Freie Kameradschaften
Freie Kameradschaften, Freie Kräfte oder Freie Nationalisten ist die Selbstbezeichnung von unabhängigen Einheiten des Nationalen Widerstandes, die im Gegensatz zu eingetragenen Vereinen bzw. Parteien keine Mitgliederlisten führen. Auch sind sie grundsätzlich nicht mit politischen Parteien verbunden. Dies ist eine Strategie, um sich vor staatlichen Repressionsorganen zu schützen.
Die Gruppen sind autonom, aber gut und kameradschaftlich miteinander vernetzt. In der BRD gab es nach Angaben des „Bundesamtes für Verfassungsschutz“ mit Stand 2005 etwa 150 regional und überregional agierende Kameradschaften mit einer Mitgliederzahl von je fünf bis zwanzig Personen. Ob es mit Stand 2026 solche aktiven Kameradschaften noch gibt, ist unbekannt.
Konzept und Geschichte
Das Konzept der „freien Kameradschaften“ oder auch „autonomen Kameradschaften“ bildete sich in der Mitte der 1990er Jahre heraus, als durch Verbote mehrerer sogenannter rechtsextremer Parteien und Organisationen, wie der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP), eine Basis im nationalen Lager weggebrochen war.
Die Kameradschaften sind – anders als Parteien oder eingetragene Vereine – freie Zusammenschlüsse, bei denen Aktivisten kein Parteibuch bekommen und in keinem Mitgliederverzeichnis festgehalten werden. Neue Mitglieder werden aus dem Bekanntenkreis und über zufällige Bekanntschaften etwa auf Rechtsrock-Konzerten rekrutiert.
Eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und Weiterentwicklung der „freien Kameradschaften“ spielte Christian Worch. Sein Freund und Mitstreiter Thomas Wulff entwickelte Mitte 1996 das Konzept der „Freien Nationalisten“; bei dem Konzept sollen regionale Kameradschaften zu überregionalen Bündnissen zusammengeschlossen werden. Im Gespräch mit dem Blatt Zentralorgan erläuterte er:
- „Es ist eine Bündnisstruktur, die immer dann zum Tragen kommt, wenn im norddeutschen Raum verschiedenste Aktionsgruppen und Parteien zu nationalen und sozialen Fragen aktiv werden. Der Name soll vor allem deutlich machen, dass unter diesem Aktionsnamen alle anderen nationalen Kräfte ein Bündnis eingehen können, ohne dass sie ihre Selbständigkeit aufgeben müssen.“
Weltanschauung
Mitglieder freier Kameradschaften beriefen sich teilweise auf den Nationalen Sozialismus und den sogenannten linken Flügel der NSDAP.