Französischer Angriff auf Middelburg 1940

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Durch den französischen Angriff auf Middelburg am 17. Mai 1940 wurde ein Großteil des historischen Gebäudebestandes dessen Altstadt ausradiert. Zur Nachkriegszeit wurde behauptet, daß die reichsdeutsche Luftwaffe dafür verantwortlich gewesen sei.

Geschichte

Als am 15. Mai während des Westfeldzuges die niederländischen Truppen kapitulierten, kämpften in der Provinz Seeland französische Verbündete weiter,[1] um die Schelde gegen den deutschen Vormarsch zu verteidigen. Erst zwei Tage später zogen sie sich auf das südliche Ufer dieses Flusses in die Stadt Breskens zurück. Dabei kam jedoch von 13 bis 16 Uhr die Provinzhauptstadt Middelburg unter Beschuß. Insgesamt 70 Granaten trafen die Stadt, von denen 30 bis 40 in der Innenstadt detonierten. Da die Einwohner angeblich rechtzeitig evakuiert worden waren, sollen nur 20 Personen bei dem Beschuß ums Leben gekommen sein. Umso schlimmer wirkte sich der entstandene Großbrand auf die historischen Gebäude aus; neben etwa 600 Wohnhäusern und einigen Hotels wurden das gotische Rathaus und der als Wahrzeichen der Stadt geltende Turm namens Langer Jan in Schutt und Asche gelegt. Auch die Abtei von Middelburg überstand den Angriff nicht. Erklärungen des Bürgermeisters Jan van Walré de Bordes,[2] er habe beobachten können, wie die Einschläge aus südlicher Richtung eintrafen, wurden im Juni 1940 wieder rückgängig gemacht. Die Twenteländische Zeitung Tubantia meinte bereits am 23. Mai, es habe sich um einen deutschen Terrorangriff gehandelt. Am 11. Juni besuchte Arthur Seyß-Inquart die Stadt Middelburg und benannte dabei einen Kommissar für den Wiederaufbau.

Andere Vorfälle sowie die Befreiung der Venloer Vorstadt Blerick im Jahre 1945 belegen ebenfalls den Einsatz von (in diesem Fall 30.000) Granaten bei alliierten militärischen Unternehmen, auch auf zivile Ziele.

Wohnungen und Einrichtungen nach dem Angriff

Die Abtei nach dem Angriff

Das Rathaus nach dem Angriff

Neue Untersuchungen

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der Angriff auf die Stadt von dem niederdeutschen Geschichtsforscher A. B. J. Goossens nochmals u. a. anhand von Augenzeugenberichten untersucht. Er konnte dabei nur auf ein französisches Attentat schließen. Dies änderte aber nichts daran, daß sich in der Stadt zu dieser Zeit nur Denkmäler befanden, auf denen die angebliche deutsche Schuld an dem Angriff beschrieben wurde.

Literatur

  • A.B.J. Goossens, Private Ausgabe (Hg.): Gestold Verleden, 17 mei 1940, Frans oorlogsgeweld op Middelburg, , 2012

Verweise

Fußnoten

  1. Dies belegt, daß die Niederlande im Mai 1940 alles andere als neutral waren.
  2. Bürgermeister der Stadt von 1939 bis 1942, danach von einem NSB-Bürgermeister abgelöst.