.
  • Nach der Kapitulation Italiens, am 8. September 1943, Teilnahme an der Entwaffnung der Italiener (→ Fall Achse) im Gebiet Attika – Larissa.
  • Die Bootsstaffel der 1./KJA mit Korv.Kpt. Dr. Brandt[28] von der 21. U-Jagd-Flottille enterte am 9. September 1943 in einem Handstreich gegen Piräus ein italienisches Torpedoboot, das später als TA-Boot der Kriegsmarine abgetreten wurde.
  • Am 1. Oktober 1943 wurde die 1./KJA unter Hauptmann Armin Kuhlmann über Piräus in die Ägäis verlegt. Zunächst zur Insel Naxos, wo sie sich mit ihren Kampfteilen und der übrigen Landungsflotte für das Unternehmen „Eisbär“, die handstreichartige Inbesitznahme der Insel Kos, bereitstellte. Dies geschah am 3./4. Oktober 1943, als die Jäger der 1./KJA in der Kamara-Bucht im Südwesten der von italienischen und britischen Truppen verteidigten Insel anlandeten. Eroberung des Flugplatzes von Antimachia.
  • In der Zeit vom 7. bis zum 10. Oktober erfolgte seemäßiger Vormarsch und Anlandung auf der Insel Kalymnos und kampflose Übergabe der Insel. Dort wurde bei einem britischen Luftangriff der Chef der 1./KJA, Hptm. Armin Kuhlmann, schwer verwundet. Die Führung übernahm Ltn. Hans Schädlich.
  • In der Zeit vom 12. bis zum 16. November 1943 lief dann das Landungsunternehmen mit dem DecknamenLeopard“ (auch bekannt als Taifun-Leopard) der „Kampfgruppe Müller“ gegen die Insel Leros, an dem die 1. Kompanie der Küstenjäger-Abteilung 800 (1./KJA) im Zusammenwirken mit Fallschirmjägern (u. a. Fallschirmjäger-Kp. 15./Jäger-Rgt. 4. „Brandenburg“) und Teilen der 22. Inf.-Div. wesentlichen Anteil hatte (Anlandung in der Pandeli-Bucht, ostwärts der Stadt Leros). Die ausgeblutete 1. Kompanie der Küstenjäger, unter Führung von Leutnant Voigts, wurde Ende 1943 auf dem griechischen Festland neu aufgefrischt und erhielt Nachersatz.
  • Am 22. November 1943 hat der Kommandeur des (Jäger)-Regiments 1 „Brandenburg“, Major Wilhelm Walther, die Insel Samos, nach schwerer Bombardierung und Zerstörung der Kleinstädte Tygani und Vathy, kampflos genommen. Lipsos, Patmos, Fourni und Ikaria wurden am 10. November, Kastelloriso am 27. November 1943 besetzt.
  • Währenddessen sammelten die restlichen Teile der Küstenjäger-Abteilung nach dem erfolgreichen Unternehmen „Delphin“ (15. November bis 1. Dezember 1943) im nördlichen Teil der Dalmatinischen Inseln (Säuberung der dem Küstenabschnitt Zara- Šibenik vorgelagerten Inseln in der Reihenfolge Uljan, Pašman, Kornat, Murter gemeinsam mit Teile der 264. Infanterie-Division im Auftrag der XV. Gebirgs-Armeekorps/2. Panzer-Armee), und zwar Stab, 2., 3. und Teile 4.(s) Kp. Auf der Fahrt durch Kroatien von Zara (heute Zadar) nach Split am 2. Dezember 1943 gegen 11.20 Uhr wurde ein aus 11 Fahrzeugen bestehendes, gemischtes Geleit aus verschiedenen Booten, bei Jelonac durch britische Flugzeuge aus der Sonne angegriffen. Sieben Fahrzeuge, darunter alle drei KJ-Boote, wurden versenkt und 80 Brandenburger der Küstenjägerabteilung getötet. Aus den Überlebenden, insbesondere der 1. Kompanie, wurde im März 1944 die „Küstenjäger-Kompanie Rhodos“ aufgestellt, noch am 20. Februar 1945 meldete diese Kompanie eine Stärke von 5 Offizieren, 24 Unteroffizieren, 120 Mannschaften und 35 italienischen Freiwilligen.
  • Das Unternehmen „Herbstgewitter II“ war die Fortführung des Unternehmens „Herbstgewitter“. Ab dem 23. Oktober nahm die 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“ am „Herbstgewitter I“ teil. Hierbei sollte das verstärkte SS-Freiwilligen-Gebirgsjäger-Regiment 13 die Inseln Brac, Hvar, Korkula und die Halbinsel Peljesac besetzen. Vor allem die Kämpfe auf Peljesac forderten auf beiden Seiten hohe Verluste. Während diese Kämpfe andauerten, wurde das verstärkte SS-Freiwilligen-Gebirgsjäger-Regiment 14 zum Unternehmen „Landsturm“ angesetzt. Dabei sollte der Küstenstreifen zwischen Split und Metkovic von Partisanen freigekämpft werden. Das Unternehmen wurde nach wenig Erfolg Mitte November 1943 wieder eingestellt. Am 8. Dezember 1943 begannen die Planungen für das Unternehmen „Herbstgewitter II“. Ziel war die Kontrolle über größere dalmatinische Inseln, die – von Partisanen besetzt – den für die Versorgung wichtigen Küstenweg bedrohten. Dabei war besonders zu berücksichtigen, daß eigene Marinestreitkräfte aufgrund der feindlichen Luftüberlegenheit der Royal Air Force möglichst kurzzeitig Feindangriffen ausgesetzt waren und daß die Dauer der Operation so angesetzt wurde, daß möglichst viele der nur kurzfristig verfügbaren, eigenen Maschinen eingesetzt werden konnten. Das Unternehmen wurde vom Generalkommando V. SS-Gebirgs-Korps der 2. Panzer-Armee im Zusammenwirken mit dem Kommandierenden Admiral Adria, Vizeadmiral Joachim Lietzmann, geführt. Dazu begab sich dieser, ebenso wie der Seekommandant Dalmatien – Kapitän zur See Hugo Freiherr von Lamezan – mit einem Teilstab auf den Gefechtsstand des V. SS-Gebirgs-Korps nach Mostar. Zu diesem Zeitpunkt sollte das Unternehmen spätestens am 14. Dezember 1943 mit dem Angriff auf Korcula beginnen, anschließend sollten Hvar, Brac und Solta gesäubert werden. An diesem Tag meldete die Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“ drei schwere Sturmboote (KJ-1, KJ-2 und KJ-3), zwei Pionierlandungsboote und die bewaffneten Zivilfahrzeuge „AVE MARIA“, „CARINTHIA“, „CARRY“ und „ISUTH“ einsatzbereit in Zara. In Überholung befanden sich die schweren Sturmboote KJ-5 und KJ-6 sowie die Partisanen-Prisen „DUGI OTOK“, „PARTISAN“, „SALI“, „STARIGRAD“ und „SVETI ANTON“. Die Motorjachten der 2. Kompanie lagen zu diesem Zeitpunkt vermutlich in Fiume-Susak, die Boote der 3. Kompanie in der Marina-Bucht und in Omis nördlich und südlich von Split, möglicherweise auch in Sibenik. Am 10. Dezember 1943 errichteten die 2. und vermutlich auch die 4. (Jäger-)Kompanie der Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“ einen Stützpunkt in Split und wurden für „Herbstgewitter II“ der 118. Jäger-Division unterstellt. Am Morgen des 22. Dezember 1943 begann endlich das Unternehmen „Herbstgewitter“ mit der Landung auf Korcula. Bis 11.00 Uhr waren bereits zwei Wellen bei Raciste bzw. bei der Stadt Korcula ohne Bootsverluste gelandet, allerdings gingen dann bis zum Abend doch noch zwei eigene Fahrzeuge verloren, während ein drittes beschädigt wurde. Zur Unterstützung der Landungen stand jedoch keine einzige größere Marineeinheit zur Verfügung, da auch TA22 ausgefallen und TA20 mit nur einer Schraube klar war. Am Nachmittag liefen zwar S36 und S55 aus Cattaro aus, diese kehrten aber wegen schlechten Wetters bald wieder um. Am 23. Dezember 1943 mittags war die Stadt Korcula in deutscher Hand und der weitere Vormarsch wurde nach Südwesten begonnen. Am 24. Dezember 1943 war der Ostteil von Korcula gegen starken Widerstand unter deutscher Kontrolle, aber erst am 26. Dezember 1943 befand sich die gesamte Insel in deutscher Hand. Bei 100 eigenen Gefallenen hatte der Gegner über 500 Tote und 300 Verwundete zu beklagen – außerdem machten die Deutschen 212 Kriegsgefangene und erbeuteten unter anderem 21 kleine Küstenfahrzeuge, 4 Motorboote und 160 andere Boote.
  • Im Frühjahr 1944 wurden die „Brandenburger“ speziell zur Bekämpfung der alliierten Kommandos und der griechischen Kommandotruppe „Heilige Brigade“ eingesetzt. Da die Kompanie nur noch zwei große Sturmboote zur Verfügung hatte und nur auf einige griechische Segler, die Kajikis, zurückgreifen konnte, wurden ihr für größere Späh- und Stoßtruppunternehmungen jeweils Landungsboote der Pionier-Landungskompanie 780 oder I-Boote der 6. Gruppe / 15. Landungs-Flottile (Kdt. Ltn. z.S. Berger) zugeteilt.
  • Am 20. Juni 1944 übernahm Oblt. Bertermann die Führung der Küstenjäger, die seit März zur „Küstenjäger-Kompanie Rhodos“ aufgestockt wurde. Sie waren in dem Stützpunkt Castello auf Rhodos stationiert. Sie blieb im Dodekanes-Bereich bis Kriegsende.
  • Am 25. August 1944 konnte eine Kompaniegruppe, unter Oblt. Bertermann, in den Besitz eines britischen Schnellbootes (HDML 1381) kommen. Es wurde als KJ 25 in Dienst der Brandenburger gestellt. Auf diesem Boot lief am 8. Mai 1945 Generalmajor Dr. Wagener, der Kommandant der Ostägäis, zur Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde zu dem vor Symi liegenden britischen Zerstörer „Active“ und ging zur Unterzeichnung der Urkunde an Bord. KJ 25 brachte am folgenden Morgen das britische Vorkommando nach Rhodos und wurde, im Hafen von Rhodos angekommen, wieder als HDML 1381 in ihre frühere Flotille - die Special Boat Squadron - eingereiht.
  • Die Küstenjägerkompanie Rhodos führte bis Kriegsende unzählige Tarn- und Kommandooperationen durch.

Sonderverband Bergmann

Erkennungszeichen der „Bergmänner“
„Wilde“ Küstenjäger nach erfolgreichem Bandenkampf in Dalmatien; Unternehmen „Delphin“, Ende November 1943
Mit einem von den Briten erbeuteten Küstenschutzboot Typ „Fairmail D“ mit der Bezeichnung ML 1381, das von den Küstenjägern für Kommandounternehmen unter der Bezeichnung KJ 25 genutzt wurde[29]
Die „kaukasischen Gebirgsjäger“ gegen den bolschewistischen Sturm in Europa!
Sonderverband „Bergmann“ 1943 im Kampf für ein kommunistenfreies Europa

Der Sonderverband „Bergmann“ war ein nach dem Beginn des Unternehmens „Barbarossa“ am 14. Oktober 1941 aufgestellter Verband der Abwehr der Wehrmacht, der aus deutschen Vorgesetzten und kaukasischen Freiwilligen, d. h. Georgiern, Nordkaukasiern, Armeniern und Aserbaidschanern bestand. Mehrere Offiziere kamen aus dem vornehmlich in Frankreich lebenden kaukasischen Emigrantenkreis. Militärhistoriker schätzen, daß rund 100.000 Kaukasier während des Zweiten Weltkrieges in deutschen Formationen gegen die sowjetischen Invasoren gekämpft haben.

Die Bergmänner absolvierten zuerst eine geheime Abwehr- und Agentenausbildung in Neuhammer am Queis bis Dezember 1941, danach ging es nach Bayern zur Gebirgsgefechtsausbildung in Mittenwald beim Ausbildungszentrum der Gebirgsjäger der Wehrmacht.

Der Verband wurde unter Führung der „Brandenburger“ von Oberleutnant Theodor Oberländer (späterer Hauptmann d. R., Professor und Bundespolitiker) aufgestellt und ausgebildet – Oberländer war ebenfalls für die vorangegangene Aufstellung der deutsch-ukrainischen Bataillone „Nachtigall“ (Dr. Hans-Albrecht Herzner sowie Roman Schuchewytsch) und „Roland“ der Legion Ukrainischer Nationalisten verantwortlich, die zwar Rahmenpersonal der Brandenburger beinhalteten, aber nie ein Teil des Bau-Lehr-Regiments z. b. V. 800 „Brandenburg“ darstellten, auch nicht diesem unterstanden.[30]

Erkennungszeichen der Angehörigen des Verbandes in Bataillonsstärke (ab 1943 in Regimentsstärke) war ein stilisierter kaukasischer Kindjal-Dolch, der an der linken Seite der Bergmütze (grüngrauer Färbung) getragen wurde. Ab 1942 erfolgte der Einsatz der ersten fünf Kompanien im Kaukasus (im Ganzen 1.200 Mann, davon 900 Kaukasier und 300 Deutsche):

  • 1./ Georgier und deutsches Rahmenpersonal
  • 2./ Nordkaukasier
  • 3./ Aserbaidschaner und deutsches Rahmenpersonal
  • 4./ Georgier und Armenier
  • 5./ Stabskompanie aus kaukasischen Emigranten und deutsches Rahmenpersonal
    • Stärke: ungefähr 130 Georgier (z. T. der Georgischen Legion)
    • Deck- bzw. Tarnname: Tamara I (Verhörspezialisten; 1. Zug) und Tamara II (Sabotageexperten; 2. Zug)
    • Kompanieführer: Oberst Dr. Kramer von der Abwehr
  • Zusätzlich wurden zwei Kavallerieschwadrone aufgestellt.

Oberländers Vertreter war der in Rußland aufgewachsene Sonderführer (später Leutnant) W. von Kut(z)schenbach (ein Kaukasiendeutscher, dessen Familie aus der Gegend um Tiflis stammte. Seine Frau Olga (1914–2003) war die Tochter des Generalfeldmarschalls Friedrich Paulus),[31] der fließend Russisch und Aserbaidschanisch sprach. Offiziell war der Sonderverband der „Bergkaukasischen Legion“ unterstellt, später der „Nordkaukasischen Legion“. Führungsmäßig wurde der Sonderverband bis Mitte Dezember 1942 aber von der Abwehr geführt, danach wurde der Verband offiziell an das Oberkommando des Heeres abgegeben.

Nach Fallschirmlandung führte mit dem Unternehmen „Schamil“ der Brandenburger (von 25. August bis 10. Dezember 1942) in Tschetschenien eine Kommandoteileinheit des Sonderverbandes (bestehend aus 10 Deutschen und 15 Nordkaukasiern) Kampfeinsätze zur Sicherung des deutschen Rückzuges aus dem Kaukasus.

Der Verband der Bergmänner war, nachdem er durch Freiwillige und Überläufer auf über 3.000 Kämpfer angewachsen war, ab 1943 auf der Krim stationiert, wo er erfolgreich gegen überlegene vorstoßende sowjetische Truppen und Partisanen kämpfte.

Nach der Aufteilung in mehrere Bataillone und der Absetzung Oberländers als Kommandeur wurden die meisten Bataillone nach Griechenland versetzt. Das aserbaidschanische II. Bataillon kämpfte weiter beim Rückzug aus Rußland und wurde im August 1944 taktisch der „Gruppe Dirlewanger“ zugeteilt, wo es u. a. mit den Einheiten SS-Sturmbrigade Dirlewanger und Ostmuselmanisches SS-Regiment 1 zur Niederschlagung des Aufstandes der polnischen Partisanen 1944 in Warschau eingesetzt wurde. Dort und auch in anschließenden Rückzugsgefechten an der Ostfront waren die Verluste hoch, und verbliebene Soldaten von II./Bergmann bildeten zusammen mit Aserbaidschanern des „Aserbeidschanischen Infanterie-Bataillons I/111“ (die Waffenkameraden aus Warschau) das III. Bataillon des am 27. März 1945 neu aufgestellten „Grenadier-Regiments 1607 (kaukas.)“ (aufgestellt in Dänemark für die russische Brigade 499). Sie erlebten das Kriegsende an der Westküste Dänemarks.

Auszeichnungen

Ritterkreuzträger Siegfried Grabert (hier noch als Oberleutnant), erhielt kurz vor Kriegsbeginn von Admiral Canaris die Weisung, mit dem „Industrieschutz Oberschlesien“ den Verkehrsknotenpunkt Kattowitz zu besetzen. Seine Männer und er in „Volltarnung“ (alle in Zivil oder polnische Uniformen gekleidet) meisterten den Auftrag.

Neben einer Vielzahl von Auszeichnungen als Brandenburger, Abwehragenten oder als Mitglieder der Jagdverbände der Waffen-SS (ab Spätsommer 1944) erhielten 19 bekannte Elitekämpfer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Drei wurden als Brandenburger mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.

Ritterkreuzträger der Brandenburger (chronologisch)

  • Oberstleutnant Walther, Wilhelm, 24. Juni 1940 als Oberleutnant, Stoßtruppführer 4./BauLehrBtl z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • SS-Sturmbannführer Adrian Baron von Fölkersam, 14. September 1942 als Leutnant d. R., Adjutant Stab I./LehrRgt z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • Leutnant der Reserve Prochaska, Ernst, 16. September 1942 als Leutnant d. R., Führer 8./LehrRgt z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • Rittmeister Knaak, Hans-Wolfram, 3. November 1942 (posthum) als Oberleutnant, Chef 8./LehrRgt z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • Major der Reserve Lau, Werner, 9. Dezember 1942 als Leutnant d. R., Zugführer 5./LehrRgt z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • Hauptmann der Reserve Lange, Erhard, 15. Januar 1943 als Oberleutnant d. R., Kompaniechef und Sonderkommandoführer des OKW, Amt Ausland/Abwehr
  • Oberstleutnant Koenen v., Friedrich, 16. September 1943 als Hauptmann, Kommandeur III./4.Rgt „Brandenburg“
  • Major der Reserve Steidl, Kurt, 26. Januar 1944 als Hauptmann d. R., stellv. Führer I./2.JägRgt „Brandenburg“
  • Major Kirn (Klarname: Witzel), Dietrich F., 12. Dezember 1944 als Hauptmann, Führer Front-Aufklärungs-Kommando 202 (FAK 200)
  • Oberst Brückner von, Erich, 11. März 1945 als Oberst, Kommandeur JägRgt 1 „Brandenburg“
  • Hauptmann Afheldt, Eckart, 17. März 1945 als Oberleutnant, Führer II./JägerRgt 2 „Brandenburg“
  • Hauptmann der Reserve Röseke, Erich, 14. April 1945 als Oberleutnant d. R., Führer 9./JägRgt 1 „Brandenburg“
  • Leutnant der Reserve Leipzig v., Hellmut, 28. April 1945 als Leutnant d. R., Zugführer PzAufklAbt „Brandenburg“
  • Oberstleutnant Bröckerhoff, Wilhelm, 8. Mai 1945 als Major, Führer PzArtRgt „Brandenburg“
  • Hauptmann Müller-Rochholz, Friedrich (1914–2002), 8. Mai 1945 als Hauptmann, Kommandeur PzSturmPiBtl „Brandenburg“
  • Major Voshage, Werner (Lebensrune.png 19. September 1913), 8. Mai 1945 als Major, Kommandeur HeeresFlakAbt „Brandenburg“

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub

  • Major der Reserve Grabert, Siegfried, Ritterkreuz am 10. Juni 1941 als Oberleutnant d. R., Führer SonderKdo im BauLehrBtl z. b. V. 800 „Brandenburg“
320. Eichenlaub, 6. November 1943 als Hauptmann d. R., Chef 8./LehrRgt „Brandenburg“ z. b. V. 800
  • Oberstleutnant Oesterwitz, Karl-Heinz, Ritterkreuz am 30. April 1943 als Oberleutnant, Chef 7./LehrRgt z. b. V 800
734. Eichenlaub, 10. Februar 1945 als Oberstleutnant, Kommandeur JägerRgt 2 „Brandenburg“
  • Major der Reserve Wandrey, Max, Ritterkreuz am 9. Januar 1944 als Oberleutnant d. R., Chef 11./Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“
787. Eichenlaub, 16. März 1945 als Major d. R., Kommandeur II./Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“

Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes

  • Leutnant Richard Volkmann, 12.08.1944 als Fahnenjunker-Oberwachtmeister, Fernaufklärer, Nachrichten-Fernaufklärungs-Kompanie 623 in der Division „Brandenburg“
Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern (es gab nur ca. 73 Verleihungen mit Schwertern)

Erbe

Internationale Spezialeinheiten der Nachkriegszeit und der Gegenwart verehren immer noch das Vorbild der „Division Brandenburg“, welche als Leitbild für die Entwicklung von Kommandotruppen zur besonderen Verwendung (z. b. V.) weltweit diente und dient. In Deutschland gehören folgende Einheiten dazu:

  • Jagdkommandos der Bundeswehr-Fallschirmjäger (ebenfalls des österreichischen Bundesheeres) eiferten dem Vorbild „Brandenburger“ nach. Seit 2000 dürfen sich die Ausbilder gegenüber den Rekruten jedoch nicht mehr dazu bekennen.
  • Noch Mitte der 1990er Jahre lehrten die Ausbilder an der Internationalen Fernspähschule in Weingarten, daß die deutschen Fernspäher (insbesondere die Spähtrupps z. b. V.) die direkten Nachfolger der Elite-Division Brandenburg seien. Die Fernspähkompanie 200 (ebenfalls Weingarten) verewigte die Brandenburger als Großwandgemälde im ersten Stock des Kompaniegebäudes.

Bildergalerie

Siehe auch

Film

  • Division Brandenburg (BRD 1960, Regie: Harald Philipp, mit Hanns Ernst Jäger, Wolfgang Reichmann, Heinz Weiss)

Literatur

  • Arthur Ehrhardt: Kleinkrieg. Geschichtliche Erfahrungen und künftige Möglichkeiten, Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1935
  • Dietrich F. Witzel (Militärgeschichtliches Forschungsamt): Kommandoverbände der Abwehr II im Zweiten Weltkrieg.
  • Will Berthold:
    • Division Brandenburg. Die Haustruppe des Admiral Canaris. Roman nach Tatsachen. 3. Aufl., München (1979)
    • Die Männer der Division Brandenburg. Sie erhielten die höchsten Auszeichnungen, erlitten die größten Verluste und wurden am seltensten im Wehrmachtsbericht erwähnt, Neuer Kaiser Verlag (1999), ISBN 978-3704331199
  • Herbert Kriegsheim: Getarnt, getäuscht und doch getreu. Die geheimnisvollen „Brandenburger“. In romanhafter Form, Berlin (1958)
  • Eric Lefèvre: Brandenburg Division: commandos of the Reich, Histoire & Collections (1999), ISBN 978-2908182736
  • Horst Scheibert: Panzer-Grenadier-Division „Großdeutschland“ und ihre Schwesterverbände: Panzerkorps „Großdeutschland“, Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“, Führer-Begleit-Division, Führer-Grenadier-Division, Kurmark; eine Dokumentation in Texten, Bildern und Karten. 4. Aufl., Dorheim (1980), ISBN 978-3895553110
  • Helmuth Spaeter: Die Brandenburger – eine deutsche Kommandotruppe – zbv 800, München (1978), ISBN 9783924753412
  • Franz Kurowski: Deutsche Kommandotrupps 1939–1945. „Brandenburger“ und Abwehr in weltweitem Einsatz, Motorbuch, 2003, ISBN 978-3613020184
  • Waldemar Trojca: Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“, VDM Heinz Nickel (2003), ISBN 978-3925480782
  • Hinrich-Boy Christiansen: Mit Hurra gegen die Wand: Erinnerungen eines „Brandenburgers“, ISBN 978-3839187111
  • Sepp de Giampietro: Das falsche Opfer? Ein Südtiroler (in der Division Brandenburg) zwischen seinem Gewissen und der Achse Berlin-Rom, Stocker (1984), ISBN 978-3702004804
  • Werner Brockdorff: Geheimkommandos des Zweiten Weltkrieges, Wels (1967), ISBN 978-3893505487
  • Jeloshek/Richter/Schütter/Semler: Freiwillige vom Kaukasus: Georgier und Tschetschenen auf deutscher Seite, Leopold Stocker Verlag (2003), ISBN 978-3702009847
  • Eduard Abramian: Forgotten Legion: Sonderverbande Bergmann in World War II, 1941-1945, Bayside, NY: Europa Books Inc. (2007), ISBN 978-1891227714
  • Hans von Steffens: Salaam – Geheimkommando zum Nil 1942, Kurt Vowinckel-Verlag (1960)
  • Wolfgang Wallenda: Spezialauftrag in Lappland. Ostfront 1942 – Einsatz der „Brandenburger“ im Rücken des Feindes, in: „Der Landser“, Heft-Nr. 2765

Verweise

Fußnoten

  1. Nachdem einige Einheiten der Brandenburger bereits in den besetzten Gebieten der bolschewistischen Sowjetunion zur Partisanenbekämpfung eingesetzt worden waren, erhielten ab dem Frühjahr 1943 sämtliche Einheiten diesen Auftrag auf dem Balkan. Das 1., 2. und 4. Regiment waren dabei in verlustreiche Kämpfe gegen Partisanen in Kroatien, Serbien und Griechenland verwickelt, während das 3. Regiment ähnliche Aufgaben in Südfrankreich und Italien wahrnahm. U. a. hatte im Spätsommer 1943 die „Einheit Kirchner“ geplant, den Hauptstab der Partisanen einschließlich Tito gefangenzunehmen. Dies wurde aber erst im Mai 1944 umgesetzt. Ab dem August 1944 erfolgte der Einsatz des Fallschirm-Jäger-Bataillon „Brandenburg“ in Rumänien, wo dieses an der Verteidigung der Festung Bukarest teilnahm.
  2. Ab Ende September 1944 standen die Regimenter der Division an der Theiß und Donau in Abwehrkämpfen gegen die Rote Armee noch bevor sie sich in Belgrad zur geplanten Umgliederung eingefunden hatten. Während der sowjetischen Offensive auf die jugoslawische Hauptstadt wurden Teile dieser Einheiten eingeschlossen und erlitten erhebliche Verluste bevor sie zu den deutschen Linien durchbrechen konnten. Danach folgte der langsame Rückzug nach Südungarn im Verband der Heeresgruppe E. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Gefechtsstärke der Division nur noch die eines halben Regimentes, weshalb sie taktisch der 71. Infanterie-Division unterstellt wurde.
  3. Zur Auffrischung verlegte man die Reste der Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“ zwischen dem 12. und 20. Dezember 1944 nach Ostpreußen, wo gleichzeitig der Zusammenschluß der Panzer-Grenadier-Division mit Teile der Division „Großdeutschland“ zum Panzerkorps „Großdeutschland“ erfolgte. Bahnverladung der Division auf dem Truppenübungsplatz Arys (Ostpreußen) am 13. Januar 1945 zum Transport in den Raum Lodz. Nach Beginn der sowjetischen Offensive am 15. Januar 1945 schlug sich der Großverband dann durch den Warthegau bis in die Schlesische Lausitz durch, wo er der Heeresgruppe Mitte unterstellt wurde.
  4. Es gibt Unstimmigkeiten über diese Daten. Manche Quellen geben an, daß von Hippel bis 12. Oktober 1940 Kommandeur der Brandenburger war, andere vermerken glaubhaft, daß Mitte Juni 1940, als das Bataillon nun seit kurzem Regiment war, von Hippel die Entwicklung negativ beurteilte, weshalb der Abwehr-Offizier Major Kewisch, der sich in Norwegen beim Unternehmen „Weserübung“ bewährt hatte, Regimentskommandeur (mit Oberleutnant Zülch als Adjutant) wurde. Von Hippel wurde Kommandeur des I. Bataillons, während ein anderer Pionier der Brandenburger, Hauptmann Hans-Jochen Rudloff, Kommandeur des III. Bataillons wurde. Als Kewisch im Spätsommer frühzeitig ausschied, ist es denkbar, daß Major von Hippel erneut die Führung kommissarisch übernahm, bis von Aulock antrat.
  5. Der Chef des OKH, dem Heeresrüstungsstab und dem Befehlshaber des Ersatzheeres AHA Ia (I) gab unter der Nr. 1450/40 gKdos (geheime Kommandosache) den Befehl zur Umformung des Bau-Lehr-Bataillons z. b. V. 800 „Brandenburg“ zum Regiment, die Befehle wurden am 15. Mai 1940 erlassen, als man erkannte, daß die Größe des Bataillons für die gestellten Aufgaben kaum ausreichte (siehe die zahlreichen Einsätze während des Westfeldzuges). Der Führungsstab der „Brandenburger“ ließ Major Kewisch von der Aufklärungs-Abteilung 8 (Norwegeneinsatz; Einsatzstab „Kewisch“ des Amtes Ausland/Abwehr in Oslo für Sonderaufgaben zusammen mit den Gebirgsjägern) Mitte Juni an die Spitze des Regiments treten, Adjutant wurde der ehemalige Chef des 41 Mann starken „Nordzuges“ (ursprünglich unter Leutnant Knauß), nun Oberleutnant Zülch. Beide vertraten die Meinung, daß ihre Truppe eine reguläre sei und auch dementsprechend militärisch ausgebildet werden müsse, dafür ließ er junge Offiziere in die Kompanien einbinden, wodurch er natürlich auf alte und verdiente Offiziere verzichten mußte. Durch die folgenden Auseinandersetzungen wurde Kewisch im August 1940 (?) abgelöst, sein Nachfolger wurde Major von Aulock, nach ihm kam am 28. November 1940 Oberstleutnant von Haehling. Kewisch führte später Frontaufklärungskommandos der Abwehr hinter feindlichen Linien und wurde am 1. Juni 1944 zum Oberst befördet.
  6. Generalmajor Hermann Schulte-Heuthaus
  7. Vom Chef der Abwehr, Canaris, erhält Major Friedrich Wilhelm Heinz (Kommandeur des I. Bataillons/Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 „Brandenburg“) einen neuen Auftrag: ab dem 28. Oktober 1941 sollte er eine Abwehrschule (Quenzgut) und, auf dem Truppenübungsplatz bei Meseritz, eine sogenannte V-Abteilung aufstellen. Die V-Abteilung sollte V-Leute (Vertrauensleute) und Agenten führen. Daneben wurden Inder der Legion Asad Hind (Freies Indien) von Subhash Chandra Bose gegen den Kampf gegen die Kolonialmacht England ausgebildet, eine persische und afghanische Kompanie folgten.
  8. Seit 1992 befindet sich die Fachhochschule Brandenburg in der alten Infanterie- und Kürassierkaserne aus 1881 in der Magdeburger Straße, Brandenburg an der Havel.
  9. „Dabei war die Bezeichnung ‚Brandenburger‘ eher zufällig gewählt, als man bei der Aufstellung der ‚Urmutter‘ aller BRANDENBURG-Verbände, der Baulehr-Kompanie 800 z. b. V., und der Suche nach einer geeigneten Unterkunft, auf die leerstehende Generalfeldzeugmeister-Kaserne in Brandenburg an der Havel stieß und sich dort an der Weihnachtsfeier 1939 selbst den Namen gab.“ Quelle: http://www.friedrich-wilhelm-heinz.de
  10. Der „Sonderverband 288“ war eine vollmotorisierte Einheit der Wehrmacht, aufgestellt für den Einsatz im Irak, Iran und Indien. Ab Juni 1941 wurden tropentaugliche Soldaten, darunter Brandenburger und Gebirgsjäger, in der Hohenlohe-Kaserne in Potsdam versammelt, für die Aufstellung des Sonderverbandes 288. Der Verband hatte später die Stärke eines Regimentes, gut 2.000 Mann, war aber für einen vollkommen selbständigen Einsatz vielseitiger in seiner Waffenausrüstung und Truppenzusammenstellung. Außerdem verfügte die Einheit unter anderem über eine Sanitätskompanie mit Tropenmedizinern, 20 Araber als Übersetzer, eine fahrbare Druckerei, die arabischsprachige Flugblätter herstellen konnte, und einen Trupp für den Betrieb von Ölförderanlagen. Die Grundlage für die Aufstellung des Sonderverbandes 288 war die Weisung Nummer 32 von Adolf Hitler vom 11. Juni 1941: „Vorbereitungen für die Zeit nach Barbarossa.“ Mit Barbarossa war die Eroberung der Sowjetunion (→ Unternehmen „Barbarossa“) gemeint. In dieser Weisung 32 ist unter anderem der „Angriff“ der Wehrmacht „durch den Iran vorgesehen“, also der Einmarsch in Indien. Dafür wurde für den Sonderverband 288 auch eine Übersetzergruppe gebildet, die indische Sprachen beherrschte.
  11. Quelle: Franz Wilhelm Seidler: Avantgarde für Europa – Ausländische Freiwillige in Wehrmacht und Waffen-SS, S. 339 f.
  12. Das Lehr-Regiment „Brandenburg“ umfaßte die eigentlichen V-Leute und Agenten, die ursprüngliche VM-Abteilung des alten Lehr-Regiments, und unterstand direkt der Abteilung II der Abwehr. Es wurde im Sommer 1943 geteilt in das Lehr-Regiment „Kurfürst“ (für eigentliche Kommandoaufgaben) und das Lehr-Regiment „Brandenburg“. Aus letzterem wurde von März bis Juli 1944 das Alarm-Regiment „Division Brandenburg“ für den Einsatz in Ungarn ausgegliedert.
  13. Der Volksbund führt einen Hauptmann Oschatz, der im Oktober 1944 bei Smedo (Smederevo) im Rahmen einer Kampfgruppe gefallen ist. Es bleibt jedoch unbekannt, ob es sich um den Chef der 15. (leichten) Kompanie handelte.
  14. In den Kriegsjahren 1943 bis 1945 der Tarnname für das Kompetenz- und Ausbildungszentrum des deutschen militärischen Geheimdienstes. Von der am 1. April 1943 verfügten Herauslösung der Division Brandenburg aus dem militärischen Geheimdienst (Amt Abwehr/Ausland) war das 5. Regiment ausgenommen. Es verblieb zunächst unter dem Namen „Lehrregiment Kurfürst“ bei der Abwehr, bis diese Mitte 1944 vom Reichssicherheitshauptamt (RSHA) vereinnahmt wurde. Noch nach Kriegsende waren die „Kurfürsten“, wie z. B. Alfred von Wurzian, als Spezialisten sehr begehrt und wurden von den Siegermächten für eigene Dienste umworben.
  15. Waren Kommandos der Abwehr als gegnerische Soldaten getarnt im feindlichen Gebiet unterwegs, waren sie darauf angewiesen, sich selbst und ihre Wege überzeugend darstellen, bzw. begründen zu können. Hierzu wurden verschiedene plausible „Legenden“ ausgearbeitet, die je nach Ausgangssituation angewendet werden konnten. Diese Einsätze waren für die Brandenburger äußerst gefährlich, sie trugen zwar meist ihre eigenen Uniformen unter der feindlichen Kluft (eine vom Völkerrecht zugelassene Kriegslist), dennoch konnte dies bei Gefangennahme die sofortige Hinrichtung bedeuten. Auch wurden Brandenburger oft nicht als „Freunde“ erkannt und von den eigenen deutschen Truppen beschossen oder gar getötet.
  16. Hier soll es sich ggf. um einen SS-Scharfschützenzug der Scharfschützen-Kompanie der SS-Sondereinsatz-Abteilung z. b. V. „Friedenthal“ der SS-Jagdverbände unter Zugführer bzw. Kompanieführer Odo Willscher handeln. Die SS-Jagdverbände bestanden vorwiegend aus ehemaligen Brandenburgern.
  17. Bei der Halbtarnung wurden bei der Annäherung an das Objekt über der deutschen Uniform gegnerische Uniformteile oder Zivil getragen. Diese Tarnung wurde vor dem eigentlichen Kampf abgelegt. Von Volltarnung sprach man, wenn vollständige gegnerische Uniform auch während des Kampfes getragen wurde. Bei einer Mischtarnung traten nur einige der Soldaten in gegnerischer Uniform auf, während der größere Teil in deutscher Uniform von den Ersteren meist als angebliche deutsche Gefangene oder Deserteure durch die feindlichen Linien eskortiert wurde. Waffen und Munition versteckten die Abgeführten dann in oder unter ihrer Uniform. Zu Tarnzwecken wurden auch gegnerische Waffen und Fahrzeuge verwendet. Wie diese Mittel eingesetzt wurden, war den jeweiligen Einsatzführern überlassen, die allein für die Planung eines Unternehmens zuständig waren.
  18. Die Darstellung basiert auf Mitteilungen von Oberleutnant Walther, Leutnant Wolf und Feldwebel Stöhr. Vgl. auch u. a. Beekmann/Kurowski, Festung Holland, S. 36 f., 44 ff., 96 f., 111 ff., 124; Spaeter, Die Brandenburger, S. 57 ff.
  19. Hauptmann (August Ferdinand?) Fleck von der Abwehrstelle Oppeln (Industrieschutz Oberschlesien) formierte aus 550 Abwehrmännern ein Infanterie-Bataillon z. b. V. 100, das Befehl hatte, der 6. Armee des Generalobersten Walter von Reichenau die Brücken im nördlichen Belgien und im südlichen Holland zu sichern. Die kleine Haustruppe der Abwehr, die „Brandenburg“, mußte 50 Mann abgeben, die der 4. Armee für deren Vorstoß ins südliche Belgien unterstellt wurden.
  20. Ladislaus Eduard (László Ede) Almásy (Lebensrune.png 22. August 1895 in Bernstein (Burgenland), damals Königreich Ungarn, Österreich-Ungarn; Todesrune.png 22. März 1951 in Salzburg, Österreich) war Saharaforscher, Entdecker der Oase Zarzura, Flugzeugführer und Automobilpionier. Im Ersten Weltkrieg, 1914–1918, diente Almásy in den k. u. k. Luftfahrtruppen. 1921 wurde Almásy internationaler Beauftragter des ungarischen Pfadfinderverbands. Er kehrte nach England zurück, wo er am Eastbourne Technical Institute von November 1921 bis Juni 1922 studierte. Hier war er auch Mitglied im Eastbourne Flying Club. Im Frühjahr 1921 chauffierte er König Karl IV. (Exkaiser Karl I. von Österreich) bei seinem ersten (gescheiterten) Versuch, die Regierung des Königreichs Ungarn wieder zu übernehmen, nach Budapest. Im Zweiten Weltkrieg war er ein auf deutscher Seite tätiger Spion, Abwehr- und Geheimagent. Dank zahlreicher Expeditionen in Wüstenregionen sowie Geschäftsreisen nach Ägypten wurde er zu einem Kenner der östlichen Sahara. Die deutsche Abwehr engagierte den in Budapest lebenden Almásy. Der ungarische Reserveoffizier wurde als Hauptmann in die Luftwaffe übernommen und dem Afrika-Korps (X. Fliegerkorps) zugeteilt. 1941 und 1942 nutzte diese unter dem Kommando Erwin Rommels stehende Truppe die Wüstenerfahrung des Libyen-Kenners. Dann als Offizier der Wehrmacht in der Division Brandenburg, schleuste er im Auftrag der deutschen Abwehr u. a. Spione durch die Wüste nach Ägypten. Noch im Jahr 1944 war Almásy, nun als Angehöriger des Kampfgeschwaders 200, an dem Unternehmen „Dora“ (nicht mit dem gleichnamigen Unternehmen aus dem Jahre 1942 zu verwechseln) beteiligt.
  21. Johannes Willi Eppler (Lebensrune.png 1914 in Alexandria; Todesrune.png 15. August 1999 in Hövelhof, Nordrhein-Westfalen; auch: Hans Eppler, John W. Eppler bzw. Hussein Gaafar, Hussein Gaafer, Hussein Jafaar oder Hussein Dschaffar) war ein deutscher Offizier im Dienste der Abwehr, der durch die Geheimdienstoperationen „Salaam“ und „Kondor“ während des Afrikafeldzugs im Zweiten Weltkrieg bekannt wurde.
  22. Der deutsche Angriff auf Titos Hauptquartier in Drvar im Mai 1944
  23. Die Tatsache, daß Generäle sich mit Unteroffizieren taktisch berieten, war eher unüblich, allerdings genossen die Brandenburger einen Sonderstatus, der auch von höchsten Rängen geachtet wurde.
  24. Im Rahmen der Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“ sei auch der Einsatz der 5. Kompanie der Tropen-Abteilung „Brandenburg“ genannt, handelte es sich doch bei dieser Halb-Kompanie um den I. Zug der Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“. Dieser wurde nach dem Anlaufen der bri­tischen Gegenoffensive bei El Alamein im Eisenbahntransport von Brindisi nach Freiburg im Breisgau zurückverlegt, um dort zur 5. Kompanie/Tropen-Abteilung „Brandenburg“ aufge­stockt zu werden.
  25. 1.Kompanie (230 Mann): zwei schwere Sturmboote 42, zwei Pionierlandungsboote 41, neun leichte MG, zwei schwere FlaMG, zwei mittlere Granatwerfer, 2. und 3. Kompanie waren ausgestattet wie die 1.Kompanie, 4. schwere Kompanie (ca. 250 Mann): sechs Kommandoboote, 30 Sprengboote, 14 leichte MG und sechs schwere FlaMG.
  26. Der „Kampfgruppe Müller“ unterstanden zusätzlich zur Infantrie und Luftwaffe: I. /Fallschirmjäger-Rgt. 2. unter Hptm. Martin Kühne, zwei Kpn. des Regiments z. b. V. Brandenburg. (die 1./Küstenjäger-Kp. unter Hptm. Armin Kuhlmann, und eine Fallschirmjäger-Kp. 15./ Jäger-Rgt. 4. Brandenburg), die Pi.Land. Kp. 780 unter Oblt. Josef Bunte, das III. Btl. / G.R. 440 unter Hptm. Dörr, das III. Btl./Rgt. 1 Brandenburg unter Hptm. Gustav Froböse und das II. Btl./Lw.Jäg.Rgts. 22.
  27. General der Infanterie Friedrich-Wilhelm Müller wurde völkerrechtswidrig von den Griechen am 20. Mai 1947 gemeinsam mit General der Fallschirmtruppe Bruno Bräuer wegen „Kriegsverbrechen“ in Chaidari bei Athen durch Erschießung hingerichtet.
  28. Korvettenkapitan der Reserve Dr. med. Gunther Rudolf Wilhelm Brandt (Lebensrune.png 1. Oktober 1898 in Kiel; Todesrune.png 4. Juli 1973 in Bayreuth), Ritterkreuz des E.K.: 23. Dezember 1943 als Korv.Kpt.d.R., Chef 21. U-Jagd-Flottille; er war auch SS-Offizier im Rang eines Obersturmbannführer.
  29. Deutsches Kapitulationsangebot in der Ägäis
  30. Am 30. Juli 1941 entschied Canaris die Auflösung der Bataillone. Im August wurde das Bataillon „Nachtigall“ nach Krakau verlegt und dort entwaffnet, um anschließend bei Neuhammer interniert zu werden. Gleiches geschah mit dem Bataillon „Roland“, welches ebenfalls in seine ursprüngliche Garnison in Ostmark zurück verlegt wurde. Im Oktober 1941 wurde das Personal der beiden aufgelösten Einheiten nach Frankfurt (Oder) transportiert und dort zum „Schutzmannschafts-Bataillon 201“ zusammengefaßt, das für die Bandenbekämpfung vorgesehen war. Das Bataillon für Polizeiaufgaben unterstand nicht länger der Wehrmacht, sondern der Ordnungspolizei des Reichsführers SS und Chef der Deutschen Polizei. Neben den Mannschaftsdienstgraden wurden auch sämtliche Unteroffiziers- und Offiziersstellen (22 Posten) ausnahmslos mit Ukrainern besetzt. Das Kommando übernahm der vormalige Kommandeur des Bataillons „Roland“, Major Je. Pobihuschtschy, während die vier neuen Kompanien von Roman Schuchewytsch, M. Brygider, W. Sydor und W. Pawlyk befehligt wurden. Alle 600 Soldaten hatten sich erneut für die Dauer von einem Jahr verpflichtet.
  31. Auch in Tiflis siedelten sich deutsche Kolonisten an. Sie bauten den deutschen Stadtteil Neutiflis, arbeiteten als Handwerker, Kaufleute und Hoteliers. Es entstanden ein deutsches Gymnasium und eine evangelisch-lutherische Kirche. In Abchasien entstanden die Siedlungen Neudorf, Lindau und Gnadenberg bei Sochumi. 1918 gab es in Georgien mehr als 20 von Kaukasiendeutschen gegründete Dörfer. Von 1906 bis 1922 verlegte Kurt von Kutschenbach in Tiflis die deutschsprachige Wochenzeitung Kaukasische Post, die sich die „einzige deutsche Zeitung im Kaukasus“ nannte. Chefredakteur war der Schriftsteller und Journalist Arthur Leist.
BesondersLesenswertMedaille.png
ArtikeleinstufungBesondersLesenswertMedaille.png
Besonders lesenswerte Artikel sind außergewöhnlich gelungen und umfassend.
Verbesserungen und Erweiterungen sind dennoch gern gesehen. Umfangreichere strukturelle und inhaltliche Änderungen sollten zuvor diskutiert werden.