General

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Generalfeldmarschall a. D. Mackensen, mit ihm starb am 8. November 1945 im Alter von 96 Jahren der letzte Feldmarschall der Reiterei und Husaren-General der alten Kaiserlichen Armee.

General, Plural Generäle (z. T. auch Generale) ist ein Sammelbegriff für die höchste Dienstgradgruppe der Offiziere, die Generalität der Streitkräfte.

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

Der Begriff „General“ stammt ursprünglich aus der kirchenlateinischen Sprache und bezeichnete anfangs das Oberhaupt einer (katholischen) Ordensgemeinschaft. Im Mittelhochdeutschen wurde aus generālis abbās „allgemeiner Abt”, das bereits im Lateinischen oft verkürzt als generalis vorkommt, dann general. So ist der generalis wörtlich gesehen der allgemeine und damit höhere Vorsteher als der sogenannten specialis (spezielle), der kleineren Gruppen vorstand.

Im 13. bzw. 14. Jahrhundert wurde der Begriff dann unter französischem Einfluß capitaine général als Truppenkommandeur in das Heerwesen übernommen. Er bezeichnet im Militär also ursprünglich den Befehlshaber einer größeren Truppenformation. Später wurde General meist Teil der Bezeichnung für hohe Dienstgrade und Dienststellungen.

Geschichte

Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, besonders aber mit der Herausbildung einer festen militärischen Rangordnung nach dem Dreißigjährigen Krieg, fand die Bezeichnung General in den Streitkräften der deutschen Staaten Einzug. Zunächst wurden sie in Verbindung gebracht, wie Generalhauptmann, Generalwachtmeister und andere. Später hieß der Befehlshaber größerer allgemeiner Truppenformationen oder bestimmter Waffengattungen General (General über das Fußvolk, General über die Reiterei, General über die Artillerie). Seit dem 17. Jahrhundert gab es beispielsweise in Preußen den General der Infanterie und seit 1743 den General der Artillerie, die später, ähnlich der Dienstgradgruppe der Hauptleute, unter dem Begriff General (mit dem Zusatz der Waffengattung) zusammengefaßt werden konnten.

Historische Generalsdienstgrade im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation

In der Reichsarmee des 16./17. Jahrhunderts galten folgende Ränge (in absteigender Folge):

  • General-Capo oder Generalissimus (Wallenstein trug noch den Dienstgrad General-Oberst-Feldhauptmann; Ende des 17. Jahrhunderts bei den Habsburgern nur noch Befehlsgewalt als Generalleutnant, da im Reich der RGFM eingeführt wurde)
  • Generalleutnant (GL)
    • Wenn der Generalfeldoberst, meist ein Landesherr/-fürst, nicht mit ins Feld zog, ernannte er einen Generalleutnant als seinen Stellvertreter. Dieser hatte weitgehende Vollmachten. Aus der Geschichte sind solche mächtigen Generalleutnante bekannt: Tilly, Prinz Eugen, und auch der Große Kurfürst führte seit 1674, als der Reichskrieg gegen Frankreich beschlossen wurde, den Titel eines Generalleutnants. Noch die Kriegsverfassung des Deutschen Bundes stellte dem Bundesfeldherrn einen Generalleutnant des Bundes zur Seite. Diese Machtstellung übernahm dann später in der Preußischen und dann Deutschen Armee der Generalfeldmarschall, wobei der Generalleutnant zum zweitniedrigsten Generalsdienstgrad (über dem Generalmajor) wurde.
  • Feldmarschall (FM)
  • Feldzeugmeister (FZM) oder General der Kavallerie (GdK; Reiterei)
  • Feldmarschall-Leutnant (FML)
  • Generalfeldwachtmeister (GFWM), ab ca. 1770 Generalmajor (GM)
  • Generalkommandant zu Roß und zu Fuß (17. Jahrhundert)

Reichsgeneräle

Vom Reichstag eingesetzt wurden Reichsgeneralfeldmarschall (RGFM; zuweilen auch Reichsgeneralfeldzeugmeister genannt), Reichsfeldzeugmeister (RFZM) und Reichs-General-Feldmarschall-Leutnant (RGFML).

  • Noch bevor der Begriff Reichsgeneralfeldmarschall verwendet wurde, hießen die Vertreter des römisch-deutschen Kaisers auf dem Schlachtfeld auch kurzzeitig Reichsfeldoberster oder Reichsobersterfeldhauptmann.

Reichskreise

Daneben waren weitere Ränge in unterschiedlichen Territorien gebräuchlich:

Reichsmarschall (1940 nur für Hermann Göring geschaffen) (1), Generalfeldmarschall ab 1942 (2), Generalfeldmarschall bis 1942 (3), Generaloberst (4), General der Waffengattung (5), Generalleutnant (6), Generalmajor (7)

General in Deutschland bis 1945

Unabhängig von der Waffengattung traten nach Bildung der Armeekorps Generäle an deren Spitze. So bildeten sich in den deutschen Staaten vorwiegend im 18. Jahrhundert folgende aufsteigende Generalsdienstgradbezeichnungen heraus, die auch in den Streitkräften des Kaiserreichs, der Weimarer Republik (Reichswehr) und des Dritten Reiches (Wehrmacht) bis 1945 gebräuchlich waren (in aufsteigender Folge):

  • Generalmajor: Generalsschulterstück ohne Stern, Gen.Major/GM
  • Generalleutnant: ein Stern, Genltn./Genlt
    • Bei der kaiserlichen und königlichen Armee gab es auch den Dienstgrad des Feldmarschall-Leutnants (FML), mit dem Genltn. gleichzusetzen.
    • Ab Generalleutnant hatte man einen Anspruch, mit „Exzellenz“ angeredet zu werden, dies galt auch für aktive Generalmajore, die mit dem Charakter als Generalleutnant in den Ruhestand verabschiedet wurden.
  • General der Waffengattung als Kommandierender General: zwei Sterne
    • zum Beispiel General (mit dem Zusatz der Waffengattung), Gen.d.Artl. (Fl., Inf., Kav., Nachr.Tr., Pz.Tr., Pi.)
  • Generaloberst (seit 1854): drei Sterne, Gen.Oberst/GObst
    • auch Generaloberst mit dem Rang als Generalfeldmarschall
  • Generalfeldmarschall: gekreuzte Marschallstäbe, Gen.Feldm./GFM bzw. FM für Feldmarschall

Daneben wurden zahlreiche Wortverbindungen mit dem Begriff General gebildet, unter anderem Generalquartiermeister (Dienststellung), Generalarzt und Generalinspekteur.

General (mit dem Zusatz der Waffengattung)

General der Fallschirmtruppe a. D. Hermann-Bernhard Ramcke, Mitglied der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger (OdR), im verdienten Ruhestand

General (mit dem Zusatz der Waffengattung), auch der Truppengattung, wie beispielsweise General der Infanterie, bezeichnet eine historische, bis 1945 geltende Dienstgradgruppe der Generäle im Kaiserlichen Heer, in der Reichswehr und der Wehrmacht sowie in der kaiserlichen und königlichen Armee von Österreich-Ungarn.

In den deutschen Streitkräften war der General in der Regel zugleich Kommandierender General eines Korps, Armeekorps oder eines vergleichbaren militärischen Großverbandes. In der Kaiserlichen Marine und in der Kriegsmarine entsprach dieser Dienstgrad dem Admiral, in der Waffen-SS dem SS-Obergruppenführer. Über dem General stand der Generalfeldmarschall, erst 1854 wurde in Preußen der dazwischen rangierende Rang Generaloberst eingeführt.

Reichswehr und Wehrmacht

Heer

Luftwaffe

Waffen-SS

Hauptartikel: Dienstgrade der SS

In der Waffen-SS wurden die höheren SS-Dienstränge den Generalsrängen der Wehrmacht gleichgestellt und die entsprechenden Schulterstücke getragen. Dem General einer Waffengattung gleichgestellt war der SS-Obergruppenführer mit dem Zusatz „und General der Waffen-SS“. Daneben gab es etwa auch den Rang „SS-Obergruppenführer und General der Polizei“.

Bundeswehr

Mit der Aufstellung der Bundeswehr wurde die frühere deutsche Dienstgradreihenfolge aus politischen Gründen und dem Besatzer nachahmend zugunsten der Vereinheitlichung dem NATO-Rahmen angepaßt. General ist seitdem die Bezeichnung für den höchsten Generalsrang und eine Sammelbezeichnung für alle Generalsränge.

Dienstgrad Abkürzung Listenabkürzung
Brigadegeneral, Generalarzt, Generalapotheker (1 Stern) BrigGen, GenArzt, GenAp BG, GA, GAP
Generalmajor, Generalstabsarz] (2 Sterne) GenMaj, GenStArzt GM, GSA
Generalleutnant, Generaloberstabsarzt (3 Sterne) GenLt, GenOStArzt GL, GOSA
General (4 Sterne) Gen nicht in der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) festgelegt
Admiral (4 Sterne) Adm

Der dem General entsprechende Rang bei der Deutschen Marine lautet Admiral.

Im Sanitätsdienst der Bundeswehr gibt es keinen Dienstgrad, der dem General entspricht. Ferner gibt es im Veterinärwesen keine Dienstgrade in der Dienstgradgruppe der Generäle; maximal können die Veterinäre bei der Bundeswehr Oberstveterinär werden. Bei den Apothekern ist der Generalapotheker der höchste Rang.

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Froh / Rüdiger Wenzke: Die Generale und Admirale der NVA. Ein biographisches Handbuch. 4. Auflage. Ch. Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-209-3
  • Wolf Keiling (Hrsg.): Rangliste des Deutschen Heeres 1944/45, Podzun-Pallas, Friedberg o. J., ISBN 3-7909-0113-X
  • Hubert Zeinar: Geschichte des österreichischen Generalstabes, Böhlau (2006), ISBN 978-320577415-0
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