Oberkommando der Wehrmacht

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Kommandoflagge für den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 1938–1941

Das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) war die ranghöchste Militärverwaltungsbehörde des Deutschen Reiches ab Februar 1938. Der Hauptsitz des Hauptquartiers der Wehrmacht war in der Bunkeranlage „Maybach II“ in Wünsdorf bei Zossen;[1] eine Feldstaffel war am jeweiligen Standort des Führerhauptquartiers stationiert.

Inhaltsverzeichnis

Wehrmachtamt

Hauptartikel: Wehrmachtamt

Gründung des OKW

Kommandoflagge für den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 1941–1945

Im Zuge der Blomberg-Fritsch-Krise kam es zu einer Umstrukturierung der leitenden Verwaltung der Wehrmacht; diese wurde im Februar 1938 mit der Auflösung des Reichskriegsministerium und der statt dessen erfolgten Einrichtung des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) vollzogen. Dabei kam es zur Entlassung des bisherigen Reichswehrministers Werner von Blomberg und sechzehn Generalen.

Die rechtliche Grundlage für die Umstrukturierung der Wehrmachtführung beruht auf dem Führererlaß Adolf Hitlers vom 4. Februar 1938:

„Erlaß über die Führung der Wehrmacht
vom 4. Februar 1938.
Die Befehlsgewalt über die gesamte Wehrmacht übe ich von jetzt an unmittelbar persönlich aus.
Das bisherige Wehrmachtamt im Reichskriegsministerium tritt mit seinen Aufgaben als ‚Oberkommando der Wehrmacht‘ und als mein militärischer Stab unmittelbar unter meinen Befehl.
An der Spitze des Stabes des Oberkommandos der Wehrmacht steht der bisherige Chef des Wehrmachtamts als ‚Chef des Oberkommandos der Wehrmacht‘. Er ist im Range den Reichsministern gleichgestellt.
Das Oberkommando der Wehrmacht nimmt zugleich die Geschäfte des Reichskriegsministeriums wahr, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht übt in meinem Auftrage die bisher dem Reichskriegsminister zustehenden Befugnisse aus.
Dem Oberkommando der Wehrmacht obliegt im Frieden nach meinen Weisungen die einheitliche Vorbereitung der Reichsverteidigung auf allen Gebieten.
Berlin, den 4. Februar 1938“

Struktur

Das „Oberkommando der Wehrmacht“ war das deutsche oberste militärische Beschlußorgan, zu dessen Leiter am 4. Februar 1938 der nunmehr stellvertretende Kriegsminister General Wilhelm Keitel berufen wurde. Adolf Hitler stand dem OKW vor und übernahm selbst die Funktion des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht. Dem OKW untergeordnet (aber nicht unterstellt) waren das Oberkommando des Heeres (OKH) unter dem neu ernannten Oberbefehlshaber des Heeres Walther von Brauchitsch, das Oberkommando der Luftwaffe (OKL) unter Generalfeldmarschall Hermann Göring sowie das Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) unter Großadmiral Erich Raeder. Das OKW umfaßte das Wehrmachtführungsamt (ab 1940 zum Wehrmachtführungsstab umstrukturiert) unter General Alfred Jodl, das Amt Ausland/Abwehr unter Admiral Wilhelm Canaris, das Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt unter General Georg Thomas (1890–1946) sowie das Allgemeine Wehrmachtamt.

Führung (Auswahl)

  • Führer und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht:
  • Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht:
  • Chef des Oberkommandos der Wehrmacht:
    • Wilhelm Keitel
      • Alfred Jodl: zeitweise Chef der Abteilung Landesverteidigung des Wehrmachtführungsamtes (WFA), ab März 1938 Chef des WFA (bis 1. Oktober 1938) und am 23. August 1939 auf seine alte Stellung als Chef des Wehrmachtführungsamtes (ab 1940 Wehrmachtführungsstab) zurückberufen
        • Vom 13. Mai 1945 bis 23. Mai 1945 war Jodl mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs OKW beauftragt.
  • Weitere Oberbefehlshaber bis 9. Mai 1945

Wirken des OKW im Zweiten Weltkrieg

Das OKW kontrollierte während des Zweiten Weltkrieges die militärischen Planungen der drei Wehrmachtsteile und gab Richtlinien Hitlers an diese weiter; eine Kommandoberechtigung über OKH, OKL und OKM besaß das OKW jedoch nicht. Die Beschlußfassung des OKW, bei welcher die Oberbefehlshaber der betreffenden Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe mitwirkten, erfolgte gemäß Führergrundsatz. Allerdings verhinderten nicht selten Kompetenzstreitigkeiten eine geordnete Abstimmung aller drei Wehrmachtsteile bei Fragen der taktischen und operativen Kriegführung. Während des Zweiten Weltkrieges berichtete das OKW mit den Wehrmachtberichten regelmäßig über den Kriegsverlauf.

Verrat im OKW

Teilweise waren die Abteilungen des Wehrmachtführungsstabes des OKW von Oppositionellen gegen den Nationalsozialismus besetzt, was sicherlich zu dem verhängnisvollen Kriegsverlauf beitrug. So wurde die Abteilung Fremde Heere Ost von 1942 bis zum Ende des Weltkrieges von dem Verräter Reinhard Gehlen geleitet und die Abteilung Fremde Heere West bis 1944 von Alexis Freiherr von Roenne, ebenfalls ein Verräter. Diese und sonstige in der obersten Wehrmachtverwaltung agierenden sogenannten „Widerständler“ konnten in etlichen Fällen entweder erst zu spät oder bis zum Ende des Krieges gar nicht enttarnt werden.

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Verrat in der Schlacht um Stalingrad

Gliederung

Das OKW gliederte sich in sechs Ämter, die Adjutantur beim Führer und den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht:

  • Amtsgruppe Allgemeines Wehrmachtamt (AWA) (Chef: 1939–1945 General der Infanterie Hermann Reinecke)
    • Abteilung Inland
    • Allgemeine Abteilung
    • Wehrmachtfürsorge- und -versorgungsabteilung
    • Wehrmachtfachschulunterricht
    • Wissenschaft
    • Wehrmachtverwaltungsabteilung
    • General zu besonderen Verfügung für Kriegsgefangenenwesen
    • Abteilung Wehrmachtverlustwesen (WVW)
  • Amtsgruppe Ausland/Abwehr (militärische Spionage) (Chef: 1. September 1939 bis 12. Februar 1944 Admiral Wilhelm Canaris; 13. Februar bis 1. Juni 1944 Oberst i. G. Georg Hansen, 1. Juni 1944 bis 4. Mai 1945 SS-Brigadeführer Walter Schellenberg, ab 5. Mai 1945 SS-Obersturmbannführer Otto Skorzeny)
    • Chef des Stabes
    • Zentralabteilung (Chef: 1. September 1939 bis Januar 1944 Generalmajor Hans Oster, Januar bis Juni 1944 Oberst Jacobsen)
    • Abteilung Ausland (Chef: 1. September 1939 bis 30. Juni 1944 Vizeadmiral Leopold Bürkner)
      • Gruppe I: Außen- und Wehrpolitik
      • Gruppe II: Beziehung zu fremden Wehrmächten
      • Gruppe III: Fremde Wehrmachten, Meldesammelstelle des OKW
      • Gruppe IV: Etappenorganisation der Kriegsmarine
      • Gruppe V: Auslandspresse
      • Gruppe VI: Militärische Untersuchungsstelle für Kriegsvölkerrecht
      • Gruppe VII: Kolonialfragen
      • Gruppe VIII: Wehrauswertung
    • Abteilung Nachrichtenbeschaffung (Chef: 1. September 1939 bis März 1943 Oberst Hans Piekenbrock, März 1943 bis Februar 1944 Oberst Georg Hansen)
      • Gruppe H: Geheimer Meldedienst Heer
      • Gruppe M: Geheimer Meldedienst Marine
      • Gruppe L: Geheimer Meldedienst Luftwaffe
      • Gruppe G: Technische Arbeitsmittel
      • Gruppe wi: Geheimer Meldedienst Wirtschaft
      • Gruppe P: Presseauswertung
      • Gruppe i: Funknetz Abwehr Funkstelle
    • Abteilung Sonderdienst (Chef: 1. September 1939 bis Juli 1943 Oberst Erwin von Lahousen, Juli 1943 bis Juni 1944 Oberst Wessel Freiherr von Freytag-Loringhoven)
      • Gruppe I: Minderheiten
      • Gruppe II: Sondermaßnahmen
    • Abteilung Abwehr (Chef: 1. September 1939 bis August 1943 Oberst Franz Eccard von Bentivegni, August bis 20. September 1943 Oberst Heinrich, 20. September 1943 bis März 1944 Oberst Franz Eccard von Bentivegni)
      • Führungsgruppe W: Abwehr in der Wehrmacht
      • Gruppe Wi: Abwehr Wirtschaft
      • Gruppe C: Abwehr Inland
      • Gruppe F: Abwehr Ausland
      • Gruppe D: Sonderdienst
      • Gruppe S: Sabotageabwehr
      • Gruppe G: Gutachten
      • Gruppe Z: Zentralarchiv
    • Auslands(telegramm)prüfstelle
      • Gruppe I: Sortierung
      • Gruppe II: Chemische Untersuchung
      • Gruppe III: Privatbriefe
      • Gruppe IV: Handelsbriefe
      • Gruppe V: Feldpostbriefe
      • Gruppe VI: Kriegsgefangenenbriefe
      • Gruppe VII: Zentralkartei
      • Gruppe VIII: Auswertung
      • Gruppe IX: Kriegsgefangenen-Brief-Auswertung
  • Wehrmacht-Führungsamt (ab 1940 Wehrmachtführungsstab) (Chef: 1. September 1939 bis 8. Mai 1945 Generaloberst Alfred Jodl)
    • Abteilung Landesverteidigung + stellv. Chef WFSt (Chef: 1. September 1939 bis 6. September 1944 Generalmajor Walter Warlimont, 6. September bis 30. November 1944 Generalmajor Horst Freiherr Treusch von Buttlar-Brandenfels, 1. Dezember 1944 bis 23. April 1945 General der Gebirgstruppe August Winter, 23. April bis 8. Mai 1945 Oberstleutnant Kleyser)
    • Abteilung Wehrmachtpropaganda (Chef: 1. September 1939 bis 8. Mai 1945 Generalmajor Hasso von Wedel)
    • Heeresstab (Chef: 15. Februar 1942 bis 8. Mai 1945 General der Infanterie Walter Buhle)
    • Inspekteur der Wehrmachtnachrichtenverbände
  • Wehrmacht-Zentral-Abteilung
    • Gruppe I Mobile Gruppe
    • Gruppe II Personalgruppe
    • Gruppe III Allgemeines
    • Referat IV Personalangelegenheiten
    • Registratur
    • Verwaltungsreferat
    • Bürodirektor der OKW
    • Bücherei der OKW
    • Stabsquartier der OKW
  • Wehrwirtschaftsamt
    • Wehrwirtschaftliche Abteilung
    • Rüstungswirtschaftliche Abteilung
    • Rohstoffabteilung
    • Abteilung Vertrags- und Preisprüfwesen

Außerdem waren das Reichskriegsgericht und das Reichsfürsorge- und Versorgungsgericht dem OKW organisatorisch zugeordnet. Ab 1942 kamen ferner der Stab z. b. V. unter General der Infanterie Walter von Unruh sowie am 17. Mai 1942 der Beauftragte des Führers für die militärische Geschichtsschreibung Walter Scherff hinzu.

Siehe auch

Verweise

Schriften

Fußnoten

  1. Am Ende des Krieges verlegte das OKW seinen Sitz nach Krampnitz und anschließend nach Neuroofen am Stechlinsee in Brandenburg.
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