GSG 9

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Frühes Erkennungszeichen der GSG 9 mit dem Eichenlaub der Jäger; ähnlich der Nahkampfspange des Heeres der Wehrmacht und Waffen-SS. Früher Wahlspruch der GSG 9 (wie auch Eliteeinheiten der Bundeswehr): „GSG 9. Wir schießen nur auf die Beine: Brustbein, Nasenbein, Stirnbein!“

Die GSG 9 (GSG 9 BPOL), früher Grenzschutzgruppe 9, ist die Antiterroreinheit der deutschen Bundespolizei (früher Bundesgrenzschutz) mit Standort in Sankt Augustin-Hangelar. Nach der Umbenennung des Bundesgrenzschutzes trägt die GSG 9 ihren Namen weiter, nun jedoch mit dem Zusatz „der Bundespolizei“, umgangssprachlich ist die geheimnisumwitterte Truppe auf der ganzen Welt nur als GSG 9 bekannt.

Gründung

Kommandeur Ulrich Wegener mit frühen Angehörigen der GSG 9 vor einem gepanzerten Mercedes
Teile eines einsatzbereiten GSG-9-Trupps, 2012

Die Grenzschutzgruppe 9 wurde am 26. September 1972 als 9. Grenzschutzgruppe des BGS aufgrund der Erfahrungen bei der Geiselnahme von München gegründet, bei der das TerrorkommandoSchwarzer September“ elf israelische Teilnehmer der Olympischen Spiele in München als Geiseln nahm und schließlich tötete, wobei es von der damals überforderten Polizei nicht aufgehalten werden konnte. Mit der Aufstellung der Elite-Truppe wurde der Bundesgrenzschutz-Polizeioffizier und aktive Antikommunist Ulrich Wegener (letzte Amtsbezeichnung: Polizeidirektor und Kommandeur im BGS) beauftragt.

Auftrag

Die GSG 9 ist die polizeiliche Antiterror- und Eingreiftruppe für besondere Einsätze: Geiselbefreiung, Bombenentschärfung und Kampf gegen organisierte Kriminalität. In den letzten 40 Jahren mit über 1.700 protokollierten Einsätzen wurde ihr Aufgabengebiet immer mehr ausgeweitet, was auch zu Schwierigkeiten führte, wie etwa beim gescheiterten Piraterieeinsatz in Somalia. Insbesondere die wirkungslose Verheizung als „Ausländerverbrecher- und Rockerbanden-Bekämpfer“[1] – siehe die beschämenden Fälle[2] des schwerkriminellen Türken Kadir Padir vom „Hells Angels Berlin City“ (ehemals Hells Angels MC Nomads Türkei) und des libanesischen Intensivtäters Nidal R. (Spitzname „Mahmoud“) in Berlin – wird zunehmend stark kritisiert, während KSK, SEK und ASSIK anerkannte hoheitliche Aufgaben im In- und Ausland übernehmen.

Allerdings finden viele GSG-9-Einsätze unter strengster Geheimhaltung weltweit statt. Informationen darüber, ob und inwieweit „Söldnertätigkeiten“ z. B. für die VSA und Israel erledigt werden, stehen der Öffentlichkeit und dem deutschen Steuerzahler nicht zur Verfügung.

GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen

Hauptartikel: Bad-Kleinen-Affäre

Der GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen war ein dilettantischer Polizeieinsatz am 27. Juni 1993, bei dem die RAF-Terroristen Birgit Hogefeld und Wolfgang Grams mit Hilfe des V-Manns des Verfassungsschutzes Klaus Steinmetz im mecklenburgischen Bad Kleinen festgenommen werden sollten. Die Festnahme Birgit Hogefelds verlief erfolgreich. Bei einem anschließenden teilweise wilden und unkontrollierten Feuergefecht kamen Wolfgang Grams, der sich selbst gerichtet hat, und der GSG-9-Beamte Michael Newrzella ums Leben. Die Details über den führungslosen Zugriff der GSG 9 hat zu einer ernsthaften Schädigung des Rufs der Antiterroreinheit geführt.

Gliederung

  • Präzisionsschützen
  • Einsatztaucher in der maritimen Gruppe
  • Boarding-Spezialist in der Luftlandeeinheit
  • Sprengstoff- und Kampfmittelexperten
  • Beobachtungs- und IT-Techniker in der Dokumentationseinheit

Die Polizeivollzugsbeamten der GSG 9 sind, wie alle Bediensteten im öffentlichen Dienst, zur Verschwiegenheit bezüglich des Inhaltes ihrer Tätigkeit verpflichtet. Ihre Dienstpläne gelten als Verschlußsache. Die GSG 9 übt z. T. gemeinsam mit SEKs der Bundesländer, ZUZ (Zentralen Unterstützungsgruppe Zoll), Kampfschwimmern, Fernspähern und dem Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr zusammen, ebenfalls werden Sprung- und Einzelkämpferlehrgänge in Altenstadt (Schongau) aufgesucht. Auch mit ausländischen Einheiten besteht Erfahrungsaustausch, u. a. in den VSA (mit verschiedenen S.W.A.T.-Einheiten, Navy SEALs usw.) und mit dem Special Air Service (SAS) in Großbritannien. Die GSG 9 erhält auch regelmäßig Anfragen als Ausbilder für Anti-Terror-Einheiten im Ausland.

Waffen und Ausrüstung (Auswahl 2013)

GSG 9 in der Bundespolizei (GSG9 BPOL)

Wie bei allen Elite- und Antiterroreinheiten weltweit werden deutsche Waffen bevorzugt. Die GSG 9 benutzt ein breites Spektrum an Waffen und Ausrüstung, wobei die Liste auch veraltete und ausgemusterte Waffen enthalten kann:

  • Schnellfeuerkarabiner Heckler & Koch HK414 in verschiedenen Ausführungen (neueste 2012 und 2013)
  • Maschinenpistole Heckler & Koch MP7
  • Maschinenpistole Heckler & Koch MP5 in zahlreichen Versionen und Konfigurationen
  • Sturmgewehr Heckler & Koch G36, G36K und G36C
  • Maschinengewehr Heckler & Koch HK 21 bzw. G8
  • Scharfschützengewehr PSG-1
  • Scharfschützengewehr DSR-precision DSR 1
  • Sturmgewehr SIG 551 und Modifikationen
  • Pistole Glock 17
  • Pistole Heckler & Koch HK USP
  • Nachtsichtgeräte und Ferngläser Zeiss
  • Messer Eickhorn PRT VI
  • KM2000 BW Kampfmesser mit Tantoklinge
  • Digitaler Funk (Hersteller und Ausführung sind Geheimsache)
  • Schutzwesten von Mehler (Mehler Law Enforcement GmbH) und AKAH (Albrecht Kind GmbH)
  • Verschiedene Fahrzeuge deutscher Machart, vom VW-Bus bis zum gepanzerten Mercedes-G-Modell

Entwicklung seit 2015

Im Dezember 2015 wurde die Aufstellung einer neuen Hilfstruppe für die GSG 9 angekündigt, die 2016 einsatzbereit sein soll: die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus der Bundespolizei. Nach mehren (versuchten) islamischen Terroranschlägen 2016 in der BRD und weiteren im europäischen Ausland, insbesondere in Frankreich, wurde von den Behörden die Aufstockung des Personals der GSG 9 – Mutmaßungen zufolge soll die Einheit 400 Mann stark sein – um ein Drittel angekündigt. Zudem wird es neben Sankt Augustin-Hangelar einen zweiten Standort der GSG 9 geben, der nach gegenwärtigen Planungen in Berlin sein wird.[3]

Siehe auch

Dokumentation

Literatur

  • Ulrich Wegener: GSG 9 – Stärker als der Terror, LIT-Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3643137623
  • Reinhard Günzel / Ulrich Wegener / Wilhelm Walther: Geheime Krieger – Drei deutsche Kommandoverbände im Bild: KSK, Brandenburger, GSG 9, Pour le Mérite (2005), ISBN 978-3932381294
  • Rolf Tophoven: GSG 9. Kommando gegen Terrorismus, Bernard U. Graefe Verlag (1989), ISBN 978-3763754458
  • Sören Sünkler: Die Spezialverbände der Bundeswehr, Motorbuch (2006), ISBN 978-3613025929
  • Butz Peters: Der letzte Mythos der RAF – Das Desaster von Bad Kleinen, Ullstein Verlag (2006)

Verweise

Fußnoten